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Termpaper, 2006, 23 Pages
Author: Bianca Seitz
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Logotherapie, Existenzanalyse, Viktor, Emil, Frankls
Year: 2006
Pages: 23
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-69574-9
ISBN (Book): 978-3-638-71239-2
File size: 157 KB
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Abstract
Die folgende Arbeit befasst sich mit der, inzwischen weltweit bekannten, Existenzanalyse und Logotherapie Viktor Emil Frankls, die er ausgehend von der Psychoanalyse Sigmund Freuds und der Individualpsychologie Alfred Adlers, in den frühen Dreißiger Jahren entwickelte. Dieser eigenständige Ansatz wird auch die „Dritte Wiener Richtung der Psychotherapie“ genannt und ist eine international anerkannte, sinnzentrierte Psychotherapierichtung, die sich mit der Frage nach dem Sinn im Leben eines Menschen beschäftigt. In Deutschland wird sie, nach dem Tod Viktor Frankls, hauptsächlich durch seine Schülerin Elisabeth Lukas weitergeführt. Ich habe dieses Thema gewählt, da die Frage nach dem Sinn des Lebens für die meisten Menschen von großer Bedeutung ist, ob dies nun bewusst oder unbewusst geschieht. In einer Zeit, die geprägt ist von Egoismus, Materialismus und Konsum, stellen sich die Menschen immer öfter die Frage, was für einen Sinn ihr Leben eigentlich hat. Bei dieser Frage zu helfen, ist das wesentliche Anliegen der Logotherapie, wobei wichtig ist, dass es keinen allgemeinen Sinn für alle gibt, sondern jeder seinen Sinn für sich persönlich suchen und finden muss. Zu Anfang wird sich diese Arbeit mit der Biographie Viktor Emil Frankls, die eine große Bedeutung für sein späteres Lebenswerk hat, beschäftigen. Zum besseren Verständnis werden dann die Begriffe der „Logotherapie“ und der „Existenzanalyse“ näher betrachtet und die Logotherapie wird innerhalb des Systems der Psychotherapie eingeordnet. Der längste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem zentralen Thema der Logotherapie, dem „Menschen als Sinnsuchenden“. Hier wird der vielfältige Begriff „ Sinn“ von verschiedenen Seiten betrachtet und in Bezug zum Menschen dargestellt. Der darauf folgende Abschnitt handelt von den drei grundsätzlichen Methoden der Logotherapie. Am Ende dieser Arbeit werden nun noch der Bildungsbegriff in der Logotherapie und seine unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten beleuchtet und ich werde als Abschluss eine kurze eigene Stellungnahme zum Thema der Logotherapie geben. Ziel dieser Arbeit ist es, eine verständliche, gute Übersicht über die Grundlagen der Logotherapie zu vermitteln. Da dieses Thema an sich sehr komplex und abstrakt ist, soll sie, vor allem für Einsteiger in die Logotherapie, einige interessante Grundsätze beinhalten und veranschaulichen, sie kann jedoch mit ihren Ausführungen nicht allzu sehr in die Tiefe gehen.
Excerpt (computer-generated)
Die Logotherapie und Existenzanalyse Viktor Emil Frankls
von
Bianca Seitz
5. Semester, Wintersemester 2006/2007
1. Einleitung 2
2. Die Biographie Viktor E. Frankls 3
2.1. Die Jahre 1905 bis 1944 3
2.2. Die Jahre 1945 bis 1997 4
3. Begriffsbestimmung und Einführung in die Logotherapie 5
3.1. Die Logotherapie 5
3.2. Die Existenzanalyse 5
3.3. Der Ort der Logotherapie innerhalb des Systems der Psychotherapie 6
4. Der Mensch als Sinnsuchender 6
4.1. Der Begriff „Sinn“ 7
4.2. Der Stellenwert der Frage nach Sinn 7
4.3. Der Wille zum Sinn 7
4.4. Sinn als individuelle Aufgabe und persönliche Verantwortung 8
4.5. Die Sinnhaftigkeit des Lebens 9
5. Die Methoden der Logotherapie 9
5.1. Die Dereflexion 9
5.2. Die paradoxe Intention 10
5.3. Die Einstellungsmodulation 12
6. Das Rollenspiel und seine Interpretation 13
6.1. Die Sinnfindung als Teil einer Therapie bei Magersucht 13
6.2. Die Interpretation des Rollenspiels 13
7. Die logotherapeutische Sichtweise in der Beratungspraxis 14
8. Der Begriff „Bildung“ in der Logotherapie 15
8.1. Die Ausbildung zum Logotherapeuten 15
8.2. Die Bedeutung des Bildungshintergrunds des Logotherapeuten 16
8.3. Die Bedeutung des Bildungshintergrunds des Klienten 17
9. Eigene Stellungnahme 17
Literaturverzeichnis 19
Anhang 20
"Es gibt nichts auf der Welt, das einen Menschen so sehr befähigte, äußere Schwierigkeiten oder innere Beschwerden zu überwinden,
- als: das Bewusstsein, eine Aufgabe im Leben zu haben."
(Viktor Frankl im Ghetto Theresienstadt 1942-1944, siehe: www.viktorfrankl.at)
1. Einleitung
Die folgende Arbeit befasst sich mit der, inzwischen weltweit bekannten, Existenzanalyse und Logotherapie Viktor Emil Frankls, die er ausgehend von der Psychoanalyse Sigmund Freuds und der Individualpsychologie Alfred Adlers, in den frühen Dreißiger Jahren entwickelte. Dieser eigenständige Ansatz wird auch die „Dritte Wiener Richtung der Psychotherapie“ genannt und ist eine international anerkannte, sinnzentrierte Psychotherapierichtung, die sich mit der Frage nach dem Sinn im Leben eines Menschen beschäftigt. In Deutschland wird sie, nach dem Tod Viktor Frankls, hauptsächlich durch seine Schülerin Elisabeth Lukas weitergeführt.
Ich habe dieses Thema gewählt, da die Frage nach dem Sinn des Lebens für die meisten Menschen von großer Bedeutung ist, ob dies nun bewusst oder unbewusst geschieht. In einer Zeit, die geprägt ist von Egoismus, Materialismus und Konsum, stellen sich die Menschen immer öfter die Frage, was für einen Sinn ihr Leben eigentlich hat. Bei dieser Frage zu helfen, ist das wesentliche Anliegen der Logotherapie, wobei wichtig ist, dass es keinen allgemeinen Sinn für alle gibt, sondern jeder seinen Sinn für sich persönlich suchen und finden muss. Zu Anfang wird sich diese Arbeit mit der Biographie Viktor Emil Frankls, die eine große Bedeutung für sein späteres Lebenswerk hat, beschäftigen. Zum besseren Verständnis werden dann die Begriffe der „Logotherapie“ und der „Existenzanalyse“ näher betrachtet und die Logotherapie wird innerhalb des Systems der Psychotherapie eingeordnet. Der längste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem zentralen Thema der Logotherapie, dem „Menschen als Sinnsuchenden“. Hier wird der vielfältige Begriff „ Sinn“ von verschiedenen Seiten betrachtet und in Bezug zum Menschen dargestellt. Der darauf folgende Abschnitt handelt von den drei grundsätzlichen Methoden der Logotherapie: Der „Dereflexion“, der „paradoxen Intervention“ und der „Einstellungsmodulation“. Als Beispiel aus der Praxis wird ein Rollenspiel über die Logotherapie bei Magersucht vorgestellt. Dieses Rollenspiel wird, hinsichtlich der Grundlagen der logotherapeutischen Beratungsweise, interpretiert. Danach werde ich kurz zusammenfassen, welche Punkte die Logotherapie in einer Beratungssituation beinhalten kann. Diese erschließen sich aus den vorangegangenen Kapiteln. Am Ende dieser Arbeit werden nun noch der Bildungsbegriff in der Logotherapie und seine unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten beleuchtet und ich werde als Abschluss eine kurze eigene Stellungnahme zum Thema der Logotherapie geben.
Ziel dieser Arbeit ist es, eine verständliche, gute Übersicht über die Grundlagen der Logotherapie zu vermitteln. Da dieses Thema an sich sehr komplex und abstrakt ist, soll sie, vor allem für Einsteiger in die Logotherapie, einige interessante Grundsätze beinhalten und veranschaulichen, sie kann jedoch mit ihren Ausführungen nicht allzu sehr in die Tiefe gehen. Aus Gründen der Lesbarkeit wurde in dieser Arbeit die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter. Die Existenzanalyse und Logotherapie Viktor Emil Frankls 2. Die Biographie Viktor Emil Frankls Die folgenden zwei Abschnitte behandeln die Biographie Viktor Emil Frankls in Bezug zu seinem Lebenswerk. Hier wird deutlich, wie eng sein Leben mit seiner Therapieart verknüpft ist und welche Bedeutung seine Herkunft und sein Schicksal für sein späteres Denken und Handeln hatten.
2.1 Die Jahre 1905 bis 1944
Viktor Emil Frankl wurde am 26. März 1905 in einem jüdischen Viertel in Wien geboren. Er stammte aus einer jüdischen Beamtenfamilie und verehrte seine Mutter zeitlebens sehr, die aus einem alteingesessenen jüdischen Patriziergeschlechts kam. Sein Vater war finanziell eher schlecht gestellt, brachte es später jedoch zum Direktor im Ministerium für soziale Verwaltung in Wien. Frankl hatte eine sehr geborgene und religiöse Kindheit, was maßgeblich Einfluss auf sein Lebenswerk nahm. Er war Zeit seines Lebens tief in seinen religiösen Traditionen verankert, besonders in der des Reformjudentums. Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen, was Frankl in seinem späteren Leben weiterführte.
Frankl wollte schon mit sechs Jahren Arzt werden. Sein Sinn für die tieferen Zusammenhänge des menschlichen Lebens und Erlebens scheint sich schon in der Kindheit entwickelt zu haben. Als Kind wurde Frankl immer als der „Denker“ bezeichnet, da er unaufhörlich Fragen stellte. Schon in seiner Kindheit beschäftigte er sich mit dem Sinn des Lebens oder dem Tod. Frankl hielt seinen ersten Vortrag „Über den Sinn des Lebens“ mit 16 Jahren. 1923 schloss er das Gymnasium mit der Maturaarbeit „Zur Psychologie des philosophischen Denkens“ und mit einer Arbeit über Schopenhauer ab. Seine großen Interessensgebiete waren die Psychologie und die Philosophie. Nach dem Gymnasium begann Frankl ein Medizinstudium und wurde Psychiater. Zuerst wollte er Psychoanalytiker werden, entschloss sich aber dagegen, da die Psychoanalyse Freuds für ihn keine Werte vertrat und seiner Meinung nach die humane Dimension ausblendete. Er wandte sich der Individualpsychologie zu. Inspiriert durch die Lektüre „Formalismus in der Ethik“ von Max Scheler begann Frankl die Logotherapie zu entwickeln. In einem Vortrag 1927 sprach er erstmals von der Logotherapie, kam aber erst im Jahr 1938 wieder darauf zurück. Den Begriff der Existenzanalyse verwendete er erst ab 1933.
Der junge Frankl war sehr motiviert. Er studierte Medizin, hielt Vorträge und baute eine Jugendberatungsstelle auf. 1930 promovierte Frankl in Medizin und war dann bis 1936 mit der Ausbildung zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie beschäftigt. Er arbeitete zunächst in der Psychiatrischen Klinik der Universität Wien, dann im so genannten „Selbstmörderinnen-Pavillons“ am Krankenhaus Am Steinhof. 1936/37 hatte er kurz eine neurologisch-psychiatrische Facharztpraxis. 1938 nahm Frankl die Leitung der Neurologischen Station am jüdischen Rothschild-Spital in Wien ein, da diese Position ihn und seine Familie vor der Deportation schützen konnte. Zur selben Zeit nahm die an der geistigen Dimension orientierte Psychotherapie soweit Gestalt an, dass er sie veröffentlichte. Dies geschah im Artikel „Zur geistigen Problematik Die Existenzanalyse und Logotherapie Viktor Emil Frankls der Psychotherapie“. Hier wurden erstmals die Logotherapie und die Existenzanalyse gemeinsam beschrieben. Frankl hatte 1940 ein Visum um nach Amerika auszuwandern, blieb aber seiner Eltern wegen in Österreich. 1941 heiratete Frankl die jüdische Krankenschwester Tilly Grosser. Kurz darauf, im Februar 1942, wurden sie ins KZ Theresienstadt deportiert. Auch seine Eltern wurden deportiert. Frankls Frau Tilly starb im KZ Bergen-Belsen, sein Vater in Theresienstadt und seine Mutter in einer Gaskammer in Auschwitz. Frankl selbst war über den Zeitraum von drei Jahren in vier Konzentrationslagern. Zunächst Auschwitz und Theresienstadt, dann Kaufering III und Türkheim. In Türkheim meldete sich Frankl freiwillig als Arzt und entkam so dem sicheren Tod. Im KZ bestätigte sich sein Wille zum Sinn. Er machte seinen Mitinsassen Mut und bewegte sie zum Durchhalten, im Bewusststein, dass man seinem Sinn und seiner Würde nichts anhaben konnte. Er stellte fest, dass gerade im KZ Menschlichkeit, Solidarität und Hilfsbereitschaft häufig anzutreffen waren. Die Botschaft die Frankl aus Auschwitz mitnahm war, dass der Mensch nur überleben konnte, wenn er auf etwas hin lebte und dies galt für ihn auch für die gesamte Menschheit.
2.2 Die Jahre von 1945 bis 1997
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