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Leben und Wirken von Caspar Voght

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 18 Pages
Author: Jennifer Reuter
Subject: Regional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy)

Details

Event: Hauptseminar Lernbereich Sachunterricht Natur
Institution/College: University of Hamburg
Tags: Leben, Wirken, Caspar, Voght, Hauptseminar, Lernbereich, Sachunterricht, Natur
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 18
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V76028
ISBN (E-book): 978-3-638-80413-4
ISBN (Book): 978-3-638-80736-4
File size: 148 KB

Abstract

Ein Ziel des Sachunterrichts der Grundschule liegt darin, den Schülern ihre Umgebung näher zu bringen und, sie mit historischem Hintergrundwissen auszustatten, so dass sie Kenntnisse über bestimmte Orte gewinnen und diese zu schätzen wissen. Im Hamburger Rahmenplan Sachunterricht aus dem Jahre 2003 ist das Lernfeld „Unsere nähere Umgebung“ vorgesehen, welches unter anderem Stadtteilerkundung und den Erwerb von Kenntnissen über Hamburg und seine Umgebung einschließt. Dazu bieten sich das Voghtsche Mustergut und seine nähere Umgebung geradezu an. Den meisten Schülern wird der Jenischpark vermutlich zumindest dem Namen nach ein Begriff sein. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Wenigsten mit den Hintergründen vertraut sind. Voghts Landhaus, die Instenhäuser, das Quellental sowie die Parkanlage mit dem Jenischhaus sind als Zielorte einer Ortsbegehung im Rahmen des Sachunterrichts oder eines fächerübergreifenden Unterrichts äußerst geeignet, da die Spuren des Lebens und Wirkens Caspar Voghts noch heute erkennbar sind. Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Lebensgeschichte Caspar Voghts, der so Vieles in sich vereinte: „Landschaftsgestalter, Agrarwissenschaftler, Sozialreformer, Literat, Reisender, Gastgeber, Freund und Liebhaber“ (Grützner, S.15), sowie mit seinem vielseitigen Wirken. Zunächst erfolgt eine Beschreibung der Kindheit und Jugend von Caspar Voght, dann beschäftigt sich die Arbeit mit Voghts „Grand Tour“, welche 1772 begann. Es folgen Einblicke in Voghts Kaufmannszeit in Hamburg sowie in sein Engagement für die Allgemeine Armenanstalt. Nicht unerwähnt bleibt Voghts große Liebe Magdalena Pauli, die ihn unter anderem auch zur Gestaltung seines Landgutes in Flottbek inspirierte. Im Anschluss wird der Erwerb der ersten Vollhufen in Flottbek beschrieben sowie ihre spätere Umgestaltung zur Ornamented Farm, unterbrochen von Voghts erkenntnisreicher zweijähriger Großbritannienreise. Erwähnenswert sind auch Voghts soziale Aktivitäten in Flottbek, genauer gesagt seine umfassende Fürsorge für seine Arbeiter und deren Familien.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg, Institut für Didaktik der Mathematik,
Naturwissenschaften, Technik und des Sachunterrichts
Hauptseminar LB Sachunterricht Natur

Leben und Wirken von Caspar Voght

von

Caspar Voght

 


Gliederung

1. Einleitung 2

2. Hauptteil 3

2.1 Kindheit und Jugend in Hamburg 3
2.2 Die Grand Tour ab 1772 5
2.3 Kaufmannszeit in Hamburg 8
2.4 Voght und die Allgemeine Armenanstalt 9
2.6 Erwerb seiner ersten Vollhufen in Flottbek 11
2.7 Die Reise nach Großbritannien 12
2.8 Voghts Umgestaltung Flottbeks 14
2.9 Soziale Aktivitäten in Flottbek 16

3. Schluss 17

4. Literaturverzeichnis 18

 



1. Einleitung

Ein Ziel des Sachunterrichts der Grundschule liegt darin, den Schülern ihre Umgebung näher zu bringen und, sie mit historischem Hintergrundwissen auszustatten, so dass sie Kenntnisse über bestimmte Orte gewinnen und diese zu schätzen wissen. Im Hamburger Rahmenplan Sachunterricht aus dem Jahre 2003 ist das Lernfeld „Unsere nähere Umgebung“ vorgesehen, welches unter anderem Stadtteilerkundung und den Erwerb von Kenntnissen über Hamburg und seine Umgebung einschließt. Dazu bieten sich das Voghtsche Mustergut und seine nähere Umgebung geradezu an.
Den meisten Schülern wird der Jenischpark vermutlich zumindest dem Namen nach ein Begriff sein. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Wenigsten mit den Hintergründen vertraut sind. Voghts Landhaus, die Instenhäuser, das Quellental sowie die Parkanlage mit dem Jenischhaus sind als Zielorte einer Ortsbegehung im Rahmen des Sachunterrichts oder eines fächerübergreifenden Unterrichts äußerst geeignet, da die Spuren des Lebens und Wirkens Caspar Voghts noch heute erkennbar sind. „Deutlich wird unter anderem, dass wer heute als Spaziergänger den Jenisch-Park und die nähere Umgebung durchstreift, nicht nur in einem längst als sogenanntes Erholungsgebiet ausgewiesenen Gelände unterwegs ist, sondern auf einem historischen Grund, dem trotz aller Veränderungen Wege und Stationen des ehemaligen Gutsparks als hoffentlich bleibendes Strukturgefüge eingeschrieben sind.“ (Diers, S. 9)

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Lebensgeschichte Caspar Voghts, der so Vieles in sich vereinte: „Landschaftsgestalter, Agrarwissenschaftler, Sozialreformer, Literat, Reisender, Gastgeber, Freund und Liebhaber“ (Grützner, S.15), sowie mit seinem vielseitigen Wirken.
Zunächst erfolgt eine Beschreibung der Kindheit und Jugend von Caspar Voght, dann beschäftigt sich die Arbeit mit Voghts „Grand Tour“, welche 1772 begann. Es folgen Einblicke in Voghts Kaufmannszeit in Hamburg sowie in sein Engagement für die Allgemeine Armenanstalt. Nicht unerwähnt bleibt Voghts große Liebe Magdalena Pauli, die ihn unter anderem auch zur Gestaltung seines Landgutes in Flottbek inspirierte. Im Anschluss wird der Erwerb der ersten Vollhufen in Flottbek beschrieben sowie ihre spätere Umgestaltung zur Ornamented Farm, unterbrochen von Voghts erkenntnisreicher zweijähriger Großbritannienreise. Erwähnenswert sind auch Voghts soziale Aktivitäten in Flottbek, genauer gesagt seine umfassende Fürsorge für seine Arbeiter und deren Familien.

2. Hauptteil

2.1 Kindheit und Jugend in Hamburg

Caspar Voght wurde am 17.11.1752 in Hamburg als Sohn des hanseatischen Kaufmanns und Senators Caspar Voght senior und dessen Frau Elisabeth geboren. Seine 1723 geborene Mutter entstammte der erfolgreichen Kaufmannsfamilie Jencquel. Caspar Voght senior, der 1707 als Sohn eines Pfarrers geboren wurde, erlangte durch die Arbeit im Handelshaus seines Schwiegervaters, des Senators Jürgen Jencquel, großen Reichtum und Einfluss in der Hamburger Gesellschaft.
In seinen Memoiren, welche er 1837 im Alter von 85 Jahren diktierte, erinnert Voght sich an eine behütete Kindheit. „Ich ward geliebkoset und gehätschelt. Mich dünkt, meine Eltern waren auf meine Bildung und die Lebendigkeit meiner Bewegung stolz.“ (Voght II, S.21) Schon damals war ihm seine privilegierte Stellung als Kind reicher Eltern bewusst, und er wusste die Vorteile, die ihm daraus erwuchsen, zu genießen und entwickelte schon früh ein ästhetisches Interesse und eine Freude an der Natur.
„Meine sehr reichen Eltern hatten in Ham den schönsten Garten um Hamburg. Ein aus Frankreich verschriebener Gärtner hatte ihn in den Geschmack von Marly angelegt. Um einen Teich, ein um eiserne Stangen dicht geflochtener Bogengang, Bäume architektonisch in Säulen und Bögen geschnitten um einen andern. Lange und breite Gänge, zwischen hohen Hecken, eine Wildbahn, von weißem und braunen Damwild und eine Fasanerie – alles dieses wirkte mächtig auf meine junge Imagination. Ich hatte ein bestimmtes Gefühl von Nettigkeit, Ordnung und Verhältnissen und früh entstand die Freude an Natur.“ (Voght II, S.22)

Caspar Voght interessierte sich auch schon in jungen Arbeit für die Arbeitsabläufe auf einem Bauernhof und beobachtete mit großer Freude die verschiedenen Vorgänge wie das Melken der Kühe und das Pflügen. Sein Interesse an der Landwirtschaft drückte sich auch in seiner damaligen Lieblingsbeschäftigung, dem Spielen mit einem Bauernhof aus.
„Mein liebstes Spiel war ein Meyerhoff, mit Menschen, Geräthen und Vieh; das ich viel länger trieb und idealisierte, als es meine Jahre zu erlauben schienen.“ (Voght II, S.22)
Caspar Voghts Erziehung sowie die Bildungsaufgabe übernahmen vor allem zwei Privatlehrer: der Leipziger Magister Johann Christoph Michaelis als Hauslehrer und Christian Adolph Fibing, ein Prediger. Der Hauslehrer Michaelis beeinflusste Voght in seiner Denkweise in starkem Maße.

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