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Die neue Ökonomie der Symbole - eine Untersuchung über die Entwicklung close

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Die neue Ökonomie der Symbole - eine Untersuchung über die Entwicklung

Termpaper, 2006, 37 Pages
Author: Johannes Gutjahr
Subject: Communications: Miscellaneous

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 37
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 38  Entries
Language: German
Archive No.: V76098
ISBN (E-book): 978-3-638-80488-2
ISBN (Book): 978-3-640-20419-9
File size: 119 KB

Abstract

Die Bilder von intakten Innenstädten üben weltweit eine große Suggestionskraft aus. Die Boulevards in Paris oder die Plätze von Rom sind nicht nur Symbole für Urbanität, mit ihnen werden auch Begriffe wie gesellschaftliche Ordnung, politische Stabilität, Wohlstand und Kultur verbunden. Die millionenfach auf Postkarten und Reiseführern reproduzierten Bilder haben eine popularisierende Wirkung und prägen unsere Vorstellungen einer historisch wertvollen Stadt. Mit der Ausbreitung der Massenmedien und einer zunehmenden globalen Vernetzung der 'Weltgesellschaft', in ökonomischer, politischer und kultureller Hinsicht haben Symbole und Bilder zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Die großen Städte der Welt konkurrieren daher – mehr denn je – miteinander um und mit Images. In dem globalen Wettbewerb werden Bilder produziert, welche die kulturellen Werte einer Stadt verdichten. Erwünschte gesellschaftliche Ziele, Träume und Sehnsüchte treten aus ihnen hervor. Im Konkurrenzkampf der Städte um Macht und Geld zeigen die vermittelten Bilder jedoch gewissermaßen auch eine Scheinrealität, hinter der sich der kühle 'Geist des Kapitalismus' verbirgt: "Das große Warentheater ist kein Theater-Theater. Es spielt nicht auf Brettern, welche die Welt bedeuten, sondern die Weltstadt ist sein Schaugerüst. Es stellt seine Waren in der Luft und auf dem Wasser zur Schau, auf den Straßen und Plätzen, auf den Verkaufstischen und in den Schaufenstern und spiegelt sie gleichzeitig wider in Werbeszenen und Anzeigen auf Millionen von Bildseiten und Bildschirmen, auf Kinoleinwänden und Plakatwänden und in den Leuchtbildern und Laufschriften über den Geschäftsstraßen und auf den Wolkenkratzern." (Knilli. In: Schwarz 1984, S. 65) Der Verfasser dieser Zeilen, Friedrich Knilli – ein emeritierter Professor für Medienwissenschaften in Berlin – hat vor gut zwanzig Jahren wahrscheinlich selbst nicht erwartet, dass sich die Relevanz seiner Aussage in dieser relativ kurzen Zeit derart erhöhen würde. Globalisierung und die sich ungebrochen schnell ausbreitenden Massenmedien haben dafür gesorgt, dass sich das "Warentheater" in der Welt sprunghaft ausgeweitet hat. Die besagten "Schaugerüste" jenes Theaters bzw. die (Welt-)Städte geraten heute immer mehr in private Hände, was beträchtliche Auswirkungen auf ihr äußeres Erscheinungsbild und das Leben in ihnen hat.


Excerpt (computer-generated)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Die neue Ökonomie der Symbole - eine Untersuchung über die Entwicklung

Johannes Gutjahr

 

Inhaltsverzeichnis


0 Einleitung ... 2

1 Die Wahrnehmung der Stadt ... 4

2 Historische Architekturbewegungen ... 7

3 Kevin Lynchs ′Bild der Stadt′ ... 10

4 Postmoderne Architekturtrends am Beispiel der Event-Architektur ... 12

5 Architektur zwischen Kunst und Kommerzialisierung ... 15

6 Event-Architektur in der Praxis: Die Shoppingmall ... 19

7 Die neuen Bilder der Stadt ... 23

8 Die Selbstdarstellung von Städten am Beispiel von Shanghai ... 26

9 Der wiederkehrende Mythos des "asiatischen New Yorks" und seine Folgen ... 29

10 Zusammenfassung ... 32

11 Literaturverzeichnis ... 34

 

 

0 Einleitung

Die Bilder von intakten Innenstädten üben weltweit eine große Suggestionskraft aus. Die Boulevards in Paris oder die Plätze von Rom sind nicht nur Symbole für Urbanität, mit ihnen werden auch Begriffe wie gesellschaftliche Ordnung, politische Stabilität, Wohlstand und Kultur verbunden. Die millionenfach auf Postkarten und Reiseführern reproduzierten Bilder haben eine popularisierende Wirkung und prägen unsere Vorstellungen einer historisch wertvollen Stadt.
Mit der Ausbreitung der Massenmedien und einer zunehmenden globalen Vernetzung der ′Weltgesellschaft′, in ökonomischer, politischer und kultureller Hinsicht haben Symbole und Bilder zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Die großen Städte der Welt konkurrieren daher – mehr denn je – miteinander um und mit Images. In dem globalen Wettbewerb werden Bilder produziert, welche die kulturellen Werte einer Stadt verdichten. Erwünschte gesellschaftliche Ziele, Träume und Sehnsüchte treten aus ihnen hervor. Im Konkurrenzkampf der Städte um Macht und Geld zeigen die vermittelten Bilder jedoch gewissermaßen auch eine Scheinrealität, hinter der sich der kühle ′Geist des Kapitalismus′ verbirgt:


"Das große Warentheater ist kein Theater-Theater. Es spielt nicht auf Brettern, welche die Welt bedeuten, sondern die Weltstadt ist sein Schaugerüst. Es stellt seine Waren in der Luft und auf dem Wasser zur Schau, auf den Straßen und Plätzen, auf den Verkaufstischen und in den Schaufenstern und spiegelt sie gleichzeitig wider in Werbeszenen und Anzeigen auf Millionen von Bildseiten und Bildschirmen, auf Kinoleinwänden und Plakatwänden und in den Leuchtbildern und Laufschriften über den Geschäftsstraßen und auf den Wolkenkratzern." (Knilli. In: Schwarz 1984, S. 65)

Der Verfasser dieser Zeilen, Friedrich Knilli – ein emeritierter Professor für Medienwissenschaften in Berlin – hat vor gut zwanzig Jahren wahrscheinlich selbst nicht erwartet, dass sich die Relevanz seiner Aussage in dieser relativ kurzen Zeit derart erhöhen würde. Globalisierung und die sich ungebrochen schnell ausbreitenden Massenmedien haben dafür gesorgt, dass sich das "Warentheater" in der Welt sprunghaft ausgeweitet hat. Die besagten "Schaugerüste" jenes Theaters bzw. die (Welt-)Städte geraten heute immer mehr in private Hände, was beträchtliche Auswirkungen auf ihr äußeres Erscheinungsbild und das Leben in ihnen hat.
Ganze Stadtteile sind im Besitz großer Firmen, die eine neue Qualität des visuellen Konsums geschaffen haben, dem man sich kaum noch entziehen kann. Wie die Städte führen auch sie einen Wettbewerb der Bilder, einen Kampf um Markenimages, damit sie ihre Produkte in einer Zeit des ′Waren-Überangebots′ und einer damit einhergehenden Überreizung der menschlichen Wahrnehmung verkaufen können. Als Reaktion darauf entstehen vielerorts künstliche Erlebnislandschaften, in denen Architektur und Events miteinander verschmelzen. Sie haben den Zweck, den Menschen vertraute Bilder zu offerieren, um ein konsum-freundliches Klima zu schaffen.
In meiner Arbeit möchte ich, unter Einbeziehung historischer Architekturbetrachtungen zeigen, wie sich das Bild der Stadt in unseren Köpfen und in der Realität in den letzten zwanzig Jahren verändert hat. Dabei beziehe ich mich vor allem auf die Bilder und Symbole, welche von den Städten vermittelt werden. Ausgehend von den städtebaulichen Vorstellungen Kevin Lynchs, bei dem die sinnliche Wahrnehmung einer Stadt im Mittelpunkt der Betrachtungen steht, werde ich die bildhafte Ästhetik der heute aktuellen Event-Architektur beleuchten. Im Anschluss daran untersuche ich das verstärkte Imagebewusstsein der Metropolen, welches die Rahmenbedingungen für die markt- und erlebnisorientierten Entwicklungen in der Architektur schafft. Am Beispiel Shanghai soll zum Schluss gezeigt werden, wie sich die enorm gewachsene Bedeutung von wirkungsvollen Bildern und Symbolen in der Praxis des Städtebaus auswirken kann.
Das Image einer Stadt und die Erwartungen der Menschen an sie bedingen sich gegenseitig. Aus diesem Grund möchte ich im folgenden Abschnitt zunächst auf die Wahrnehmung der Stadt eingehen.

 

[...]



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