Autor: Sabrina Loi
Fach: Theaterwissenschaft
Details
Jahr: 2007
Seiten: 22
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 169 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-80570-4
ISBN (Buch): 978-3-638-80747-0
Die Arbeit ist zwar am Institut für Theaterwissenschaft entstanden, hat jedoch nicht unbedingt einen großen Bezug zu dem Fach, sondern kann auch vor allen Dingen für die Sportwissenschaft relevant sein.
Zusammenfassung / Abstract
„Fußball ist deshalb so spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht“, hat Sepp Herberger einmal gesagt. Und Fußballgeschichte ist deshalb so spannend, weil niemand wirklich weiß, wie sie angefangen hat. Obwohl sich der Fußball weltweit teilweise parallel entwickelt hat, beschränkt sich dieses Werk auf wenige Länder. Hier wird zunächst auf England als „Mutterland“ des modernen Fußballs – sprich wie er heute noch gespielt wird – eingegangen werden und auf Deutschland. Der Fußball, wie er in Europa zu seinen Anfangszeiten gespielt wurde und mittlerweile weltweit gespielt wird, verfolgt eigentlich keinen Zweck – sieht man vielleicht von den Verdienstmöglichkeiten ab, die den Sport seit seiner Professionalisierung als lukrative Arbeit dastehen lassen. Fakt ist jedoch, dass dem Fußball abgesehen von der Freude daran und der Möglichkeit, seine Kräfte zu messen, kein weiterer Sinn zugeordnet wurde und daher behauptet wird er sei aus dem „Bedürfnis zweckfreier, nicht notwendiger Betätigung“ entstanden. Anders ist dies in alten Völkern gewesen, die den Fußball als Teil eines Rituals verstanden. Beispielhaft soll dies kurz an den frühen Formen des Fußballs in Lateinamerika, China und Japan dargestellt werden. Auf diese Weise umfasst dieses Werk nicht nur die Geschichte des modernen Fußballs, sondern verfolgt seine Wurzeln mehrere Tausend Jahre zurück. Es geht hier in erster Linie um die Darlegung von bestätigten Fakten, um einen möglichst umfassenden Überblick zur Fußballentwicklungsgeschichte geben zu können. Sollte es zu Unstimmigkeiten in den Darstellungen der verschiedenen Quellen kommen, werden diese natürlich aufgeführt, teilweise begleitet von einer kritischen Überprüfung der verschiedenen Sichtweisen, die eine Einordnung ermöglichen soll.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig, Institut für Theaterwissenschaft
Hauptseminar: Mythos Fußball
SS 2007, 6. Fachsemester
(Mythos) Fußball - Eine Entwicklungsgeschichte
von
Sabrina Loi
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
Voreuropäische (Fuß-)Ballspiele: Mythos und Kult 3
Lateinamerika 3
China 4
Japan 6
Europäische Fußballspiele: zweckfreie Betätigung 7
England 8
Deutschland 13
Fazit 20
Literaturverzeichnis 21
Einleitung
„Fußball ist deshalb so spannend, weil niemand weiß, wie das Spiel ausgeht“, hat Sepp Herberger einmal gesagt. Und Fußballgeschichte ist deshalb so spannend, weil niemand wirklich weiß, wie sie angefangen hat. Aus diesem Grund erhebt die vorliegende Arbeit weder den Anspruch vollständig zu sein, noch die einzig wahre Geschichte des Fußballs darzulegen, denn Geschichte zu schreiben ist nicht einfach, schließlich sind sich die meisten Historiker uneinig, was letztendlich wozu führte; kausale Zusammenhänge sind oft reine Interpretationssache.
Es soll hier in erster Linie um die Darlegung von bestätigten Fakten gehen, um einen möglichst umfassenden Überblick zur Fußballentwicklungsgeschichte geben zu können. Sollte es zu Unstimmigkeiten in den Darstellungen der verschiedenen Quellen kommen, werden diese natürlich aufgeführt, teilweise begleitet von einer kritischen Überprüfung der verschiedenen Sichtweisen, die eine Einordnung ermöglichen soll.
Es muss sich beschränkt werden auf wenige Daten, die zur Entwicklung des Fußballs vorliegen und natürlich auch auf wenige Länder, obwohl natürlich der Sport sich weltweit verbreitet hat. Hier soll jedoch nur auf England als Erfinderland oder auch „Mutterland“ (Grüne 2003:13) des modernen Fußballs – sprich wie er heute noch gespielt wird – eingegangen werden und auf Deutschland. Die Englische Geschichte soll nicht bis zum aktuellen Datum aufgeführt werden sondern nur bis zu der Stelle, an dem der Fußball professionalisiert wird. Dieser Zeitpunkt deckt sich grob mit dem Moment, an dem der Sport von dort nach Deutschland exportiert wurde. Auch hier soll die Entwicklung nur bis zur Professionalisierung nachgezeichnet werden.
Der Fußball, wie er in Europa zu seinen Anfangszeiten gespielt wurde und mittlerweile weltweit gespielt wird, verfolgt eigentlich keinen Zweck – sieht man vielleicht von den Verdienstmöglichkeiten ab, die den Sport seit seiner Professionalisierung als lukrative Arbeit dastehen lassen. Fakt ist jedoch, dass dem Fußball abgesehen von der Freude daran und der Möglichkeit, seine Kräfte zu messen, kein weiterer Sinn zugeordnet wurde und daher behauptet wird er sei aus dem „Bedürfnis zweckfreier, nicht notwendiger Betätigung“ entstanden. (Stemmler 1998: 25) Anders ist dies in alten Völkern gewesen, die den Fußball als Teil eines Rituals verstanden. Beispielhaft soll dies kurz an den frühen Formen des Fußballs in Lateinamerika, China und Japan dargestellt werden. Damit wird diese Arbeit beginnen.
Voreuropäische (Fuß-)Ballspiele: Mythos und Kult
Die Kugel nahm schon immer einen wichtigen Platz in den Mythen vieler Völker ein, was verschiedene Gründe hat. Zunächst liegt dies sicherlich an ihrer Form, die als vollkommen gilt, da jeder Punkt auf ihr den gleichen Abstand zum Mittelpunkt hat. Auf diese Weise wird die Kugel zum Symbol des Kosmos, der sich lange in dieser Form vorgestellt wurde. Andererseits symbolisiert die Kugel aber auch die Sonne und ist dementsprechend ein Symbol für Leben. Oft hatten Ballspiele daher kultische Hintergründe: Durch sie sollten die Bewegungen der Gestirne – vor allem der Sonne – nachgeahmt werden. Andererseits hatte das Ballspiel teilweise auch gesellschaftliche Hintergründe und spiegelte häufig zweiteilige gesellschaftliche Gruppierungen wider, die im Spiel gegeneinander antraten. Das Prinzip des Wettkampfes steht hier also im Vordergrund, was noch immer im kultischen Zusammenhang steht, da viele Mythen eine duale Weltansicht vorgeben und von Zweikämpfen erzählen. Dem entsprechend erfüllte das Ballspiel in vielen Völkern eine religiöse Funktion und war keine unabhängige, für sich selbst ausgeübte Betätigung. Das Spiel wurde im Dienste der menschlichen Gemeinschaft ausgeübt und war daher weit entfernt von Freizeitspaß. Dies erkennt man vor allem an den frühen Formen des Ballspiels in Lateinamerika, China und Japan. (vgl. Stemmler 1998: 9ff)
Lateinamerika
Als Beispiel für ein Ballspiel aus Gründen der Religion kann die Form beschrieben werden, die in Lateinamerika gespielt wurde. Damit sollte der Sieg der Sonne über den Mond beschworen werden, was den Weiterbestand der Vegetation ermöglichte. Vor Spielbeginn wurden in der aztekischen Hauptstat Tenochtitlan, dem heutigen Mexico City, vier Menschen getötet, um den Sonnen- und Stammesgott Uitzilopochtli zu ehren. Mit dem Blut wurden schließlich die Spielfelder getränkt, die Bestandteil der Tempelanlagen waren und folgendermaßen aussahen:
Das Spielfeld symbolisierte die Erde, die Mittellinie die Grenze zwischen Tag und Nacht, der Ball die Sonne oder den Mond, der Flug des Balles durch die Luft die Bewegung der Gestirne am nächtlichen Himmel und das Gleiten des Balles durch die Ringe deren Verschwinden am Horizont.
(Stemmler 1998: 13)
Gespielt wurde mit etwa drei bis vier Kilogramm schweren Kautschukbällen, die mithilfe der Oberschenkel, Knöchel oder Hände in einen der Steinringe gestoßen und in die gegnerische Spielhälfte bugsiert werden mussten. Die von den Azteken, Mayas und anderen mittelamerikanischen Völkern ausgeübten Ballspiele unterscheiden sich also noch vom Fußball, wie wir ihn heute kennen. Das ist beim Fußballspiel, wie er in China gespielt wurde dagegen anders.
China
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