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Fankultur - Eine Übersicht über Begrifflichkeit und Forschung

Scholary Paper (Seminar), 2006, 34 Pages
Author: Eva Scheller-Bötschi
Subject: Communications: Theories, Models, Terms and Definitions

Details

Event: Publikums- und Rezeptionsforschung
Institution/College: University of Basel (Institut für Medienwissenschaft)
Tags: Fankultur, Begrifflichkeit, Forschung, Publikums-, Rezeptionsforschung
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 34
Grade: 5.5 (in CH)
Bibliography: ~ 16  Entries
Language: German
Archive No.: V76448
ISBN (E-book): 978-3-638-81878-0
ISBN (Book): 978-3-638-82045-5
File size: 840 KB

Abstract

Die Publikumsforschung lässt sich in die Verarbeitung und die Nutzung unterteilen. Bei letzterem wird mit quantitativen Methoden gearbeitet. Die innere Verarbeitung lässt sich wiederum in die Wirkung und die Rezeption, beziehungsweise das Medienhandeln unterteilen. Um die Wirkung zu untersuchen werden experimentelle Verfahren verwendet. Bei der Rezeption wird mit qualitativen Methoden wie Fallstudien gearbeitet. Diese können sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen gemacht werden, wie beispielsweise von den Fans. Fans sind ein Spezialpublika mit Vorwissen über den Rezeptionsinhalt. Das Fremdbild und das Selbstbild der Fans unterscheiden sich meist stark. Man kann ihr Handeln und Verhalten in eine Typologie einteilen, je nach Intensität des Involvements. Darauf werde ich in der Arbeit ebenfalls näher eingehen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Basel, Institut für Medienwissenschaft
Wintersemester 2005/2006

Fankultur - Eine Übersicht über Begrifflichkeit und Forschung

von

Eva Bötschi

 


INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG 2

1. Begrifflichkeit 4

1.1 Der Fan 4
1.2 Begriffsgeschichte 5
1.3 Abgrenzung zur Definition 6
1.4 Der Star/ das Idol 6
1.5 Fanaktivitäten 7
1.6 Typologie 9

1.6.1 Der Novize 9
1.6.2 Der Tourist 9
1.6.3 Der Buff 10
1.6.4 Der Freak 11

2. Auseinandersetzung der Forschung mit Fans 13

2.1 Fanbegriff von John Fiske 16
2.2 Aneignungsforschung nach Andreas Hepp 18

3. Auseinandersetzung der Medien mit Fans 20

4. Beispiele 21

4.1 Sport 21

4.1.1 Hooligans 22

4.2 Musik 23
4.3 Film 23

4.3.1 Serien 23
4.3.2 Videofilme 24
4.3.3 Horrorfilme 25

5. Fanprojekt Basel 26

5.1 Die Fans des Fussballclubs Basel 26
5.2 Das Fanprojekt Basel 27

SCHLUSSWORT 28

LITERATURVERZEICHNIS 29

ANHANG 32


 

 

EINLEITUNG

Ich schreibe die vorliegende Arbeit im Rahmen der im Wintersemester 2005/06 besuchten Veranstaltung „Publikums- und Rezeptionsforschung“ von Prof. Dr. Neumann- Braun. Im Seminar wurde vor allem auf die Themen der Mediennutzung, Medienrezeption, Medienwirkung, Medienkommunikation und Medienaneignung eingegangen. Ausserdem wurde über Interpretationsgemeinschaften, Fankulturen, Cultural Studies und Aneignungsforschung sowie die Netzkommunikation referiert. Wir betrachteten Mikroanalysen, Methoden und Fallbeispiele. Die Publikumsforschung lässt sich in die Verarbeitung und die Nutzung unterteilen. Bei letzterem wird mit quantitativen Methoden gearbeitet. Die innere Verarbeitung lässt sich wiederum in die Wirkung und die Rezeption, beziehungsweise das Medienhandeln unterteilen. Um die Wirkung zu untersuchen werden experimentelle Verfahren verwendet. Bei der Rezeption wird mit qualitativen Methoden wie Fallstudien gearbeitet. Diese können sowohl von Einzelpersonen als auch von Gruppen gemacht werden, wie beispielsweise von den Fans.

In meinem Vortrag über Fans vom 2. Februar 2006 stützte ich mich hauptsächlich auf den Artikel im Handbuch Populäre Kultur, herausgegeben von Hans-Otto Hügel. Konkret bin ich einleitend auf Definitionen von Fan und auch vom Star eingegangen, sowie auf Fanaktivitäten, den geschichtlichen Hintergrund des Begriffs sowie der Forschung und auf aktuelle Betrachtungsweisen der Fans. Anschliessend bin ich noch kurz auf drei Bereiche mit Fans als Beispiele eingegangen, nämlich die Bereiche des Sports, der Musik und des Films. Es ging mir im Referat vor allem darum, eine Definition vom Fan sowie verschiedene Begriffe einzuführen um eine Grundlage für eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen.

Fans sind ein Spezialpublika mit Vorwissen über den Rezeptionsinhalt. Das Fremdbild und das Selbstbild der Fans unterscheiden sich meist stark. Man kann ihr Handeln und Verhalten in eine Typologie einteilen, je nach Intensität des Involvements. Darauf werde ich in der Arbeit ebenfalls näher eingehen. Anknüpfend an die Themen meines Referates möchte ich einige Themen vertieft betrachten und ausführen. Obwohl ich selber kein Fan bin, bekomme ich als Baslerin viel mit vom Rummel und den Fans um den FC Basel. Im letzten Teil dieser Arbeit möchte ich daher am Beispiel der Fanclubs des FC Basels und dem Basler Fanprojekt die theoretischen Ausführungen dazu ergänzen. In dieser Seminararbeit setze ich mich neben dem Text aus dem Handbuch Populäre Kultur hauptsächlich mit zwei weiteren Texten, welche im Seminar kurz behandelt wurden, aber auch sonstiger Literatur auseinander. Diese zwei Texte sind „Die Aneignung von Horrorfilmen“ von Rainer Winter1 sowie „Aneignungsforschung: Soziokulturelle Lage und Ethnografie“ von Andreas Hepp2. Hepp befasste sich in seinen Aneignungsstudien zu Fernsehserien in den 80er Jahren mit Fans und Jugendkulturen.

Ich vernachlässige die Fans vom Spiel, also die direkte face-to-face Kommunikation oder die Rollenspiele im Cyberspace der „neuen Individualmedien“ und betrachte nur die „alten Massenmedien“, also zum Beispiel die Fans vom Film. Hier gibt es im Gegensatz zu den Individualmedien bloss einen indirekten Bezug zwischen Mensch und Medium, da der Fan den Film nicht beeinflussen kann. Ich möchte in dieser Arbeit die Fans neutral betrachten, also weder negativ noch positiv bewerten. Es geht in dieser Ausführung bloss um eine gedankliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Begriffen und Ansichten rund um die Fankultur. Es ist erstaunlich, dass solch ein spannendes und vieldiskutiertes Thema in der Literatur so spärlich vorhanden ist, doch es gibt immer mehr Untersuchungen über Fans und im Übrigen ist es ein Thema, dass viele persönlich betrifft. Fast jeder ist ja Fan von etwas, wenn nicht von einem Star, dann von einer Fussballmannschaft, einem Ferienziel oder einem Auto.

1. Begrifflichkeit

In diesem ersten Kapitel möchte ich einige Begriffe klären. Zu Beginn gehe ich auf Definitionen vom Fan ein, danach auf dessen Entstehung, Abgrenzungen und auf den Begriff des Stars. Anschliessend folgt ein Überblick über die Fanaktivitäten und die Typologie der Fans.

1.1 Der Fan

„Der Fan ist eine populäre Rezeptionsfigur, die sich durch spezifische Verhaltensweisen auszeichnet. Diese werden unter dem Begriff `Fandom` zusammengefasst, der darüber hinaus auch die Verbindung zu Gleichgesinnten und die Beziehung der Fans zu ihrem Star beinhaltet.“3
Fandom, oder auch Fantum, ist die Fangemeinde einer bestimmten Sache oder Person. Wikipedia bringt es auf den Punkt: „Ein Fan ist ein begeisterter Anhänger einer Person, einer Gruppe von Personen oder einer Sache.“4

Die Fangruppe wird von Zinnecker wie folgt definiert:
„Jugendliche, die sich für einen Gegenstand, eine Person, Gruppe, Tätigkeit oder ein soziales Ereignis stark engagieren, betrachten sich – besonders wenn es sich um Jüngere handelt – gern als Fan des verehrten Objektes“5

Fans sind in seiner Definition also nur Jugendliche, vor allem Jüngere. Die Fanforschung konzentriert sich zwar auch auf jugendliche Fans, „bei denen das Fandom häufig nur von kurzer Dauer und mit der Pubertät verknüpft ist“6, sie hält aber die Untersuchung von erwachsenen Fans für sehr wichtig, da sie Informationen über die dauerhafte Bedeutung von Stars liefern könnte. Untersuchungen haben ergeben, dass die Sozialisations- und Identitätsfunktion von Stars praktisch nur bei jugendlichen Fans wichtig ist.
Fans zeigen die Verehrung für ihren Star in der Öffentlichkeit, meist in der Gruppe. Der Star hat die Macht, das Selbstwertgefühl seiner Anhänger zu steigern. Fans werden oft von moralischen, geschlechtsspezifischen oder nationalen Werten angesprochen. Diese Nationalität ist trotz dem heutigen Zeitalter der Globalisierung immer noch sehr wichtig.7

„Being a fan requires not only participation in activities but the adoption of a particular identity that is shaped through subjective and affective experiences. More than just an active consumer of cultural texts, a fan relates to a text through emotion, affect, and ideology.”8

1.2 Begriffsgeschichte

[...]


1 Winter, Rainer; „Der produktive Zuschauer. Medienaneignung als kultureller und ästhetischer Prozess“ 1995: 127-213

2 Hepp, Andreas; „Cultural Studies und Medienanalyse“, Opladen (Westdeutscher Verlag) 1999: 164-253

3 Udo Göttlich, Mohini Krischke-Ramaswamy 2003: Fan. In: Hügel (Hg.): 167

4 http://de.wikipedia.org/wiki/Fan

5 Zinnecker 1982: 486. In: Vogelsang 1991: 215

6 Udo Göttlich, Mohini Krischke-Ramaswamy 2003: Fan. In: Hügel (Hg.): 170

7 Moser 1999: 16

8 Grossberg , Lawrence; „Is There a Fan in the House?“ 1992: 56. In: Bielby; Harrington 1995: 97


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