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Diploma Thesis, 2006, 52 Pages
Author: Betriebswirt (VWA) Mario Wunderlich
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Tags: Entwicklung, Leasingmarktes, Deutschland, Blick, Relevanz, Beurteilung, Vorteilhaftigkeit, Leasings, Finanzierungsalternative, Mittelstand
Year: 2006
Pages: 52
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 41 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-73592-6
File size: 1777 KB
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Abstract
Die wirtschaftliche Bedeutung des Leasings für den Standort Deutschland ist beachtlich. Der Anteil der Investitionen durch Leasing erhöhte sich in den letzten Jahren auf über 14% jährlich. Die Anbieterzahl im Leasing-Geschäft stieg auf über 1800 Leasing-Gesellschaften an. Für den Mittel-stand als Leasing-Nehmer sind Leasing-Verträge inzwischen ein fester Bestandteil des Finanzierungsinstrumentariums geworden. Diese positive Entwicklung der vergangen Jahre fand statt in einem Markt, der wie alle anderen auch von veränderten Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Durch die zunehmende Globalisierung verstärkt sich der nationale und internationale Konkurrenzdruck auf die Unternehmen. Hier sind vor allem kleinere und mittlere Unternehmen aus dem mittelständischen Bereich betroffen. Neue Technologien veranlassen die Unternehmen zu ständig veränderten und innovativen Angeboten. Veränderungen in steuer- und handelsrechtlichen Vorschriften auf nationaler und internationaler Ebene zwingen Unternehmen zur Reaktion. Hier sind an erster Stelle die Bestimmungen durch Basel II zu nennen, die vor allem auf das Finanzierungsverhalten der Unternehmen einwirken. Aber auch die Unternehmenssteuerreform aus dem Jahr 2001 hat die Rahmenbeding-ungen für Leasingverträge beeinflusst. Die Bedeutung der Finanzierungs-funktion des Leasings nimmt vor diesem Hintergrund immer mehr zu. Als Finanzinnovation greifen immer mehr Unternehmen gerade aus dem mittelständischen Bereich zu diesem Instrument. Um die Vorteilhaftigkeit des Leasings für das eigene Unternehmen beurteilen zu können, sind jedoch eine Reihe von Informationen not-wendig. Sowohl auf Leasing-Geber- als auch auf Leasing-Nehmer-Seite sollte einschlägiges Wissen vorhanden sein, um die Vorteilhaftigkeit der Alternative Leasing beispielsweise gegenüber einem kreditfinanzierten Kauf beurteilen zu können. Erst dann können Leasing-Geber durch die Beratung des Kunden und Leasing-Nehmer als Endkunde alle Vorteile des Leasings adäquat nutzen. Die vorliegende Arbeit kann dazu beitragen, das grundlegende leasingbezogene Wissen zu vermitteln. Sie kann insbesondere den Blick auf eine kritische Beurteilung der Finanzierungsalternative Leasing schärfen. Gerade der Mittelstand, der als Leasing-Nehmer noch ein großes Potential für die weitere Entwicklung des Leasing-Marktes birgt, steht hierbei im Mittelpunkt der Betrachtung. Das Hauptaugenmerk wird auf das Finance-Leasing im Mobilien-Bereich gelegt.
Excerpt (computer-generated)
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie und Berufsakademie Göttingen
Zur Entwicklung des Leasingmarktes in Deutschland mit besonderem Blick auf Relevanz und kritische Beurteilung der Vorteilhaftigkeit des Leasings als Finanzierungsalternative für den Mittelstand
Mario Wunderlich
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung ... 1
2 Grundlegende Darstellungen und notwendige Definitionen ... 2
2.1 Definition: Leasing ... 3
2.2 Definition: Kredit ... 4
2.3 Abgrenzung des Begriffs Mittelstand ... 6
2.3.1 Quantitative Merkmale ... 6
2.3.2 Qualitative Merkmale ... 7
2.4 Grundlegende Darstellungen zur Finanzierungssituation des Mittelstandes vor dem Hintergrund von Basel II ... 8
2.4.1 Die Finanzierungssituation des Mittelstandes ... 9
2.4.2 Zu Basel II und den Auswirkungen der neuen EK-Vereinbarungen auf das Kreditvergabeverhalten ... 11
2.4.3 Auswirkungen der neuen EK-Vereinbarungen auf den Mittelstand ... 13
3 Die Entwicklung des Leasingmarktes in Deutschland ... 14
3.1 Historische Entwicklung des Leasingmarktes ... 14
3.2 Der deutsche Leasingmarkt im internationalen Vergleich ... 15
3.3 Nutzung der verschiedenen Leasingarten und –formen und deren Entwicklung ... 18
3.4 Leasing als alternative Finanzierungsform für den Mittelstand ... 21
4 Zur Relevanz des Leasings im Mittelstand mit kritischem Blick auf die Vorteilhaftigkeit dieses Finanzierungsinstruments ... 22
4.1 Betriebswirtschaftliche Aspekte des Leasings allgemein ... 23
4.2 Liquiditäts- und Steuereffekt ... 23
4.1.2 Anschaffungs- und Herstellungskosten ... 24
4.1.3 Risiken ... 25
4.2 Relevanz des Leasings in mittelständischen Unternehmen ... 26
4.2.1 Branchenspezifische Nutzung des Leasings ... 26
4.2.2 Verbreitung des Leasings im Mittelstand ... 27
4.2.3 Akzeptanz des Leasings ... 28
4.3 Kritische Abwägung ausgewählter Vor- und Nachteile des Leasings aus der Perspektive mittelständischer Unternehmen ... 29
4.3.1 Steuerliche Vor- und Nachteile ... 29
4.3.2 Qualitative Aspekte ... 30
4.3.2.1 Einfluss des Leasings auf die EK-Quote ... 30
4.3.2.2 Einfluss auf die Möglichkeiten der Kreditinanspruchnahme ... 30
4.3.2.3 Sale-and-lease-back ... 31
4.3.3 Gesamtbeurteilung der Vor und Nachteile ... 32
4.4 Vergleichsrechnung „Leasing oder Kredit“ ... 33
4.4.1 Leasingmodell ... 33
4.4.2 Kreditfinanzierungsmodell ... 34
4.4.3 Beurteilung des Wirtschaftlichkeitsvergleichs ... 35
4.4.4 Beurteilung der Finanzierungsalternative unter Betrachtung der betriebswirtschaftlichen Aspekte ... 35
5 Schlussbetrachtung ... 36
1 Einführung
Die wirtschaftliche Bedeutung des Leasings für den Standort Deutschland ist beachtlich. Der Anteil der Investitionen durch Leasing erhöhte sich in den letzten Jahren auf über 14% jährlich. Die Anbieterzahl im Leasing-Geschäft stieg auf über 1800 Leasing-Gesellschaften an. Für den Mittelstand als Leasing-Nehmer sind Leasing-Verträge inzwischen ein fester Bestandteil des Finanzierungsinstrumentariums geworden. Diese positive Entwicklung der vergangen Jahre fand statt in einem Markt, der wie alle anderen auch von veränderten Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Durch die zunehmende Globalisierung verstärkt sich der nationale und internationale Konkurrenzdruck auf die Unternehmen. Hier sind vor allem kleinere und mittlere Unternehmen aus dem mittelständischen Bereich betroffen. Neue Technologien veranlassen die Unternehmen zu ständig veränderten und innovativen Angeboten. Veränderungen in steuer- und handelsrechtlichen Vorschriften auf nationaler und internationaler Ebene zwingen Unternehmen zur Reaktion. Hier sind an erster Stelle die Bestimmungen durch Basel II zu nennen, die vor allem auf das Finanzierungsverhalten der Unternehmen einwirken. Aber auch die Unternehmenssteuerreform aus dem Jahr 2001 hat die Rahmenbedingungen für Leasingverträge beeinflusst. Die Bedeutung der Finanzierungsfunktion des Leasings nimmt vor diesem Hintergrund immer mehr zu. Als Finanzinnovation greifen immer mehr Unternehmen gerade aus dem mittelständischen Bereich zu diesem Instrument.
Um die Vorteilhaftigkeit des Leasings für das eigene Unternehmen beurteilen zu können, sind jedoch eine Reihe von Informationen notwendig. Sowohl auf Leasing- Geber- als auch auf Leasing-Nehmer-Seite sollte einschlägiges Wissen vorhanden sein, um die Vorteilhaftigkeit der Alternative Leasing beispielsweise gegenüber einem kreditfinanzierten Kauf beurteilen zu können. Erst dann können Leasing- Geber durch die Beratung des Kunden und Leasing-Nehmer als Endkunde alle Vorteile des Leasings adäquat nutzen. Die vorliegende Arbeit kann dazu beitragen, das grundlegende leasingbezogene Wissen zu vermitteln. Sie kann insbesondere den Blick auf eine kritische Beurteilung der Finanzierungsalternative Leasing schärfen. Gerade der Mittelstand, der als Leasing-Nehmer noch ein großes Potential für die weitere Entwicklung des Leasing-Marktes birgt, steht hierbei im Mittelpunkt der Betrachtung. Das Hauptaugenmerk wird auf das Finance-Leasing im Mobilien- Bereich gelegt.
Um diesen Zielen gerecht zu werden beginnt die vorliegende Arbeit nach den einführenden Worten in Kapitel 2 mit einer grundlegenden Darstellung aller notwendigen Definitionen. Hier werden Begriffe wie Leasing und Kredit geklärt, aber es erfolgt ebenso eine Abgrenzung des Begriffs des Mittelstandes. In Kapitel 2.4 wird die Finanzierungssituation des Mittelstandes grundlegend dargestellt. Es erfolgt eine Erläuterung des Zusammenhangs zwischen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung und dem Kreditvergabeverhalten im Mittelstand.
Kapitel 3 beleuchtet die Entwicklung des Leasingmarktes in Deutschland. Vorgestellt wird nicht nur die Dynamik im historischen Kontext in Kapitel 3.1, sondern ebenfalls ein Vergleich der Leasingmärkte auf internationaler Ebene, insbesondere im europäischen Ausland, in Kapitel 3.2. Die verschiedenen Formen des Leasings werden in Kapitel 3.3 dargestellt. Kapitel 3.4 beschäftigt sich dann mit der Nutzung des Leasings durch den Mittelstand in Deutschland.
In Kapitel 4 steht die Vorteilhaftigkeit des Finanzierungsinstruments Leasing im Mittelpunkt. Dieser Abschnitt setzt sich in Kapitel 4.1 mit den betriebswirtschaftlichen Aspekten des Leasings im Allgemeinen auseinander. Kapitel 4.2 bezieht sich auf die spezielle Relevanz des Leasings in mittelständischen Unternehmen. Kapitel 4.3 beinhaltet eine kritische Abwägung ausgewählter Vor- und Nachteile des Leasings aus der Perspektive mittelständischer Unternehmen. Daran an schließt sich in Kapitel 4.4 eine Vergleichsrechnung der Alternativen Kreditkauf und Leasing. Die vorliegende Arbeit endet in Kapitel 5 mit der Zusammenfassung.
2 Grundlegende Darstellungen und notwendige Definitionen
Die Basis der vorliegenden Arbeit beruht auf der Definition des Begriffs Leasing, weshalb sich das folgende Kapitel 2.1 dieser Betrachtung widmet. In Abgrenzung hierzu erfolgt in Kapitel 2.2 dann eine Definition des Begriffs Kredit. Um auch den Mittelstandsbegriff adäquat einordnen zu können, enthält Kapitel 2.3 Überlegungen zur Abgrenzung des Mittelstandes in Deutschland. Eine eingehende Betrachtung aus finanz-politischer Sicht findet in Kapitel 2.4 statt. Hier wird in Kapitel 2.4.1 die Finanzierungssituation des Mittelstandes beleuchtet. Kapitel 2.4.2 enthält eine Schilderung der Auswirkungen, die Basel II auf das Kreditvergabeverhalten hat. In Kapitel 2.4.3 rücken dann die Auswirkungen speziell auf den Mittelstand in den Vordergrund.
2.1 Definition: Leasing
Der Begriff Leasing leitet sich ab aus dem englischen Verb „to lease“, welches mieten oder pachten bedeutet1. Leasinggeschäfte haben in der Praxis viele Gestaltungsmöglichkeiten, da den Beteiligten diverse Nutzungsmöglichkeiten offen stehen. In der Literatur ist deshalb kein einheitlich definierter Leasingbegriff zu finden, sondern viele verschiedene Definitionen, die sich an den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Leasings orientieren2. Perridon/Steiner definieren Leasing übergreifend als die zeitabhängige Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsgutes gegen Entgelt3. Das Vermietungsgeschäft wird von Finanzierungsinstituten oder anderen Unternehmen auf gewerblicher Basis betrieben. Diesem Leasingbegriff wird in der vorliegenden Arbeit gefolgt.
Leasing kann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, wodurch immer andere Aspekte in den Mittelpunkt rücken. Es handelt sich hier im eine Verschachtelung wirtschaftlicher und rechtlicher Einflusse. Aus der rechtlichen Perspektive gesehen ist das Leasing-Geschäft mit der Vermietung oder Verpachtung von Investitionsgütern oder langlebigen Gütern des privaten Bedarfs vergleichbar. In der Finanzwirtschaft wird dagegen der Aspekt der Nutzungsüberlassung eines Investitionsobjektes gegen Entgelt durch einen unabhängigen Eigentümer hervorgehoben. In der Wirkung muss der Nutzer des Leasingobjektes die Anschaffung des Investitionsobjektes nicht aus eigenen Mitteln bezahlen. Vor diesem Hintergrund bekommt das Leasing seinen Charakter als Investitions- und Finanzierungsalternative.
In der Praxis erfährt das Leasing immer neue Ausgestaltungen, die im Leasingvertrag geregelt werden. Die Übergänge können aufgrund der zivilrechtlichen Vertragsfreiheit fließend sein, die Grenzen zwischen den einzelnen Leasingarten sind dabei nicht exakt gezogen. Eine Orientierung kann an den Hauptmerkmalen erfolgen. Die am häufigsten anzutreffenden Formen des Leasings werden im Kontext des Kapitels 3.3 beschrieben.
Leasing ist rechtlich klar von der Miete zu trennen4. Zwar bestehen Gemeinsamkeiten hinsichtlich des Erwerbs des Nutzungsrechtes durch einerseits Mieter und andererseits Leasingnehmer. Beim Leasing werden jedoch dem Leasingnehmer Risiken und Pflichten auferlegt, die bei einer reinen Miete üblicherweise der Vermieter zu tragen hat. Anders als bei der Miete ist der Leasing- Geber von der Haftung für Beschädigung und Ausfall befreit, muss keine Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen ausführen. Trotzdem bleibt der Leasing-Geber Eigentümer des Leasingobjektes, eine Trennung von Nutzung und Eigentum bleibt bestehen.
Eine Mischform zwischen Leasing und Kredit ist der Mietkauf5. Als spezielle Form der Investitionsfinanzierung gleicht er dem Leasing bezüglich Ratenverlauf und Konditionengestaltung. Allerdings bleibt das Eigentum am Investitionsgut während der gesamten Nutzungsdauer beim Vermieter, erst nach Zahlung der letzten Rate geht es auf den Mieter über. Der Mieter muss das Mietobjekt dann von Anfang an in seine Bilanz aufnehmen. Anders als beim Leasing wird die Umsatzsteuer beim Mietkauf mit der ersten Rate für den gesamten Mietkaufpreis fällig, wodurch ein beträchtlicher Abfluss liquider Mittel beim Mieter zu beobachten ist. Der Mietkauf wird insbesondere dort eingesetzt, wo Leasing aus verschiedenen Gründen nicht verwendet wird. Als Beispiel sind Investitionsförderungsprogramme zu nennen, die die Bedingung enthalten, dass der Antragsteller selbst das Investitionsgut bilanziert.
[...]
1 Bender (2001), Seite 24.
2 Vgl. Tacke (1999), Seite 1.
3 Vgl. Perridon/Steiner (2003), Seite 449.
4 Vgl. Bender (2001), Seite 25.
5 Vgl. Tacke (1999), Seite 5 und 6.
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