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Diploma Thesis, 2006, 48 Pages
Author: Betriebswirt (VWA) Mario Wunderlich
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Tags: Jahresabschlussanalyse, Rahmen, Kreditvergabeentscheidungen, Banken, Berücksichtigung, Möglichkeiten, Kunden-, Verkaufsorientierung
Year: 2006
Pages: 48
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 24 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-74380-8
File size: 439 KB
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Abstract
Die Hauptursache dafür, dass Kreditrisiken vermehrt in den Vordergrund des öffentlichen Interesses geraten, stellen Unternehmenskrisen und publik werdende bankinterne Kreditproblemfälle dar. Auf die zunehmenden Kreditrisiken reagieren die Kontrollinstanzen (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-aufsicht (BaFin), Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred), Baseler Ausschuss für die Bankaufsicht u. s. w.), auch im Hinblick auf den Gläubigerschutz, mit einer Verschärfung der aufsichts-rechtlichen Regelungen für Banken. Maßnahmen hieraus sind u. a. das Rating nach Basel II, die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 18 KWG und die Mindestanforderung für das Kreditgeschäft (MaK). Zudem wirkt sich der zunehmende Wettbewerb negativ auf die Zinsmarge aus, die Verschlechterung der Ergebnisse ist hier die Folge und kann durch Mehreinnahmen auf der Provisionsseite gar nicht oder nicht vollständig aufgefangen werden. Mit Blick auf die Zunahme von Insolvenzfällen (siehe Abb. 1) in den letzten Jahren und den damit verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen für die Banken, gewinnt das Ausfallrisiko als Teil der Bonitätsrisiken eine vollkommen neue Dimension. Die steigenden Insolvenzzahlen zwingen die Banken zu einer Abwendung von ihrer bisherigen quantitativen hin zu einer verstärkt qualitativen Gestaltung der kreditpolitischen Grundsätze. Für den kreditsuchenden Unternehmer äußert sich dies in einer kritischeren und oftmals auch restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken. Dies bringt zunehmend Unruhe in die Unternehmenskreise und reduziert die Verbindung zu der bisher bekannten Hausbank stark. Dabei ist eine gute Verbindung bezüglich der Informationspolitik gerade im Hinblick auf die Anforderungen nach Basel II und § 18 KWG sehr wichtig, da die Auswirkungen für den Unternehmer immens sein können. Die Auswertung der wirtschaftlichen Unterlagen, die zur Erfüllung von § 18 KWG von den Unternehmen eingereicht werden müssen, ermöglicht es den Banken, die Vergangenheitswerte zu analysieren und eventuelle Chancen oder Risiken zu erkennen bzw. anzusprechen, um die Zukunftsfähigkeit der Kreditnehmer zu sichern und zu verbessern.
Excerpt (computer-generated)
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie
und Berufsakademie Göttingen
Die Jahresabschlussanalyse im Rahmen der
Kreditvergabeentscheidungen von Banken unter
besonderer Berücksichtigung daraus resultierender
Möglichkeiten der Kunden- und Verkaufsorientierung
Diplomarbeit
vorgelegt von:
Mario Wunderlich
Abgabetermin: 25.04.2006
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... II
Abbildungsverzeichnis ... IV
Abkürzungsverzeichnis ... V
1. Einführung ... 1
2. Grundlegende Darstellungen und definitorische Abgrenzungen ... 3
2.1 Wirtschaftsentwicklung und die Auswirkungen auf das aktuelle Kreditgeschäft ... 3
2.2 Die Entwicklung der Insolvenzzahlen ... 3
2.3 Die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 18 Kreditwesengesetz ... 5
2.3.1 Aufbau und Inhalte eines Jahresabschlusses nach HGB ... 6
2.3.1.1 Die Aktivseite ... 6
2.3.1.2 Die Passivseite ... 7
2.3.1.3 Die Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB ... 8
2.3.1.4 Der Anhang ... 9
2.3.2 Grenzen des § 18 KWG ... 10
2.3.3 Verschärfung der Offenlegungspflichten durch hausinterne Dienstanweisungen ... 12
2.3.3.1 Bilanzierende nicht prüfungspflichtige Kreditnehmer ... 13
2.3.3.2 Bilanzierende prüfungspflichtige Kreditnehmer ... 14
2.3.4 Kritisierung der ausgewerteten Unterlagen ... 15
2.4 Die Kreditvergabeentscheidung von Kreditinstituten bei Privat- und Firmenkunden ... 16
2.4.1 Die Kreditfähigkeitsprüfung bei Privat- und Firmenkunden ... 16
2.4.2 Die persönliche Kreditwürdigkeitsprüfung ... 17
2.4.3 Die materielle Kreditwürdigkeitsprüfung ... 18
2.4.4 Risiken des Kredites ... 20
2.5 Rating und Basel II ... 21
2.5.1 Rating im Mittelstand – Basel II ... 21
2.5.2 Darstellung der Notwendigkeit von Basel II ... 21
2.5.3 Die drei Säulen des Basler Konsultationspapiers ... 22
2.5.4 Das Rating ... 23
2.5.4.1 Internes Rating versus externes Rating im Bezug auf die Kunden der Sparkassenorganisation ... 24
2.5.4.2 Die Ratingklassen ... 26
2.5.4.3 Konsequenzen für § 18 Kreditwesengesetz aus Basel II ... 27
2.6 Kunden- und Verkaufsorientierung ... 27
3. Die Jahresabschlussanalyse im Rahmen der Kreditvergabeentscheidungen von Kreditinstituten unter Berücksichtigung von EBIL ... 28
3.1 EBIL – Bilanzanalyseprogramm des DSV ... 28
3.2 Darstellung einiger wichtiger Bilanzkennzahlen ... 29
3.3 Der Cashflow und dessen Aussagekraft ... 31
4. Die Jahresabschlussanalyse als Basis der Kunden- und Verkaufsorientierung ... 33
4.1 Erkennbare Risiken aus der Jahresabschlussanalyse ... 33
4.2 Verkaufsorientierung und Cross-Selling-Ansätze ... 35
5. Schlussbetrachtung ... 37
Literaturverzeichnis ... VI
1. Einleitung
Die Hauptursache dafür, dass Kreditrisiken vermehrt in den Vordergrund des öffentlichen Interesses geraten, stellen Unternehmenskrisen und publik werdende bankinterne Kreditproblemfälle dar. Auf die zunehmenden Kreditrisiken reagieren die Kontrollinstanzen (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred), Baseler Ausschuss für die Bankaufsicht u. s. w.), auch im Hinblick auf den Gläubigerschutz, mit einer Verschärfung der aufsichts-rechtlichen Regelungen für Banken. Maßnahmen hieraus sind u. a. das Rating nach Basel II, die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 18 KWG und die Mindestanforderung für das Kreditgeschäft (MaK).
Zudem wirkt sich der zunehmende Wettbewerb negativ auf die Zinsmarge aus, die Verschlechterung der Ergebnisse ist hier die Folge und kann durch Mehreinnahmen auf der Provisionsseite gar nicht oder nicht vollständig aufgefangen werden.
Mit Blick auf die Zunahme von Insolvenzfällen (siehe Abb. 1) in den letzten Jahren und den damit verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen für die Banken, gewinnt das Ausfallrisiko als Teil der Bonitätsrisiken eine vollkommen neue Dimension. Die steigenden Insolvenzzahlen zwingen die Banken zu einer Abwendung von ihrer bisherigen quantitativen hin zu einer verstärkt qualitativen Gestaltung der kreditpolitischen Grundsätze. Für den kreditsuchenden Unternehmer äußert sich dies in einer kritischeren und oftmals auch restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken. Dies bringt zunehmend Unruhe in die Unternehmenskreise und reduziert die Verbindung zu der bisher bekannten Hausbank stark. Dabei ist eine gute Verbindung bezüglich der Informationspolitik gerade im Hinblick auf die Anforderungen nach Basel II und § 18 KWG sehr wichtig, da die Auswirkungen für den Unternehmer immens sein können.
Die Auswertung der wirtschaftlichen Unterlagen, die zur Erfüllung von § 18 KWG von den Unternehmen eingereicht werden müssen, ermöglicht es den Banken, die Vergangenheitswerte zu analysieren und eventuelle Chancen oder Risiken zu erkennen bzw. anzusprechen, um die Zukunftsfähigkeit der Kreditnehmer zu sichern und zu verbessern.
Zuerst werden einige grundlegende Darstellungen zum Jahresabschluss, Kreditvergabeentscheidungen und Kunden- und Verkaufsorientierung erläutert. Weiterer Schwerpunkt ist die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 18 KWG, insbesondere der Jahresabschlüsse, sowie die Auswertung und Kritisierung dieser Unterlagen unter Berücksichtigung des Programms EBIL vom Deutschen Sparkassenverlag (DSV).
Durch die Vorstellung des Ratings nach Basel II soll der Wandel zur neuen Kreditpolitik dargestellt werden.
Anhand der Jahresabschlussanalyse werden Chancen und Risiken sowohl für die Bank als auch für den Kreditnehmer betrachtet.
2. Grundlegende Darstellungen und definitorische Abgrenzungen
2.1 Wirtschaftsentwicklung und die Auswirkungen auf das aktuelle Kreditgeschäft
In diesem Bereich werden das allgemeine wirtschaftliche Umfeld sowie die rechtlichen Vorschriften erläutert. Weiterhin werden der Aufbau eines Jahresabschlusses sowie eine Betrachtung des § 18 KWG mit seinen Grenzen und Fristen aufgeführt. Die Auswirkungen von Basel II auf die Jahresabschlussanalyse wird ebenfalls betrachtet.
2.2 Die Entwicklung der Insolvenzzahlen
Die Insolvenzen in Deutschland haben bis zum Jahr 2003 weiter zugenommen. Bei den Unternehmensinsolvenzen ist insbesondere in den Jahren 1999 – 2003 eine deutliche Steigerung festzustellen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2003 betrug 39.470, 1999 waren es lediglich 26.620 Insolvenzanträge in Deutschland. Betriebe aller Größen und Rechtsformen mussten den Gang zum Insolvenzgericht antreten.1 Es wird allerdings auch davon ausgegangen, dass ein Teil der gestiegenen Insolvenzanträge auf der Tatsache beruht, dass die Insolvenzordnung im Gegensatz zur Konkursordnung die Möglichkeit eröffnet, auch schon bei sog. „drohender Zahlungsunfähigkeit“ den Insolvenzantrag zu stellen.2 Dies hat einen gewissen Vorzieheffekt ausgelöst.
Betroffen von den Insolvenzen sind insbesondere Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern, also der klassische deutsche Mittelstand.3
[....]
1 Creditreform, Newsletter vom 29. November 2005, Neuss
2 Müller, K.-H., Seminar „Insolvenzen“, Sparkasse Osterode, 2005
3 vgl. o. V. Harzkurier (Pleiten haben explosionsartig zugenommen) vom 26.10.2002
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