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Subtitle: Mit einem Standardmodell der Menschheitsgeschichte Eurasiens
Textbook, 2007, 225 Pages
Author: Dr. Carlos Calvet
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Year: 2007
Pages: 225
Bibliography: ~ 286 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-84607-3
ISBN (Book): 978-3-638-84502-1
File size: 1114 KB
Buch, das auch in Spanien auf Spanisch mit Erlaubnis vom Grin-Verlag veröffentlicht werden wird.
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Abstract
In Sumer, Mesopotamien, prallen zwei Welten aufeinander: Die südlichen Ubaid (Ursumerer), die wahrscheinlich vom Himalaja herabgestiegen waren und große Pläne (u.A. Bauvorhaben) mit sich brachten, und die nördlichen Semiten (und Akkadier), die z.T. einer dekadenten Religion der Großen Gottesmutter nachgingen. Die Ubaid überzeugten ihre Nachbarn, die Semiten, mit großem Geschick und Einfühlsamkeit von dem großen Nutzen, den alle daraus ziehen würden, wenn die Semiten, die Lehren und Anweisungen der Ubaid befolgten. Dazu wurde eine außergewöhnliche Mythologie erstellt, die anhand harter Beweise bis zum Himalaja und nach Südostsibirien, zumindest 18.000 Jahre zurückverfolgt werden kann. Erstaunlicher Weise ist dies auch das Datum der Geburt der ältesten Religion der Welt, dem Alten Bön, im prähistorischen Tibet. Das späte Paläolithikum, der Alte Bön und Sumer werden somit verbunden. Das Buch enthält ferner eine einzigartige Sammlung wertvoller, antiker Mythen und archäologischer Gegebenheiten, sowie eine ausführliche Studie über den Sinn und den Ursprung der sog. „Geheimzahl“ Sieben, die in vielen Mythen, der Bibel und auch häufig in der Natur auftaucht. Es werden zudem Indizien dafür geliefert, dass die biblische Genesis kein religiöser Text, sondern vielmehr eine faszinierende Weltanschauung von vor über 6000 Jahren ist, prinzipiell entstanden aus Gegebenheiten und Überlieferungen aus der Himalajaregion und Sumer. Das sumerische „Urmeer aus Süßwasser“ der Mythologie stammt wahrscheinlich aus Überlieferungen über riesige antike Süßwasserseen auf dem Himalaja, die es noch heute gibt. Ein wertvolles „Standardmodell der Menschheitsgeschichte Eurasiens“ wird zum ersten mal vorgestellt, und man kann anhand einer weiteren Zeitlinie nachvollziehen, wie jene frühen Menschen anfingen, Religionen aufzubauen.
Excerpt (computer-generated)
Zivilisationen - Wie die Kultur nach Sumer kam
Mit einem Standardmodell der Menschheitsgeschichte Eurasiens
von
Dr. Carlos Calvet
INHALTSVERZEICHNIS
HAFTUNGSAUSSCHLUSS 8
UNBEDENKLICHKEITSERKLÄRUNG 9
PROLOG 11
VORWORT 15
EINLEITUNG 20
ZEITALTER DER MENSCHHEITSGESCHICHTE 20
Paläolithikum (vor 2,5 Mill. - 10.000 Jahren) 20
Mittelpaläolithikum (700.000 - 35.000 v.Chr.) 23
Jung- bzw. Oberes Paläolithikum (35.000 - 8.000 v.Chr.) 26
Mesolithikum (8000 - 5600 v.Chr.): Das letzte Stadium vor der Entwicklung der Schrift 27
Neolithikum (Neue Steinzeit) (5.600 - 2.000 v.Chr.) (wie erwähnt, plus Mesolithikum: (8.000 - 5.600 v.Chr.)) 28
DAS AUSSTERBEN DER NEANDERTALER 29
EPOCHEN DER MENSCHHEITSGESCHICHTE 32
DER MOTOR DER MENSCHLICHEN EVOLUTION 34
DER GENETISCH-LINGUISTISCHE STAMMBAUM 35
DIE GEBURTSSTUNDE DER MENSCHLICHEN ERZÄHLUNGEN 36
DIE ENTWICKLUNG DER GRAFISCHEN DARSTELLUNG 39
Petroglyphen des Homo erectus: 40
Petroglyphen des Neandertalers: 40
Petroglyphen des Cro-Magnon-Menschen 41
Petroglyphen des modernen Menschen 46
Malereien und Kunstobjekte des Neandertalers: 47
Höhlen- und Felsmalereien, und Kunstobjekte des Homo sapiens: 47
DIE BEDEUTUNG DER SPIRALEN 49
DIE NUMMER SIEBEN 53
Psychologie 53
Informatik 54
Mathematik 56
Die Erde 57
Elementarteilchen/Quanten 57
Moderne Kosmologie 58
(Bio)chemie 59
Biologie 60
Mythologie 64
EINLEITUNG ZU DEN SCHÖPFUNGSMYTHEN UND WELTANSCHAUUNGEN 69
LISTE DER SCHÖPFUNGSMYTHEN UND WELTANSCHAUUNGEN 71
ACHAEULIAN 71
Kosmologie 73
MOUSTERIAN 78
Kosmologie 79
BLOMBOS 82
Kosmologie 83
AURIGNACIEN 83
Kosmologie 84
GRAVETTIEN 87
Kosmologie 88
SANDIA 91
SOLUTRÉEN 93
Kosmologie 93
MAL’TA - BURET 94
Kosmologie 95
1. Vormarsch 95
2. Rückzug 96
Vorstoβ 96
MAGDALÉNIEN 97
Kosmologie 98
OLMO LUNGRING 99
Einleitung 100
Kosmologie (Bonpo, Bönpo) 101
Der Schamane 101
Der pyramidenförmige Berg Yungdrung Gutseg 102
Das erste Land: ′Olmo Lungring′ 104
Der gröβte Heilige: ′Tönpa Shenrab Miwoche′ 107
Erste Version: 107
Zweite Version: 108
Der Dämon Khyabpa (Khyapa) Langring 108
Alte Götter Tibets 109
Die Swastika (Svastika) 111
Kosmogonie 112
Einleitung: 112
Die alte Schöpfung: 112
Die neue Schöpfung: 113
MAPUCHE 114
Kosmogonie 115
Der Anfang: 116
Die ersten Wesen: 116
Die Sintflut: 118
Die zweiten Wesen: 119
MUTITJULU 120
Kosmogonie 122
Einleitung: 122
Der Anfang: 122
Die ersten Wesen: 122
NATUFIAN 123
Kosmologie 124
KHIAMIEN 126
Kosmologie 127
CLOVIS 128
Kosmologie 130
GÖBEKLI TEPE 130
Kosmologie 132
JERICHO 134
Kosmologie 135
SÜDLICHE TEHUELCHE 136
Kosmogonie 138
Erste Version 138
Der Anfang: 138
Die ersten Wesen: 139
Die zweiten Wesen 140
Zweite Version 141
Der Anfang: 141
Die ersten Wesen 142
ADIVASI 145
Kosmologie 146
Kosmogonie 147
Der Feuerregen 147
Die ersten Wesen: 147
Karma und Dharma 149
Die zweiten Wesen: 149
ÇATAL HÜYÜK 149
Kosmologie 150
Kosmogonie 152
SANTAL 153
Kosmologie 153
Kosmogonie 155
Erste Version: 155
Der Anfang: 155
Die ersten Wesen 156
Zweite Version: 156
Der Anfang: 156
Die Erschaffung der Menschen: 156
Erster Versuch: 157
Zweiter Versuch: 157
Die Erschaffung der Erde: 157
Erster Versuch: 158
Zweiter Versuch: 158
Dritter Versuch: 158
Die ersten menschlichen Wesen: 159
Erster Versuch: 159
Zweiter Versuch: 159
Dritter Versuch: 159
HAIDA-INDIANER 160
Kosmogonie 161
Einleitung: 161
Der Rabe stielt das Licht 162
Erste Version: 162
Zweite Version: 166
Andere Versionen: 167
Die ersten Menschen 167
HASSUN, SAMARRAN, HALAFIAN 168
VINCA 169
UBAID 170
Kosmologie 172
Kosmogonie 176
Enki und die Weltordnung 176
Das Urmeer 178
NÖRDLICHE TEHUELCHE 183
Mythologie 183
Elemgasem 183
Bolas 184
URATU 185
Kosmologie + Kosmogonie 186
Einleitung 186
Himmel und Erde 186
Ältere Version: 186
Neuere Version: 187
SUMERER 188
Die Schrift der Sumerer 190
Das Hexadezimalsystem der Sumerer 191
Kosmologie 193
Einleitung 193
Das Gebet des Sonnengottes 194
Kosmogonie 196
Einleitung 196
Der Anfang 197
Die Erschaffung der Spitzhacke 198
Der Wassergott Enki bildet sein "Seehaus" 199
Schöpfungsmythos von Eridu 201
Einleitung 201
Der Mythos 203
Die Erschaffung der Menschen 203
′Vieh und Korn′ 204
Die Legende von Uanna 204
Die Legende von Adapa (von 4.500 - 4.000 v.Chr., erst um 1.500 v.Chr. niedergeschrieben) 205
Die Götter und die Unterwelt 206
Einleitung 206
Mythos 206
Enki und Ninhursag - die Angelegenheiten des Wassergottes 210
Einleitung 210
Mythos 210
Enki und Sumer - die Organisierung der Erde und die kulturellen Vorgänge 211
DAS STANDARDMODELL DER MENSCHHEITSGESCHICHTE EURASIENS 214
TEIL 1: DIE VORBIBLISCHE EPOCHE - VON ALLER ANFANG BIS SUMER (UM 2.500 V.CHR.) 214
ZEITTAFEL: 214
STANDARDMODELL: 220
ENTWICKLUNG DER GLAUBENSELEMENTE VON RELIGION UND SCHAMANISMUS 222
BIBLIOGRAFIE DES AUTOREN 224
BÜCHER 224
ARTIKEL 224
Prolog
Dieses Buch ist das Resultat jahrelanger Forschungen und Untersuchungen, um einen wissenschaftlich fundierten Weg zu finden, die teilweise phantastischen Aussagen der Schöpfungsmythen und Kosmologien aktueller und längst vergangener Völker und Kulturen im Licht der Erkenntnis der modernen Archäologie und Paläoklimatologie zu deuten. Die hierzu verfügbaren Mythen sind teils Erzählungen von Stammes- oder Clanhäuptlingen bzw. -anführer, Chroniken, Übersetzungen aus alten Tontafeln, Papyren oder anderen Schriften etc, während die Kosmologien und Weltanschauungen eher das Resultat der Zusammenfassung antiken Glaubens und antiker Vorstellungen über das Universum, das Leben und den Tod sind.
Zuerst wollte ich dabei eigentlich feststellen, in wie fern sich die Kosmologie und die Kosmogonie längst untergegangener Kulturen ähnelte und in ein einziges Weltbild zusammengefasst und wissenschaftlich interpretiert werden konnte, um zu sehen, ob diese alten Kulturen tatsächlich über ein physikalisch fundiertes Wissen verfügten, und unser modernes Wissen, basierend auf Technologien und Experimentierung ergänzen könnten. Doch was bei all dieser Arbeit herauskam, überstieg all meine Vorstellungen. Denn ich fand heraus, dass es seit Anbeginn der Menschheit eine Numerologie gibt, die sich in Petroglyphen und Mythologien widerspiegelt. Es handelt sich dabei vornehmlich um die Zahl 7, die nachweislich aus unserem eigenen Gehirn entspringt - ihre eigentliche Ursache aber ein Quantenphänomen ist, das noch genauer erforscht werden muss. Darüber hinaus fand ich, dass die gesamte Menschheitsgeschichte durch zwei prinzipielle Glaubensrichtungen geprägt ist: Im Konkreten durch die Polarität von Schamanismus auf der einen Seite, und Religion auf der anderen. Schamanismus und Religion sind wie zwei Spieler, die sich gegenseitig bespielen, austricksen und umgehen. Sie ändern sich, verlieren alte Formen, tauchen aber sofort wieder mit einer neuen Form auf. Es ist vermutlich das universelle Prinzip des Guten und des Bösen, von Himmel und Hölle, Weiβ und Schwarz, Arm und Reich, Krieg und Frieden, Fülle und Karenz, das diese Polarität ausmacht. Doch keine dieser zwei Glaubensrichtungen ist an sich gut oder schlecht, sondern sie ergänzen sich viel mehr untereinander: Während der Schamanismus vom Prinzip des Denkens ausgeht, um sich etwa in der arktischen Nacht orientieren zu können, geht die Religion eher vom Prinzip des Handelns aus, um sich etwa ein standfestes Haus zu bauen, das uns vor der Witterung schützt. Prinzipiell werden wir in diesem Buch sehen, dass die Schamanisten groβe Denker waren, die aber der Tatkraft der Religiösen bedurften, um ihre Pläne in die Realität umzusetzen. Und diese Pläne scheinen zur Zeit ihrer Umsetzung schon uralt gewesen zu sein.
In Eurasien und Amerika werden die Schamanisten vornehmlich von Mittel- und Nordeuropäern, Zentral- und Ostasiaten, sowie von Amerikanern und Sinotibetern dargestellt, während die Religion prinzipiell eine südeuropäische und später auch eine semitische Einrichtung ist, die sich im Kontakt mit den vielfältigen Formen des östlichen Schamanismus ständig verwandelt und erneuert. Eigentlich kann mit diesem einfachen Prinzip die gesamte Menschheitsgeschichte von Anbeginn bis Sumer (um 2.500 v.Chr.) erklärt werden, wobei die Schamanisten aus der Himalajaregion stets darauf bedacht sind, südlichere semitische Völker mit den von ihnen erfundenen Werkzeugen und Technologien auszustatten, damit diese für sie und für sich selbst, Bauten und Einrichtungen konstruieren, die als Ziggurats, Pyramiden, Megalithtempel oder ähnliches bis zu unserer Zeit überdauert haben.
Eine wohl hervorragende Entdeckung, die ich anhand des analysierten bibliographischen Materials machen konnte, ist wohl die wichtige Rolle, die das tibetische Hochplateau als Drehscheibe zwischen den Schamanisten im Norden und den Religionsvölkern und Semiten im Süden und Südwesten gespielt hat. Als ich zum ersten mal vom Alten Bön hörte - dem ältesten Glauben der Welt, entstanden in Olmo Lungring, dem Ur-West-Tibet vor ca. 18.000 Jahren -, glaubte ich es handele sich lediglich um eine Phantasiegeschichte, die vom Himmel und einem Guru berichtete. Doch als die vom Bön vertretene Erzählung und ihr Alter, präzise mit anderen Mythen sowie mit archäologischen und paläoklimatologischen Entdeckungen übereinstimmte, und im Verlauf der Studien deutliche Spuren des Bön-Schamanismus in ganz Eurasien und Amerika auftauchten, und sogar die südlichsten amerikanischen Indianer eine ähnlich präzise Zeitrechnung aufgebaut hatten wie der Bön-Schamanismus in Olmo Lungring und sogar sumeroide Mythen besaβen, ja sogar mit den Mythen Armeniens verwandt zu sein schienen, da war klar, dass das Zentrum all jener Geschehnisse das tibetische Hochplateau oder zumindest die sinotibetische Region gewesen sein musste! In der Folge werde ich Ihnen daher zeigen, wie die gesamte Menschheitsgeschichte eine Art Zusammenspiel von zwei Glaubensrichtungen ist, die sich gegenseitig ergänzen. Wie bereits erwähnt: der Schamanismus und die Religion in ihren multiplen Formen, wie etwa der europäische Schamanismus, der Bön-Schamanismus des Himalajas und der spätere Neoschamanismus Europas, sowie die Religion der Groβen Göttermutter in Südeuropa und Kleinasien.
Durch die Verwendung Hunderter von wissenschaftlichen Daten von Ausgrabungen und Klimaforschungen, der etymologischen Analyse alter Sprachen, sowie der Verbindung all dieser harten Erkenntnisse mit gesicherten Aussagen von bekannten Schöpfungsmythen und Kosmologien, entstand ein Gesamtbild, das nicht mehr rein zufällig war, sondern viel mehr eine Tatsache darstellt. Aus all diesen Daten und Analysen konnte ich ein Standardmodell der Menschheitsgeschichte Eurasiens erstellen, das die wichtigsten Wanderbewegungen der Menschheit von Europa nach Asien und Amerika, sowie zum Himalaja, und von dort aus südwestwärts, darstellt. Aus diesem Gesamtbild ist eindeutig zu erkennen, dass die Ubaid - erste Bewohner Sumers - in Wirklichkeit aus dem Himalaja stammten und dass sie eine groβe intellektuelle Kultur mit sich brachten. Doch erst als es genügend Nahrung gab, um eine groβe Bevölkerungsdichte zu gewährleisten, wurden ihre Vorstellungen von einer glanzvollen Welt wahr und sie lieβen Semiten für sich die erste groβe Metropole Mesopotamiens - Eridu - erbauen. Aber auch westlich und nördlich von Mesopotamien hatten bereits von Sibirien zurückgekehrte Ur-Inuit (Neoschamanen) - verwandte der Ur-West-Tibeter - erste Groβstädte erbauen lassen: Jericho und Çatal Hüyük, jeweils in Israel und in Ostanatolien gelegen. Und auch hier übernahmen schlieβlich semitisch geprägte Gesellschaften die Vorherrschaft, obwohl dabei ihre alte Religion der Groβen Göttermutter für immer verschwand. Diese Tatsache ist wohl die gröβte religiöse Errungenschaft der Ubaid neben ihren zahlreichen Erfindungen. Sie wussten dabei stets den Glauben als die mächtigste Waffe überhaupt zu verwenden, bis sie schlieβlich in den semitischen Menschenmassen untergingen, die jedoch ihre Lehren streng weiterführten, die uns noch heute stark beeinflussen. In Mesopotamien prallen zwei Welten aufeinander: Die südmesopotamischen Ubaid, die vom Himalaja herabgestiegen waren und groβe Pläne mitbrachten, und die nordmesopotamischen Semiten, die einer dekadenten Religion der Groβen Gottesmutter nachgingen. Die Ubaid überzeugten sie mit groβem Geschick und Einfühlsamkeit von dem groβen Nutzen, den alle daraus ziehen würden, wenn die Semiten die Lehren der Ubaid befolgten. Dazu wurde eine auβergewöhnliche Mythologie erstellt, die anhand harter 14 Beweise bis zum Himalaja und nach Südostsibirien, zumindest 18.000 Jahre zurückverfolgt werden kann. Das hier dargestellte Standardmodell der Menschheitsgeschichte Eurasiens verzichtet ausdrücklich auf die jeweiligen Geschichten Australiens, Afrikas und die konkreten Ereignisse in Amerika, da diese Teil einer anderen Geschichte sind: Einerseits sind die Aborigines Australiens nachweislich Nachfahren des Homo erectus, und andererseits sind die Geschehnisse in Afrika und in Amerika nicht klar genug verfolgbar, da es hier eine Vielzahl von Stämmen und Völkern gegeben hat, die im Verlauf der Zeit für uns so gut wie verloren gegangen sind. Es gibt natürlich Ausnahmen wie etwa die Haida-Indianer Kanadas, die noch eine lebhafte Mythologie aufrecht erhalten. Und dank dieser vereinzelten Völker ist es manchmal sogar möglich groβe Zusammenhänge in diesen beiden Kontinentgruppen festzustellen.
Vorwort
Das Alte Testament erzählt in der Genesis Dinge, die bis ca. 6.000 Jahre zurück reichen - so auch Arthur W. Pink, ein anerkannter Bibelforscher, der in diesem Sinn feststellt: “The unknown interval between the first two verses of Genesis 1, is wide enough to embrace all the prehistoric ages which may have elapsed; but all that took place from Genesis 1:3 onwards transpired less than six thousand years ago.”1 Das würde bedeuten, insofern man ihm überhaupt folgen kann, dass zumindest die Menschheitsgeschichte, die in der Genesis beschrieben wird, höchstens 6.000 Jahre alt ist. Und dieses Alter stimmt in ungefähr mit dem Alter Sumers überein - der ersten, groβen bekannten Zivilisation auf Erden. Bevor wir aber versuchen die Menschheitsgeschichte überhaupt zu verstehen, ist es erforderlich uns mit den Anfängen der Menschheit - den ersten Hominiden - zu befassen. Denn aus ihnen entspringen bereits die charakteristischen Merkmale, die wir später in den Mythen wiederfinden werden. Es gibt sog. ′Geheimzahlen′, wie die Sieben; ′Geheimformen′, wie die Spirale, etc., die immer wieder auftauchen, und die wir nicht verstehen können, wenn wir ihren Ursprung nicht kennen. Daher befasst sich ein Teil der Einleitung mit den Felshauereien, Kunstwerken und Höhlenmalereien unserer Vorfahren, sowie mit den ersten groβen Migrationen in der Geschichte der Menschheit, die, den längst ausgestorbenen Homo erectus bis nach Australien bringen sollten. Dieser Hominid ist sehr wichtig für uns, da er die Grundlage für die frühe Differenzierung der australischen Aborigines und anderer australoider Menschentypen sein wird, die ihrerseits einen groβen Einfluss auf die Geschichte Indiens und anderer Gegenden gehabt zu haben scheinen. Das Buch befasst sich weiter mit der Kunst und dem Leben der Neandertaler (Homo neanderthalensis) und des frühen Menschen (Homo sapiens), die vom früheren Homo erectus, nachweislich Schemen und Elemente einer künstlichen Ausdruckweise übernahmen, die schlieβlich im Aurignacien - z.B. in der Grotte Chauvet (Chauvethöhle), vor etwa 32.000 Jahren, im Ardèche-Tal, Südfrankreich - zum ersten mal in der Geschichte der Menschheit, einen von Schamanen kontrollierten Kult auslösen wird. Und von diesem Moment an, kann man anhand der Mythen und den wissenschaftlichen Daten, u.A., aus der Archäologie und der Paläoklimatologie, den Werdegang dieses und anderer Kulte ziemlich präzise und eindrucksvoll verfolgen.
Ein spezielles Augenmerk verdienen dabei die bereits erwähnten Geheimzahlen und -figuren in den vorzeitlichen Kunstwerken. Ganz speziell ist in diesem Kontext die Nummer Sieben, die immer wieder in vielen Mythen, Völkern, Kontinenten und Religionen aller Zeiten auftaucht, und ihren Ursprung offensichtlich in der Natur der Dinge hat. Bei dieser Zahl handelt es sich offenbar um einen Parameter, der den festen Wert Sieben besitzt, und von der Welt der Quanten, über die Physik, die Chemie, die Biologie, etc., bis hin zur Mathematik, zur Informatik und zur menschlichen Psychologie, alle Prozesse zu kontrollieren scheint. Diese Zahl taucht bereits vor ca. 22.000 Jahren, mitten im eiszeitlichen Sibirien, in Mal′ta, in einem sog. Lunisolarkalender auf, der belegt, dass schon jene Menschen relativ komplizierte mathematische Kalkulationen durchführen und niederschreiben konnten, auch wenn damals nur auf Mammutknochen. Es steht jedoch auβer Frage, dass sie zumindest bis 230 zählen konnten und verschiedene mathematische Verbindungen kannten, welche die Zeit in einen Kalender wiedergaben, der offiziell erst 19.500 Jahre später von den Griechen erfunden werden sollte. Doch Tatsache ist, dass dieses Wissen durch die gesamte Menschheitsgeschichte, vom prähistorischen Europa bis zum Urtibet verfolgt werden kann. Wie alle Sammlungen auch, so wird diese Mythensammlung natürlich ständig erweitert, korrigiert und ausgebaut. Groβe Lücken im Standardmodell werden, so schnell wie möglich aufgefüllt, fehlende Zivilisationen und Kulturen zugefügt und mit dem Standardmodell verbunden. Ein Standardmodell ist für die Menschheitsgeschichte genauso wichtig wie für die Physik, die bereits seit langem die Vorzüge eines solchen Modells kennt. Anhand des Standardmodells können nämlich Abweichungen vom "Mainstream" festgestellt werden, was ansonsten nicht möglich wäre, da jegliche Referenz fehlen würde. Mit einem Standardmodell schrumpft die Literatur über das standarisierte Thema enorm zusammen, da Fehlinterpretationen, selbst von erfahrenen bzw. angesehenen Forschern vermieden werden. Ohne das Standardmodell wäre die Physik noch in den Kinderschuhen, und in der Chemie hätten wir wohl möglich noch keine Periodentafel, die an sich auch ein Standardmodell ist.
In unserem Fall wurden für das Standardmodell lediglich datier- und nachvollziehbare Schöpfungsmythen und kosmologische Mythen verwendet. Nicht datierbare Mythen sind für die Geschichtsschreibung bedeutungslos, wie unbeschriebene Seiten eines zerrissenen Buches. Nur wenn ein Mythos datierbar ist, kann es in die Sammlung aufgenommen werden. Dann werden vom Mythos noch weitere Parameter gefordert, wie, z.B., Kontinent, Gegend, Kultur, Volk, Sprache, Geschichte etc. Mythen, die keinem konkreten Ort, Volk, Glauben oder Ähnlichem zugeordnet werden können, sind auch nicht verwendbar, da sie nicht zuzuordnen sind. Ihr Platz im Buch und in der Geschichte wäre undefiniert und daher nicht nachvollziehbar. Tausende von Mythen, die in der ganzen Welt Gang und Gebe sind, sind für unser Modell bedeutungslos, denn sie enthalten nur eine Geschichte, aber ohne jegliche Verknüpfung an die historische Zeitlinie.
Zum Glück sind Mythen aber mit ein wenig Geduld häufig zu datieren und einzuordnen. Bei dieser Art von bibliographischen Nachforschungen verspinnen sich dann allerlei Daten aus Archäologie, Paläoklimatologie, Geschichtskunde usw. zu einem Gesamtbild, das letztendlich zu Informationen führt. Viele Mythen und Geschichten mussten jedoch wegen Mangel an Hintergrundinformationen verworfen werden. An diesem Punkt angekommen, möchte ich noch darauf hinweisen, dass es viele unseriöse Quellen gibt, die versuchen Phantasy, Science-Fiction, aber auch Menschen verachtende Sichtweisen zu verbreiten, und, wenn möglich, in der Menge unterzubringen. Doch, je gröβer die Mythensammlung wurde, desto leichter war es wahre Geschichten in einem Gesamtbild einzufügen. Nach eingehenden Untersuchungen, die manchmal viele Stunden oder gar Tage dauerten, konnten unglaubwürdige Geschichten festgestellt werden. Zuerst versuchte ich alle Mythen nach Kontinenten chronologisch aufzulisten. Doch bald erkannte ich, dass zumindest in der Anfangsphase, dies nicht sinnvoll ist. Es wurde u.A. festgestellt, dass, obwohl alle Hominiden ursprünglich aus Afrika stammen, die ersten Mythen nicht viel mit diesem Kontinent zu tun haben, sondern eher mit Eurasien. Es scheint so, als ob Afrika wohl die Wiege der Menschheit ist, aber diese, ihre Reife erst in Eurasien erlangt hat, wobei Asien und speziell die Region um den Himalaja, von gröβter Bedeutung gewesen sind.
Das Mythenmaterial der Welt erscheint als eine Quelle kostbarer, schier unerschöpflicher Standbilder aus der Vergangenheit, die man sammeln und aneinander reihen kann. Am Ende erhalten wir ein neuartiges Standardmodell der Menschheitsgeschichte, das wir als Referenz für weiteres Vorgehen verwenden können. Zwar gibt es solche Modelle bereits in der Physik, der Kosmologie und anderen Bereichen, doch war die Geschichtsforschung bisher nicht in der Lage, ein Gesamtbild ihrer selber zu erstellen, da zahlreiche Lücken und das unergründliche Auftauchen plötzlicher Zivilisationen - wie z.B. die Sumerer - dies nicht zulieβen.
In diesem Buch lesen Sie nun zum ersten mal, wie sich die Geschichte der Menschheit tatsächlich abgespielt haben könnte. Mythen können eine bildliche Vorstellung der vergangenen Zeit darstellen, wenn man sie im korrekten Kontext interpretiert. Zur korrekten Interpretation gehören zahlreiche Faktoren, die es dem Forscher erlauben, sozusagen, über den Wald der Tatsachen hinüber zu schauen und ein Muster zu entdecken. Dieses Muster spiegelt dann die Realität wieder - so wie die Menschen sie damals gelebt haben mögen. Zumindest seit dem Auftauchen der imposanten Höhlenmalereien in der Grotte Chauvet (Chauvethöhle), Ardèche-Tal, Südfrankreich, vor etwa 32.000 Jahren, scheint es einleuchtend, dass es bereits damals schon eine, sozusagen, obere Kaste von Schamanen und Führern gab, die, das einfache Volk - damals: den Clan - mit beeindruckendem Wissen über Kunst und Technik überzeugen vermochte und das Schicksal des einfachen Volkes steuerte. Es gibt keine andere Erklärung dafür, weshalb plötzlich, wie aus dem Nichts, Steinzeitmenschen anfangen, wundervolle Kunstwerke (wie in der Chauvethöhle) zu erstellen, oder gar ganze Tempelanlagen (wie in Göbekli Tepe) zu errichten, wenn man doch davon ausgeht, dass sie zu beschäftigt mit dem Jagen und Sammeln waren, um derartige Wunderwerke der Menschheit fertig zu stellen, ja überhaupt davon träumen zu können. Die einzige plausible Erklärung ist: Es gab schon damals Personen, die sich nicht der Arbeit, sondern der Regierung und dem Wissen widmeten (in einer ähnlichen Weise, wie die Könige und die Adeligen der kanarischen Ureinwohner (vgl. dazu mein Buch Geschichte und Mythen der Kanaren, Bohmeier Verlag, 2007). Somit verfügte diese obere Kaste über genügend Zeit und Ressourcen, um Anlagen, wie die in Chauvet, in Göbekli Tepe und später auch in Stonehenge, zu planen, erbauen zu lassen und zu nutzen. Die Tausende von Jahren Erbauungszeit dieser groβen Anlagen deutet darauf hin, dass die Ziele dieser oberen Kaste nicht kurzfristig, sondern viel eher langfristig über Generationen hinweg angelegt waren, und dass es wichtig war das Wissen zu überliefern.
Eine weitere Entdeckung dieser Studie ist, dass man die Wanderrouten fast aller Frühmenschen und Urkulturen, von Lagerplatz zu Lagerplatz verfolgen und vermessen kann. In diesem Sinn konnte durch die Vermessung der linearen Distanz zwischen zwei Lagerplätzen, im Vergleich zum geschätzten Alter der diesbezüglichen Menschenreste, eine sog. ′Lineare Verbreitungsgeschwindigkeit′ berechnet werden, die für die gesamte Steinzeit ziemlich gleich ausfällt. Eine Erhöhung des mittleren Wertes dieser Linearen Verbreitungsgeschwindigkeit bedeutet dabei, dass die jeweilige Wandergruppe es relativ eilig hatte, während eine Verlangsamung der Linearen Verbreitungsgeschwindigkeit darauf hinweist, dass es Hindernisse zu überwinden galt. Tatsächlich finden sich die schnellsten Werte zwischen weit entfernten Orten, vornehmlich von Flachland getrennt, während Berge und Meere die Lineare Verbreitungsgeschwindigkeit ziemlich reduzieren. Es ist mit dieser Methode sogar nachzuvollziehen, wie einst der Homo erectus über Indien auf die Inseln Indonesiens und Malaysias, und dann nach Australien kam.
Ein wichtiges Element der steinzeitlichen Wanderungen bildet die Würmeiszeit, die vor etwa 40.000 Jahren begann, und vor ca. 9.000 Jahren aufhörte. Während dieser Periode kann man die Wanderwege einzelner Wandergruppen, von Europa, gen Osten verfolgen. Sogar die Rückkehr eine der Gruppen nach Europa und die darauffolgende Beeinflussung der europäischen Zivilisationen ist anhand dieser Daten erkennbar. Doch das Kernstück dieses Standardmodells der Menschheitsgeschichte bildet sicherlich der Aufstieg einer zweiten Wandergruppe, von Südostsibirien - von anrückenden Eisgletschern getrieben - das Himalajagebirge hinauf, wo sie perfekt chronometriert, mit der Alten Bön-Überlieferung übereinstimmend ankommen, die besagt, vor etwa 18.000 Jahren seien die ersten Urtibeter nach Olmo Lungring (dem heutigen Westtibet) gekommen.
Von da an ist es möglich die Geschichte der Menschheit, nicht nur anhand von Funden nach zu vollziehen, sondern nun geben sich Archäologie und Mythologie die Hand, und gemeinsam bekräftigen sie sich, und verraten uns vieles über die Vergangenheit. Die Mythen verraten uns im Konkreten die Denkweise und das psychologische bzw. soziologische und religiöse Umfeld, in dem sich die jeweilige Geschichte abspielte. Anhand der Aneinanderreihung von Schöpfungsmythen, ergibt sich die Weltanschauung jener Menschen. Aber nicht nur das: Die Aneinanderreihung von Schöpfungsmythen erzählt auch aus erster Hand, wie die damaligen Machthaber mit groβem Geschick und Erfolg versuchten, sich die unterworfenen Völker untertan zu machen. Denn, wie es aus den Mythen hervorgeht, wussten sie genau, dass man Völker nicht auf Dauer nur durch Gewalt und Zwang beherrschen kann, sondern lediglich durch Überzeugung. Und aus genau diesem Grund wurden Mythen erfunden, damit das gemeine Volk seine neuen Herren anerkannte und sie mit den schönen Geschichten identifizierte, die man ihnen erzählte, aber auch, um dem Volk Wissen beizubringen, wie etwa, die Beschaffung der Welt oder von wo der Regen kommt. Dabei spielte die Vorhersage von natürlichen Geschehnissen sowie die Kontrolle von Naturkräften und -phänomenen eine wichtige Rolle.
Tatsächlich sind die Mythen eine sehr wirksame, psychologische Waffe, die, die damaligen Machthaber mit groβem Geschick und Erfolg einsetzten, um das Volk umzustimmen, zu beeinflussen oder gar zu belehren. Die Kulmination der oben erwähnten, sog., ′psychologischen Mythologie′, findet sich in der sumerischen Mythologie wieder. Die Sumerer verwendeten die Mythen mit sagenhaftem Geschick, um die unterworfenen, semitischen Völker zu kontrollieren. Aus den Mythen geht aber nicht etwa Rache und Hass gegen Menschen anderer Rassen und Gesinnungen hervor, sondern eher Mitgefühl und eine groβe Sensibilität, wenn es darum ging, die semitischen Völker für ihre geistige und technische Überlegenheit zu begeistern.
Einleitung
Zeitalter der Menschheitsgeschichte
[...]
1 Pink, Arthur W. Gleanings in Genesis Vol. 1, Kessinger Publishing. (1922)
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Innovative Ingenieur-Werkstoffe
Author: Prof. Dr.-Ing, Dipl.-Wirt.-Ing. Norbert JostMaterials Science, 2004 Download as PDF-file for 11,99 EUR
Zur semantischen Beschaffenheit literarischer Sachbegriffe
Author: Dr. Wolfgang RuttkowskiGerman Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics, 2000 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Vertrauen in den Abschlussprüfer
Author: Jan MauelshagenEconomics / Business: Revision, Auditing, 2007 Download as PDF-file for 59,90 EUR
Aufklärung und Revolutionsbegeisterung
Author: Jörg SchweigardHistory - Miscellaneous, 2000 Download as PDF-file for 39,90 EUR
Festvortrag: Viktor Kaplans Leben und Lebenswerk
Author: Martin GschwandtnerHistory - Miscellaneous, 2007 Download as PDF-file for 3,49 EUR
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31.01.2008 11:22:17
Diese Arbeit von Calvet ist in seiner Gesamtheit überaus bedeutungsvoll. Minutiös analysiert er die vorzeitlichen Spuren, Schöpfungsmythen und Weltanchauungen der frühen Völker und verfolgt die kulturelle Migration vom Anbeginn der menschlichen Spezies zu den ersten Hochkulturen der Menschheit. Besonderen Augenmerk verdienen hierbei die gesellschaftlichen und sozialen Verflechtungen in den frühen Gesellschaften und die bis heute anhaltende Manipultationsbereitschaft der Bevölkerung. Ein empfehlenswertes Sachbuch, das tiefgreifende Erkenntnisse klar verständlich vorstellt.