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Ist Mädchenarbeit in Zeiten von Gender Mainstreaming noch aktuell?

Termpaper, 2005, 24 Pages
Author: Kristine Ricken
Subject: Sociology - Gender Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 24
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V76775
ISBN (E-book): 978-3-638-82337-1

File size: 210 KB

Abstract

Die Arbeit handelt von der Aktualität von Mädchenarbeit und stellt die Frage, nach der Notwendigkeit spezieller Mädchenarbeit in Zeiten von Koeducation und Gender Mainstreaming...


Excerpt (computer-generated)

Ist Mädchenarbeit in Zeiten von Gender Mainstreaming noch aktuell?

von

Kristine Ricken

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung  3

Mädchenarbeit und Gender Mainstreaming  5

Mädchenarbeit ab den siebziger Jahren  5
Gender Mainstreaming  7
Gender Mainstreaming - Auswirkungen und Chancen für die Mädchenarbeit  10
Forschungen, Studien und Fakten 12
Notwendigkeit und Aktualität 16

Fazit 19

Anhang  22

Literatur  23




 

Einleitung

Die Frage nach der Aktualität von Mädchenarbeit ergibt sich im Grunde sobald man über die Thematik der Mädchenarbeit zum Prozess des Gender Mainstreamings (GM) gelangt. Die Gefahr, dass mit GM die Koeducation zum Gleichstellungsmittel erklärt und somit geschlechtsspezifische Jugendarbeit marginalisiert wird, ja sogar dass Mädchenarbeit durch GM ersetzt wird, berechtigt die Fragestellung nach Notwendigkeit und Aktualität von Mädchenarbeit. Brauchen die Mädchen von heute überhaupt noch speziell auf sie zugeschnittene Jugendarbeit? Sind sie nicht schon emanzipiert genug? Bevor ich in der vorliegenden Hausarbeit dieser Frage auf den Grund gehe, stelle ich einleitend mit einigen Worten die Mädchenarbeit vor. In diesem Fall beziehe ich mich lediglich auf die Mädchenarbeit ab 1970, da ich der Meinung bin dass erst im Verlauf dieser Jahre feministische Mädchenarbeit geleistet und praktiziert wurde. In diesen Jahren rückten geschlechtsspezifische Unterschiede in den Blick- und Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Im weiteren Verlauf erläutere ich den noch relativ neuen Begriff des Gender Mainstreamings- was bedeutet er, was soll er bewirken und vor allem, welche Auswirkungen hat dieser auf die geschlechtsspezifische Jugendarbeit. Insbesondere auf die Mädchenarbeit. Soll GM die Mädchenarbeit ersetzen oder lediglich ergänzen, erweitern und unterstützen?

Im weiteren Verlauf der Hausarbeit soll anhand von ausgewählten Veröffentlichungen und Studien, wie zum Beispiel den Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung NRW und der Shell Studie, die Notwendigkeit von geschlechtsspezifischer Jugendarbeit deutlich gemacht werden. Vorstellen werde ich in diesem Zusammenhang die von der Arbeitsgemeinschaft parteilicher Mädchenarbeit (ApM) entwickelten „Mannheimer Leitlinien“, welche zur Förderung der Mädchenarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe und Unterstützung der Chancengleichheit von Mädchen dienen sollen. Die in den Leitlinien festgelegten Ziele zeigen auf, welche Punkte für die Mädchenarbeit wichtig und zu beachten sind. Denn mit deren Hilfe ist sicherlich ein Grundstein gelegt worden um Mädchen in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses zu stellen.

Mädchenarbeit und Gender Mainstreaming

Mädchenarbeit ab den siebziger Jahren

Die Jugendarbeit der siebziger Jahre generell will soziostrukturell und sozioökonomisch bedingte Zwänge, Defizite und Benachteiligungen aufgreifen und reflektieren. Geschlechtspezifische Themen werden jedoch erst Mitte der Siebziger anlässlich eigener Erfahrungen in der Jugendarbeit von einigen engagierten Pädagoginnen mit Ansätzen einer feministischen und parteilichen Mädchenarbeit aufgegriffen. Kritisiert wurde zum einen die bis dato traditionelle Mädchenarbeit und die Mädchenbildungsarbeit aufgrund ihrer einseitigen, geschlechtsstereotype verfestigenden Ausrichtung und Praxis. Zum anderen wurden Theorieansätze zur Jugendarbeit der vergangenen zwanzig Jahre kritisiert, welche nahezu ausschließlich auf Jungen ausgerichtet war. Ebenso die Benachteiligung von Mädchen, beziehungsweise ihre Ungleichbehandlung in der koedukativen Praxis wurden stark kritisiert.

Aufgrund dieser Kritik wurden von den wenigen engagierten Pädagoginnen erste Ansätze feministischer Mädchenarbeit entwickelt und erprobt. Die feministische Mädchenarbeit (FMA) versteht sich als eine für Mädchen und ihre Belange parteiliche. Ausgangspunkt der FMA ist, dass die Lebensrealität von Mädchen erstrangig durch ihre Geschlechtszugehörigkeit bestimmt wird. Die feministische Mädchenarbeit soll die Lebenssituation von Mädchen verbessern und die Mädchen dazu führen, sich zu behaupten, selbstbewusst zu werden und sich eine eigenständige Identität als Frau zu erarbeiten.1 Die Grundsätze der Mädchenarbeit sind:

  • Parteilichkeit,
  • Frauen als Identifikationsmodelle,
  • Um- und Aufwertung weiblicher Eigenschaften,
  • Ganzheitlichkeit.

Als Ziele steckt sich die Mädchenarbeit zum Beispiel: Förderung der Autonomie, Prävention, Partizipation und Schaffung von Räumen. Die feministische und parteiliche Mädchenarbeit stellt als unverzichtbare Prinzipien.

[...]


1 vgl. Klees ( 2004). S. 14


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