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Ethisch-moralische Prinzipien für Versicherungen

Subtitle: Bedeutung und Anwendungsfelder

Scholary Paper (Seminar), 2006, 25 Pages
Author: Dipl. Ök. Christoffer Riemer
Subject: Economics / Business: Business Ethics, Corporate Ethics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 25
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 29  Entries
Language: German
Archive No.: V76812
ISBN (E-book): 978-3-638-82366-1
ISBN (Book): 978-3-638-82464-4
File size: 152 KB

Abstract

Ethische und moralische Aspekte gewinnen seit mehreren Jahren in Unternehmungen immer mehr an Bedeutung. Da in den westlichen Industrienationen verbindliche Maßstäbe, Werte und Tugenden sich zunehmend abschwächen, ist es wichtig für Unternehmungen eine eigene Wertevorstellung zu schaffen. Bei Versicherungen stellen sich im Vergleich mit anderen Unternehmungen besonders häufige und kritische ethische Fragestellungen. Neben den Aspekten, die auch andere Unternehmungen betreffen wird der Versicherungsalltag besonders durch Einzelschicksale und Entscheidungen bei Risikogruppen geprägt. Versicherungen sind so auf weitergehende ethische Grundlagen und Prinzipien angewiesen. Eine zunehmende Anzahl an Versicherungen nimmt ethische Prinzipien in ihre Unternehmensgrundsätze oder Ethik-Kodizes auf. Ein Grund ist in der Bewältigung der steigenden ethischen Herausforderungen zu sehen. Genomanalysen und weitere Anwendungsfelder bedingen Verhaltensgrundsätze für die Versicherungsmitarbeiter. Die nachfolgende Arbeit soll zeigen, wie wichtig die Verankerung und Anwendung von ausgewählten ethisch-moralischen Prinzipien für Versicherungen ist und welche ethischen Herausforderungen mit den Prinzipien bewältigt werden können. Des Weiteren soll am Beispiel des Verhaltenskodex’ der Allianz AG gezeigt werden, wie ethisch-moralische Prinzipien in einer Unternehmung verankert werden können.


Excerpt (computer-generated)

Leibniz Universität Hannover, Instituts für Unternehmungsführung und Organisation
Seminar: Ethisch basiertes Unternehmungshandeln
WS 2006/2007, am 03.11.2006

Ethisch-moralische Prinzipien für Versicherungen
Bedeutung und Anwendungsfelder

von

Christoffer Riemer

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3

2 Theoretische Grundlagen 4

2.1 Abgrenzung von Ethik und Moral  4
2.2 Werte 5
2.3 Moralische Prinzipien 6
2.4 Das deutsche Versicherungssystem 6
2.5 Ethisch relevante Gesetze, Vorschriften und Empfehlungen für Versicherungen  7

3 Ethische Fragestellungen und Prinzipien bei Versicherungen  9

3.1 Warum sind Prinzipien für Versicherungen besonders wichtig?  9
3.2 Ethisch-moralische Prinzipien deutscher Versicherungen  10
3.3 Wie wichtig sind den deutschen Versicherungen ethisch-moralische Prinzipien?  12

4 Anwendungsfelder von ethischen Prinzipien  14

4.1 Ausschluss von Risikogruppen 14
4.2 Informationspolitik von Versicherungen 15
4.4 Einforderung und Auswertung von Gentests 16
4.5 Ethisch-moralische Prinzipien bei aktuellen Herausforderungen 18

5 Der Verhaltenskodex der Allianz  20

6 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen 22

Literaturverzeichnis  23




 

1 Einleitung

Ethische und moralische Aspekte gewinnen seit mehreren Jahren in Unternehmungen immer mehr an Bedeutung1. Da in den westlichen Industrienationen verbindliche Maßstäbe, Werte und Tugenden sich zunehmend abschwächen, ist es wichtig für Unternehmungen eine eigene Wertevorstellung zu schaffen2. Bei Versicherungen stellen sich im Vergleich mit anderen Unternehmungen besonders häufige und kritische ethische Fragestellungen. Neben den Aspekten, die auch andere Unternehmungen betreffen wird der Versicherungsalltag besonders durch Einzelschicksale und Entscheidungen bei Risikogruppen geprägt. Versicherungen sind so auf weitergehende ethische Grundlagen und Prinzipien angewiesen.

Eine zunehmende Anzahl an Versicherungen nimmt ethische Prinzipien in ihre Unternehmensgrundsätze oder Ethik-Kodizes auf. Ein Grund ist in der Bewältigung der steigenden ethischen Herausforderungen zu sehen. Genomanalysen und weitere Anwendungsfelder bedingen Verhaltensgrundsätze für die Versicherungsmitarbeiter. Die nachfolgende Arbeit soll zeigen, wie wichtig die Verankerung und Anwendung von ausgewählten ethisch-moralischen Prinzipien für Versicherungen ist und welche ethischen Herausforderungen mit den Prinzipien bewältigt werden können. Des Weiteren soll am Beispiel des Verhaltenskodex’ der Allianz AG gezeigt werden, wie ethisch-moralische Prinzipien in einer Unternehmung verankert werden können.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Abgrenzung von Ethik und Moral

Während Ethik und Moral im allgemeinen Sprachgebrauch oft identisch benutzt werden, sind beide Begriffe doch klar voneinander zu trennen. Der Begriff Ethik wurde von Aristoteles eingeführt. Er war der Erste, der Ethik als eigenständige philosophische Disziplin behandelte3. Ethik stammt vom griechischen Wort éthos ab, was so viel bedeutet wie „gewohnter Sitz, Gewohnheit, Sitte, Brauch, Charakter und Sinnesart“4. Sie wird als praktische Philosophie bezeichnet, da sich Ethik mit dem menschlichen Handeln befasst. Die Ethik teilt sich in die positive bzw. deskriptorische Ethik, die den Ist-Zustand beschreibt, die normative Ethik, die ableitbare und in sich schlüssige Begründungen sucht, wie gehandelt werden sollte und in die praktische Ethik, die einen Rahmen und eine analytische Methode für Wertentscheidungen erstellt5. In der philosophischen Disziplin Ethik soll herausgefunden werden wie in bestimmten Situationen gehandelt werden soll. Immanuel Kant formulierte hierzu die Frage: „Was soll ich tun?“

Moral stammt vom lateinischen Wort moralis, was „die Sitten betreffend“ bedeutet6. Es bezeichnet die Gesamtheit von Normen, Werten und Grundsätzen eines Menschen, einer Gruppe oder einer Gesellschaft. Nach Schischkoff „ … handelt es sich bei der M., um das, … was das Zusammenleben der Menschen dadurch ermöglicht, dass ein jeder die vollständige Verwirklichung der vitalen Werte … gewissermaßen einschränkt zugunsten der (wenigstens verstandesmäßig für richtig gehaltenen) Verwirklichung der Sozialwerte …“7.

Märtens hält in Bezug auf Pusch fest, dass die Ethik der Moral übergeordnet ist8. „Ethik liefert als philosophische Disziplin die Begründungsmöglichkeiten für moralische Handlungsweisen und ist damit das Fundament für die Moral und für die Ausbildung eines Wertebewusstseins eines Individuums.“ „Ethik kann auch als das Nachdenken über Moral verstanden werden; sie ist das System, innerhalb dessen die konkrete Handlung als „moralisch“ bemessen wird. Mit eigenen Moralvorstellungen wird das Handeln kontrolliert und sich selbst gegenüber gerechtfertigt.“9 Von der Schulenburg gibt an, dass die rationale und reflektierte Betrachtung Ethik von der Moral abgrenzt, „die Werturteile von Individuen und/oder stabile, gemeinsam geteilte Überzeugungen in einer Gemeinschaft darstellt.“

2.2 Werte

[...]


1 Vgl. Nielsen 2006, S. 7

2 Vgl. Märtens 2000, S. 1

3 Vgl. Pieper 1994, S. 24

4 Vgl. Wikipedia 2006a

5 Vgl. V. d. Schulenburg

6 Vgl. Wikipedia 2006b

7 Vgl. Schischkoff 1991, S. 491

8 Vgl. Märtens 2000, S. 10

9 Vgl. Wikipedia 2006b


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