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Unterrichtsentwurf, 2007, 33 Seiten
Autor: Hendrikje Schulze
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.
Details
Tags: Minute, Sekunden, Leben, Einführungsstunde, Unterrichtsreihe, Jugendbuch, Wolke, Gudrun, Pausewang
Jahr: 2007
Seiten: 33
Note: 14 Punkte
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-80521-6
ISBN (Buch): 978-3-638-81208-5
Dateigröße: 1496 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Bei der Arbeit handelt es sich um einen ausführlichen Unterrichtsentwurf zu einer benoteten Lehrprobe. Die Stunde selbst stellt die Einführungsstunde zur Behandlung des Jugendbuchs "Die Wolke" von Gudrun Pausewang dar.
Textauszug (computergeneriert)
Thema der Unterrichtsreihe:
"Jetzt werden wir nicht mehr sagen können, wir hätten von nichts gewusst"
"Die Wolke" von Gudrun Pausewang
Stundenthema:
"1 Minute und 12 Sekunden können ein ganzes Leben verändern"
(Einführung in das Jugendbuch)
von
Hendrikje Schulze
- Gymnasium -
Entwurf zur Prüfungslehrprobe im Fach Deutsch
Name:
Termin: Mittwoch,
Klasse: 8 (9 Mädchen, 4 Jungen)
Zeit:
Raum:
Inhalt
1 Pädagogische Situation der Klasse - Unterrichtsvoraussetzungen 2
2 Begründung der Textauswahl und Annäherung an den Unterrichtsgegenstand 5
3 Auswahl und Begründung der Lernziele 9
4 Didaktisch-methodische Überlegungen 12
4.1 Sachanalyse 12
4.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe 13
4.3 Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen 15
5 Geplanter Stundenverlauf 23
6 Anhang 26
6.1 Sitzplan 26
6.2 Gedicht "Frankfurt" 27
6.3 Schülerversion des Gedichts und von den Schülern erstellte Überschriften 27
6.4 Tafelbild 28
6.5 Beginn des 1. Kapitels aus "Die Wolke" 28
6.6 Buchcover und Klappentext 29
6.7 Arbeitsblatt für die Partnerarbeit 29
6.8 Karte von Deutschland 30
7 Literaturverzeichnis 31
7.1 Primärliteratur 31
7.2 Unterrichtshilfen 31
7.3 Lehrplan und Fachdidaktik 31
7.4 Allgemeine Didaktik und Pädagogik 32
7.5 Internetseiten 32
7.6 Film 32
1 Pädagogische Situation der Klasse – Unterrichtsvoraussetzungen
Die Klasse 8 besteht seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 in dieser Zusammensetzung. In ihr lernen 13 Schüler1, davon kommen fünf Schüler aus der ehemaligen 71, sieben Schüler aus der ehemaligen 72 und ein weiterer Schüler ist im Laufe des Schuljahres neu in die Klasse hinzugekommen. Ich erwähne die Herkunft aus den verschiedenen Klassen deshalb, weil es auffällig ist, dass die Schüler, die vom Lehrertisch aus betrachtet links sitzen, und damit die Schüler aus der ehemaligen 72, wesentlich extrovertierter sind und sich aktiver in das Unterrichtsgeschehen einbringen als die vom Lehrertisch aus gesehen rechts sitzenden Schüler aus der ehemaligen 71, die ich bereits im letzten Schuljahr unterrichtet habe. Ich versuche diese Trennung immer wieder durch Partner- und Gruppenarbeiten aufzuheben, bei denen ich das Losverfahren zur Gruppenbildung steuere, so dass die Schüler aus den verschiedenen ehemaligen Klassen zusammenarbeiten. Des Weiteren versuche ich – wo es sich anbietet – Klassenprodukte als gemeinsames Arbeitsergebnis erstellen zu lassen. Trotz dieser Bemühungen, ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, bleibt die Trennung in ehemalige „Herkunftsklassen“ – zumindest in den Pausen – hartnäckig bestehen.
Die geringe Schüleranzahl ermöglicht ein angenehmes und intensives Arbeiten. Ich unterrichte die Klasse eigenverantwortlich mit vier Stunden Deutsch pro Woche. Darüber hinaus bin ich stellvertretende Klassenlehrerin der Klasse und arbeite in dieser Funktion sehr eng mit der Klassenleiterin zusammen. Dies betrifft beispielsweise die Organisation und Durchführung außerschulischer Veranstaltungen, die Teilnahme an Elternabenden und Eltern-Schülergesprächen sowie den kontinuierlichen Austausch über generelle Entwicklungen in der Klasse.
Durch die vergleichsweise hohe Stundenzahl, die ich in der Klasse als Deutschlehrerin unterrichte und durch die Teilnahme an außerunterrichtlichen Veranstaltungen, lernte ich die Schüler schnell kennen, so dass ich sowohl ihren Leistungsstand im Fach Deutsch als auch ihre persönlichen Stärken und Schwächen sehr gut einschätzen kann. Darüber hinaus entwickelte sich im Verlauf des Schuljahres ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zwischen den Schülern und mir.
Auffällig an der Klasse ist, dass die Schüler ausgeprägte Individualisten sind, die sich jedoch in ihrer Verschiedenartigkeit und mit ihren Eigenheiten akzeptieren. Eine besondere Rolle spielt dabei Jonas.2 Jonas kam im Lauf des Schuljahres als neuer Schüler in die Klasse. Er leidet unter Schulangst und ist aus diesem Grund seit längerer Zeit kontinuierlich in psychotherapeutischer Behandlung. Jonas war im Verlauf des Schuljahres nur unregelmäßig im Deutschunterricht anwesend. Dabei konnte ich beobachten, dass er am Deutschunterricht immer dann teilnimmt, wenn die Stunde am Tagesanfang liegt. Da es ihm in Absprache mit seiner Mutter und der Schulleitung genehmigt ist, die Schule zu verlassen, wenn er sich nicht mehr gut fühlt, ergreift er diese Möglichkeit meist vor Fächern, die für ihn stark „angstbesetzt“ sind. Dazu zählen beispielsweise Mathematik und Sport. Da die Mittwochsstunde nach dem Sportunterricht stattfindet, nehme ich an, dass Jonas während der Lehrprobe voraussichtlich nicht anwesend sein wird. Andernfalls wird er natürlich behutsam in den Unterrichtsverlauf integriert.
Des Weiteren fällt auf, dass die Klasse ein äußerst heterogenes Leistungsniveau aufweist. Neben überaus leistungsstarken Schülern wie Annemarie und Tina, die in nahezu allen Fächern sehr gute Leistungen erbringen, existiert ein breites „Mittelfeld“, in dem die Leistungen der Schüler – abhängig vom jeweiligen Fach – stark schwanken. Ein Schüler, der den Anforderungen des Gymnasiums in ihrer Gesamtheit nur bedingt gewachsen ist, ist Endrik, der schon mehrfach einen Wechsel auf die Regelschule in Erwägung gezogen hat. Die schulische Überforderung äußert sich bei ihm in psychosomatischen Symptomen (z. B. Kopfschmerzen, Übelkeit) insbesondere dann, wenn in einer Woche mehrere Leistungsfeststellungen kurz aufeinander folgen. Endrik verfügt über eine hohe Empathiefähigkeit. Diese Fähigkeit ist im Deutschunterricht, insbesondere bei der Interpretation literarischer Texte, von hoher Bedeutung. Vor allem im mündlichen Bereich, ist Endrik daher im Deutschunterricht nicht als leistungsschwacher Schüler einzuschätzen, sondern als Schüler, der durch seine kritische Sichtweise immer wieder neue Aspekte in die Diskussion einbringt.
Eine Schülerin, deren Entwicklung in den kommenden Jahren unbedingt weiterverfolgt werden sollte, ist Sandra. Sandra ist sehr zurückhaltend und verschlossen und bringt sich von allein kaum in das Unterrichtsgeschehen ein. Sie fällt dadurch auf, dass sie im schriftlichen Bereich überaus gewissenhaft arbeitet, d. h. sehr ordentlich schreibt und nur wenige Fehler macht. Aufgaben, die über das „Reproduzieren“ hinausgehen, bereiten ihr jedoch sichtlich Schwierigkeiten. So fällt es ihr beispielsweise schon schwer, eine Meinung zu einem Sachverhalt oder Text zu äußern und diese zu begründen. Dieses Verhalten wird von ihren Mitschülern oft kritisiert. Ich versuche, auf Sandra einzugehen, indem ich sie gezielt bei Aufgaben zur Mitarbeit auffordere, die im Bereich des Reproduzierens liegen. Auch bei Diskussionen, in denen es um persönliche Stellungnahmen geht, beziehe ich Sarah immer wieder ein, thematisiere es aber nicht vor der Klasse, wenn sie nur unzureichende Antworten gibt.
Das Gegenteil zu dieser Schülerin ist Andreas. Andreas fällt dadurch auf, dass er übermäßig gern – auch über Nebensächlichkeiten – diskutiert, wodurch er sich die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer sichert. In dieser Diskussionsfreude muss er gelegentlich gebremst werden, damit auch die anderen Schüler der Klasse die Möglichkeit haben, zu Wort zu kommen.
2 Begründung der Textauswahl und Annäherung an den Unterrichtsgegenstand
Als mir gegen Ende des vergangenen Schuljahres mitgeteilt wurde, dass ich den Deutschunterricht in der 8. Klasse eigenverantwortlich übernehmen werde, zog ich sofort den Thüringer Lehrplan heran, um einen ersten Stoffverteilungsplan zu entwickeln. Im Lehrplan wird für die Klassenstufe 8 im Lernbereich 2 „Umgang mit Texten“ die Lektüre eines Jugendromans empfohlen.3 Da ich die Leseförderung als eine zentrale Aufgabe des Literaturunterrichts betrachte, stand für mich schnell fest, dass ich mit den Schülern ein Jugendbuch bzw. einen Jugendroman besprechen möchte. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich für „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang, in dem die Folgen einer fiktiven Reaktorkatastrophe in Deutschland geschildert werden. Diese sehr realitätsnahe Darstellung eines atomaren Unfalls mit all’ seinen Konsequenzen ist für Jugendliche einer 8. Klasse sicher ein erschreckendes, furchterregendes Szenario. Tatsächlich ist „Die Wolke“ kein Roman, der einen Lesegenuss im Sinne von Unterhaltung und Wohlbefinden verspricht.
[....]
1 Aus Gründen der Lesbarkeit wird in dieser Arbeit nur die männliche Variante verwendet. Dies bezieht die weibliche Variante jedoch ausdrücklich mit ein, so dass Personenbezeichnungen im Folgenden für beide Geschlechter gelten.
2 Um die Anonymität der Schüler zu wahren, wurden alle Namen in diesem Entwurf verändert.
3 THÜRINGER KULTUSMINISTERIUM (Hg.): Thüringer Lehrplan für das Gymnasium – Deutsch. Saalfeld: SATZ + DRUCK Centrum 1999, S. 37
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