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Subtitle: Vorstellungen einer mitteleuropäischen Großraumwirtschaft nach Friedrich List
Scholary Paper (Seminar), 2003, 21 Pages
Author: Magister Artium Yves Dubitzky
Subject: History - 19. Century
Details
Institution/College: Technical University of Chemnitz
Tags: Jahrhundert, Friedrich List, Mitteleuropa-Gedanke
Year: 2003
Pages: 21
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-80837-8
ISBN (Book): 978-3-638-81092-0
File size: 171 KB
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Abstract
Das 19. Jahrhundert fokussierend ist der Mitteleuropa-Gedanke im wesentlichen auf zwei Pfeiler gestützt: 1. Die Frage, wie die Einheit des Deutschen Reiches herzustellen ist (großdeutsche oder kleindeutsche Lösung) 2. Die Überlegung, die ökonomischen Strukturen dieses neuen deutschen Staatengebildes in einer föderalen Struktur zusammenzufassen. Daraus resultierend leitet sich der Mitteleuropa-Gedanke auf die Struktur des 19. Jahrhunderts ab: Mitteleuropa als Teil der Welt von Wille und Vorstellung wie sie sich unter anderem in den Schriften Schopenhauers manifestiert. Der Mitteleuropa-Gedanke im Sinne des 19. Jahrhunderts bedeutete, daß die Brückenfunktion zwischen Ost und West angesichts der Handelsströme und der politischen Neugestaltung der Landkarte errichtet wurde und diesbezüglich die Minimalisierung auf die wesentlichen politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Standards erfolgte.
Excerpt (computer-generated)
TU Chemnitz
Philosophische Fakultät
Neuere und Neueste Geschichte Hauptseminar: Europa-Idee und Europa-Gedanke im 19. und 20. Jahrhundert
7. Semester
Politikwissenschaft/Neuere und Neueste Geschichte/Germanistische Literaturwissenschaft
Der „Mitteleuropa-Gedanke“ im 19. Jahrhundert: Vorstellungen einer mitteleuropäischen Großraumwirtschaft nach Friedrich List
von Yves Dubitzky
2003
Inhalt
1. Einleitung ... 3
2. Voraussetzungen ... 5
3. Friedrich Lists Vorstellungen einer Deutsch-mitteleuropäischen Großraumwirtschaft ... 6
3.1 Der „Ergänzungsraum“ Holland ...10
3.2 Der „Ergänzungsraum“ Südosteuropa ... 12
4. Deutschland innerhalb der „Weltreichslehre“ ... 15
5. Mögliche Gründe für das Denken Lists ... 17
6. Fazit ... 18
7. Bibliographie ... 20
1. Einleitung
Von Italien, der Wiege der Renaissance, breitete sich der Europagedanke über den gesamten Kontinent aus. An den großen Königshöfen in der frühen Neuzeit und der jüngeren Geschichte entstand ein unwiderruflicher Drang nach Wissensvermittlung, nach Gesellschafts- und Staatsfunktion. Diese Funktionalität setzte sich im 19. Jahrhundert in Form von nationalstaatlichen Bünden (Rheinbund, Norddeutscher Bund etc.) fort. Charakter dieser Vorstellung war die Verbindung von nationalem und übernationalem Gedankengut.
Das 19. Jahrhundert fokussierend ist der Mitteleuropa-Gedanke im wesentlichen auf zwei Pfeiler gestützt:
- Die Frage, wie die Einheit des Deutschen Reiches herzustellen ist (großdeutsche oder kleindeutsche Lösung)
- Die Überlegung, die ökonomischen Strukturen dieses neuen deutschen Staatengebildes in einer föderalen Struktur zusammenzufassen.
Daraus resultierend leitet sich der Mitteleuropa-Gedanke auf die Struktur des 19. Jahrhunderts ab: Mitteleuropa als Teil der Welt von Wille und Vorstellung wie sie sich unter anderem in den Schriften Schopenhauers manifestiert. Der Mitteleuropa-Gedanke im Sinne des 19. Jahrhunderts bedeutete, daß die Brückenfunktion zwischen Ost und West angesichts der Handelsströme und der politischen Neugestaltung der Landkarte errichtet wurde und diesbezüglich die Minimalisierung auf die wesentlichen politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Standards erfolgte.
Der Mitteleuropa-Gedanke fokussierte sich auf weitere wichtige Aspekte: Die Ausgestaltung der politischen Agenda zur Mitte des 19. Jahrhunderts, die Neuorientierung der Produktionsverhältnisse und Produktionsformen aufgrund ihrer Veränderungen nach der merkantilistischen Wirtschaftsordnung, die periodisch wiederkehrenden Gesellschafts- und Staatsstruktur (Föderation und Konföderation im 19. Jahrhundert) sowie die Neuformierung der sozialen Verhältnisse in den Ständestrukturen. Im 19. Jahrhundert fand in Deutschland der Übergang von der ständischen zur Klassengesellschaft statt. Dazu gehörte auch, die ökonomischen mit den politischen Strukturen zu verknüpfen und diese auf den gesamtgesellschaftlichen Zustand zu transferieren.
Ein bindendes Glied zwischen den ökonomischen und politischen Strukturen stellte das Buch „Das nationale System der politischen Ökonomie“ von 1841 dar. Hierin legte Friedrich List seine Ansichten fest, nach welchen er zum einen die Zusammenhänge zwischen geographischen Gegebenheiten und außenpolitischen Aktivitäten eines Landes darstellte und zum anderen die Notwendigkeit einer Neuorientierung der deutschen Wirtschaft formulierte. Als Konsequenz aus den beiden erwähnten Aspekten leitete er sein System der „kosmopolitischen Teilung der Arbeit und Kräftekonföderation“ ab.
Teil dieser Gedanken war die Errichtung einer Großraumwirtschaft unter deutscher Vorherrschaft im Zentrum Europas, die sich aus den Nachbarstaaten speisen sollte. Dies konnte entweder durch Ausbeutung (Türkei) oder durch Anschluß an den 1834 gegründeten Zollverein geschehen (Holland). In beiden Fällen jedoch mußte ein direktes Abhängigkeitsverhältnis der jeweiligen Länder an die „Mutterwirtschaft“ erfolgen.
Die hier nun vorliegende Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, inwiefern Friedrich List imperialistisch dachte oder aber, wenn man den Ausführungen Renate Riemecks in ihrem Buch „Mitteleuropa. Bilanz eines Jahrhunderts“ Glauben schenken will, daß eine imperialistische Ideologie erst weit nach der Revolution von 1848/49 einsetzte. Eines darf vorweg jedoch schon gesagt werden: List war niemand, der sich in Zweideutigkeiten verfing und viel zu sehr durch rational-ökonomisches Denken bestimmt war. Viel interessanter gestaltet sich dahingehend der Vergleich der Ansichten Lists und einer möglichen Anwendung seiner Formulierungen in der realen deutschen Außenpolitik nach 1890, denn nur so lassen sich eventuelle imperialistische Strömungen an dem Denken von List festmachen.
[...]
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