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Paulus Diaconus und die Franken

Subtitle: Die Historia Langobardorum im Kontext fränkischer Okkupation

Termpaper, 2007, 17 Pages
Author: Johannes Steffens
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: PS Einhard und die Vita Karoli Magni
Institution/College: University of Tubingen (Historisches Seminar)
Tags: Paulus, Diaconus, Franken, Einhard, Vita, Karoli, Magni
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V76933
ISBN (E-book): 978-3-638-80867-5
ISBN (Book): 978-3-638-81091-3
File size: 173 KB

Abstract

Der Langobarde Paulus Diaconus gilt als einer der bedeutendsten Historiographen des Mittelalters und einflussreichsten Gelehrten am Hofe Karls des Großen. In seinem langen Leben beschäftigte er sich mit vielen verschiedenen Themen, wie beispielsweise der Dichtkunst oder Epitaphie. Diaconus’ Hauptaugenmerk lag allerdings auf der Historiographie. Er ist der Autor mehrerer historischer Abhandlungen, von denen die Historia Langobardorum, in der er die Geschichte seine Volkes nachzeichnet, die bedeutendste ist. Das Ziel dieser Arbeit ist es die Historia Langobardorum im Kontext der fränkischen Okkupation des Langobardenreiches zu analysieren. Im Zuge dessen soll zunächst die Entstehung und Verbreitung des Werkes betrachtet werden, sowie die Frage der (Un-)Vollständigkeit untersucht werden. Auf Grundlage dieser Untersuchungen soll die Textintention analysiert werden. Dabei soll die These vertreten werden, dass Paulus Diaconus die Historia Langobardorum in erster Linie zum Zwecke der Legitimation der fränkischen Eroberung des Langobardenreiches verfasste. Vor der Analyse der Historia Langobardorum steht eine kurze Betrachtung Paulus Diaconus’ Lebens, in der seine Beziehung zum Frankenreich bzw. zu Karl dem Großen herausgearbeitet werden soll. Dadurch soll ein Einblick in die Hintergründe Diaconus’ Denkens und Schreibens gewonnen werden und so die Basis für die Beschäftigung mit der Langobardengeschichte gelegt werden.


Excerpt (computer-generated)

Eberhard Karls Universität Tübingen
Historisches Seminar Abteilung für Mittelalterliche Geschichte Einhard und die Vita Karoli Magni

Paulus Diaconus und die Franken - Die Historia Langobardorum im Kontext fränkischer Okkupation

von Johannes Steffens
2007

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 3

2. Paulus Diaconus Beziehung zu den Franken ... 3

3. Die Historia Langobardorum ... 5
3.1 Entstehung und Verbreitung ... 6
3.2 Das (un-)vollendete Werk ... 8
3.3 Intention ... 12

4. Schlussbetrachtung ... 14

5. Literaturverzeichnis ... 16
5.1 Quellen ... 16
5.2 Sekundärliteratur ... 16

 

1. Einleitung

Der Langobarde Paulus Diaconus gilt als einer der bedeutendsten Historiographen des Mittelalters und einflussreichsten Gelehrten am Hofe Karls des Großen. In seinem langen Leben beschäftigte er sich mit vielen verschiedenen Themen, wie beispielsweise der Dichtkunst oder Epitaphie. Diaconus’ Hauptaugenmerk lag allerdings auf der Historiographie. Er ist der Autor mehrerer historischer Abhandlungen, von denen die Historia Langobardorum, in der er die Geschichte seine Volkes nachzeichnet, die bedeutendste ist. Das Ziel dieser Arbeit ist es die Historia Langobardorum im Kontext der fränkischen Okkupation des Langobardenreiches zu analysieren. Im Zuge dessen soll zunächst die Entstehung und Verbreitung des Werkes betrachtet werden, sowie die Frage der (Un-)Vollständigkeit untersucht werden. Auf Grundlage dieser Untersuchungen soll die Textintention analysiert werden. Dabei soll die These vertreten werden, dass Paulus Diaconus die Historia Langobardorum in erster Linie zum Zwecke der Legitimation der fränkischen Eroberung des Langobardenreiches verfasste. Vor der Analyse der Historia Langobardorum steht eine kurze Betrachtung Paulus Diaconus’ Lebens, in der seine Beziehung zum Frankenreich bzw. zu Karl dem Großen herausgearbeitet werden soll. Dadurch soll ein Einblick in die Hintergründe Diaconus’ Denkens und Schreibens gewonnen werden und so die Basis für die Beschäftigung mit der Langobardengeschichte gelegt werden.

 

2. Paulus Diaconus Beziehung zu den Franken

In der Biographie Paulus Diaconus gibt viele Lücken, so dass einige der bekannten ‚Fakten’ seines Lebens vielmehr die Bezeichnung ‚Spekulationen’ verdienen. Diaconus wurde zwischen 720 und 730 im langobardischen Herzogtum Friaul im Norden des heutigen Italiens geboren; dabei gilt es als sehr wahrscheinlich, dass sich die Geburt in der 2. Hälfte der Dekade ereignete.1 Ebenso ist auch sein Todesjahr nicht genau überliefert; es wird geschätzt, dass er 797 oder 799 in Montecassino starb. Fest steht jedoch, dass er die Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahre 800 nicht mehr erlebte. Diaconus stammte aus vornehmen, gut begüterten Hause; seine Familie gehörte zwar zur Zeit der Einwanderung König Alboins (c. 526-572/573) nicht dem alten Volksadel an, war aber im 8. Jahrhundert in den Dienstadel aufgestiegen.2 Diaconus kam in jungen Jahren (vor 744) zunächst an den langobardischen Königshof in Pavia und wurde dort in lateinischer Sprache und Literatur, Griechisch, sowie Jurisprudenz in der Schule des Grammatikers Flavianus unterrichtet. Danach wandte er sich – von König Ratchis dazu angehalten – theologischen Studien zu, bevor ihm vom letzten Langobardenkönig Desiderius3 die Erziehung seiner Tochter Adelperga übertragen wurde. Diaconus unterrichtete die Prinzessin in Geschichte, Literatur und Philosophie und begann nebenbei mit dem Verfassen von Gedichten, Epitaphien, philologischen und historiographischen Werken für seine Dienstherren. Während seiner Anstellung am Hofe des Desiderius erweiterte er Eutrops Werk über die römische Geschichte, Breviarium ab urbe condita, um eine Darstellung der christlichen Geschichte und Religion und widmete die Historia Romana seiner Schülerin Adelperga.

[...]


1 Vgl. Walter Goffart, The Narrators of Barbarian History (A.D. 550 - 800). Jordanes, Gregory of Tours, Bede, and Paul the Deacon (Princeton 1988), S. 334f. Für biographische Angaben über Paulus Diaconus siehe ebd., S. 329-347, Karl Langosch, Profile des lateinischen Mittelalters. Geschichtliche Bilder aus dem europäischen Geistesleben (Darmstadt 1965), S. 92. 103-109, 111-133, Neil Christie, The Lombards (Oxford: 1995), S. 221-223, Franz Brunhölzl, Geschichte der lateinischen Literatur im Mittelalter. Von Cassiodor bis zum Ausklang der karolingischen Erneuerung, Bd. 1 (München 1975), S. 257-268, St. Gasparri, s.v. Paulus Diaconus, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 6 (München/Zürich, 1993) Sp. 1825-1826, Paulus Diaconus, Pauli historia Langobardorum codicis Gothani, ed. Georg Waitz (MGH SS rer. Langob. 7, Hannover 1878) Buch 4, Kap. 37, S. 164-166.
2 Langosch, Profile, S. 113f.
3 Desiderius regierte von 757 bis zur Eroberung des Langobardenreiches durch die Franken 774.


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