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Strukturen und Inhalte neuerer Jugendliteratur. Mögliche didaktische Umsetzung in der Sek. I

Examination Thesis, 2001, 78 Pages
Author: Christian Müller
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2001
Pages: 78
Grade: 2,5
Bibliography: ~ 29  Entries
Language: German
Archive No.: V770
ISBN (E-book): 978-3-638-10499-9

File size: 209 KB
Notes :
Beeinflussen Film und Fernsehen die Jugendliteratur? 289 KB



Excerpt (computer-generated)

Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Examensarbeit

Strukturen und Inhalte neuerer Jugendliteratur.
Mögliche didaktische Umsetzung in der Sek. I

eingereicht von Christian Müller

11.9.2001

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

Teil A: Einführung in die Filmanalyse

1. Mise en Scène ... 1
    1.1 Die Bildkomposition ... 2
    1.2 .Kamera ... 4
        1.2.1 Die Aufnahme-Distanz ... 4
        1.2.2 Bildschärfe ... 6
        1.2.3. Die Perspektive ... 6
        1.2.4 Kamerabewegung ... 7
    1.3 Tiefenwahrnehmung ... 8

2 Das Narrative im Film ... 9
    2.1 Die dramaturgische Ebene ... 10
    2.2 Die Erzählebene ... 11
        2.2.1 Der auktoriale Erzähler ... 12
        2.2.2 Der personale Erzähler ... 12
        2.2.3 Der Ich-Erzähler ... 13
    2.3 Die Montage ... 14
        2.3.1 Zeitraffung und Zeitdehnung ... 14
        2.3.2 Gleichzeitigkeit ... 16
        2.3.3 Der unsichtbare Schnitt ... 16
        2.3.4 Montage-Kategorien ... 18
            2.3.4.1 Der schöpferische Schnitt ... 19
            2.3.4.2 Der assoziative Schnitt ... 20
            2.3.4.3 Der metaphorische Schnitt ... 20
            2.3.4.4 Der intelektuelle Schnitt ... 21
            2.3.4.5 Der subjektive Schnitt ... 21

3 Filmgenres ... 21

Teil B: Analyse ausgewählter Primärliteratur

1 Der Medienverbund ... 24

2 Auswirkungen auf das Leseverhalten ... 25

3 Selektive Rezeptionsformen ... 26

4 Der Wandel der Kinder- und Jugendliteratur ... 28

5 Filmische Strukturen in der Jugendliteratur ... 29
    5.1 Analysekriterien ... 31
    5.2 Analyse ,,Harry Potter und der Stein der Weisen" ... 32
        5.2.1 Inhaltsangabe ... 32
        5.2.2 Filmstrukturen ... 32
    5.3 Analyse ,,Club der toten Dichter" ... 39
        5.3.1 Inhaltsangabe ... 39
        5.3.2 Filmstrukturen ... 39
    5.4 Analyse ,,Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Liebe in Gefahr" ... 47
        5.4.1 Inhaltsangabe ... 47
        5.4.2 Filmstrukturen ... 47

6 Zusammenfassung und Egebnisse der Analysen ... 52

Teil C: Diadktische Konsequenzen

1 Allgemeine Überlegungen ... 57

2 Bildungsplananalyse ... 59
    2.1 Der ,,Erziehungs- und Bildungsauftrag" ... 59
    2.2 Die ,,Pädagogischen Leitgedanken" ... 62
    2.3 Ziele und Inhalte ... 66

3 Zusammenfassung ... 70



Teil A Einführung in die Filmanalyse

So wie jede geschriebene Sprache besitzt auch der Film eine eigene Sprache, die mit spezifischen Sprachmitteln eine Geschichte erzählen kann. Die Rede ist von einer Art ,,Filmgrammatik", von immer wiederkehrenden filmischen Mitteln und Strukturen, die jeder, der einen Film produziert, aber auch jeder, der einen Film konsumiert, beherrschen sollte. In der Folge sollen nun einige dieser Mittel erläutert und erklärt werden, um dann im zweiten Teil die Analyse der Primärliteratur besser nachvollziehen zu können. Natürlich kann im Rahmen dieser Arbeit nur auf einen kleinen Teil der Stilmittel, die in Filmen verwendet werden, eingegangen werden, da sonst der Rahmen gesprengt werden würde. Diese Arbeit beschränkt sich deswegen auf die Mittel, die in ähnlicher Art und Weise auch in der geschriebenen Sprache vorkommen können. Dies sind die Mittel der Mise en Scène, die Montage und die Erzählsituation im Film. Jedoch tauchen auch bei diesen drei Mustern Codes auf, die sich so nicht in geschriebener Sprache wiederfinden lassen. Sie sollen trotzdem aus Gründen der Vollständigkeit aufgeführt werden.
Nicht eingegangen wird auf die ,,Filmsprache" des Tones, der Geräusche und auch der Musik, die in Filmen eine ebenso bedeutende Rolle spielt, wie alle übrigen.

1 Mise en Scène

In der Schriftsprache, aber auch in der gesprochenen Sprache, ist es nicht möglich, mehrere Dinge gleichzeitig zu schreiben bzw. zu sagen. Im Gegensatz dazu bietet der Film (und auch das Bild) hier zusätzlich die Möglichkeit einer räumlichen Komposition. Was bedeuten soll, dass mehrere Dinge sich gleichzeitig abspielen können. Zum Beispiel kann sich eine Person auf der einen Seite des Bildes gerade einen Drink einschenken, während sich auf der anderen Seite gerade ein Mord abspielt. Zwei getrennte Handlungen, die dennoch parallel gezeigt bzw. erzählt werden. Der Filmemacher kann also entscheiden, was er filmt und wie er es filmt. Diese ,,Veränderung des formbaren Raums"1 wird auch oft als Mise en Scène, also als ein ,,In-Szene-Setzen" bezeichnet. Ebenso taucht in der Literatur der Begriff Cadrage2 (vom frz. le cadre: der Rahmen). Die Cadrage beschreibt die Komposition innerhalb eines Rahmens, der mit der Leinwand identisch ist. ,,Das im Bildformat eingeschlossene Bildfeld wird auch als Kader bezeichnet, die Kadrierung ist die Begrenzung eines abgebildeten Geschehens durch den Ausschnitt."3 Der gebräuchlichste Ausdruck für die räumliche Komposition im Film ist die Einstellung. Alle drei Begriffe werden mehr oder weniger synonym verwendet und umschreiben denselben Sachverhalt.
Der Filmemacher versucht jede Einstellung so zu arrangieren, dass die Bilder eindeutig werden und der Rezipient die Szene aktiv lesen kann. Aktiv bedeutet in diesem Fall, dass der Rezipient mitsamt seinem Vorwissen und seinen Interpretationsmöglichkeiten in die Szene einbezogen wird.
Um die Übersicht zu wahren, unterteilt man die große Bedeutungseinheit der Mise en Scène noch einmal in mehrere Bereiche.

1.1 Die Bildkomposition

Die Bildkomposition hat der Film mit allen anderen visuellen Künsten, wie z.B. der Malerei gemeinsam. Sie richtet sich nach den drei Faktoren Form, Farbe und Linie und um deren Anordnung innerhalb eines gewissen Rahmens. Als Rahmen dient im Film das Format, in dem er gedreht wird. So bietet ein Breitwandformat (Verhältnis 1:1.66) andere Möglichkeiten als ein früheres Tonfilmformat bei dem das Verhältnis von Höhe zu Breite nur 1:1.2 war. Für heutige Filme, in denen aufwendige Landschafts- und Actionaufnahmen im Vordergrund stehen, bietet das Breitwandformat reichhaltigere Möglichkeiten, während dialogische Szenen und Großaufnahmen auf dem schmaleren frühen Hollywoodformat (1:1.33) effektiver in Szene gesetzt werden konnten. Unabhängig vom vorgegebenen Bildformat kann der Filmemacher jedoch die Dimensionen des aufgenommenen Bildes während des Filmens verändern. Dies kann künstlich oder natürlich durch die Bildkomposition erfolgen.

[...]

1 Monaco: Film verstehen. S.176.

2 Perivolaropoulou: Film. S. 133.

3 Hickethier. Film- und Fernsehanalyse. S.49.


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