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Grundlagen zur Entstehung der Klassik

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 13 Pages
Author: Felix Hessmann
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 13
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V7713
ISBN (E-book): 978-3-638-14875-7
ISBN (Book): 978-3-638-84185-6
File size: 174 KB

Abstract

Was steckt hinter klassisch? Wer auch immer diese Frage stellt und zu beantworten sucht, muss erkennen, dass es darauf offensichtlich viele unterschiedliche Antworten gibt. Dies hat in diesem Jahr die Ausstellung "Die griechische Klassik - Idee oder Wirklichkeit" und die kritische Berichterstattung darüber in den Medien, besonders in Zeitungen, erneut eindrucksvoll gezeigt. Auch diese Berichte beschränken sich selten auf eine simple Darstellung der Exposition, sondern versuchen vielmehr, der gestellten Leitfrage gerecht zu werden. Die vorgelegte Hausarbeit wird sich ebenfalls damit zu befassen haben und wird ihre Antwort innerhalb des gewählten Themas finden. Hierzu wird nach einer begrifflichen Eingrenzung der Blickwinkel auf die Grundlagen zur Entstehung jener ersten und maßgebenden Klassik konzentriert, wobei der Schwerpunkt vor Allem auf Facetten der religiösen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten des antiken Athens im Zeitraum vor und nach den Perserkriegen gelegt wird.


Excerpt (computer-generated)

Grundlagen zur Entstehung der Klassik

 

von

Sebald Hesmann


Gliederung

1. Klassisch und umstritten

2. Die Begrifflichkeit von Klassik und klassisch
2.1 Klassik als historische Kategorie
2.2 Klassisch als stilbildende Norm

3. Das ′griechische Wunder′
3.1 Die Bedeutung der Religion
3.2 Der Aufbruch zur Demokratie
3.3 Die Wirtschaft

4. Der griechische Freiheitskampf
4.1 Die Kriege gegen die Perser
4.2 Die Deutung der Perserkriege

5. Zwei Aspekte innerhalb der Pentekontaëtie
5.1 Athen als Schule von Hellas
5.2 Klassische Kunst und Formbewusstsein

6. Klassische Aspekte
6.1 Zusammenfassung
6.2 Die Hybris Athens

Literaturverzeichnis


Zangler: Was hat Er denn immer mit dem dummen Wort klassisch?
Melchior: Ah, das Wort is nit dumm, es wird nur oft dumm angewend′t.
Zangler: Ja, das hör′ ich, das muß Er ablegen, ich begreif′ nicht, wie man
in zwei Minuten 50mal dasselbe Wort repetieren kann.
Melchior: Ja, das ist klassisch.
(Johann Nestroy)


1. Klassisch und umstritten

Was steckt hinter klassisch? Wer auch immer diese Frage stellt und zu beantworten sucht, muss erkennen, dass es darauf offensichtlich viele unterschiedliche Antworten gibt. Dies hat in diesem Jahr die Ausstellung "Die griechische Klassik - Idee oder Wirklichkeit" und die kritische Berichterstattung darüber in den Medien, besonders in Zeitungen, erneut eindrucksvoll gezeigt. Auch diese Berichte beschränken sich selten auf eine simple Darstellung der Exposition, sondern versuchen vielmehr, der gestellten Leitfrage gerecht zu werden.
Die vorgelegte Hausarbeit wird sich ebenfalls damit zu befassen haben und wird ihre Antwort innerhalb des gewählten Themas finden. Hierzu wird nach einer begrifflichen Eingrenzung der Blickwinkel auf die Grundlagen zur Entstehung jener ersten und maßgebenden Klassik konzentriert, wobei der Schwerpunkt vor Allem auf Facetten der religiösen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten des antiken Athens im Zeitraum vor und nach den Perserkriegen gelegt wird.

2. Die Begrifflichkeit von Klassik und klassisch

2.1 Klassik als historische Kategorie

Der Klassikbegriff wurde nicht etwa in Athen geschaffen, sondern im Rom des 2. Jahrhunderts nach Christus. Aulus Gellius, ein römischer Autor, überträgt die Bezeichnung für die Angehörigen der höchsten Steuerklassen, der classici, oder als steuerlicher Ausdruck classicus, auf hervorragende Schriftsteller, "scriptores classici", um damit deren sprachliche Mustergültigkeit zu würdigen.
Im heutigen Spachgebrauch der deutschen Forschung wird damit allgemein das 5. und 4. Jahrhundert vor Christus bezeichnet, im engeren Sinne die Pentekontätie Griechenlands im 5. Jahrhundert vor Christus, also die Zeit zwischen den Perserkriegen und dem Peloponnesischen Kriegen, benannt. Gelegentlich wird der Fokus sogar noch stärker eingeengt auf die Phase der Hochklassik, im Zeitraum zwischen 450 und 420, also Deckungsgleich mit der Zeit, in der der Stratege Perikles Athen dominierte und zur "Kraft der Erziehung für ganz Hellas" machte.
Daraus ergibt als wichtiges Merkmal die Janusgesichtigkeit des Terminus Klassik: zum Einen historische Epochenbezeichnung, zum Andern Normbegriff, der eine Blütezeit im Ästhetischen charakterisiert.

2.2 Klassisch als stilbildende Norm

[...]


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