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Magisterarbeit, 2007, 112 Seiten
Autor: Magister Artium Ruwen Möller
Fach: Sport - Medien und Kommunikation
Details
Tags: Fußballer, Helden, Inszenierung, Imagebildung, Profifußballern, Medien
Jahr: 2007
Seiten: 112
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 122 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-72980-2
ISBN (Buch): 978-3-638-73018-1
Dateigröße: 715 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Sport, insbesondere Fußball, hat sich zu einem komplexen und vielfältigen Phänomen entwickelt, dessen Darstellung in den Medien in der heutigen Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Stichworte wie Inszenierung oder Medieninszenierung werden dabei in der Öffentlichkeit diskutiert, und es ist unumstritten, dass die so genannte Mediensportwirklichkeit oder Medienrealität, d. h. die Inszenierung von Sport, nicht mit dem realen Sport mithalten kann. Mit Inszenierung ist dabei nicht die herkömmliche Konstruktion einer Wirklichkeit gemeint, sondern die von den Medien ganz bewusst und gezielt geschaffene dramatische Aufbereitung einer Wirklichkeit. Fußballspieler wie David Beckham oder Ronaldinho sorgen heute längst nicht mehr nur auf Grund ihrer Tricks und Tore für Schlagzeilen. Sie verkörpern mehr als „nur“ einen Sportler. Sie haben ihr sportliches Umfeld verlassen und bewegen sich zielstrebig und erfolgreich in diversen Bereichen der Unterhaltungsindustrie. Die vorliegende Arbeit will in erster Linie untersuchen, wie Fußballspieler in den Massenmedien inszeniert werden. Konkret soll untersucht werden, wie Profifußballer in einer Zeitschrift inszeniert werden. Um die Inszenierung untersuchen zu können, wird eine Beschreibung der Phänomene Sport, hier insbesondere Fußball, Massenmedien und der Akteure, d. h. der Fußballspieler, als Hintergrund herangezogen. Um das große Feld der Medien übersichtlicher zu gestalten, beschränkt sich die Arbeit auf die Analyse eines einzelnen Mediums, auf die der Fußballzeitschrift „PLAYER - Fussball/People/Style“. Bei der Untersuchung der Inszenierung von Profifußballern in „PLAYER“ stehen folgende Fragen im Mittelpunkt des Interesses: Wie wird was inszeniert und warum wird es gerade so arrangiert, wie es geschieht? Ist es eine künstliche Wirklichkeit die geschaffen wird und wenn ja, welche Merkmale besitzt und wie konstituiert sie sich? Welche Werte und Normen werden in den Texten und Bildern des Magazins angesprochen, wie sehen Sprache, Form und Stil aus? Die übergeordnete Forschungsfrage lautet demnach: Durch welche Prozesse wird aus der Sport- die Mediensportwirklichkeit, d. h. wie werden Fußballer in „PLAYER“ inszeniert? Dabei ist es nicht von Interesse, in welchem Umfang die Berichterstattung stattfindet, sondern auf welche Art und Weise inszeniert wird? Wie sehen die Prozesse der Konstruktion der Mediensportrealität aus?
Textauszug (computergeneriert)
FUßBALLER ALS MEDIALE HELDEN
ZUR INSZENIERUNG UND IMAGEBILDUNG VON
PROFIFUßBALLERN IN DEN MEDIEN
Schriftliche Hausarbeit
zur Erlangung des Grades eines Magister Artium (M.A.)
der Philosophischen Fakultät
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
vorgelegt von
Ruwen Möller
2007
Inhaltsverzeichnis
Verzeichnis der Abkürzungen ... III
Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen... IV
1 Einleitung ... 1
1.1 Fragestellung ... 2
1.2 Der Inszenierungsbegriff ... 3
1.3 Aufbau der Arbeit ... 4
2 Theoretischer Bezugsrahmen ... 6
2.1 Forschungsstand... 6
2.2 Zeitschriftenforschung: Entwicklung und Definitionsprobleme ... 12
2.3 Zum Bedeutungswandel von Sport – insbesondere Fußball ... 15
2.3.1 Sport im Wandel der Zeit ... 17
2.3.2 Zur Geschichte von Fußball ... 18
2.3.2.1 Die Anfänge des Fußballspiels ... 19
2.3.2.2 Die Entstehung von Fußball in Europa ... 19
2.3.2.3 Die Entwicklung von Fußball in Deutschland ... 20
2.3.2.4 Fußball heute... 22
2.4 Der Akteur - von Helden und Stars ... 26
2.4.1 Der Held ... 26
2.4.2 Der Star ... 28
2.4.3 Zur Geschichte der Inszenierung ... 31
2.5 Sport und Massenmedien ... 34
2.5.1 Zur Entwicklung der Sportberichterstattung in Printmedien ... 35
2.5.2 Sportzeitschriften heute ... 37
2.5.3 TV, Hörfunk und Internet von gestern bis heute ... 42
2.6 Zwischenfazit ... 43
3 Empirischer Teil... 46
3.1 Methode ... 46
3.1.1 Durchführung der Untersuchung... 46
3.1.2 Datenmaterial ... 48
3.1.3 Qualitative Forschung ... 51
3.1.4 Forschungsdesign Dokumentenanalyse ... 54
3.1.5 Techniken der Datenauswertung - Kodieren im Sinne der Grounded Theory ... 56
3.2 Ergebnisse ... 60
3.2.1 Einführung ... 60
3.2.2 Die Phänomene ... 61
3.2.2.1 Sonderstatus ... 63
3.2.2.2 Style ... 77
3.2.2.3 Emotionen ... 82
4 Diskussion ... 87
5 Zusammenfassung... 95
6 Literaturverzeichnis... 98
1 Einleitung
„Sportstars stehen längst auf einer Stufe mit der Pop- oder Film-Prominenz. Wir orientieren uns an ihren Körpern, ihrem Lifestyle. Und anders als Entertainer müssen sie sich ständig im Wettkampf bewähren, um ihren Status zu erhalten. Sportler sind die wahren Popstars unserer Zeit“ (PLAYER Look & Feel, 2005, 20, S. 2)1.
„Die Welt des Fußballs ist größer geworden. Einige Spieler werden wie Popstars gefeiert. Fußball ist Lifestyle“ (Kim, 2005, S. 6).
„Es war „Posh Spice“, die aus Fußballern Popstars machte“ (PLAYER, 2005, 12, S. 104).
Sport, insbesondere Fußball, hat sich zu einem komplexen und vielfältigen Phänomen entwickelt, dessen Darstellung in den Medien in der heutigen Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert einnimmt.
Stichworte wie Inszenierung oder Medieninszenierung werden dabei in der Öffentlichkeit diskutiert, und es ist unumstritten, dass die so genannte Mediensportwirklichkeit oder Medienrealität, d. h. die Inszenierung von Sport, nicht mit dem realen Sport mithalten kann. Mit Inszenierung ist dabei nicht die herkömmliche Konstruktion einer Wirklichkeit gemeint, sondern die von den Medien ganz bewusst und gezielt geschaffene dramatische Aufbereitung einer Wirklichkeit.
Neben dem Fernsehen, das sich mit „seinen spannungssteigernden Techniken Bild, Text und Ton“ besonders für eine „intensive Inszenierung der Realität“ (vgl. Horky, 2001, S. 11) eignet, „weisen immer mehr Medien den Sport als einen ihrer größten Programmteile aus“ und haben längst erkannt, dass sich der Sport mit seinen Akteuren besonders gut in Szene setzen lässt.
Fußballspieler wie David Beckham oder Ronaldinho sorgen heute längst nicht mehr nur auf Grund ihrer Tricks und Tore für Schlagzeilen. Sie verkörpern mehr als „nur“ einen Sportler. Sie haben ihr sportliches Umfeld verlassen und bewegen sich zielstrebig und erfolgreich in diversen Bereichen der Unterhaltungsindustrie.
„Aus Vorbildern sportlicher Handlungsweisen werden Trendsetter in puncto Lifestyle, Mode und Werthaltungen. […], so wandeln heute bei Fußballspielen jeder Spielklasse, auf Schulhöfen und in Discotheken, Kopien von David Beckhams Frisur, die ihre Träger an seiner Prominenz partizipieren lassen soll“ (Schauerte, 2004, S. 89).
Fußballer sind zu einer komplexen und daher schwierig beschreibbaren Kombination aus Leistungssportler, Popstar und Entertainer geworden. Ebenfalls diffizil zu erforschen sind die Massenmedien, die die Fußballer in der Öffentlichkeit in Szene setzen.
Die vorliegende Arbeit will in erster Linie untersuchen, wie Fußballspieler in den Massenmedien inszeniert werden. Konkret soll untersucht werden, wie Profifußballer in einer Zeitschrift inszeniert werden. Um die Inszenierung untersuchen zu können, wird eine Beschreibung der Phänomene Sport, hier insbesondere Fußball, Massenmedien und der Akteure, d. h. der Fußballspieler, als Hintergrund herangezogen.
Um das große Feld der Medien übersichtlicher zu gestalten, beschränkt sich die Arbeit auf die Analyse eines einzelnen Mediums, auf die der Fußballzeitschrift „PLAYER - Fussball/People/Style“2. Bei der Suche nach geeignetem Datenmaterial fiel die Wahl auf „PLAYER“, da diese Zeitschrift auf Grund ihrer Akzentuierung der Spieler und ihres gesamten Inhalts als besonders geeignet erschien, um die Inszenierung von Fußballern in den Medien zu untersuchen (vgl. Abschnitt 3.1.1 und 3.1.2).
1.1 Fragestellung
Bei der Untersuchung der Inszenierung von Profifußballern in „PLAYER“ stehen folgende Fragen im Mittelpunkt des Interesses: Wie wird was inszeniert und warum wird es gerade so arrangiert, wie es geschieht? Ist es eine künstliche Wirklichkeit die geschaffen wird und wenn ja, welche Merkmale besitzt und wie konstituiert sie sich? Welche Werte und Normen werden in den Texten und Bildern des Magazins angesprochen, wie sehen Sprache, Form und Stil aus?
Die übergeordnete Forschungsfrage lautet demnach: Durch welche Prozesse wird aus der Sport- die Mediensportwirklichkeit, d. h. wie werden Fußballer in „PLAYER“ inszeniert? Dabei ist es nicht von Interesse, in welchem Umfang die Berichterstattung stattfindet, sondern auf welche Art und Weise inszeniert wird? Wie sehen die Prozesse der Konstruktion der Mediensportrealität aus?
Die vorläufige Fragestellung lautet also: Auf welche Art und Weise werden Profifußballer in der Zeitschrift „PLAYER“ inszeniert? Diese soll in einem gemeinsamen Rahmen von Sport- und Medienwissenschaft beantwortet werden.
Es ist anzumerken, dass sich die Sportwissenschaft in Deutschland seit Mitte der 70er Jahre mit der thematischen Kombination von Sport und Medien befasst. Die ersten Ansätze beinhalten vorzugsweise Aussagen über Wirkung und Rezipienten medialer Berichterstattung, jedoch nicht über die Inszenierung von Sport in den Medien. Obwohl sich in der jüngsten Vergangenheit ein Aufschwung in der Forschung diesbezüglich gezeigt hat, konnte die einst entstandene Forschungslücke bislang nicht geschlossen werden. Zum einen kann die Wissenschaft nicht mit dem Tempo in welchem sich Sport und Medien entwickeln mithalten, zum anderen sind Standardwerke aus dem Bereich der Sport- und Medienwissenschaft wie etwa die Arbeiten von Binnewies (1975), Hackforth (1975), Weischenberg (1976) oder Gödecke (1976), veraltet.
Von den Folgearbeiten sind die Werke von Neugebauer (1986), Emig (1987), Kleinjohann (1987), vom Stein (1988), Quentin (1989), Tewes (1991), Fischer (1993), Scholz (1993), Hattig (1994), Görner (1995), Schaffrath (1997), Loosen (1998), Horky (2001) und Wurm (2004) zu erwähnen. Doch auch diese Untersuchungen haben es bislang nicht geschafft, alle Forschungsfelder ausreichend abzudecken.
Besonders auf dem Gebiet der Zeitschriftenforschung gibt es Nachholbedarf (vgl. Abschnitt 2). Überhaupt hat sich die Wissenschaft mit der Inszenierung von Sportstars in einzelnen Medien bislang kaum beschäftigt und daher erscheint der vorliegende Forschungsansatz als wichtig.
[....]
1 Beim „Look & Feel“-Heft von „PLAYER“, handelt es sich um einen so genannten Dummy. Es ist das Heft vor der Neueinführung einer Zeitschrift, in dem Struktur, Optik, Inhalt etc. präsentiert werden.
2 Dies ist der komplette Titel der Zeitschrift. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird verkürzt „PLAYER“ verwendet.
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