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Scholarly Essay, 2000, 12 Pages
Author: Dr. Wolfgang Ruttkowski
Subject: German Studies - Comparative Literature
Details
Tags: Probleme, Vergleich, Literaturterminologien
Year: 2000
Pages: 12
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14886-3
ISBN (Book): 978-3-638-79890-7
File size: 208 KB
Zusammenfassung meiner publizierten Aufsätze: Der Geltungsbereich unserer lit. Sachbegriffe (In: Zur Terminologie der Literaturwissenschaft, Hg. Christian Wagenknecht, Stuttgart: Metzler 1988, S. 80-104) sowie: Ein Thesaurus der Literaturwissenschaft? (In: Acta Humanistica et Scientifica Universitatis Sangio Kyotiensis. Jg. XVI. März 1987, Heft 4, S. 326-352) und: Zur semantischen Beschaffenheit literarischer Sachbegriffe (Ebd. No. 27, 2000, 131-142).
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Abstract
Wir werden uns der Eigenart unserer eigenen litw. Terminologie erst richtig bewusst, wenn wir sie mit „fremden“ vergleichen, etwa der chinesischen, den arabisch-persischen, den indischen oder auch der japanischen. Dies kann hier nur durch einige – durchaus als vorläufig zu verstehende – zahlenmäßige Feststellungen geschehen. Für Einzelanalysen ist kein Raum. Aus diesen Hinweisen lassen sich jedoch mancherlei Schlüsse ziehen, etwa hinsichtlich der Möglichkeit eines wahrhaft internationalen bzw. „interkulturellen“ Literaturthesaurus oder einer Speicherung seines Begriffsschatzes im Computer . (IVG-Vortrag, Keio-University, Tokyo, Sect. 21, 31.8.1990; in: Akten des VII. Intern. Germanisten-Kongresses 4, 1991, 412-421)
Excerpt (computer-generated)
Probleme beim Vergleich von Literaturterminologien
Wolfgang Ruttkowski
(Kyoto)
1 Einführung: Literaturterminologien im Blickpunkt interkultureller Forschung 1
2 Unterschiede zwischen literaturwissenschaftlichen und anderen Fachterminologien 2
3 Gründe für die ,,Unwissenschaftlichkeit" literarischer Sachbegriffe 3
4 Die Zusammensetzung des Begriffsschatzes verschiedener Literaturterminologien 5
5 Zum Problem eines (computergespeicherten) internationalen Thesaurus 8
6 Zur internationalen Akzeptanz einer Normung der Literaturterminologie 10
1 Einführung: Literaturterminologien im Blickpunkt interkultureller Forschung
Die neuerlich immer intensiver geführten Diskussionen über eine ,,Verwissenschaftlichung" der literaturwissenschaftlichen Terminologie sind bisher durchaus ,,eurozentrisch" verlaufen. In einem 1986 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft veranstalteten Symposium über dieses Thema und in dessen umfangreicher Buchdokumentation1 ist fast ausschließlich von der - tatsächlichen oder zu wünschenden - Beschaffenheit europäischer Literaturterminologien die Rede.
Es liegt jedoch nahe, unseren Betrachtungshorizont weiter zu spannen. Wir werden uns der Eigenart unserer eigenen litw. Terminologie erst richtig bewußt, wenn wir sie mit ,,fremden" vergleichen, etwa der chinesischen, den arabisch-persischen, den indischen oder auch der japanischen. Dies kann hier nur durch einige - durchaus als vorläufig zu verstehende - zahlenmäßige Feststellungen geschehen. Für Einzelanalysen ist kein Raum. Aus diesen Hinweisen lassen sich jedoch mancherlei Schlüsse ziehen, etwa hinsichtlich der Möglichkeit eines wahrhaft internationalen bzw. ,,interkulturellen" Literaturthesaurus oder einer Speicherung seines Begriffsschatzes im Computer2.
2 Unterschiede zwischen literaturwissenschaftlichen und anderen Fachterminologien
Ich habe an anderer Stelle3 ausführlicher dargelegt, wodurch sich litw. Fachterminologien von anderen, z.B. der Biologie, Psychologie oder Computer Science unterscheiden und kann deshalb hier zusammenfassen:
Die Terminologien der neueren und exakteren Wissenschaften wurden zumeist und hauptsächlich von einer Nation (oder von nur wenigen Nationen) und deren Sprache(n) geprägt und brauchen deshalb nur in andere Sprachen übersetzt (bzw. in anderen Sprachen erklärt) zu werden. 2. Die Erkenntnisse der exakteren Wissenschaften sind universal und überall im Prinzip gleich wichtig, gleich wissenswert, was auch für die Fachbegriffe gilt, in denen sie übermittelt werden. 3. Die Fachbegriffe der exakteren Wissenschaften werden deshalb vom Zusammenhang der Kultur, in der sie entwickelt wurden, relativ unabhängig. (Selbst die Freudsche Tiefenpsychologie, die kaum ,,exakt" genannt werden kann, läßt sich zwar historisch aus dem Wien der Jahrhundertwende erklären, beansprucht jedoch für die, die sie überhaupt anerkennen, überall gleiche Gültigkeit.)
[...]
1 Hg. Christian Wagenknecht: Zur Terminologie der Literaturwissenschaft. (Akten des IX. Germanist. Symposions der Dt. Forschungsgemeinschaft, Würzburg 1986.) Stuttgart 1988; im weiteren zitiert als ,,T". Dort findet sich die bisher vollständigste Bibliogr. zu unserem Thema (S. 437-445).
2 Vgl. meine Aufsätze: ,,Der Geltungsbereich unserer lit. Sachbegriffe" (ebd. S. 80-104) sowie: ,,Ein Thesaurus der Literaturwissenschaft?" In: Acta Humanistica et Scientifica Universitatis Sangio Kyotiensis. Jg. XVI. März 1987, Heft 4, S. 326-352, und: ,,Zur semantischen Beschaffenheit literarischer Sachbegriffe" (Ebd. No. 27 (2000) 131-142. Der vorliegende Aufsatz ist eine gekürzte Zusammenfassung meines Beitrags zu den Akten des VIII. Internationalen Germanistenkongresses in Tokyo 1990, der unter dem Thema stand ,,Begegnung mit dem ,Fremden`, Grenzen - Traditionen - Vergleiche" (Bd. 4, 412-421, München: iudicium), mit den beiden zuvor genannten Aufsätzen.
3 S. o. T, Anm. 1, S. 80-104.
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