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"Neue Gilden" in der spätmittelalterlichen Stadt

Subtitle: Zur Entstehungsgeschichte kaufmännisch-einungsrechtlicher Bindungen und zur Funktion ihrer Mitglieder in der Stadtgemeinde.

Scholary Paper (Seminar), 2006, 15 Pages
Author: Lars Wegner
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Proseminar
Institution/College: Martin Luther University (Geschichte)
Tags: Neue, Gilden, Stadt, Proseminar
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V77397
ISBN (E-book): 978-3-638-81944-2

File size: 275 KB


Excerpt (computer-generated)

MARTIN-LUTHER-UNIVERSITÄT HALLE-WITTENBERG

Institut für Geschichte

Lehrgebiet: Mittelalter Proseminar: Die Gruppenkultur Europas im Mittelalter

Proseminararbeit

‚Neue Gilden’ in der spätmittelalterlichen Stadt –  Zur Entstehungsgeschichte kaufmännisch-einungsrechtlicher Bindungen und zur Funktion ihrer Mitglieder in der Stadtgemeinde.

Lars Wegner

 

 

INHALTSVERZEICHNIS ... 2

1 Einleitung ... 3

2 Merkmale kaufmännischer Gilden des norddeutschen Raumes ... 4
2.1 Soziale Gruppen und ihre rechtliche Manifestation in der Schwurgemeinschaft ... 4
2.2 Begriffsklärung – Gilde, ‚Alte Gilde’, ‚Neue Gilde’ ... 6
2.3 Strukturen und Aufgaben einer Gilde(-verfassung) ... 8
2.4 Zur Funktion der kaufmännischen Gilden in der Bürgerkommune ... 10

3 Zusammenfassung ... 12

Literaturverzeichnis ... 14

 

 

1 Einleitung

Die Bewohner der mittelalterlichen Stadt stellen sich uns heute als ein Konglomerat unterschiedlich konstituierter Gruppen dar, deren jeweiligen spezifischen Wertesysteme die Art und Weise ihres Verhaltens im sozialen Umfeld bestimmten. Neben der exakten archivartigen Darstellung der Ergebnisse dieses Handelns sollte die Geschichtswissenschaft aber noch einen weiteren Schritt leisten, sie muss der Beobachtung eine Erklärung, das ‚Warum’ gewisser Entscheidungen und daraus resultierender Ereignisse, anheim stellen, wobei sie zur eigentlichen Forschung, dem Suchen nach Gründen übergeht. Befasst man sich mit dem Verhalten von Menschen, so muss man den Einzelnen immer auch im Kontext seines umfangreichen Netzes an personellen Bindungen und als ein Wesen auffassen, dessen Verhalten in einer signifikanten Gegenseitigkeit zu seiner Umwelt steht. Die sich so ergebenen tatsächlichen Aktionsmöglichkeiten eines Individuums erfahren, sowohl durch sein Geschlecht und seine individuelle (soziale) Genese als auch durch die aktuell wirksamen, situationsspezifisch unterschiedlich ausfallenden Handlungsspielräume eine Einschränkung. An dieser Stelle gilt es nun einzusetzen und zu fragen: Erstens, wie sich die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Art von Gruppe auf die tätige Person auswirkt?

Zweitens, wie der Prozess der Entscheidungsfindung innerhalb der Gruppe, vertikalhierarchisch oder horizontal-gleichheitlich – verstanden als ein nuanciertes und nicht bipolares Verhältnis, abläuft? Drittens, wie es um die wechselseitigen Einflüsse, positiv wie negativ, zu den Angehörigen anderer Gruppen steht? Die Feststellung von Gilden als eine europäische Erscheinung des Mittelalters und Phänomen der okzidentalen Kultur,1 lässt eine zusätzliche Problemebene erkennen. Eine die Fragen nach der Verbindung von bestimmten Gesellschaften und Religionen sowie deren immanentes Verständnis von einer ‚gottgewollten harmonischen Ordnung der Dinge’ aufwirft. Dabei stellt die Einteilung der Welt in unterschiedliche Schichten, Klassen oder Stände2 jeweils nur eine Deutung einer angenommenen Wirklichkeit dar, welche denn auch den historischen Figuren selbst oder dem Begriffsfundus eines Historikers entstammen kann.

Diese Arbeit soll die weiter oben aufgeworfenen Fragen exemplarisch anhand einungsrechtlicher Verbandsstrukturen, des 11. bis 13. Jahrhunderts, im nordwesteuropäischen Raum untersuchen. Sie wird sich dabei auf sog. ‚Sekundärliteratur’ stützen und so die durch die Bearbeitung konkreter historischer Statute aufkommenden Probleme einer Generalisierung, für den genannten Zeitrahmen und das geografische Einzugsgebiet, zu umschiffen versuchen. Dem Hauptteil soll bei der Beantwortung der Fragen die eigentliche Aufmerksamkeit zufallen, die vier Unterpunkte dieses Kapitels können dabei als eine im Komplexitätsgrad kontinuierlich ansteigende Untersuchungskurve aufgefasst werden. Die von einer recht allgemeinen Beschreibung des Begriffes der ‚sozialen Gruppen’ im eigentlichen speziellen Untersuchungsfeld dieser Arbeit, der Funktion einungsrechtlicher kaufmännischer Verbindungen in der städtischen Bürgerkommune, mündet. Den Abschluss soll daraufhin eine letzte überblicksartige Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse bilden.

[...]


1 OEXLE, O.G., Soziale Gruppen in der Ständegesellschaft, S. 34 f.

2 OEXLE, O.G., Die funktionale Dreiteilung der sozialen Wirklichkeit, S. 19 sowie S. 41.


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