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Termpaper, 2005, 23 Pages
Author: Stephanie Wenzl
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Institution/College: University of Regensburg (Institut für Romanistik)
Tags: Selbstvergewisserung, Antwort, Fremdprojektionen, Hauptseminar, Sangre, Arena
Year: 2005
Pages: 23
Grade: 2
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-82633-4
File size: 107 KB
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Abstract
Absicht dieser Arbeit ist es, den costumbrismo als Selbstvergewisserung in Antwort auf Fremdprojektionen am Beispiel Mariano José de Larras darzustellen. Dafür wird anfangs der allgemeine historische Rahmen dargestellt, um auf die Entstehungssituation des costumbrismo als notwendige Folge der Zeichen der Zeit einzugehen. Danach wird der costumbrismo und eine Art seiner Einzelveröffentlichungen, die artículos de costumbre, näher beschrieben. Anschließen wird mit Ramón de Mesonero Romanos ein traditioneller Vertreter dieser literarischen Strömung vorgestellt. Der Autor Mariano José de Larra transformiert dieses Genre und nutzt es zur Gesellschaftskritik, wie durch die Analyse des artículos „Vuelva Usted mañana“ gezeigt wird. Abschließend wird seine Wirkung auf die andere Generationen untersucht.
Excerpt (computer-generated)
Universität Regensburg
Sommersemester 2005
Institut für Romanistik
Hauptseminar Sangre y Arena
Der costumbrismo als Selbstvergewisserung in Antwort auf Fremdprojektionen
von
Stephanie Wenzl
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
A Einleitung 3
B 5
1. Allgemeine Informationen 5
1.1 Der geschichtliche Hintergrund 5
1.2 Die gesellschaftliche Strukturierung 6
1.3 Der literarische Hintergrund 7
1.4 Die zeitgenössischen Rahmenbedingungen als Vorraussetzung für den costumbrismo 8
2. Der costumbrismo 9
2.1 Annäherung an den Begriff des costumbrismo 9
2.2 Costumbristische Erscheinungsformen: der artículo de costumbre 10
3. Ramón de Mesonero Romanos und der costumbrismo 11
4. Mariano José de Larra und der costumbrismo 13
4.1 Mariano José de Larra und „Vuelva Usted mañana“ 13
4.2 Aussageabsicht Mariano José de Larras 16
5. Larras Wirkung auf andere Generationen 18
C Ausblick 21
Literaturverzeichnis 22
A Einleitung
¿Quién es mejor español? ¿El hipócrita que grita: „Todo lo sois; no deis un paso para ganar el premio de la carrera, porque vais adelante“; o el que sinceramente dice a sus compatriotas: „Aún nos queda que andar; la meta está lejos; caminad más aprisa, si queréis ser los primeros.“?1
Die Verdienste Spaniens für Europa und auch für sich selbst beschäftigen von jeher sowohl ausländische Intellektuelle und Schriftsteller als auch spanische Literaten und Gelehrte. Ausgangspunkt dieser Grundproblematik liegt in der Alterität Spaniens, welche von europäischen Staaten attestiert und auch von Spanien selbst aufrechterhalten wird. Montesquieus Lettres Persannes als Paradebeispiel der Darstellung Spaniens aus der Fremdperspektive fällen ein Pauschalurteil über spanische Charakteristika wie Stolz und Ehre aber auch Faulheit und Rückständigkeit und geben für lange Zeit Ansatz zu heftigen Diskussionen. Die Leyenda negra konstituiert durch die spanische Inquisition, Felipe II und die Kolonisierung Lateinamerikas ein Selbstbild Spaniens, das auf Eigendarstellungen wie der von Bartolomé de las Casas basiert, aber „nur teilweise den tatsächlichen Geschehnissen und Tatsachen“ 2 entspricht. Das Spanienproblem kann also als Synthese von Fremdbild und Selbstbild festgelegt werden. Dieses Gedankengut findet in unzähligen Epochen eine Bearbeitung durch nationale und internationale literarische Produktionen.
In der ersten Hälfte des 19ten Jahrhunderts geht es dem spanischen Intellektuellen Mariano José de Larra nicht nur um die bloße Darstellung der spanischen Eigenheiten, mit dem Ziel der Wiederherstellung des nationalen Selbstverständnisses, sondern vielmehr um eine Neuordnung der gesellschaftlichen Umstände. Er ist sich der fatalen Lage Spaniens bewusst, „una de la ideas fundamentales de Larra era la de que en España no había nada, no se hacía nada, ni pasaba nada“3 und will die Bevölkerung aus ihrer Lethargie reißen. Dafür sieht er das Anknüpfen an den allgemeinen Fortschritt als unumgängliche Maßnahme. Die Andersartigkeit Spaniens kann nur aufgehoben werden, indem man sich auf seine Traditionen besinnt und sie mit modernen Entwicklungen kombiniert. Vor allem durch seine artículos de costumbre reagiert er auf das gängige Spanienbild, übt Kritik daran und liefert gleichzeitig auch einen Lösungsvorschlag – Auch der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.
Absicht dieser Arbeit ist es, den costumbrismo als Selbstvergewisserung in Antwort auf Fremdprojektionen am Beispiel Mariano José de Larras darzustellen. Dafür wird anfangs der allgemeine historische Rahmen dargestellt, um auf die Entstehungssituation des costumbrismo als notwendige Folge der Zeichen der Zeit einzugehen. Danach wird der costumbrismo und eine Art seiner Einzelveröffentlichungen, die artículos de costumbre, näher beschrieben. Anschließen wird mit Ramón de Mesonero Romanos ein traditioneller Vertreter dieser literarischen Strömung vorgestellt. Der Autor Mariano José de Larra transformiert dieses Genre und nutzt es zur Gesellschaftskritik, wie durch die Analyse des artículos „Vuelva Usted mañana“ gezeigt wird. Abschließend wird seine Wirkung auf die andere Generationen untersucht.
B
1. Allgemeine Informationen
1.1 Der geschichtliche Hintergrund
1808 Unabhängigkeitskriege gegen die französische Besatzung unter König Joseph Bonaparte
1810 Cortes de Cádiz ( = > 1812 liberale Verfassung)
1814 - 20 König Ferdinand VII (1te absolutistische Phase)
1820 Aufstand von Riego - Trienio Liberal (Wiederaufnahme der liberalen Verfassung)
1823 - 33 König Ferdinand VII (2te absolutistische Phase)
1833 - 41 Königin María Cristina/ Regierung unter Menizábal
Der geschichtliche Hintergrund der Lebens- und Schaffenszeit von Mariano José de Larra wird durch zwei unterschiedliche Phasen bestimmt, die sich gegenseitig abwechseln und seine menschliche und schriftstellerische Entwicklung beeinflussen. Absolutismus unter Ferdinand VII und konstitutionelle Monarchie durch die Verfassung der Cortes von Cádiz von 1812 lösen einander ab und generieren dabei „a surprisingly dynamic picture of Spain immersed in the violent social, political, and psychological revolution which marked the beginning of its transformation into a modern nation.“4 Jedoch kann keine dieser Phasen der Bevölkerung Frieden und Wohlstand garantieren, da der Absolutismus nur noch auf politischer, aber keiner ideelle Macht und der Liberalismus nur auf einem ideellen System, aber nicht auf der politischen Entwicklung des Volkes basiert. So befindet man sich in der Endphase einer absoluten Monarchie und dem Beginn des Liberalismus, ohne politisch praktikable Alternative.5
[....]
1 Mariano José, de Larra, Artículos, Madrid: Editorial castalia didáctica, 1990.
2 Eva, Braun, La leyenda negra, Regensburg: Paperausgabe, 2005.
3 Luis, Lorenzo-Rivero, Larra y Sarmiento: Paralelismos historicos y literarios, Madrid: Ediciones Guadarrama, 1968.
4 Joseph, Servodidio, The articles of Mariano José de Larra: A chronicle of social change, Michigan: Columbia University Press, 1969.
5 Eva, Konitzer, Larra und der costumbrismo, Meisenheim am Glan: Verlag Anton Hain, 1970.
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