Register or log in at GRIN

Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password


Request a new password
Ausbreitung und Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im hanseatischen Raum close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Ausbreitung und Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im hanseatischen Raum

Termpaper, 2007, 24 Pages
Author: Matthias Widner
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Event: HS: Sprache und Kommunikation in der Hanse
Institution/College: University of Rostock (Institut für Germanistik)
Tags: Ausbreitung, Funktionen, Literatur, Raum, Sprache, Kommunikation, Hanse
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 24
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 16  Entries
Language: German

Archive No.: V77778
ISBN (E-book): 978-3-638-82316-6
ISBN (Book): 978-3-638-82480-4
File size: 221 KB
Notes :
Hatte die Hanse literaturwissenschaftliche Auswirkungen? Hat die Literatur der Hanse geholfen? Wie waren die Zusammenhänge der mittelniederdeutschen Händlersprache und der Ausbreitung der Alltagssprache im Hanseraum.


Abstract

Die Hanse ist eines der bedeutendsten Phänomene des Mittelalters. Wie kein anderes hatte sie die Geschichte Nordeuropas mitbestimmt, während die Handlungsschwerpunkte der Kaiser im Heiligen Reich Römischer Nation eher in Süddeutschland und Südeuropa lagen. Neben ihrer wirtschaftspolitischen Funktion kam ihr mit dem Übergang von der Kaufmannshanse zur Städtehanse, d.h., mit der Intensivierung der zwischenkommunalen Kontakte, im wachsenden Maße eine kulturpolitische Bedeutung zu. Die niederdeutschen Kaufleute verbanden nicht nur Absatzmärkte mit Rohstoffhäfen, sondern brachten dem nord- und osteuropäischen, gerade im Entstehen begriffenen oder noch nicht vorhandenen, Bürgertum auch literarische und sprachliche Errungenschaften West- und Mitteleuropas näher. Die Ausbreitung und Verwendung des Niederdeutschen soll jedoch nur im Kontext mit der Bedeutung der Hanse für die Literatur in Nordeuropa behandelt werden. Neben dem Kulturtransport ist die Frage der Freizeitgestaltung der Angehörigen der Kantoren oder Schiffsbesatzungen im Winter vom Interesse. In dieser Jahreszeit – vom 11. November bis zum 22. Februar – war es verboten Handelsverkehr über der Ostsee zu betreiben. Es ist wenig glaubhaft, dass es dort nur mit einer solchen Brutalität zuging, von der die Etymologie des Wortes „hänseln“ zeugt. Gesicherter ist die Beschäftigung mit Erzählungen und Musik. Das hansische Erzählen, d.h., die Literatur der Hanse , soll in dieser Arbeit am Beispiel von mehreren Beispieltexten auf ihre Funktionen und Ausbreitung untersucht werden. Als verbindendes Glied stellt sich die Frage nach den Einflusssphären: War die kulturelle Beeinflussung wechselseitig oder einseitig? Aus welchen Regionen wurden literarische Güter übernommen und in welchen Regionen beeinflusste die niederdeutsche Hanse selbst das geistige Leben? Methodisch ist die Arbeit daher in zwei Abschnitte untergliedert. Im ersten werden die Umgebungskriterien hanseatischer Literatur untersucht. Hier spielen historische, literaturwissenschaftliche und sprachwissenschaftliche Faktoren eine Rolle, obwohl zwischen diesen keine absolute Zäsur vorgenommen werden kann. Im zweiten Teil werden einzelne Werke genauer beschrieben. Gleichwohl sie die mittelalterliche Literatur des hanseatischen Raums nur ansatzweise repräsentieren, wird versucht, typische Wesenszüge der damaligen Literatur herauszustellen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Rostock

Philosophische Fakultät Institut für Germanistik

HS: Sprache und Kommunikation in der Hanse

Ausbreitung und Funktionen mittelniederdeutscher Literatur im hanseatischen Raum

Verfasser der Arbeit: Matthias Widner Lehramt Gymn. Geschichte / Germanistik

Rostock, den 17.01.2007.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 2

2. Umgebungskriterien hanseatischer Literatur ... 3
a. Historischer Kontext ... 3
b. Literaturwissenschaftlicher Kontext ... 6
c. Sprachwissenschaftlicher Kontext ... 10

3. Funktionen der Literatur an verschiedenen Beispielen ... 14
a. Die Mittelniederdeutsche Margaretenlegende ... 14
b. Die Thidrekssaga ... 15
c. Reynke de Vos ... 17

4. Schlussbemerkung ... 19

5. Literatur ... 22

 

 

1. Einleitung

Die Hanse ist eines der bedeutendsten Phänomene des Mittelalters. Wie kein anderes hatte sie die Geschichte Nordeuropas mitbestimmt, während die Handlungsschwerpunkte der Kaiser im Heiligen Reich Römischer Nation eher in Süddeutschland und Südeuropa lagen. Neben ihrer wirtschaftspolitischen Funktion kam ihr mit dem Übergang von der Kaufmannshanse zur Städtehanse, d.h., mit der Intensivierung der zwischenkommunalen Kontakte, im wachsenden Maße eine kulturpolitische Bedeutung zu. Die niederdeutschen Kaufleute verbanden nicht nur Absatzmärkte mit Rohstoffhäfen, sondern brachten dem nord- und osteuropäischen, gerade im Entstehen begriffenen oder noch nicht vorhandenen, Bürgertum auch literarische und sprachliche Errungenschaften West- und Mitteleuropas näher. Die Ausbreitung und Verwendung des Niederdeutschen soll jedoch nur im Kontext mit der Bedeutung der Hanse für die Literatur in Nordeuropa behandelt werden. Neben dem Kulturtransport ist die Frage der Freizeitgestaltung der Angehörigen der Kantoren oder Schiffsbesatzungen im Winter vom Interesse. In dieser Jahreszeit – vom 11. November bis zum 22. Februar – war es verboten Handelsverkehr über der Ostsee zu betreiben.

Es ist wenig glaubhaft, dass es dort nur mit einer solchen Brutalität zuging, von der die Etymologie des Wortes „hänseln“ zeugt.1 Gesicherter ist die Beschäftigung mit Erzählungen und Musik. Das hansische Erzählen, d.h., die Literatur der Hanse2, soll in dieser Arbeit am Beispiel von mehreren Beispieltexten auf ihre Funktionen und Ausbreitung untersucht werden. Als verbindendes Glied stellt sich die Frage nach den Einflusssphären: War die kulturelle Beeinflussung wechselseitig oder einseitig? Aus welchen Regionen wurden literarische Güter übernommen und in welchen Regionen beeinflusste die niederdeutsche Hanse selbst das geistige Leben? Methodisch ist die Arbeit daher in zwei Abschnitte untergliedert. Im ersten werden die Umgebungskriterien hanseatischer Literatur untersucht. Hier spielen historische, literaturwissenschaftliche und sprachwissenschaftliche Faktoren eine Rolle, obwohl zwischen diesen keine absolute Zäsur vorgenommen werden kann. Im zweiten Teil werden einzelne Werke genauer beschrieben. Gleichwohl sie die mittelalterliche Literatur des hanseatischen Raums nur ansatzweise repräsentieren, wird versucht, typische Wesenszüge der damaligen Literatur herauszustellen.

[...]


1 Vgl. Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch, Berlin 1989, S. 293: Das Wort „hänseln“ kommt eigentlich von „necken“, bzw. „jmd. aufziehen“ und ist in dieser Semantik seit dem 17. Jahrhundert belegt. Älter scheint der Bezug zur Hanse und dem Wort „hansen“ zu sein, wo es „in eine Gesellschaft aufnehmen“ bedeutet hatte. Mit dieser Aufnahmeprüfung waren teilweise schwere und körperlich riskante Mutproben verbunden.

2 Vgl. Foster, Leonard: Die Thidrekssaga als hansische Literatur. In: Sture Ureland (Hg.), Sprachkontakt in der Hanse. Aspekte des Sprachausgleichs im Ostsee und Nordseeraum, Linguistische Arbeiten 191, Tübingen 1987, S.43: Der Begriff „Literatur der Hanse“ ist problematisch, da er nie befriedigend untersucht worden ist. Im Handbuch zur niederdeutschen Sprach- und Literaturwissenschaft von Cordez/Mölln kommt der Begriff beispielsweise nicht vor.


Comments

No comments yet

Add comment

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/77778/ausbreitung-und-funktionen-mittelniederdeutscher-literatur-im-hanseatischen
please wait Please wait