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Die Auswirkungen des Malleus Maleficarum auf das Spätmittelalter close

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Die Auswirkungen des Malleus Maleficarum auf das Spätmittelalter

Scholary Paper (Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Christian Berwanger
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V77805
ISBN (E-book): 978-3-638-82865-9
ISBN (Book): 978-3-638-83185-7
File size: 166 KB

Abstract

Die folgende Seminararbeit wird sich mit den Auswirkungen des Hexenhammers von Heinrich Kramer auf das Spätmittelalter beschäftigen. Um zu einer berechtigten Beurteilung des Werkes zu gelangen, werden die spezifischen Eigenschaften des Malles gegenüber früheren Werken gegen Ketzerei analysiert. Warum gelangte der Malleus zu so großer Bedeutung im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, obwohl bereits früher ähnliche Schriften erschienen waren? Zu Beginn der Arbeit soll auf das Verfasserproblem des Hexenhammers eingegangen werden, um danach mit der Frage anzuschließen, warum ausgerechnet Frauen im Malleus als besonders anfällig für den Einfluss des Teufels dargestellt werden, was schon durch den Titel „Malleus Maleficarum deutlich wird. Nach der Darstellung und Analyse des Frauenbildes im Malleus, werden weitere Spezifika des Malleus betrachtet. Es soll erklärt werden, wie sich der frühere Ketzerprozess, der bis zur Erscheinung des Malleus in Hinsicht auf die Bekämpfung von Häresien durch die Kirche existierte, zum Hexenprozess entwickelt hat, in dem weniger das häretische Moment als vielmehr die praktische Zauberei im Vordergrund der Erklärung steht. Zum Schluss wird im Rahmen der Eigenheiten des Malleus auf den Einfluss bzw. die Einflussnahme der weltlichen Gerichtsbarkeit auf den Hexenprozess eingegangen, um auch Traditionen und Veränderungen innerhalb des Kirchenrechts zu beleuchten. Bis zu dieser Stelle der Arbeit wird der eigentliche Inhalt des Malleus und dessen Kapiteleinteilung bewusst nicht näher in Augenschein genommen, da stärkere Akzente zu Beginn auf die Besonderheiten dieses Werkes gelegt werden sollen. Der Inhalt wird kurz umrissen, wenn auf den „Nürnberger Hexenhammer“ von Heinrich Kramer eingegangen wird, da dieser sich eng anlehnt an den Hexenhammer von 1487, der in dieser Arbeit analysiert wird. Auf den Nürnberger Hexenhammer wird Bezug genommen, da er sich als gute Möglichkeit darstellt, zu zeigen, wie der Hexenhammer von 1487 schon zu Lebzeiten des Inquisitors auf Widerstand gestoßen ist und wie überzeugt Heinrich Kramer von seinen Vorstellungen war, dass er gar ein zweites ähnliches Werk schrieb, mit dem Versuch, auch die stärksten Zweifler von seiner Sicht der Dinge zu überzeugen. Nach dieser Erläuterung soll zum Schluss der Arbeit der Einfluss des Buchdrucks auf die Rezeption des Malleus dargestellt werden.


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln
Philosophische Fakultät
Historisches Seminar
Seminar: Die Luxemburger
Sommersemester 2005

Die Auswirkungen des Malleus Maleficarum auf das Spätmittelalter

von Christian Berwanger



Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Das Verfasserproblem 4

3. Spezifische Eigenheiten des Malleus Maleficarum 6

3.1 Frauenfeindlichkeit im Malleus 7
3.2 Das Malefizium 10
3.3 Weltliche Gerichtsbarkeit 12

4. Erste Zweifel am Malleus: Der Hexenhammer von Nürnberg 14

5. Die Bedeutung des Buchdrucks für die Rezeption des Malleus 17

6. Schlusswort 18

7. Literaturverzeichnis 20

 

1. Einleitung

Die folgende Seminararbeit wird sich mit den Auswirkungen des Hexenhammers von Heinrich Kramer auf das Spätmittelalter beschäftigen. Um zu einer berechtigten Beurteilung des Werkes zu gelangen, werden die spezifischen Eigenschaften des Malles gegenüber früheren Werken gegen Ketzerei analysiert. Warum gelangte der Malleus zu so großer Bedeutung im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, obwohl bereits früher ähnliche Schriften erschienen waren?

Zu Beginn der Arbeit soll auf das Verfasserproblem des Hexenhammers eingegangen werden, um danach mit der Frage anzuschließen, warum ausgerechnet Frauen im Malleus als besonders anfällig für den Einfluss des Teufels dargestellt werden, was schon durch den Titel „Malleus Maleficarum deutlich wird. Nach der Darstellung und Analyse des Frauenbildes im Malleus, werden weitere Spezifika des Malleus betrachtet. Es soll erklärt werden, wie sich der frühere Ketzerprozess, der bis zur Erscheinung des Malleus in Hinsicht auf die Bekämpfung von Häresien durch die Kirche existierte, zum Hexenprozess entwickelt hat, in dem weniger das häretische Moment als vielmehr die praktische Zauberei im Vordergrund der Erklärung steht. Zum Schluss wird im Rahmen der Eigenheiten des Malleus auf den Einfluss bzw. die Einflussnahme der weltlichen Gerichtsbarkeit auf den Hexenprozess eingegangen, um auch Traditionen und Veränderungen innerhalb des Kirchenrechts zu beleuchten.

Bis zu dieser Stelle der Arbeit wird der eigentliche Inhalt des Malleus und dessen Kapiteleinteilung bewusst nicht näher in Augenschein genommen, da stärkere Akzente zu Beginn auf die Besonderheiten dieses Werkes gelegt werden sollen. Der Inhalt wird kurz umrissen, wenn auf den „Nürnberger Hexenhammer“ von Heinrich Kramer eingegangen wird, da dieser sich eng anlehnt an den Hexenhammer von 1487, der in dieser Arbeit analysiert wird. Auf den Nürnberger Hexenhammer wird Bezug genommen, da er sich als gute Möglichkeit darstellt, zu zeigen, wie der Hexenhammer von 1487 schon zu Lebzeiten des Inquisitors auf Widerstand gestoßen ist und wie überzeugt Heinrich Kramer von seinen Vorstellungen war, dass er gar ein zweites ähnliches Werk schrieb, mit dem Versuch, auch die stärksten Zweifler von seiner Sicht der Dinge zu überzeugen.

Nach dieser Erläuterung soll zum Schluss der Arbeit der Einfluss des Buchdrucks auf die Rezeption des Malleus dargestellt werden.
 

2. Das Verfasserproblem

Zu Beginn dieses Kapitels stellt sich die Frage, warum ausgerechnet auf das Verfasserproblem des Malleus Maleficarum eingegangen wird. Scheint es doch auf den ersten Blick, dass dieser analytische Ansatzpunkt mit den in der Einleitung genannten Untersuchungsschwerpunkten kaum in einer Beziehung steht, so wird bei einer genaueren Betrachtung das Gegenteil deutlich. Während eine Beteiligung Heinrich Kramers an dem zugrunde liegenden Werk belegt ist, sind Zweifel an der Mitarbeit seines Ordensbruders Jakob Sprenger durchaus berechtigt. Beschäftigt man sich nun eingehend mit dem Problem der Autorenschaft in Bezug auf das Verhältnis zwischen Kramer und Sprenger, lassen sich zum einen erste Rückschlüsse auf Kramers Mentalität und Charakter ziehen, der auch noch an anderen Stellen von Bedeutung sein wird, und zum anderen auf den womöglich tatsächlichen Beitrag Sprengers am Malleus.

Von der Titulatur des Buches können an dieser Stelle keine Rückschlüsse auf die Autoren gezogen werden, da den frühen Ausgaben der Buchtitel fehlt, in der Nürnberger Ausgabe von 1494 war zwar der Drucker genannt, aber nicht die Namen der Autoren. Bei dem Drucker Koberger, der mit der 3. Auflage des Buches beauftragt war, ist von einem Autor die Rede, mit dem vermutlich Kramer gemeint ist, der zu diesem Zeitpunkt (1491) in Nürnberg verweilte, da er vom dortigen Rat wegen der Hexereiprobleme um Äußerung seiner Meinung gebeten wurde. Erst 1519 werden sowohl Kramer als auch Sprenger als gleichberechtigte Autoren in der Nürnberger Ausgabe des Verlegers Friedrich Peypus genannt. Beide waren zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Von da handelte es sich bei den folgenden Ausgaben um ein stetiges Wechselbad, was die Autorenschaft betraf. „Die Frage, welcher Antheil jedem der Verfasser an dem gemeinsamen Werk zukommt, ist in der bisherigen Literatur bald zu Gunsten von Sprenger, bald zu Gunsten von Institoris entschieden worden.“1 Wirft man allerdings einen Blick auf das Leben von Jakob Sprenger, stellt sich die Frage, warum er sich an diesem Werk hätte beteiligen sollen, zumal er mit keiner Hexeninquisition oder einem anderen Inquisitionsverfahren mit tödlichem Ausgang in Verbindung gebracht wird, obwohl er bereits 1481, also vor der Verfassung des Malleus, Inquisitor der Diözesen Mainz, Köln und Trier war.2

Dem gegenüber steht Heinrich Kramer, der die Ravensburger Hexenverfolgung leitete und von Papst Innozenz VIII „die berüchtigte Bulle Summis desiderantes affectibus erwirkte, in der die Notwendigkeit der Hexenverfolgung in Deutschland autorisiert, und er zum päpstlichen Beauftragten ernannt wurde.“3 Zudem steht es außer Frage, an der Verfasserschaft Kramers zu zweifeln, da er sich selbst zu seiner Autorschaft bekannt hat, am eindrucksvollsten vermutlich während seiner Tätigkeit für den Nürnberger Rat 1491, wo er in seinem Protokoll mehrmals auf den Malleus verweist, und das Buch, das in diesem Zusammenhang entstand, frappierende Ähnlichkeit mit dem Malleus hat, sowohl inhaltlich als auch formal4.

Während bei Kramer die Beseitigung des Hexenproblems im Vordergrund seiner Werke steht, stößt man in den Werken Jakob Sprengers auf einen anderen Sachverhalt, nämlich auf keinerlei Anzeichen für die Neigung zu Hexenverfolgungen5. Dieses Verhalten harmoniert folglich damit, dass Sprengers Name nie mit einer Hexeninquisition assoziiert wurde.

[...]


1 Hansen, J.: Quellen und Untersuchungen. S. 404
2 Behringer, W.: Henrich Kramers <<Hexenhammer>>: Text und Kontext. S. 87
3 Behringer, W.: Hexen.Glaube,Verfolgung.Vermarktung. S.42
4 Endres, R.: Heinrich Institoris, sein Hexenhammer und der Nürnberger Rat. In: Segl, P.: Der Hexenhammer. Entstehung und Umfeld des Malleus maleficarum von 1487. S. 215
5 Behringer, W.: Heinrich Kramers <<Hexenhammer>>: Text und Kontext. In: Schmauder, A.: Frühe Hexenverfolgung in Ravensburg und am Bodensee. S. 95
 


 


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