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Bewegungs- und Lernspiele im Englischunterricht der Primarstufe und ihre Funktion für die Förderung des Spracherwerbs

Examensarbeit, 2005, 72 Seiten
Autor: Karolina Wysocki
Fach: Anglistik - Anderes

Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 72
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 68  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V77862
ISBN (E-Book): 978-3-638-84071-2
ISBN (Buch): 978-3-638-84083-5
Dateigröße: 1875 KB

Zusammenfassung / Abstract

Mit Beginn des Schuljahres 2004/2005 wurde der frühzeitige Englischunterricht ab der dritten Klasse verbindlich für das Bundesland Nordrhein-Westfalen eingeführt. Hierbei handelt es sich nicht um die bloße Vorverlegung aus der Sekundarstufe I, sondern um eine eigens für die Primarstufe entwickelte Unterrichtsform. Hauptbestandteil bilden hierbei spielerische Elemente, die vor allem die Aufmerksamkeit und Motivation der Schüler sichern und Überforderung vermeiden sollen. Die mögliche Verbindung von Spielen und Lernen zur Förderung des englischen Sprachverständnisses im Grundschulalter bildet die Basis dieser Arbeit und begründet ihren Aufbau, der im Folgenden dargestellt wird. Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird analysiert, ob und weshalb der frühzeitige Englischunterricht sinnvoll ist, warum die Einführung des Englischunterrichts in NRW im dritten Schuljahr erfolgt und welche Bedenken und Vorurteile dem entgegenstehen. Darauffolgend werden die Ziele und Schwerpunkte des Lehrplans Englisch in NRW näher erläutert, wobei insbesondere auf die vier Fertigkeiten „Hörverstehen“, „Sprechen“, „Leseverstehen“ und „Schreiben“ eingegangen wird. Die effektive und grundschulgerechte Umsetzung des Englischunterrichts wird anschließend beleuchtet. Das dritte Kapitel beschäftigt sich vordergründig mit dem Einsatz der Lernspiele. Neben der ausführlichen Darstellung ihrer Bedeutung im Unterricht bildet die detaillierte Auflistung einzelner Lernspiele den Hauptbestandteil dieses Kapitels. Hierbei werden den jeweils zu fördernden Fertigkeiten geeignete Lern- und Bewegungsspiele zugeordnet. Abschließend erfolgt die Betrachtung von möglichen Leistungsbewertungsmethoden im spielorientierten Englischunterricht. Im Rahmen des vierten Kapitels wird anhand der Evaluation des Hamburger Schulversuchs „Englisch ab Klasse 3“ die Lerneffektivität im spielorientierten Englischunterricht beleuchtet. Die zum Fremdsprachenunterricht erhobenen Schüleräußerungen stellen nachfolgend die Resonanz der Schüler auf den Englischunterricht dar und zeigen, mit welchen Gefühlen sie dem Wechsel zur weiterführenden Schule entgegensehen. Im abschließenden Teil dieser Arbeit erfolgt eine Zusammenfassung aus persönlich durchgeführten Lehrerinterviews, die zum Thema „Spielorientierter Englischunterricht“ Stellung nehmen und auf beruflichen Erfahrungen beruhen.


Textauszug (computergeneriert)

Bewegungs- und Lernspiele im Englischunterricht der Primarstufe und ihre Funktion für die Förderung des Spracherwerbs
Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt für die Primarstufe

dem Staatlichen Prüfungsamt für Erste Staatsprüfungen für Lehrämter an Schulen Essen

vorgelegt von:
Karolina Wysocki
Wuppertal

 

Bergische Universität Wuppertal

Geistes- und Kulturwissenschaften
Anglistik/Amerikanistik

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 5

2. Englisch in der Grundschule ... 5

2.1 Ursachen und Bedeutung des Englischunterrichts in der Grundschule ... 5

2.2 Beweggründe für den Einsatz des Fremdsprachenunterrichts ab Klasse 3 ... 8

2.3 Bedenken und Vorurteile zum frühzeitigen Fremdsprachenerwerb ... 8

2.4 Ziele und Schwerpunkte des Lehrplans Englisch in NRW ... 9
2.4.1 Leistungsbewertung laut Lehrplan in NRW ... 11
2.4.2 Die vier Fertigkeiten - Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben ... 12
2.4.2.1 Hörverstehen ... 13
2.4.2.2 Sprechen ... 13
2.4.2.3 Leseverstehen ... 14
2.4.2.4 Schreiben ... 15
2.4.3 Kultur ... 15

2.5 Inhalte einer effektiven und grundschulgerechten Umsetzung des Fremdsprachenunterrichts ... 16
2.5.1 Die Bedeutung der „silent period“ ... 17
2.5.2 Ausspracheprobleme und deren Lösung ... 18
2.5.3 Korrekturverhalten ... 19
2.5.4 Classroom language ... 19

3. Der spielorientierte Fremdsprachenunterricht ... 20

3.1 Inhalte und Struktur des Spieleinsatzes im Unterricht ... 20
3.1.1 Abwechslungsreiche Gruppeneinteilung im spielorientierten Englischunterricht ... 21
3.1.2 Die Rolle der Lehrkraft beim spielorientierten Fremdsprachenunterricht ... 21
3.1.3 Das Problem der Klassengröße und der Lautstärke von Lernspielen im Klassenzimmer ... 22

3.2 Lernspiele für den Englischunterricht ... 23
3.2.1 Die Bedeutung von Lernspielen im Englischunterricht ... 23
3.2.2 Spiele zur Förderung des detaillierten Hörverstehen ... 25
3.2.3 Sprechspiele ... 27
3.2.3.1 Vom nachahmenden Sprechverhalten bis zur freien Kommunikation ... 28
3.2.3.2 Übung zur Aussprache ... 30
3.2.3.3 Spiele zur Wiederholung, Festigung und Erweiterung des Wortschatzes ... 31
3.2.3.4 Sprechspiele mit integrierter Grammatikübung ... 32
3.2.4 Lernspiel zur Förderung der Lesefertigkeit ... 34
3.2.5 Lernspiel zur Förderung der Schreibfertigkeit ... 34
3.2.6 Die englische Kultur auf eine spielerische Weise kennen lernen ... 36
3.2.7 Bewegungsspiele als besondere Form der Lernspiele für den Englischunterricht ... 38
3.2.7.1 Die Bedeutung von Bewegung im Unterricht ... 38
3.2.7.2 Die Auswirkungen von Bewegungselemente auf die Sprachförderung im Englischunterricht ... 39
3.2.8 Spielorientierte Hilfsmittel für den Fremdsprachenunterricht ... 41
3.2.8.1 Die Handpuppe als einsteigender Gesprächspartner für Schüler und Lehrer ... 41
3.2.8.2 Der Computereinsatz im Englischunterricht ... 42

3.3 Die Leistungsermittlung im spielorientierten Englischunterricht ... 42
3.3.1 Beobachtung ... 43
3.3.2 Spielorientierter Test ... 44
3.3.3 Portfolio ... 45

4. Die Lerneffektivität im spielorientierten Englischunterricht ... 48

4.1 Hamburger Schulversuch „Englisch ab Klasse 3“ ... 48
4.1.1 Untersuchungsaspekte der Evaluation im dritten und vierten Schuljahr ... 48
4.1.2 Zusammenfassung der Beobachtungen zum Schülerverhalten ... 48
4.1.3 Übersicht des Sprachstandes am Ende des dritten Schuljahres ... 48
4.1.4 Übersicht des Sprachstandes am Ende des vierten Schuljahres ... 50
4.1.5 Zusammenfassung der Schülerinterviews ... 51
4.1.6 Schlusswort zur Untersuchung ... 52

5. Experteninterviews zum spielorientierten Englischunterricht ... 52

6. Fazit ... 53

Anhang ... 55

Literaturverzeichnis 69

 

1. Einleitung

Mit Beginn des Schuljahres 2004/2005 wurde der frühzeitige Englischunterricht ab der dritten Klasse verbindlich für das Bundesland Nordrhein-Westfalen eingeführt. Hierbei handelt es sich nicht um die bloße Vorverlegung aus der Sekundarstufe I, sondern um eine eigens für die Primarstufe entwickelte Unterrichtsform, die altersadäquat und kindgerecht konzipiert wurde. Hauptbestandteil bilden hierbei spielerische Elemente, die vor allem die Aufmerksamkeit und Motivation der Schüler sichern und Überforderung vermeiden sollen. In Form von Lern- und Bewegungsspielen werden den Schülern vordergründig die primären Fertigkeiten „Hörverstehen“ und „Sprechen“ sowie kulturelles Hintergrundwissen der Fremdsprache vermittelt.
Die mögliche Verbindung von Spielen und Lernen zur Förderung des englischen Sprachverständnisses im Grundschulalter bildet die Basis dieser Arbeit und begründet ihren Aufbau, der im Folgenden dargestellt wird.
Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird analysiert, ob und weshalb der frühzeitige Englischunterricht sinnvoll ist, warum die Einführung des Englischunterrichts in NRW im dritten Schuljahr erfolgt und welche Bedenken und Vorurteile dem entgegenstehen.
Darauffolgend werden die Ziele und Schwerpunkte des Lehrplans Englisch in NRW näher erläutert, wobei insbesondere auf die vier Fertigkeiten „Hörverstehen“, „Sprechen“, „Leseverstehen“ und „Schreiben“ eingegangen wird.
Die effektive und grundschulgerechte Umsetzung des Englischunterrichts wird anschließend beleuchtet.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich vordergründig mit dem Einsatz der Lernspiele.
Neben der ausführlichen Darstellung ihrer Bedeutung im Unterricht bildet die detaillierte Auflistung einzelner Lernspiele den Hauptbestandteil dieses Kapitels.
Hierbei werden den jeweils zu fördernden Fertigkeiten geeignete Lern- und Bewegungsspiele zugeordnet. Abschließend erfolgt die Betrachtung von möglichen Leistungsbewertungsmethoden im spielorientierten Englischunterricht.
Im Rahmen des vierten Kapitels wird anhand der Evaluation des Hamburger Schulversuchs „Englisch ab Klasse 3“ die Lerneffektivität im spielorientierten Englischunterricht beleuchtet. Die zum Fremdsprachenunterricht erhobenen Schüleräußerungen stellen nachfolgend die Resonanz der Schüler auf den Englischunterricht dar und zeigen, mit welchen Gefühlen sie dem Wechsel zur weiterführenden Schule entgegensehen.
Im abschließenden Teil dieser Arbeit erfolgt eine Zusammenfassung aus persönlich durchgeführten Lehrerinterviews, die zum Thema „Spielorientierter Englischunterricht“ Stellung nehmen und auf beruflichen Erfahrungen beruhen.

 

2. Englisch in der Grundschule

2.1 Ursachen und Bedeutung des Englischunterrichts in der Grundschule

„Beim Duschen wird morgens das Shampoo benutzt, anschließend essen die cleveren Kids ihre Cornflakes, in der Schulpause nehmen sie Sprite und Milky Way zu sich und am Nachmittag geht es mit dem Skateboard zum Shopping in den Supermarkt“ (Ehrlich Elke 1997, S.126).
Dieses Zitat verdeutlicht, dass Kinder schon früh unbewusst mit Anglizismen und englischen Lexemen konfrontiert werden. Die Kinder der heutigen Generation erwerben bereits im Kindergartenalter englische Sprachkenntnisse, die ihnen über verschiedene Medien wie Musik, Fernsehen, Werbung, Computerspiele und - programme näher gebracht werden. Ob sie diese englischsprachigen Ausdrücke als fremdsprachlich auffassen, ist allerdings fraglich. Jedoch könnte gerade dieser Aspekt im Rahmen des einsteigenden Englischunterrichts motivierend auf die Kinder wirken, indem ihnen bewusst gemacht wird, wie viele englische Wörter sie in ihrem alltäglichen Leben benutzen und auch schon verstehen können (vgl. Schmid-Schönbein Gisela 2001, S.28-29). Dadurch kann in der Regel ein Interesse für das Erwerben weiterer Englischkenntnisse geweckt werden. Um die Vorteile des Erlernens der englischen Sprache zu verdeutlichen, werden folgend einige Argumente aus pragmatischer, politischer und sprachtheoretischer Sicht aufgeführt (vgl. Weisgerber Bernd 1991, S.37-39).

Pragmatische Sicht

Aus der pragmatischen Sicht dient der Erwerb der englischen Sprache zur Verbesserung der internationalen Kommunikation. Denn wer Englisch lernt, möchte aufgrund seiner erworbenen Sprachkenntnisse auch mit englischsprachigen Menschen kommunizieren, Texte oder Bücher verstehen und lesen können.
Englisch ist zudem eine Sprache, die als „Lingua franca“ der Gegenwart weltweit als Kommunikationsmittel einsetzbar ist.

Politische Sicht

Weshalb der Fremdsprachenerwerb aus politischer Sicht zur Notwendigkeit wird, lässt sich an den aktuellen weltpolitischen Entwicklungen und dem Prozess der europäischen Vereinigung erkennen.
Im Zuge der gegenwärtigen Globalisierung gewinnt eine einheitliche Verständigungssprache immer mehr an Bedeutung. Da Englisch als Fremdsprache auf der ganzen Welt Anerkennung findet, ist es nahe liegend, diese auch für jedermann zugänglich zu machen.

Sprachtheoretische Sicht

Aus der sprachtheoretischen Sicht kann das Erlernen einer Zweitsprache eine „Reflektion“ auf die Erstsprache sein. Diese Sprachreflektion kann zum Beispiel auf der phonologischen Ebene erfolgen, indem Laute der Erst- und Zweitsprache bewusst verglichen werden. Ein Beispiel dazu wäre, wenn sich ein Kind beim Erlernen der englischen Vokabel „eyes“ Gedanken über die Phonologie macht und ein phonologisch gleichgesetztes Wort im Deutschen sucht, wie z.B. das deutsche Wort „Eis“. Des Weiteren kann eine Sprachreflektion auf einer lexikalischsemantischen (inhaltlich) sowie auf einer syntaktischen (grammatisch) Ebene geschehen.
Eine Sprachreflektion entwickelt beim Kind ein Sprachbewusstsein (Language Awareness), wodurch sich das Verhältnis zu seiner eigenen Sprache verändert. Es ist ein bedeutsames Lernziel des Sprachunterrichts, dass die Motivation zum Nachdenken über Sprache und ihren Gebrauch entfaltet wird (vgl. Weisgerber B. 1992, S.38-39). Durch eine Entwicklung der „Language Awareness“ fällt es den Kindern leichter, weitere Fremdsprachen zu lernen. Dies wurde bei bilingualen Kindern festgestellt, die aufgrund ihres bereits entwickelten Sprachbewusstseins beim Erlernen weiterer Fremdsprachen monolingualen Kindern überlegen waren (vgl. Seminar Bilinguale Erziehung, Wolff, WS 2003/04).

Um die Kinder in Zeiten der Globalisierung optimal auf das Leben vorzubereiten, sollte möglichst früh der Kontakt mit einer anderen Sprache und ihrer Kultur hergestellt werden. Allerdings können Kinder die Welt erst dann mit ihren verschiedenen Gesellschaftsformen und ihren Sprachgemeinschaften erfassen, wenn sie beginnen, sich mit einer Fremdsprache zu beschäftigen. Der Fremdsprachenunterricht dient daher nicht nur als formaler Sprachunterricht, sondern bietet dem Kind erste landeskundliche Einblicke, die wiederum eine größere Offenheit sowie Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Sprachen und Lebensformen fördern (vgl. Jaffke C.; Maier M. 1997, S.11).
Es geht folglich „um die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit der Kinder, also um eines der grundlegenden Ziele der frühkindlichen Erziehung“ (Fröhlich-Ward L., 2004, S.44). Mit „frühzeitig“ ist die Vorverlegung des Englischunterrichts in die Grundschulzeit gemeint. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Anfangsunterricht des fünften Schuljahres in die Grundschule übertragen werden soll, sondern dass ein eigens für die Primarstufe entwickelter Lehrplan angewendet wird. Dieser Lehrplan richtet sich nach den Interessen der Kinder und setzt seinen Schwerpunkt hauptsächlich auf das Hörverstehen und das Sprechen der englischen Sprache (vgl. Kapitel 2.4).

In Fachkreisen wurde viel darüber diskutiert, welches Alter einen optimalen Zeitpunkt für den Beginn des Fremdsprachenlernens darstellt. Die Diskussionen dazu begannen mit den ersten Hypothesen der Neurophysiologie sowie der Entwicklungs- und Lernpsychologie. Ansichten, die für einen möglichst frühzeitigen Fremdsprachenerwerb plädieren, sind unter anderem auf Penfields neurophysiologischer Forschungen zur „critical period“-Hypothese zurückzuführen. Die Kernaussage der so genannten „critical period“-Hypothese ist, dass die Kindheit bis zum Einsetzen der Pubertät eine prägende Phase für das Erlernen von Fremdsprachen darstellt, die nach Ablauf dieser Zeit das Sprachenlernen unmöglich macht. Obwohl diese Hypothese nicht generell anerkannt wird, bestätigen neuere Forschungen, dass sich die „critical period“ in erster Linie auf den Erwerb der Muttersprache bezieht. Während man bislang der Ansicht war, dass nur die Kindheit einen sinnvollen Zeitpunkt für das Erlernen fremder Sprachen darstellt, betont man heute, dass auch in späteren Lebensabschnitten das Erlernen einer Fremdsprache möglich ist (vgl. Schmid- Schönbein G. 2001, S. 163; Gompf G.1975, S. 222-223).

Es ließen sich trotz allem in Hinblick auf den Zweitsprachenerwerb einige Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen feststellen, die darauf schließen lassen, dass Kinder eindeutige Vorteile beim Erwerb einer Fremdsprache aufweisen.
Diese werden im folgenden Abschnitt (nach Ellis R.1994, S.494) dokumentiert.
Das Segmentieren der unterschiedlichen Laute einer Sprache ist zum Beispiel für Kinder auf Grund ihres guten Gehörs besser durchführbar. Die Folgen sind, dass Kinder gegenüber Erwachsenen eine bessere Aussprache erlangen und weniger Zeit benötigen, um sich in eine fremde Sprache einzuhören. Des Weiteren sind Kinder mutiger in Bezug auf spontanes Sprechen und zeigen oft mehr Neugier und Interesse, die Sprache und ihre Kultur kennen zu lernen. Zudem weisen Grundschulkinder geringere Sprach- und Versagensängste auf als Erwachsene.
Diese höhere Bereitschaft, trotz geringer Kenntnisse in der Fremdsprache zu kommunizieren, wirkt sich wiederum positiv auf den Fremdsprachenerwerb aus.
Erwachsene haben jedoch den Kindern gegenüber den Vorteil, dass sie im Erlernen einer Fremdsprache meist schneller und effektiver arbeiten, was auf ihre Lebens- und Lernerfahrungen zurückzuführen ist. Strategien zum effizienteren Lernen konnten sich mit den Jahren besser entwickeln, was sich Kinder erst im Laufe der Zeit aneignen.
Ein weiteres Argument für den Englischunterricht in der Grundschule ist die Vorbildung der Lehrer. Verglichen mit anderen Fremdsprachen sind die Kenntnisse der englischen Sprache bei Grundschullehrern und Lehrerinnen vermehrt vorzufinden (vgl. Klippel F. 2000, S.14-15). Durch den frühzeitigen Einsatz des Englischunterrichts kann auf Grund der Tatsache, dass Englisch in allen weiterführenden Schulzweigen als Pflichtfach besteht, effizienter und fortschreitender in der Sekundarstufe gearbeitet werden.
All diese Aspekte sprechen für den Einsatz der englischen Sprache in der Grundschule und zeigen, wie wichtig es ist, dass sich der Fremdsprachenunterricht viel mehr an den Bedingungen der Realität orientieren muss, damit die erlernte Fremdsprache auch in der außerschulischen Lebenswirklichkeit einsetzbar wird.
Verknüpfungspunkte zwischen dem Unterricht und der Lebenswirklichkeit der Schüler sind ausreichend vorhanden, sie müssen nur zugänglich gemacht werden
(vgl. Koch Doris 1999, S.151).

[...]



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