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Untertitel: Mädchen unterm Hakenkreuz
Hausarbeit, 2004, 18 Seiten
Autor: Joana Peters
Fach: Soziologie - Krieg und Frieden, Militär
Details
Institution/Hochschule: Christian-Albrechts-Universität Kiel (Institut für Soziologie)
Tags: Bund, Deutscher, Mädel, Jugendsoziologie-, Jugend, Bewegung
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-83358-5
ISBN (Buch): 978-3-638-83643-2
Dateigröße: 155 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Würde man heutzutage eine Umfrage zur weiblichen Emanzipation unter jungen Mädchen durchführen, so würde man über alle sozialen Unterschiede hinweg mit wenigen Ausnahmen ein einheitliches Bild, bezüglich der Vorstellungen und Assoziationen, erhalten, wobei ich behaupte, dass ein Großteil sich als emanzipiert bezeichnen würde. „Sich von Männern nichts sagen lassen“, „selbstständig sein in Arbeits- und Privatleben“, „wissen was man will und sich das auch nehmen“, könnten geäußerte Gedanken sein, die die Mädchen mit Emanzipation in Verbindung bringen. Jene Aussagen bedingen aber das Wissen um andere soziale Verhältnisse. Sei es den Mädchen auch nicht stets bewusst, aber das Bewusstsein um ein anderes Rollenbild der Frau wird meist schon von Kind auf an sie herangetragen. Ob es in diesem Zusammenhang die Mutter oder große Schwester gewesen ist, die ihnen die Wichtigkeit einer eigenständigen Persönlichkeitsentfaltung, besonders unabhängig vom männlichen Einfluss, aufgezeigt hat, sei in diesem Zusammenhang dahingestellt. Wichtig ist nur, dass von einigen Ausnahmen abgesehen, die patriarchalisierte Weltstruktur zusehends aufgebrochen wird. Dass dieses Verständnis und Weltbild noch vor rund 60 Jahren undenkbar gewesen wäre, möchte ich im Verlauf meiner Arbeit über den Bund Deutscher Mädel im 3. Reich eingehender beleuchten. Im Rahmen meiner Arbeit habe ich mich drei Thesen aus meiner Sekundärliteratur verschrieben, die ich anhand ausgewählter Bereiche belegen möchte. Es gilt darzulegen: • „Mädchen wurden durch den BDM repressiv eingeengt, ,ausgerichtet`, im ,Volksinteresse` instrumentalisiert, für den Krieg funktionalisiert. • Mädchen hatten im NS ihr Ich vollkommen aufzugeben; Subjektäußerungen hatten in den Erziehungsvorstellungen des BDM keinen Platz. • Mädchen wurden vom BDM eingesetzt, von oben und durch Männer bevormundet sowie unselbstständig gehalten.“ Folglich möchte ich die in den Reihen des NS- Staates vor Kriegsbeginn vorherrschende männliche Dominanz und den damit einhergehenden Antifeminismus aufweisen, indem ich deskriptiv vom Internen, sprich der Struktur, zum interpretativen Allgemeinen, dem Leben der Mädchen, überleite. Dabei wird das Ziel der Ausrichtung der Mädchen, mit Hilfe von zugesicherter „Scheinemanzipation“, die Hausfrauen und Mutterrolle zu übernehmen, sichtbar. Von der typischen Art der Gliederung und meiner persönlichen Schwerpunktsetzung auf ausgewählte, wichtige Bereiche des Lebens der Mädchen, erhoffe ich mir einen klaren aber umfassenden Überblick über die damaligen Verhältnisse vermitteln zu können. Im selben Zuge ist es mir ein Anliegen mit eventuell bisher bestehenden falschen Eindrücken aufzuräumen. Während der Beschäftigung mit dem Thema und der Recherchearbeit bin ich auf neue Erkenntnisse gestoßen, die mir zuvor nicht in dem Umfang geläufig waren. Obwohl ich der Annahme war, einen umfassenden Überblick über das Themenfeld aufgrund schulischer Vermittlung und privater Lektüre zu haben, waren mir gewisse Widersprüche von Ideologie zum BDM Selbstverständnis nicht bewusst. Im Folgenden möchte ich u.a. auf jene verweisen, um das künftige Bild des „deutschen Mädel“ abzurunden.
Textauszug (computergeneriert)
Bund Deutscher Mädel - Mädchen unterm Hakenkreuz
von
Joana Peters
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Der Aufbau des BDM 3
2.1 Organisationsaufbau 3
2.2 Die „geschlechterspezifische „Aufgabenteilung“ 5
3 Das BDM Selbstverständnis und die Aktivitäten des Bundes 6
3.1 Die Erziehung und das Mädelbild im NS- Regime 6
3.1.1 Das „ganze und gesunde Mädel“ 7
3.1.2 Der Einsatz für Volk und Staat 9
3.1.3 Herausbildung der Gemeinschaft und der „Mädelhaltung“ 10
3.2 Der weibliche Körper 10
3.2.1 Sport, Spiel und Tanz 10
3.2.2 Kleidung und Körperpflege 11
3.2.3 Sexualität 12
3.2.4 Schulungsarbeit 14
4 Resümee 16
5 Literaturverzeichnis 18
1 Einleitung
Würde man heutzutage eine Umfrage zur weiblichen Emanzipation unter jungen Mädchen durchführen, so würde man über alle sozialen Unterschiede hinweg mit wenigen Ausnahmen ein einheitliches Bild, bezüglich der Vorstellungen und Assoziationen, erhalten, wobei ich behaupte, dass ein Großteil sich als emanzipiert bezeichnen würde. „Sich von Männern nichts sagen lassen“, „selbstständig sein in Arbeits- und Privatleben“, „wissen was man will und sich das auch nehmen“, könnten geäußerte Gedanken sein, die die Mädchen mit Emanzipation in Verbindung bringen. Jene Aussagen bedingen aber das Wissen um andere soziale Verhältnisse.
Sei es den Mädchen auch nicht stets bewusst, aber das Bewusstsein um ein anderes Rollenbild der Frau wird meist schon von Kind auf an sie herangetragen. Ob es in diesem Zusammenhang die Mutter oder große Schwester gewesen ist, die ihnen die Wichtigkeit einer eigenständigen Persönlichkeitsentfaltung, besonders unabhängig vom männlichen Einfluss, aufgezeigt hat, sei in diesem Zusammenhang dahingestellt. Wichtig ist nur, dass von einigen Ausnahmen abgesehen, die patriarchalisierte Weltstruktur zusehends aufgebrochen wird.
Dass dieses Verständnis und Weltbild noch vor rund 60 Jahren undenkbar gewesen wäre, möchte ich im Verlauf meiner Arbeit über den Bund Deutscher Mädel im 3. Reich eingehender beleuchten. Im Rahmen meiner Arbeit habe ich mich drei Thesen aus meiner Sekundärliteratur verschrieben, die ich anhand ausgewählter Bereiche belegen möchte. Es gilt darzulegen:
• „Mädchen wurden durch den BDM repressiv eingeengt, ,ausgerichtet`, im ,Volksinteresse` instrumentalisiert, für den Krieg funktionalisiert.
• Mädchen hatten im NS ihr Ich vollkommen aufzugeben; Subjektäußerungen hatten in den Erziehungsvorstellungen des BDM keinen Platz.
• Mädchen wurden vom BDM eingesetzt, von oben und durch Männer bevormundet sowie unselbstständig gehalten.“ 1
Folglich möchte ich die in den Reihen des NS- Staates vor Kriegsbeginn vorherrschende männliche Dominanz und den damit einhergehenden Antifeminismus aufweisen, indem ich deskriptiv vom Internen, sprich der Struktur, zum interpretativen Allgemeinen, dem Leben der Mädchen, überleite. Dabei wird das Ziel der Ausrichtung der Mädchen, mit Hilfe von zugesicherter „Scheinemanzipation“, die Hausfrauen und Mutterrolle zu übernehmen, sichtbar.
Von der typischen Art der Gliederung und meiner persönlichen Schwerpunktsetzung auf ausgewählte, wichtige Bereiche des Lebens der Mädchen, erhoffe ich mir einen klaren aber umfassenden Überblick über die damaligen Verhältnisse vermitteln zu können. Im selben Zuge ist es mir ein Anliegen mit eventuell bisher bestehenden falschen Eindrücken aufzuräumen.
Während der Beschäftigung mit dem Thema und der Recherchearbeit bin ich auf neue Erkenntnisse gestoßen, die mir zuvor nicht in dem Umfang geläufig waren. Obwohl ich der Annahme war, einen umfassenden Überblick über das Themenfeld aufgrund schulischer Vermittlung und privater Lektüre zu haben, waren mir gewisse Widersprüche von Ideologie zum BDM Selbstverständnis nicht bewusst. Im Folgenden möchte ich u.a. auf jene verweisen, um das künftige Bild des „deutschen Mädel“ abzurunden.
2 Der Aufbau des BDM
2.1 Organisationsaufbau
Wenn ich im Folgenden die Abkürzung BDM für Bund Deutscher Mädel benutze, schließe ich mich der Definition von Martin Klaus an, der ihn in seinem Buch „Mädchen im 3. Reich. Der Bund Deutscher Mädel“ den Gesamtverband aller weiblichen HJ-, sprich Hitlerjugend, Mitglieder damit bezeichnet. 2 Mit HJ bezeichne ich im Verlauf meiner Abhandlung den Gesamtverband aller männlichen und weiblichen Mitglieder; möchte ich das Geschlecht im Besonderen hervorheben, dann verwende ich entsprechende Adjektive. Der BDM galt als Bestandteil der „Gesamt- HJ“3 und entsprach aufgrund dessen der männlichen HJ weitgehend in Struktur und Organisation. Jede Organisationseinheit der weiblichen Jugend ging einher mit einer der männlichen. Der BDM gliederte sich unter zwei Gesichtspunkten, dem Alter: 10-14 Jahre: JMB, wobei jene Abkürzung für „Jungmädelbund“ steht und alle 10–14 jährigen Mädchen im BDM meint.
[...]
1 Klaus, Martin, Mädchen im 3. Reich. Der Bund Deutscher Mädel, Köln ³1998, S.181.
2 Vgl. Klaus, Martin, Mädchen im 3. Reich. Der Bund Deutscher Mädel, Köln ³1998, S.232.
3 Klaus, Martin, Mädchen im 3. Reich. Der Bund Deutscher Mädel, Köln ³1998, S.72.
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