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Eine Nikolauslegende - Das Thema "Nikolaus" im Unterricht

Lesson Plan, 2006, 20 Pages
Author: Lisa Vogt
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Lesson Plan
Year: 2006
Pages: 20
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V77912
ISBN (E-book): 978-3-638-81566-6

File size: 491 KB
Notes :
Der ausführliche Unterrichtsentwurf beschäftigt sich mit einer Nikolauslegende im Lesebuch "Jojo 3". Das Hauptaugenmerk liegt auf der Sachanalyse (die Geschichte des Heiligen Nikolaus) und der didaktischen Analyse. Die Intentionen sowie der Verlauf des Unterrichts sind ebenfalls enthalten.



Excerpt (computer-generated)

Ausführlicher Unterrichtsentwurf

„Eine Nikolauslegende“

aus dem Tagespraktikum II an der Grundschule X.

PH Ludwigsburg 

von

Lisa Vogt 

WS 06/07 
5. Semester

Fach: Deutsch
Klasse: 3b
Schule: Grundschule X.
Datum: 05.12.06
Zeit: 10.35-11.20 Uhr

Inhaltsverzeichnis

1 Zur Ausgangslage des Unterrichts Seite 3

2 Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand Seite 3
2.1 Klärung der Sache Seite 3
2.2 Didaktische Überlegungen Seite 5

3 Intentionen des Unterrichts Seite 7
3.1 Psychomotorische Zieldimension Seite 7
3.2 Affektive Zieldimension Seite 7
3.3 Kognitive Zieldimension Seite 7
3.4 Soziale Zieldimension Seite 8

4 Überlegungen zum Lehr-Lernprozess Seite 8
4.1 Verlaufs- und Handlungsformen Seite 8
4.2 Sozialformen Seite 10
4.3 Medien Seite 10
4.4 Ergebnissicherung Seite 11

5 Unterrichtsverlauf Seite 12

6 Reflexion Seite 13

7 Anlagen Seite 14
7.1 Bildkarten Seite 14
7.3 Arbeitsblätter Seite 16

8 Verwendete Literatur und Materialquellen Seite 20

 

Der Einfachheit halber verwende ich Im Folgenden die Bezeichnung „Schüler“, gemeint sind natürlich sowohl Schüler als auch Schülerinnen.

 

1. Zur Ausgangslage des Unterrichts

Die Grundschule X. liegt am Stadtrand von Ludwigsburg. Einzugsgebiet ist der gesamte Stadtteil X..

Der Klassenraum der 3b ist großzügig geschnitten. Er ist mit einer Tafel und einer Leinwand für den Tageslichtprojektor ausgestattet. Der Projektor wird mit anderen Klassen geteilt, steht aber meist zur Verfügung. An den Wänden und an den Fenstern hängen im Unterricht erstellte Arbeiten der Kinder. Auch Unterrichtshilfen wie z.B. erlernte englische Wörter, die Klassenregeln oder Grammatikfachwörter befinden sich dort. Im hinteren Teil des Zimmers steht ein Bücherregal und die Sprudelecke.

Die Klasse selbst besteht aus 22 Kindern, davon 12 Jungen und 10 Mädchen. Klassenlehrerin und damit auch Deutschlehrerin ist Frau Y.. Die Tische sind in einem großen Viereck angeordnet, das zur Tafel hin eine Aussparung hat. Die Schüler können sich so alle anschauen, wodurch ab und zu Unruhe entsteht.

Vor allem einige der Jungen, darunter z.B. L., A. und N., reden oft laut mit ihren Klassenkameraden oder rufen Dinge ins Gespräch ohne sich zu melden.

Die Mädchen sind eher stiller.

Leistungsmäßig gibt es sowohl sehr gute als auch schwache Schüler in der Klasse.

2 Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand

2.1 Klärung der Sache

Thema der Stunde ist eine der vielen Legenden rund um den Nikolaus, die im Lesebuch abgedruckt ist. Sein Leben, seine angeblichen Wundertaten und schließlich seine Veränderung zum Symbol der Adventszeit sind mit der Zeit fester Bestandteil unserer Kultur und Tradition geworden. Dies zeigt sich alljährlich am 6. Dezember, dem Nikolaustag.

Über den historischen Nikolaus weiß man so gut wie nichts: Seine Geburt datiert man auf ca. 270 nach Christus. Als Bischof war er etwa in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts in Myra (Kleinasien, heutige Türkei) tätig und starb am 6. Dezember. Im Laufe der Zeit vermischte sich die Figur des Bischof Nikolaus mit der des Abtes von Sion, der ebenfalls Nikolaus hieß, aber über ein Jahrhundert später gelebt hat. Durch diese Verschmelzung entstand die fiktive Figur des heiligen Nikolaus, um die sich zahlreiche Legenden ranken 1.

Legenden dienten damals zur Bildung der Mönche: Am Jahrestag des Heiligen wurde ihnen aus dessen Leben vorgelesen. Sein Wirken sollte ihnen ein Vorbild sein und sie zur Nachahmung anregen2. Eine Legende enthält somit immer einen „wahren, teilweise durch geschichtliche Quellen nachprüfbaren Kern, der sich (…) im Laufe der Überlieferung mit fiktiven, märchenhaften Elementen (…) vermischt“3. Sie handelt in den Nikolauslegenden immer von „Hilfsbereitschaft und Güte des Bischofs“4. Er war als „Nothelfer“ bekannt5. In den verschiedenen Legenden rettet er z.B. Kinder, Feldherren und Seefahrer. Ausgehend von diesen Szenen wurde er der Schutzpatron vieler dieser Gruppen6.

In der Legende der Kornvermehrung, die im Lesebuch abgedruckt ist7, hilft Bischof Nikolaus den Bewohnern der Stadt Myra, die Hunger leiden. Er überredet den Kapitän eines ankommenden Schiffes, ihm etwas von dem Getreide der Ladung abzugeben. Als der Kapitän nach Ankunft das Korn abmisst, fehlt auf wundersame Weise nichts davon.

„Die Kornvermehrung (Brot-Vermehrung) ist ein Motiv aus der Bibel.“8.

Durch die „Entstehen, Ausschmücken und Verbreitung der Legenden“9 entstand schon im 5. Jahrhundert die Verehrung des Bischof Nikolaus als Heiligen in Myra und Byzanz. Die Übertragung in den Westen fand dann im 7./8. Jahrhundert statt.

Die deutsche Kaiserin Theophanu förderte den Nikolauskult und brachte ihn nach Deutschland, Frankreich und England: Die Ottonen besaßen das älteste Nikolaus-Mosaik, das ursprünglich aus Byzanz stammte. Da Ikonen und Plastiken damals eine Art Heilige Schrift für Analphabeten waren, geschah die Verbreitung des Nikolauskultes vorwiegend über diese Medien10. „Kein anderer Heiliger wurde seit 1600 Jahren so oft abgebildet wie der historische Nikolaus von Myra“11, nicht zu vergessen die aktuellen Abbildungen des Weihnachtsmanns. Dargestellt wurde Nikolaus oft als Bischof mit Mitra und Bischofsstab, mit Anker und Schiff (als Patron der Seefahrer) oder 3 goldenen Kugeln/Äpfeln (in Bezug auf eine Legende).

[....]


1 vgl. Becker-Huberti,45 und Nowak,6

2 vgl. Hahn,117

3 ebd.,107

4 Dransfeld,41

5 Treitmeier,92

6 vgl. Nowak,7

7 Siehe Anhang

8 Dransfeld,41

9 Becker-Huberti,74

10 ebd. 53 ff.

11 Nowak,13


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