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Tschetschenien – Die Hintergründe des Konflikts

Scholary Paper (Seminar), 2005, 20 Pages
Author: Mag. Arno Hickl
Subject: Politics - International Politics - Topic: Peace and Conflict Studies, Security

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 20
Grade: 1.0
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V77978
ISBN (E-book): 978-3-638-82767-6

File size: 300 KB

Abstract

In Tschetschenien spiegeln sich alle Probleme Russlands in verschiedenen Fassetten wieder. Offiziell wird eine „antiterroristische Operation“ propagiert, in Wirklichkeit findet in Tschetschenien ein Krieg statt, der Kriterien des Völkermordes erfüllt. Das russische Fernsehen verbreitet den Glauben, dass sich die Republik Tschetschenien im Wideraufbau befindet. Tatsächlich liegt die Republik immer noch in Trümmern. Wladimir Putin und dessen Berater erklärten westlichen Besuchern, es werde alles getan um Verbrechen in Tschetschenien strafrechtlich zu verfolgen. Tatsächlich denken weder Putin noch seine Untergebenen daran, weil systematische Menschenrechtsverletzungen zur Tradition russischer Kriegsführung und Unterwerfungstaktik gehören. Moskau begann 1999 seinen zweiten Krieg in Tschetschenien als Reaktion auf den fortdauernden Terrorismus und den Einmarsch von Rebellenführer Schamil Bassajew in der kaukasischen Nachbarrepublik Dagestan. In Wirklichkeit deuten viele Indizien darauf hin, dass dieser Krieg aus den gleichen Gründen inszeniert und begonnen wurde wie der erste. Um mit einem kleinen siegreichen Krieg die Nachfolge von Präsident Boris Jelzin im Sinne der Regierung zu entscheiden und einem von Jelzin ausgesuchten Nachfolger in den Kreml zu verhelfen.


Excerpt (computer-generated)

PS: Die EU-Außenbeziehungen mit besonderer Berücksichtigung des Kaukasus SS 2005

PS-Arbeit zum Thema:

Tschetschenien – Die Hintergründe des Konflikts

Hickl Arno

 

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ... 3

Die Wurzeln des Konflikts ... 4

Der zweite Tschetschenienkrieg ... 8

Der Countdown zum Krieg ... 8

Der Kriegsverlauf ... 10

Kriegsende und Guerillakrieg ... 12

Der Tod Maschadow ... 14

Tschetschenien und der Europarat ... 16

Derzeitige Lage in Tschetschenien ... 17

Nachwort ... 19

Quellenverzeichnis ... 20

 

 

Vorwort

In Tschetschenien spiegeln sich alle Probleme Russlands in verschiedenen Fassetten wieder. Offiziell wird eine „antiterroristische Operation“ propagiert, in Wirklichkeit findet in Tschetschenien ein Krieg statt, der Kriterien des Völkermordes erfüllt. Das russische Fernsehen verbreitet den Glauben, dass sich die Republik Tschetschenien im Wideraufbau befindet. Tatsächlich liegt die Republik immer noch in Trümmern. Wladimir Putin und dessen Berater erklärten westlichen Besuchern, es werde alles getan um Verbrechen in Tschetschenien strafrechtlich zu verfolgen. Tatsächlich denken weder Putin noch seine Untergebenen daran, weil systematische Menschenrechtsverletzungen zur Tradition russischer Kriegsführung und Unterwerfungstaktik gehören. Moskau begann 1999 seinen zweiten Krieg in Tschetschenien als Reaktion auf den fortdauernden Terrorismus und den Einmarsch von Rebellenführer Schamil Bassajew in der kaukasischen Nachbarrepublik Dagestan. In Wirklichkeit deuten viele Indizien darauf hin, dass dieser Krieg aus den gleichen Gründen inszeniert und begonnen wurde wie der erste. Um mit einem kleinen siegreichen Krieg die Nachfolge von Präsident Boris Jelzin im Sinne der Regierung zu entscheiden und einem von Jelzin ausgesuchten Nachfolger in den Kreml zu verhelfen.

Ich versuche in meiner Arbeit die Geschichte und Vorgeschichte des zweiten Tschetschenienkrieges aufzuarbeiten und die Wurzeln des Konflikts aufzuzeigen. Der Konflikt war und ist geprägt von Lügen und Propaganda sowohl auf Seiten der Russen als auch auf Seiten der Tschetschenen. Zwar gibt es wie im Westen Instrumente demokratischer Kontrolle wie Justiz und Medien aber in den meisten Fällen sind sie vom Staat abhängig und erfüllen ihre Rolle nicht. Der englische Russland-Historiker Geoffrey Hosking hat in einem großen Alterswerk darauf hingewiesen, dass man Russland am besten versteht, wenn man nicht an einen Staat mit objektiven Regeln und Gesetzen denkt, sondern an ein Netzwerk persönlicher Beziehungen, in dem unbedingte Loyalität und im Gegenzug die Versorgung der Untergebenen durch die Chefs des jeweiligen Netzwerkes zählen.1 Genau diese Netzwerke und „Loyalitätsmuster“ spiegeln sich im Tschetschenien-Konflikt wieder und verursachen eine Spirale des Schreckens die sich immer weiter zu drehen scheint.

[...]


1 Vgl. Hosking, Geoffrey: Russia and the Russians. A History. New York/London. 2001


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