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Weblogs und Wikis im Online-Journalismus - zur Sprache und Wirkung der neuen Kommunikationsformen

Thesis (M.A.), 2007, 89 Pages
Author: Nicole Streich
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2007
Pages: 89
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 43  Entries
Language: German
Archive No.: V78099
ISBN (E-book): 978-3-638-79634-7
ISBN (Book): 978-3-638-79765-8
File size: 5766 KB

Abstract

Weblogs und Wikis gehören zu den neuen Kommunikationsformen des sog. Web 2.0, das in der IT- und Internetbranche derzeit als Schlagwort des Jahres gilt. Im Vergleich zum früheren Verständnis des World Wide Webs, bezeichnet der Begriff Web 2.0 eine veränderte Wahrnehmung und Nutzung des Internets. So soll die Veröffentlichung von Informationen nicht mehr nur wenigen Experten überlassen sein, es sollen vielmehr alle Nutzer integriert und beteiligt werden. (vgl. Helmes 2006: 18-19) Diese Entwicklung hat auch für den Online-Journalismus bedeutende Folgen, denn es ist offensichtlich, “dass es im Internet mehr an Journalismus online gibt als nur den Online-Journalismus“. (Bucher/Büffel 2006: 132) Zu solchen meist nicht professionell organisierten Formen des Journalismus gehören u.a. auch Weblogs und Wikis. Deren rasante Entwicklung wirkt sich immer mehr auf die traditionelle Medienwelt aus. Diesbezüglich befürchtet Medienexperte Ehrhardt Heinold, dass sofern “Blogs aktueller als Nachrichten und Wikis umfangreicher als Lexika sind – dann stellt sich die Frage, welche Inhalte Verlage künftig noch verkaufen können.“ (Heinold 2006: 154) So werden vor allem Weblogs als Konkurrenz zum traditionellen Journalismus gesehen, da sie diesen offenbar vor allem in Bezug auf Aktualität, Meinungsvielfalt und Diskussionsgehalt eingeholt haben. Da sich die beiden Publikationsformen jedoch in vielerlei Hinsicht ergänzen und gegenseitig unterstützen können, bietet sich statt eines Konkurrenzverhältnisses die Integration von Weblogs in das Angebot etablierter Online-Zeitungen an. So kann – angeschlossen an ein vertrauenswürdiges Unternehmen – in den Weblogs eine andere Art des Journalismus praktiziert werden. Dementsprechend soll in dieser Arbeit untersucht werden, welche Potenziale sich daraus ergeben, wenn Journalisten zu Autoren von Weblogs werden. “Indem sich Journalisten Weblogs als neues Mittel der Kommunikation aneignen, verändern sie ihr Arbeitsverhalten und damit ihre Produkte, auch wenn sie für etablierte Medien arbeiten. Weblogs sind primär eine Chance für den Journalismus – und keine Gefahr.“ (Welker 2006: 157)


Excerpt (computer-generated)

Weblogs und Wikis im Online-Journalismus zur Sprache und Wirkung der neuen Kommunikationsformen

Magisterarbeit zur Erlangung des Grades Magistra Artium der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Nicole Streich

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 4

2. Die Geschichte der Zeitung
2.1 Gedruckte Zeitungen ... 6
2.1.1 Gliederung ... 6
2.1.2 Textsorten ... 8
2.2 Online-Zeitungen ...11
2.2.1 Gliederung ...11
2.2.2 Textaufbau ... 12
2.2.3 Textsorten ...13
2.3 Unterschiede zwischen Print- und Online-Zeitungen ...14
2.3.1 Technisch bedingte Unterschiede ... 14
2.3.2 Funktionale Unterschiede ...16

3. Gestaltungsprinzipien für Online-Zeitungen
3.1 Die optimale Lesbarkeit am Bildschirm ...17
3.2 Orientierung ...18
3.2.1 Layout ... 19
3.2.2 Teaser ... 20
3.2.3 Headline, Vorspann und Zwischenüberschrift ... 21
3.3 Inhaltliche Besonderheiten ... 22

4. Weblogs im Online-Journalismus
4.1 Weblogs allgemein ... 24
4.1.1 Geschichte ... 24
4.1.2 Weblogs als journalistisches Instrument  ... 25
4.1.3 Wortbildungen ... 28
4.1.4 Blogs vs. normale Webseiten ... 29
4.2 Vorteile der Blog-Integration in Online-Zeitungen ... 30
4.2.1 Kommunikation zw. Journalist und Leser  ... 30
4.2.2 Sprache in journalistischen Weblogs ... 31
4.2.3 Erzeugung von Aufmerksamkeit & Vertrauen ... 33
4.2.4 Weblogs als Instrument zur Recherche ... 33
4.3 Analyse der journalistischen Weblogs ... 34
4.3.1 Blogbezeichnungen ... 34
4.3.2 Blog-/ Autorbeschreibung ... 35
4.3.3 Layout der Blogs ... 38
4.3.4 Analyse der Beiträge und Kommentare ... 41
4.3.5 Gesamtergebnis ... 49

5. Wikis im Online-Journalismus
5.1 Wikis allgemein ... 53
5.1.1 Geschichte ... 53
5.1.2 Wortbildungen ... 54
5.1.3 Wikis vs. Enzyklopädien ... 55
5.1.4 Die Hypertext-Struktur ... 57
5.1.5 Sprachliche Richtlinien bei Wikipedia ... 58
5.2 Vorteile der Wiki-Integration in Online-Zeitungen ... 59
5.2.1 Wikis als Wissensspeicher ... 59
5.2.2 Gemeinschaftlicher Textaufbau ... 60
5.2.3 Beispiele bereits erfolgreicher Wiki-Intergration ... 61
5.3 Vergleich zwischen Wikipedia- und Encarta-Artikeln ... 62
5.3.1 Fachgebiet Kultur ... 64
5.3.2 Fachgebiet Gesellschaft ...65
5.3.3 Fachgebiet Wissenschaft ... 66
5.3.4 Aktuelles Thema ... 67
5.3.5 Gesamtergebnis ... 67

6. Schlussbemerkung ... 69

7. Anlagen ...71

8. Literaturverzeichnis ... 86

 

1. Einleitung
Weblogs und Wikis gehören zu den neuen Kommunikationsformen des sog. Web 2.0, das in der IT- und Internetbranche derzeit als Schlagwort des Jahres gilt. Im Vergleich zum früheren Verständnis des World Wide Webs, bezeichnet der Begriff Web 2.0 eine veränderte Wahrnehmung und Nutzung des Internets. So soll die Veröffentlichung von Informationen nicht mehr nur wenigen Experten überlassen sein, es sollen vielmehr alle Nutzer integriert und beteiligt werden. (vgl. Helmes 2006: 18-19)

Diese Entwicklung hat auch für den Online-Journalismus bedeutende Folgen, denn es ist offensichtlich, “dass es im Internet mehr an Journalismus online gibt als nur den Online-Journalismus“. (Bucher/ Büffel 2006: 132) Zu solchen meist nicht professionell organisierten Formen des Journalismus gehören u.a. auch Weblogs und Wikis. Deren rasante Entwicklung wirkt sich immer mehr auf die traditionelle Medienwelt aus.

Diesbezüglich befürchtet Medienexperte Ehrhardt Heinold, dass sofern “Blogs aktueller als Nachrichten und Wikis umfangreicher als Lexika sind – dann stellt sich die Frage, welche Inhalte Verlage künftig noch verkaufen können.“ (Heinold 2006: 154)
So werden vor allem Weblogs als Konkurrenz zum traditionellen Journalismus gesehen, da sie diesen offenbar vor allem in Bezug auf Aktualität, Meinungsvielfalt und Diskussionsgehalt eingeholt haben. Da sich die beiden Publikationsformen jedoch in vielerlei Hinsicht ergänzen und gegenseitig unterstützen können, bietet sich statt eines Konkurrenzverhältnisses die Integration von Weblogs in das Angebot etablierter Online-Zeitungen an. So kann – angeschlossen an ein vertrauenswürdiges Unternehmen – in den Weblogs eine andere Art des Journalismus praktiziert werden. Dementsprechend soll in dieser Arbeit untersucht werden, welche Potenziale sich daraus ergeben, wenn Journalisten zu Autoren von Weblogs werden. “Indem sich Journalisten Weblogs als neues Mittel der Kommunikation aneignen, verändern sie ihr Arbeitsverhalten und damit ihre Produkte, auch wenn sie für etablierte Medien arbeiten. Weblogs sind primär eine Chance für den Journalismus – und keine Gefahr.“ (Welker 2006: 157)

Im ersten Kapitel wird anhand der geschichtlichen Entwicklung des Mediums Zeitung aufgezeigt, inwiefern sich Layout, Textaufbau und Textsorten von der Print- zur Onlineversion verändert haben und wie sich diese Entwicklung ergeben hat. Denn aus einem Medium zum Durchlesen ist aufgrund veränderter Nutzeransprüchen ein Medium für den selektiven Leser geworden. Daraus und aufgrund weiterer im Folgenden dargelegten Unterschiede zwischen Print- und Onlinezeitungen ergeben sich wichtige Gestaltungsprinzipien für den Onlinebereich, die in Kapitel drei beschrieben werden. Auch in diesem Zusammenhang spielen Layout und Textaufbau eine wichtige Rolle, um vor allem die technischen Potenziale des Onlinemediums effizient nutzen zu können.

Zu den zwar nicht technisch aber in Bezug auf die Nutzung neueren Innovationen im Web gehören die sog. Weblogs. Deren Entwicklung zeigt relativ früh deutliche Verbindungen zum Journalismus und Potenziale für die Integration von Blogs in das Angebot von Online-Zeitungen. Doch obwohl eindeutig journalistische Formen auf den Weblog übertragen wurden und die Themenwahl der der klassischen Medien entspricht, lassen sich Abweichungen in Bezug auf Sprache und Wirkung erkennen. Diese sollen in Kapitel vier anhand ausgewählter Beispiele journalistischer Weblogs aufgezeigt werden. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Frage, welche sprachlichen Besonderheiten in den Blogbeiträgen erkennbar sind und wie sich diese auf die Kommunikation zwischen Autor und Leser sowie die Popularität des Blogs auswirken.

Im fünften Kapitel werden Wikis näher beschrieben – Internet-Seiten, die von allen Nutzern online bearbeitet werden können. Neben deren Nutzen für Online-Zeitungen soll vor allem untersucht werden, ob eine kooperativ von privaten Nutzern erstellte Enzyklopädie wie Wikipedia den sprachlichen Anforderungen gerecht werden kann und für das Angebot von Online-Zeitungen ausreichend hohe Qualität liefert.


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