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Thüringen und Hessen im 12. Jahrhundert – Die Politik der Ludowinger in beiden Teilen ihres Herrschaftsbereiches

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 44 Pages
Author: Johannes Henning
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 44
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 35  Entries
Language: German
Archive No.: V78398
ISBN (E-book): 978-3-638-83012-6
ISBN (Book): 978-3-638-83661-6
File size: 420 KB

Abstract

Das Geschlecht der Ludowinger zählt zweifelsohne zu den bekanntesten und bedeutsamsten Familien mittelalterlicher Herrschaftlichkeit. Die Bezeichnung „Ludowinger“ leitet sich daraus ab, dass fast alle Führungspersönlichkeiten der Familie den Namen Ludwig trugen und somit für die Historiker nur eben diese Namensgebung für die gesamte Familie in Frage kam. Das, was die Bedeutsamkeit dieses Geschlechts ausmacht, ist ihre Position als Landgrafen. Mit den Ludowingern werden „Prunkbauten“ wie die Wartburg bei Eisenach oder die Neuenburg bei Freyburg an der Unstrut, deren herausragendes Mäzenatentum und nicht zuletzt die Person der Hl. Elisabeth in Verbindung gebracht. Die Arbeit „Thüringen und Hessen im 12. Jahrhundert – Die Politik der Ludowinger in beiden Teilen ihres Herrschaftsbereiches“ stellt sich der herausfordernden Aufgabe, die Entwicklungen in Thüringen und Hessen im Laufe eines Jahrhunderts zu untersuchen. Hierzu werden allgemeine Überblicke ebenso dargestellt wie detailliertere Untersuchungen. Neben der Darstellung der Herrschaftskonstellation in Thüringen vor der Schaffung der Landgrafenwürde und der Ausweitung der Gebiete auf Hessen, wird auch auf die Frage eingegangen, unter welchen Geschlechtern sich das damalige Thüringen und Hessen „aufteilte“. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, mit welchen Mitteln die Ludowinger zu Macht und Einfluss gelangten. Hieraus ergibt sich ein Schwerpunkt der Arbeit, in dem dargestellt wird, inwieweit sich ein gewisser Stolz über das äußerte, was diese Familie erreicht hat: das ludowingische Selbstverständnis und die Identifikation mit den thüringischen Landen. Die Erörterung der Entwicklungen in Hessen erfolgt in einem eigenständigen Kapitel. Auch ist entscheidend, die Situationen vor dem ludowingischen Einfluss zu erläutern, wobei ich meine Ausführungen auf die Gebiete beschränken muss, in denen die Ludowinger die Herrschaft erlangen konnten, beziehungsweise in denen sie gerade nicht intervenieren konnten. Einige Worte zur Politik der Ludowinger in ihren Teilen Hessens schließen die Arbeit ab. Die Arbeit thematisiert auch die Verbindung der landgräflichen Interessen zu denen der Kaiser und der Würdenträger des Erzbistums Mainz.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich – Schiller – Universität Jena

Historisches Institut

Titel der Veranstaltung: Die Landgrafschaft Thüringen unter den Ludowingern (1131-1247)

Hausarbeit:

Thüringen und Hessen im 12. Jahrhundert – Die Politik der Ludowinger in beiden Teilen ihres Herrschaftsbereiches

Vorgelegt von: Johannes Henning Studiengang: Lehramt an Gymnasien; Geschichte/ Sozialkunde Fachsemester: 6. Semester

Semester: SS 2002

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 3

2. Thüringen vor der Schaffung der Landgrafenwürde im Jahre 1130/31 und nach dem „Amtsantritt“ Ludwigs I. von Thüringen ... 4
2.1 Thüringen als Konglomerat verschiedener Gebiete adliger Herren und deren Interessen ... 5
2.2 Die Landgewinnung Ludwigs mit dem Barte als Grundstock für den ludowingischen Herrschaftsaufbau in Thüringen ... 8
2.3 Die Betrauung der Ludowinger mit der Landgrafschaft durch König Lothar III. von Supplinburg ... 12
2.4 Die Politik der Ludowinger in Thüringen als landgräfliches Geschlecht ... 14

3. Die Bedeutung der Landgrafschaft für Thüringen und das Haus der Ludowinger selbst ... 23
3.1 Das Landesbewusstsein und Selbstverständnis der Ludowinger ... 24
3.2 Orte als Bezugs- und Identifikationspunkte für die Thüringer ... 27

4. Hessen im 12. Jahrhundert – Die Familien der Werner, Gisonen, Ludowinger und das Erzstift Mainz ... 28

5. Zusammenfassung ... 37

6. Quellen- und Literaturverzeichnis ... 41

 

 

1. Einleitung

Das Geschlecht der Ludowinger zählt zweifelsohne zu den bekanntesten und bedeutsamsten Familien mittelalterlicher Herrschaftlichkeit. Ihre Bezeichnung als „Ludowinger“ leitet sich daraus ab, dass fast alle Führungspersönlichkeiten der Familie den Namen Ludwig trugen und somit für die Historiker nur eben diese Namensgebung für die gesamte Familie in Frage kam. Das, was die Bedeutsamkeit dieses Geschlechts ausmacht, ist ihre Position als Landgrafen über Thüringen. Mit diesen Landgrafen werden in erster Linie „Prunkbauten“ wie die Wartburg bei Eisenach oder die Neuenburg bei Freyburg an der Unstrut, deren herausragendes Mäzenatentum und nicht zuletzt die Person der Hl. Elisabeth verbunden. Welche politischen Entwicklungen und herrschaftsstrukturelle Barrieren allerdings genommen werden mussten, bevor dieses Geschlecht unter anderem zu Mäzenen wurde, ist bei einem Besuch der Wartburg allein, leider nicht zu ergründen.

Der Titel „Thüringen und Hessen im 12. Jahrhundert – Die Politik der Ludowinger in beiden Teilen ihres Herrschaftsbereiches“ klingt wahrscheinlich ehrgeiziger, als er gemeint ist. Es ist eine äußerst herausfordernde Aufgabe, über die Entwicklungen Thüringens und Hessens im Laufe eines Jahrhunderts schreiben zu wollen. Dass man dabei die ein oder anderen Ereignisse hervorheben und gleichzeitig etwas anderes vernachlässigen muss, liegt in der Natur der Sache. Trotz des unglaublichen Umfangs, den das Thema beinhaltet, will ich nicht darauf verzichten, einen allgemeinen Überblick über die damalige Entwicklung mitzuteilen, und dennoch tiefer in die Problematik einzusteigen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Es liegt mir fern, Anspruch darauf erheben zu wollen, dass diese Arbeit für den derzeitigen Forschungsstand Neues hervorbringen kann.

Für diese Arbeit ist es entscheidend, einen Beitrag zu liefern, der die Herrschaftskonstellation in Thüringen vor der Schaffung der Landgrafenwürde darstellt, sowie unter welchen Bedingungen es den Ludowingern gelang, Teile Hessens ihr Eigen nennen zu können. Der Allgemeine Teil hierbei wird sich in dem Maße darstellen, dass ich zwar darauf eingehe, unter welchen Geschlechtern sich das damalige Thüringen und Hessen „aufteilte“, aber auch gleichzeitig nur wenige Grafenfamilien zur Erörterung auswähle. Besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, mit welchen Mitteln die Ludowinger ihrer Karriere auf die Sprünge zu helfen wussten. Darzustellen, dass die Ludowinger viel Mühe darauf verwendeten, wird ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit sein, denn nachdem die Familie der Ludowinger die Landgrafschaft bzw. die Landgrafenwürde an sich gebracht hatte, war erst der Grundstein für ein aufstrebendes Geschlecht gelegt. Hieraus ergibt sich ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeit, in dem dargelegt werden soll, inwieweit sich ein gewisser Stolz über das äußerte, was diese Familie erreicht hat: das ludowingische Selbstverständ-nis und die Identifikation mit den thüringischen Landen. Die Entwicklung Hes-sens zu erörtern, wird in einem eigenständigen Kapitel erfolgen. Auch ist entscheidend, die Situationen vor dem ludowingischen Einfluss zu erläutern, wobei ich meine Ausführungen auf die Gebiete beschränken muss, in denen die Ludowinger die Herrschaft erlangen konnten beziehungsweise in denen sie gerade nicht intervenieren konnten. Mit einigen Worten zur Politik der Ludowinger in ihren Teilen Hessens soll diese Arbeit abgeschlossen werden. Dass innerhalb des gesamten Aufsatzes auch hin und wieder auf die Beziehung der Ludowinger zu den Kaisern und den Erzbischöfen von Mainz eingegangen wird, soll verdeutlichen, dass der Aufstieg des Geschlechts zwar in gewissem Maße auf der Politik der Kaiser fußte, aber allerdings auch ein Ergebnis eigener „Tüchtigkeit“ gewesen sein muss, wenn man das Verhältnis zwischen Ludowingern und dem Mainzer Erzstift vergleicht.

[...]


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