Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
"Nos" (1836) - Das Groteske bei N. V. Gogol close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

"Nos" (1836) - Das Groteske bei N. V. Gogol

Subtitle: Das Stilmittel des Grotesken als Kritik an der Gesellschaft am Beispiel von Gogols "Nase"

Scholary Paper (Seminar), 2005, 19 Pages
Author: Anna Lenkewitz
Subject: Russian / Slavic Languages

Details

Event: Grundlagen der Analyse epischer Texte (am Beispiel der russischen Literatur der Romantik und des Realismus)
Institution/College: University of Marburg
Tags: Groteske, Gogol, Grundlagen, Analyse, Texte, Beispiel, Literatur, Romantik, Realismus)
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V78485
ISBN (E-book): 978-3-638-84003-3
ISBN (Book): 978-3-638-84007-1
File size: 192 KB

Abstract

Neben der Einordnung der Novelle in den historischen Kontext sowie der Analyse der Nase werde ich mich vor allem mit dem Groteske-Begriff auseinandersetzen. Die Frage, die sich mir während meiner Ausführungen stellte, war, an welchen Episoden der Erzählung man das Groteske als Mittel zur Kritik an der Gesellschaft wieder findet. Gogol veröffentlichte seine Novelle im Jahre 1836. Mehr als andere Werke war die Nase der Zensur unterworfen. Während Puschkin das Werk lobte und vor der Veröffentlichung die Bemerkung vorausschickte, dass „wir darin soviel Unerwartetes, Phantastisches, Fröhliches und Originelles fanden“, empfanden viele Kritiker das Werk als unangemessen und trivial. Dennoch regte die Nase immer wieder zu den unterschiedlichsten Interpretationen an. Einige werde ich im Folgenden kurz vorstellen. Um das Stilmittel des Grotesken nun noch auf Gogols Erzählung anwenden zu können, ist es unablässig, sich die Entwicklung des Grotesken-Begriffs anzuschauen. Während zunächst ein kurzer Überblick über die historische Entwicklung des Begriffes gegeben werden soll, folgen dann einige neuzeitliche Erklärungsansätze, die das Groteske als das Phantastische und Ungeheuerliche erklären, welches die Normen der Welt in Frage stellt. Der Leser soll geschockt und verblüfft und dadurch zum Denken angeregt werden, denn „dem Raster, das der Mensch auf die Welt anlegt, wird Schaden zugefügt.“ Gogol schaffte es mit Hilfe des Grotesken, Kritik an der russischen Gesellschaft des 19. Jahrhundert zu üben, die vor allem geprägt war durch Ausbeutung, Korruption und polizeiliche Kontrollen. Mit der Vermischung realistischer und phantastischer Momente erzeugte Gogol ein groteskes Moment, das die eigentliche Normalität, die Realität der Welt als überspitzt darstellt und dadurch auf Missstände aufmerksam macht.


Excerpt (computer-generated)

Philipps – Universität Marburg, FG Slawische Philologie
PS „Grundlagen der Analyse epischer Texte
(am Beispiel der russischen Literatur der Romantik und des Realismus)“
WS 05/06

"Nos" (1836) - Das Groteske bei N. V. Gogol
Das Stilmittel des Grotesken als Kritik an der Gesellschaft am Beispiel von Gogols "Nase"

von

Anna Lenkewitz

 

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung  3

II. Hauptteil  4

1. Das Groteske  4
2. Historischer Kontext  9
3. Nikolaj Gogol, Die Nase/Nos  10
4. Das Stilmittel des Grotesken als Kritik an der Gesellschaft am Beispiel von Gogols „Nase“  12

III. Zusammenfassung  17

Quellen- und Literaturverzeichnis  18

 


 

I. Einleitung

Auf den folgenden Seiten werde ich mich mit dem Groteske-Begriff und, in Zusammenhang damit, mit Gogols Erzählung Nase beschäftigen. Neben der Einordnung der Novelle in den historischen Kontext sowie der Analyse der Nase werde ich mich vor allem mit dem Groteske-Begriff auseinandersetzen. Die Frage, die sich mir während meiner Ausführungen stellte, war, an welchen Episoden der Erzählung man das Groteske als Mittel zur Kritik an der Gesellschaft wieder findet.
Gogol veröffentlichte seine Novelle im Jahre 1836. Mehr als andere Werke war die Nase der Zensur unterworfen. Während Puschkin das Werk lobte und vor der Veröffentlichung die Bemerkung vorausschickte, dass „wir darin soviel Unerwartetes, Phantastisches, Fröhliches und Originelles fanden“,1 empfanden viele Kritiker das Werk als unangemessen und trivial. Dennoch regte die Nase immer wieder zu den unterschiedlichsten Interpretationen an. Einige werde ich im Folgenden kurz vorstellen.
Um das Stilmittel des Grotesken nun noch auf Gogols Erzählung anwenden zu können, ist es unablässig, sich die Entwicklung des Grotesken-Begriffs anzuschauen. Während zunächst ein kurzer Überblick über die historische Entwicklung des Begriffes gegeben werden soll, folgen dann einige neuzeitliche Erklärungsansätze, die das Groteske als das Phantastische und Ungeheuerliche erklären, welches die Normen der Welt in Frage stellt. Der Leser soll geschockt und verblüfft und dadurch zum Denken angeregt werden, denn „dem Raster, das der Mensch auf die Welt anlegt, wird Schaden zugefügt.“2 Gogol schaffte es mit Hilfe des Grotesken, Kritik an der russischen Gesellschaft des 19. Jahrhundert zu üben, die vor allem geprägt war durch Ausbeutung, Korruption und polizeiliche Kontrollen. Mit der Vermischung realistischer und phantastischer Momente erzeugte Gogol ein groteskes Moment, das die eigentliche Normalität, die Realität der Welt als überspitzt darstellt und dadurch auf Missstände aufmerksam macht.

II. Hauptteil

1. Das Groteske

Im Gegensatz zum Tragischen oder Satirischen ist das Groteske eine eher junge Kategorie der Ästhetik. Erst im 16. Jahrhundert fand sie Eingang in die Kunstwissenschaft, die Literaturwissenschaft eroberte sie sogar erst Ende des 18. Jahrhunderts. „Grotesk“ – das ist die italienische Bezeichnung für Höhle oder Grotte (´grotta´). Ende des 15. Jahrhunderts wurden bei Ausgrabungen in Italien Fresken zu Tage gebracht, bei denen pflanzliche und tierische Elemente vermischt waren und die einen ausschließlich dekorativen und nicht darstellenden Charakter besaßen. Waren Grotesken zunächst „phantasievolle Gebilde, die gefallen sollten“,3 wandelte sich diese Ansicht, sobald klassische Prinzipien wie Realitätstreue Norm bildend wurden.4
Im Laufe des 17. Jahrhunderts geriet die eigentliche Bedeutung des Wortes ´grotesk´ immer mehr in Vergessenheit. Vielmehr zeigte sich nun die Konnotation des Lächerlichen, wie man im Wörterbuch von Richlet 1680 nachlesen kann. Während das Adjektiv ´grotesque´ als „plaisamment ridicule“ erklärt und in Bezug auf Menschen, Aussehen und Handlung angewendet wird, ist das Hauptwort ´Grotesques´ ein Begriff der Malerei, um „noch nie Dagewesenes, welches lachen mache“ zu erklären.5 In ähnlicher Weise war ein Bedeutungswechsel in England zu verfolgen. Das Groteske galt nun nicht mehr als ein Produkt der Künste, sondern wurde benutzt, um beispielsweise Landschaften zu bezeichnen. Die Verschiebung fand statt von der ´Realitätsferne´ hin zur ´Abweichung vom Idealen´.6
Ausgehend von der Bedeutung in der bildenden Kunst wurde der Begriff des Grotesken im Laufe der Zeit auf andere Bereiche übertragen. Zeigten sich am Anfang noch Konnotationen mit dem Phantastischen, Unnatürlichen sowie im 17. Jahrhundert mit dem Lächerlichen und Komischen, wurde der Begriff ´Grotesk´ im 18. Jahrhundert hauptsächlich auf das Niedrigkomische wie Karikaturen, Burlesken oder Farcen angewandt. Welche Erscheinungen in der Literatur als ´grotesque´ bezeichnet wurden, zeigt sich bei Frances K. Barasch, der erklärte, „[that] the grotesque was seen in medieval Romances and Renaissance commedia, in the mixed genre and styles of medieval mysteries and in the low comedy of Renaissance farce. It was found in eighteenth-century character writing and in the naturalistic or ´humoristic´ characters of the eighteenth-century picaresque novel.“7 Barasch betonte hier die Bedeutungsverlagerung weg von der Phantastik, hin zur Komik mit Realitätsbezug. In scharfem Gegensatz dazu erläuterte Immanuel Kant, dass „Grotesken entstehen, wenn man der Einbildungskraft freien Lauf lässt, so daß jeglicher durch Regeln auferlegte Zwang umgangen wird.“8 Kant erklärte somit, dass Groteske nur dann akzeptabel sei, wenn es von Vernunft geleitet wird. Diese Definition des Grotesken in der Bedeutung von Phantasiegebilden kam dem Groteske-Begriff der Romantik sehr nahe: „In the Romantic period the word grotesque, like the word Gothic, is applied to literature. In the Romantic literature ist chief senses are ´highly fanciful´, ´fantastic´, and ´exceedingly strange´, without a pejorative coloration.“9
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gab es nun drei Definitionen des Grotesken, einmal als die Unterart des Komischen, als besondere Ausprägung der Satire und als Gestaltungsmittel der dämonischen Weltsicht.10

[...]


1 Günther, Hans: Das Groteske bei N. V. Gogol. Formen und Funktionen, in: Slavistische Beiträge, München 1968, Band 34, S.131.

2 Sinic, Barbara: Die sozialkritische Funktion des Grotesken, in: Wiener Beiträge zu Komparatistik und Romanistik, Band 12, hrsg. Von Kanduth, Erika; Martino, Alberto; Noe, Alfred, Frankfurt/Main 2003, S.67.

3 Sinic: Sozialkritische Funktion des Grotesken, S.9.

4 Ebd., S.9.

5 Richelet, César Pierre: Grotesque, in: Dictionnaire François, contenant les mots et les choses, Mikrofiche-Edition, Genf 1680.

6 Sinic: Sozialkritische Funktion des Grotesken, S.11.

7 Barasch, Frances K.: The grotesque. A study in meanings, The Hague 1971, S.152.

8 Kant, Immanuel: Kritik der Urteilskraft und Schriften zur Naturphilosophie, in: ders., Werke in sechs Bänden, Wiesbaden 1957, Band V, S.326 f.

9 Sinic: Sozialkritische Funktion des Grotesken, S.17.

10 Günther: Das Groteske bei Gogol, S.11.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/78485/nos-1836-das-groteske-bei-n-v-gogol
please wait Please wait