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Subtitle: In welchem Zusammenhang steht die Theorie der Permanenten Revolution mit den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk und welchen Stellenwert nahm Brest-Litowsk bei der bolschewistischen Partei ein?
Termpaper, 2004, 18 Pages
Author: Anna Lenkewitz
Subject: History - Non-German
Details
Tags: Trotzki, Russische, Revolution
Year: 2004
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-84004-0
ISBN (Book): 978-3-638-84008-8
File size: 155 KB
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Abstract
Auf den folgenden Seiten werde ich mich mit Leo Trotzki und seiner Rolle während der Revolutionsjahre beschäftigen. Neben seiner Biographie werden dabei besonders seine Theorie der Permanenten Revolution aus dem Jahre 1905 sowie der Friedensvertrag von Brest – Litowsk vom 03. März 1918, an dem Trotzki als Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten und russischer Delegierter maßgeblich beteiligt war, berücksichtigt. Die Frage, die sich mir während meiner Ausführungen stellte, war, in welchem Zusammenhang die Theorie der Permanenten Revolution mit dem Brest – Litowsker Friedensvertrag gebracht werden kann und welchen Stellenwert Brest – Litowsk in der bolschewistischen Politik einnahm. Trotzki, als Urheber der Theorie der Permanenten Revolution und Vertreter der Bolschewiki nach außen, nutzte Brest – Litowsk, um die Idee der Weltrevolution, von der auch die russische Außenpolitik durchdrungen war, im Sinne seiner Theorie an die Proletarier der übrigen Länder zu tragen. Er nutzte die Friedensverhandlungen als „Agitationsbühne, um aus dem Fenster heraus Reden an die Welt zu halten, um das westeuropäische Proletariat zur Revolution aufzustacheln“. Damit wird klar, dass das vorrangige Ziel der bolschewistischen Partei nicht ein Frieden mit den Mittelmächten, sondern die revolutionäre Propaganda war, mit der die sozialistische Revolution auf internationaler Ebene voran getrieben werden sollte, um dadurch den Weg zum Aufbau des Sozialismus frei zu haben. Das Nebenprodukt, der Friede, kam den Bolschewiki dennoch mehr als gelegen. Sie nutzten die Rivalität der Westmächte und ihre eigene Isolation, um die sozialistische Revolution im eigenen Land zu festigen und den Zeitpunkt des Ausbruchs der Weltrevolution abzuwarten.
Excerpt (computer-generated)
Philipps – Universität Marburg, FG Osteuropäische Geschichte
PS „Russland. Von der Februar – zur Oktoberrevolution 1917“
SoSe 2004
Leo Trotzki und die Russische Revolution
In welchem Zusammenhang steht die Theorie der Permanenten
Revolution mit den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk und welchen
Stellenwert nahm Brest-Litowsk bei der bolschewistischen Partei ein?
von
Anna Lenkewitz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Leo Trotzki – Sein Leben 4
3. Trotzki während der Revolutionsjahre 7
3.1. Theorie der Permanenten Revolution 7
3.2.Der Frieden von Brest – Litowsk 9
4. In welchem Zusammenhang steht die Theorie der Permanenten Revolution mit den Friedensverhandlungen von Brest – Litowsk und welchen Stellenwert nahm Brest – Litowsk bei der bolschewistischen Partei ein? 12
5. Zusammenfassung 16
Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
Auf den folgenden Seiten werde ich mich mit Leo Trotzki und seiner Rolle während der Revolutionsjahre beschäftigen. Neben seiner Biographie werden dabei besonders seine Theorie der Permanenten Revolution aus dem Jahre 1905 sowie der Friedensvertrag von Brest – Litowsk vom 03. März 1918, an dem Trotzki als Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten und russischer Delegierter maßgeblich beteiligt war, berücksichtigt. Die Frage, die sich mir während meiner Ausführungen stellte, war, in welchem Zusammenhang die Theorie der Permanenten Revolution mit dem Brest – Litowsker Friedensvertrag gebracht werden kann und welchen Stellenwert Brest – Litowsk in der bolschewistischen Politik einnahm.
Trotzki, als Urheber der Theorie der Permanenten Revolution und Vertreter der Bolschewiki nach außen, nutzte Brest – Litowsk, um die Idee der Weltrevolution, von der auch die russische Außenpolitik durchdrungen war, im Sinne seiner Theorie an die Proletarier der übrigen Länder zu tragen. Er nutzte die Friedensverhandlungen als „Agitationsbühne, um aus dem Fenster heraus Reden an die Welt zu halten, um das westeuropäische Proletariat zur Revolution aufzustacheln“.1 Damit wird klar, dass das vorrangige Ziel der bolschewistischen Partei nicht ein Frieden mit den Mittelmächten, sondern die revolutionäre Propaganda war, mit der die sozialistische Revolution auf internationaler Ebene voran getrieben werden sollte, um dadurch den Weg zum Aufbau des Sozialismus frei zu haben. Das Nebenprodukt, der Friede, kam den Bolschewiki dennoch mehr als gelegen. Sie nutzten die Rivalität der Westmächte und ihre eigene Isolation, um die sozialistische Revolution im eigenen Land zu festigen und den Zeitpunkt des Ausbruchs der Weltrevolution abzuwarten.
2. Leo Trotzki – Sein Leben
Am 08. November 1879 wurde Leib Davidowitsch Bronstein auf dem Gut Janowka im ukrainischen Gouvernement Cherson geboren. Er war der Sohn des jüdischen Großgrundbesitzers Dawid Leontjewitsch Bronstein und Anna, einer Kleinbürgerin aus der Umgebung von Odessa. Mit neun Jahren zog Leib nach Odessa und besuchte dort die Realschule des hl. Paulus2. Im Jahre 1897 legte er im ukrainischen Nikolajew sein Abitur ab. Nachdem er sein Interesse an sozialistischen Gedanken entdeckt hatte, gründete Leib 1896 dort mit 200 Mitgliedern den Südrussischen Arbeiterbund 3, der „als seine erste Aufgabe die revolutionäre Bildung der Arbeiter ansehe“4. Am 28. Januar 1898 wurden Leib und einige Organisatoren des Südrussischen Arbeiterbundes zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Verraten, so Trotzki, hatte sie der „Provokateur Schrenzel“ 5, der sich in die Organisation eingeschlichen hatte. Aus Nikolajew brachte man ihn nach Odessa, wo Bronstein zu einer Verbannung von vier Jahren verurteilt wurde. Zunächst verbrachte er einige Monate im Moskauer Gefängnis, dann im Gefängnis von Irkutsk. Im Butyrsker Gefängnis heiratete Leib gegen den Willen seiner Eltern Alexandra Lwowna Sokolowskaja, die ebenfalls ein Mitglied des Südrussischen Arbeiterbundes war. Obwohl er sich bereits im Jahre 1896 mit sozialistischen Ideen vertraut gemacht hatte, wurde er erst im Gefängnis zu einem Verfechter dieser Ideen, denn „die Arbeiter im Gefängnis [...] haben einen Marxisten aus mir gemacht“ 6. Während seiner Flucht aus der sibirischen Verbannung im Sommer 1902 nahm Leib den Decknamen Trotzki an, den er bis zu seinem Tod behalten sollte. Auf eine Einladung Lenins kam Trotzki schließlich nach London, wo er auf russischen Versammlungen seine Rhetorik unter Beweis stellte und den Marxismus gegen die Sozialrevolutionäre verteidigte. Bei seinem anschließenden Besuch in Paris lernte Trotzki Natalja Sedowna kennen, die seine Lebensgefährtin wurde. Zur gleichen Zeit kam es zum Bruch Trotzkis mit Lenin, dem vor allem parteiinterne Differenzen zu Grunde lagen. Besonders die Zusammenarbeit mit Führern der deutschen und österreichischen Sozialdemokratie kam Trotzki gelegen, um gegen Lenin vorzugehen und die Parteiprobleme im Westen zu veröffentlichen. Im Sommer 1904 verfasste Trotzki die Schrift „Unsere politische Aufgabe“, in der er sich vehement gegen Lenin äußerte 7. In einem Brief vom 24. März 1913 an Nikolaj Semjonowitsch Tschcheidse, einem Mitglied der Staatsduma, schrieb Trotzki: „ [...] Die schmutzigen Intrigen, die Lenin, der Meister in solchen Machenschaften, systematisch entfacht, dieser professionelle Ausbeuter jeglicher Rückständigkeit in der russischen Arbeiterbewegung [...] Das gesamte Gebäude des Leninismus ist in dieser Zeit auf Lügen und Fälschungen gebaut und trägt in sich den verderblichen Grund für den eigenen Zerfall [...]“ 8.
[...]
1 Baumgart, Winfried: Deutsche Ostpolitik 1918. Von Brest – Litowsk bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, Wien 1966, S.21
2 Trockij, Lev D.: Mein Leben. Versuch einer Autobiographie, Frankfurt a. Main 1974, S. 52
3 Abosch, Heinz: Trotzki zur Einführung, Hamburg 1990, S.16
4 Wolkogonow, Dimitri: Trotzki. Das Janusgesicht der Revolution, Düsseldorf u. a. 1992, S.38
5 Ebenda, S. 38
6 Ebenda, S.39
7 Wolkogonow: Trotzki, S.65 f.
8 Ebenda, S.67
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