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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 23 Pages
Author: Tina Heesel
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institution/College: RWTH Aachen University (Germanistisches Institut )
Tags: Anaphern, Rektions-, Bindungstheorie, Konstituenten, Schichten
Year: 2003
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-84025-5
ISBN (Book): 978-3-638-84033-0
File size: 167 KB
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Abstract
In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit Anaphern in der Rektions- und Bindungstheorie nach Chomsky. Die Bindungstheorie ist eine syntaktische Teiltheorie der Transformationsgrammatik nach Noam Chomsky. Die Bindungstheorie regelt „die Beziehungen von Anaphern, Pronomina, Namen und Spuren zu ihren möglichen Antezedens-Elementen“ . Solch ein Antezedens–Element bindet eine NP, die mit ihm koreferent ist, wenn sie von dem Antezedens c-kommandiert wird. Für diese Bindungen gibt es bestimmte Beschränkungen, die als Filter dienen und die dafür sorgen, dass nur grammatische Strukturen diese Bedingungen erfüllen. Nach Chomsky gibt es drei verschiedene Arten von Nominalphrasen, bei denen es solche Bindungsbeschränkungen gibt. Zum einen sind das die Anaphern. Bei den Anaphern unterscheidet man nochmals zwischen zwei verschiedenen Typen. Erstens gibt es die Nominalphrasen, die man als Reflexiv- und Reziprokpronomen identifizieren kann. Diese beiden Arten von Nominalphrasen sind meist gebunden durch eine Nominalphrase, die sich ebenfalls in diesem Teilsatz befindet. Zweitens gibt es bei den Anaphern noch die so genannten leeren Anaphern. Dabei handelt es sich um Spuren von Nominalphrasen. Ein weiterer Typ der Nominalphrase neben den Anaphern ist die Gruppe der Pronominale. Dabei handelt es sich um Personalpronomen. Die Interpretation solcher Personalpronomen kann anaphorisch oder deiktisch sein, d.h. ein Personalpronomen kann sich auf einen Referenzgegenstand beziehen, der sich entweder in dem gleichen Satz befindet oder auf einen Referenzgegenstand, der sich nicht in dem gleichen Satz befindet wie das Personalpronomen. Bei dem letzten Typ der Nominalphrasen handelt es sich um die so genannten R-Ausdrücke. Damit sind alle die NP´s gemeint, die nicht in den ersten beiden Typen auftauchen, wie zum Beispiel Eigennamen.
Excerpt (computer-generated)
RWTH- Aachen, Germanistisches Institut
Hauptseminararbeit, Lehrstuhl für Deutsche Philologie
WS 2002/03
Anaphern in der Reketions- und Bindungstheorie
von
Tina Heesel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Worte 3
1.1 Koreferenz 4
1.1.1 R-Ausdruck 5
1.1.2 C- Kommando 6
1.1.3 Bedingungen für Koreferenz zwischen Pronomina und R- Ausdrücken 6
1.1.4 Das Prinzip der Bindung 8
2. Anapher und Pronomen 8
2.1 Reflexiv- und Reziprokpronomina 8
2.2 Die Beziehung zwischen Anapher und Antezedens 9
2.3 Der vollständige funktionale Komplex 10
2.4 M-Kommando 13
2.5 Die Rektion 13
2.5.1 Die Rektionskategorie 14
2.6 Die klassische Version der Bindungstheorie 14
2.7 Die erweiterte Version der Bindungstheorie 17
2.7.1 BT- Kompatibilität 17
2.8 Leere Anaphern 18
3. Schluss 20
4. Literaturverzeichnis 23
1. Einleitende Worte
In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit Anaphern in der Rektions- und Bindungstheorie nach Chomsky. Die Bindungstheorie ist eine syntaktische Teiltheorie der Transformationsgrammatik nach Noam Chomsky. Die Bindungstheorie regelt „die Beziehungen von Anaphern, Pronomina, Namen und Spuren zu ihren möglichen Antezedens-Elementen“1. Solch ein Antezedens–Element bindet eine NP, die mit ihm koreferent ist, wenn sie von dem Antezedens ckommandiert wird. Für diese Bindungen gibt es bestimmte Beschränkungen, die als Filter dienen und die dafür sorgen, dass nur grammatische Strukturen diese Bedingungen erfüllen. Nach Chomsky gibt es drei verschiedene Arten von Nominalphrasen, bei denen es solche Bindungsbeschränkungen gibt. Zum einen sind das die Anaphern. Bei den Anaphern unterscheidet man nochmals zwischen zwei verschiedenen Typen. Erstens gibt es die Nominalphrasen, die man als Reflexiv- und Reziprokpronomen identifizieren kann. Diese beiden Arten von Nominalphrasen sind meist gebunden durch eine Nominalphrase, die sich ebenfalls in diesem Teilsatz befindet. Zweitens gibt es bei den Anaphern noch die so genannten leeren Anaphern. Dabei handelt es sich um Spuren von Nominalphrasen. Ein weiterer Typ der Nominalphrase neben den Anaphern ist die Gruppe der Pronominale. Dabei handelt es sich um Personalpronomen. Die Interpretation solcher Personalpronomen kann anaphorisch oder deiktisch sein, d.h. ein Personalpronomen kann sich auf einen Referenzgegenstand beziehen, der sich entweder in dem gleichen Satz befindet oder auf einen Referenzgegenstand, der sich nicht in dem gleichen Satz befindet wie das Personalpronomen. Bei dem letzten Typ der Nominalphrasen handelt es sich um die so genannten R-Ausdrücke. Damit sind alle die NP´s gemeint, die nicht in den ersten beiden Typen auftauchen, wie zum Beispiel Eigennamen.
Vor diesem Hintergrund gehe ich in dieser Hausarbeit zuerst auf die Begriffe Koreferenz und R-Ausdrücke ein. Um die Bedingungen zwischen Pronomina und RAusdrücken zu erläutern komme ich auf den Begriff des C-Kommandos. Mit dem CKommando hängen bestimmte Bedingungen für Koreferenz zwischen Pronomina und R-Ausdrücken zusammen, auf die ich ebenfalls eingehe. Nach Einführung des Begriffs der Bindung komme ich zu den Unterschieden von Anaphern und Pronomen. Ein Ausdruck, der den gleichen Index trägt wie die Anapher, wird Antezedens genannt. Die Beziehung zwischen Anapher und Antezedens wird erläutert. Dabei wird deutlich, dass es sich bei einem Antezedens auch um ein ganzes Subjekt handeln kann. Auf Grund dessen wird der Begriff des vollständigen funktionalen Komplexes eingeführt, der auch CFC genannt wird. Im Verlauf der Hausarbeit wird deutlich, dass der Begriff des C-Kommandos nicht ausreichend ist, um beispielsweise die Beziehung zwischen Kopf und Specifier zu erklären. Aus diesem Grund wird der Begriff des M-Kommandos eingeführt, über den ich dann zu dem Begriff der Rektion komme. Mit Hilfe dieser Untersuchungen komme ich dann zu der klassischen Version der Bindungstheorie. Durch einige Beispiele wird aber klar, dass die klassische Version der Bindungstheorie nicht ausreicht. Über den Begriff der BT- Kompatibilität komme ich dann zu der erweiterten Version der Bindungstheorie. Des Weiteren gehe ich kurz auf den Unterschied zwischen lexikalischen und leeren Anaphern ein. Die leeren Anaphern werden aber nur der Vollständigkeit halber am Rande erwähnt und nicht genauer untersucht. Zum Schluss fasse ich die Ergebnisse noch einmal kurz zusammen.
1.1 Koreferenz
Findet man in einem Satz zwei Nominalphrasen, die für den Sprecher zu demselben Objekt gehören, so bezeichnet man diese Nominalphrasen (NPs) als „koreferent“2. Um dies zu verdeutlichen, nehme ich folgende Beispielsätze:
1a) Marie meint, dass sie schön ist
1b) *Sie meint, dass Marie schön ist
Im Beispiel von 1a) kann sich das Pronomen sie entweder auf Marie beziehen, oder auf irgendeine andere Person, die dem weiblichen Geschlecht angehört. Um genau zu klären, wer gemeint ist, benötigt man die bestimmte Situation, also den Kontext, in dem der Satz geäußert wird. Unter grammatischen Gesichtspunkten scheint die Nominalphrase sie hier in Bezug auf die anderen syntaktischen Elemente des Satzes keine Rolle zu spielen.
Wie in Satz 1a) ist auch in Satz 1b) die konkrete Referenz des Pronomens abhängig von der Situation bzw. dem Kontext. In 1a) allerdings kann sich das Pronomen sie auf Marie beziehen, was in 1b) nicht möglich ist. In 1b) dagegen geht man davon aus, dass sie und Marie nicht ein und dieselbe Person sind, sondern dass es sich um zwei verschiedene Personen handelt. Die beiden Nominalphrasen in Satz 1a) intendieren also für den Sprecher den gleichen Objektbezug, da man davon ausgeht, dass es sich bei Marie und sie um ein und dieselbe Person handelt. Sie tragen den gleichen Index und daher werden sie als koreferent bezeichnet. In Satz 1b) geht man nicht davon aus, dass es sich bei sie und Marie um eine Person handelt. Beide Nominalphrasen tragen also nicht den gleichen Index. In diesem Fall spricht man von „disjunkter Referenz (engl. disjoint reference)“3.
1.1.1 R-Ausdruck
[...]
1 Bußmann, H.: Lexikon der Sprachwissenschaft. 2. Auflage. Stuttgart 1990., S.136 (Im Folgenden abgekürzt als: Bußmann)
2 Fanselow, G./ Felix, S.W.: Sprachtheorie 2: Die Rektions- und Bindungstheorie. Tübingen 1997. , S.94 (Im Folgenden abgekürzt als Fanselow)
3 Fanselow, S.94
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