Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Arzt-Kind-Kommunikation close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Arzt-Kind-Kommunikation

Subtitle: Entwicklungspsychologische und psychosoziale Aspekte der Kommunikation mit Kindern im Krankenhaus

Diploma Thesis, 2006, 163 Pages
Author: Katrin Parigger
Subject: Communications: Interpersonal Communication

Details

Institution/College: University of Vienna
Tags: Arzt-Kind-Kommunikation
Category: Diploma Thesis
Year: 2006
Pages: 163
Grade: 1
Bibliography: ~ 76  Entries
Language: German
Archive No.: V78623
ISBN (E-book): 978-3-638-89398-5
ISBN (Book): 978-3-638-89412-8
File size: 558 KB

Abstract

Gegenstand: Analyse der Kommunikationsstrukturen mit stationär aufgenommenen Kindern im Krankenhaus. Ziel: Unterstützung der Tendenz zur Sensibilisierung der Thematik „Kind im Krankenhaus“; Einblick in die entwicklungspsychologischen, kognitiven und sozialen Faktoren, welche in der Kommunikation mit stationär aufgenommenen Kindern vor allem von Seiten des medizinischen Fachpersonals berücksichtigt werden sollten. Abgrenzung: Kommunikation wird als wechselseitig bewusst oder unbewusst stattfindender Prozess der Bedeutungsvermittlung verstanden. Beim Kind wird der Schwerpunkt auf die kognitiven Fähigkeiten und die soziale Einbettung gelegt. Geistige Gesundheit und Zugehörigkeit zur westlichen Gesellschaft sind die Rahmenbedingungen. Hypothesen: Das Kind ist wegen seines jeweiligen Entwicklungsstandes und seiner Bevormundung durch die Eltern in der „schwächeren“ Position gegenüber dem Erwachsenen. Das durch seine organische Krankheit geschwächte Kind ist im Krankenhaus einer Reihe von zusätzlichen psychischen Belastungen ausgesetzt. Auf Grund dieser Aspekte muss mit Kindern im Krankenhaus in besonderer Form umgegangen und kommuniziert werden. Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Entwicklungsbedingt haben Kinder je nach Altersstufe begrenzte Verständnis- und Ausdrucksmöglichkeiten. Im Rahmen einer Erkrankung und eines Krankenhausaufenthaltes kommt es zu einer Reihe von Vorstellungen, Ängsten und Bedürfnissen, die Aufklärung, Aufmerksamkeit und Unterstützung verlangen. Eigenschaften „idealer“ Kommunikation mit Kindern im Krankenhaus sind: offen, ehrlich, aufrichtig; aktiv, motivierend; ganzheitlich, familienorientiert; abgestimmt auf Alter, Entwicklung, Persönlichkeit; kontinuierlich; vertrauensvoll, mitfühlend; unterstützend, akzeptierend. Es besteht ein großer Bedarf an internationalen Richtlinien und Standards sowie an spezieller Ausbildung des Personals. Methoden: Literaturanalyse; Analyse und Vergleich internationaler empirischer Studien und Konzepte; Experteninterviews


Excerpt (computer-generated)

Arzt-Kind-Kommunikation
Entwicklungspsychologische und psychosoziale Aspekte der Kommunikation mit Kindern im Krankenhaus

Magisterarbeit

zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie
an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien

Katrin Parigger

Wien, Oktober 2006

 

Vorwort

Ein großes persönliches Interesse für die Kommunikationsabläufe in Krankenhäusern und für die Möglichkeiten der Qualitätssteigerung der ärztlichen Gespräche vor allem zu Gunsten der Patienten hat mich zum Verfassen dieser Arbeit bewogen. Die Eingrenzung der Thematik auf die Kommunikation mit Kindern im Krankenhaus wurde vor allem deshalb vorgenommen, weil eine Sensibilisierung der Arzt-Patient-Kommunikation im Allgemeinen sich zumindest auf theoretischer Ebene bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, eine spezielle Thematisierung der Kommunikationspraxis mit hospitalisierten Kindern aber noch weitgehend aussteht.

Auf Grund der entwicklungsspezifischen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen scheint mir eine derartige Thematisierung besonders notwendig und sinnvoll. Dieser Handlungsbedarf diente mir als Motivation, die kognitiven und psychosozialen Besonderheiten des Kindes hervorzuheben, die Situation von Kindern im Krankenhaus darzustellen, die Kommunikationsabläufe zwischen Kindern, Eltern und medizinischem Personal zu analysieren und damit die Notwendigkeit eines angemessenen kommunikativen Umgangs mit kranken Kindern zu betonen.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung ... 1

2. Kind Sein ... 7
2.1 Kindheit im Wandel ... 8
2.1.1 Lloyd deMauses Evolution der Kindheit ... 9
2.1.2 Kindheit heute... 12
2.2 Geistige Entwicklung des Kindes ... 14
2.2.1 Kognitive Entwicklung nach Jean Piaget ... 15
2.2.2 Persönlichkeitsentwicklung nach Erik H. Erikson ... 21
2.2.3 Sprachliche und kommunikative Entwicklung ... 25
2.2.4 Kindliche Entwicklung im therapeutischen Kontext ... 30

3. Krank Sein – im Krankenhaus Sein ... 33
3.1 Kranke Kinder ... 34
3.1.1 Krankheitskonzepte und Krankheitserleben ... 35
3.1.2 Krankheitsbedingte Vorstellungen und Ängste ... 38
3.1.3 Kindliche Krankheitsbewältigung ... 43
3.1.4 Exkurs: Akute, chronische und lebensbedrohliche Krankheiten ... 45
3.2 Kinder im Krankenhaus ... 48
3.2.1 Das Kinderkrankenhaus und seine Entwicklung ... 49
3.2.2 Die Problematik „Kind im Krankenhaus“ ... 50
3.2.3 Spezifische Ängste und Bedürfnisse im Krankenhaus ... 54
3.2.4 Konzepte und Beispiele zur Verbesserung der Situation ... 58

4. Kommunikation mit Kindern im Krankenhaus ... 64
4.1 Grundlegende Aspekte der Arzt-Patient-Kommunikation ... 65
4.1.1 Die fünf kommunikationspsychologischen Axiome ... 66
4.1.2 Sprachloses oder sprachliches Leid? ... 69
4.2 „Arzt-Kind-Kommunikation“ – Wo stehen wir? ... 72
4.2.1 Der Stand der Forschung – ein Review ... 73
4.2.2 Problematiken in der Kommunikationspraxis ... 99
4.2.3 Die EACH-Charta – Rechte des Kindes im Krankenhaus ... 103
4.3 Ansätze einer „neuen“ Arzt-Kind-Kommunikation ... 109
4.3.1 Kommunikation mit und Information von kranken Kindern ... 109
4.3.2 Die Rolle der Ärzte und des Pflegepersonals ... 111
4.3.3 Die Rolle der Eltern ... 115
4.3.4 Das psychosoziale Betreuungskonzept des St. Anna Kinderspitals Wien ... 120

5. Fazit ...125

6. Literaturverzeichnis ...130

Anhang ...A-1

 

1. Einleitung und Problemstellung

Der Genesungsfortschritt eines Kindes im Krankenhaus hängt nicht nur vom korrekten Einsatz medizinischer und therapeutischer Maßnahmen, sondern auch von der psychosozialen Betreuung und vom kommunikativen Umgang mit dem jungen Patienten ab. Zu diesem Schluss kommen zahlreiche Autoren aktueller Fachliteratur und auch in journalistischen Publikationen wird der diesbezügliche Handlungsbedarf immer stärker thematisiert. So stellt Topf (1997) beispielsweise fest, dass „[…] eine gute medizinische Aufklärung eine wichtige Voraussetzung für eine aktive Bewältigung der Krankheit ist und dadurch möglicherweise den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann“1. Auch Gottschlich (1998) betont den Zusammenhang zwischen Heilung und Kommunikation: „Die kommunikative Begegnung ist Teil des Heilungsprozesses“2 und „Gesundheit beruht auf Kommunikation!“3 Die deutsche Ärzte Zeitung zitiert den Vorsitzenden des Vereins „Die kleinen Patienten“, Bodo Gentsch: „In einem kindgerechten Umfeld fühlen sich Kinder besser aufgehoben, sie werden schneller gesund und können mitunter früher nach Hause.“4

Eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der medizinischen Fachkräfte hat auch im Bereich der Sozialpädiatrie bereits begonnen. So werden die Belastungen, die ein Krankenhausaufenthalt für die Psyche der jungen Patienten darstellt, auch von den Medien aufgegriffen und die psychosozialen Aspekte wie die Mitaufnahme der Mutter/Bezugsperson oder die Unterstützung durch Psychologen werden – wenn auch eher vereinzelt und in kleineren Publikationen oder auf einschlägigen Homepages – öffentlich angesprochen.5 Es wird die Forderung laut, die spezielle Situation des kranken Kindes anzuerkennen und vor allem in diesem Kontext zu agieren. Das Kind in seiner Entwicklung und die Anpassung der Therapiekonzepte an neue, in diese Richtung gehende Erkenntnisse war auch Gegenstand des 34. Internationalen Herbst-Seminar-Kongresses in Brixen, Südtirol. Im Rahmen der Vorlesungsreihe „Das Kind als Akteur seiner Entwicklung“ beschäftigten sich hundertsiebzig Ärzte, Therapeuten, Psychologen, Erzieher und Lehrer unter anderem damit, dass vor allem bei chronisch kranken Kindern nicht nur ihre organischen Leiden behandelt werden sollen, sondern dass auch die Seele dieser Kinder und das seelische Befinden der gesamten Familie in die Behandlungen und Therapien mit einbezogen werden müssen.6 Eine Tendenz in Richtung Unterstützung, Offenheit und Akzeptanz macht sich in allen das Kind im Krankenhaus betreffenden Bereichen allmählich bemerkbar.

Um sich dem komplexen Themenbereich der Kommunikation mit Kindern im Krankenhaus aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive zu nähern, bedarf es der grundsätzlichen Berücksichtigung von drei äußerst relevanten Faktoren: Zum Ersten muss das Kind im Kontext seiner Entwicklung und seiner sozialen Einbettung in Familie und Umwelt gesehen werden. Zum Zweiten unterscheidet sich das Kind als Patient grundlegend von erwachsenen Patienten und hat spezifische emotionale Bedürfnisse. Zum Dritten ist dementsprechend in Kinderkrankenhäusern und auf Kinderstationen ein kindgerechter kommunikativer Umgang von Nöten, welcher über die in der aktuellen Fachliteratur bereits viel diskutierte ambivalente Beziehung zwischen dem Arzt und seinem Patient hinaus geht.

Wie kann einem Kind erklärt werden, dass es in das Krankenhaus muss und was es dort erwartet? Wie kann einem Kind erklärt werden, an welcher Krankheit es leidet und welche Maßnahmen deshalb durchgeführt werden müssen? Und wie kann einem Kind erklärt werden, dass auch unangenehme oder schmerzhafte Behandlungen letztendlich der Genesung dienen? Altbewährte Methoden wie Kinderbücher oder Spiele zum Thema Krankenhaus stellen eine von vielen Möglichkeiten dar, den Kindern den Sinn und Zweck eines Krankenhausaufenthaltes näher zu bringen. Doch die alters- und sachgemäße Aufklärung eines stationär aufgenommenen indes muss darüber hinausgehen: Zusätzlich müssen – wie auch erwachsenen Patienten – individuelle Informationen gegeben werden, individuelle Fragen müssen geklärt werden und auf individuelle Bedürfnisse muss eingegangen werden.

 

[...]


1 Topf. In: Kinderanalyse, 3/1997. S. 292.

2 Gottschlich, 1998. S. 6.

3 Ebd. S. 7.

4 Hommel. In: Ärzte Zeitung, 18.09.06. Auf: http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/09/18/165a1601.asp?cat=/magazin/humor. Zugriff: 04.10.06.

5 Diese Beobachtung wurde u. a. im Rahmen einer täglichen Medienanalyse zu den Themen „Kind im Krankenhaus“ und „Kommunikation mit Kindern im Krankenhaus“ gemacht, die von der Verfasserin dieser Arbeit im Zeitraum Mai bis Oktober 2006 im deutschsprachigen Raum durchgeführt wurde. (Anm. d. Verf.)

6 Vgl. Kranke Kinder als Menschen sehen. In: Dolomiten Nr. 194, 25.08.06. S. 28.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/78623/arzt-kind-kommunikation
please wait Please wait