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Subtitle: Untersuchung der ästhetischen, psychologischen und soziologischen Dimensionen
Termpaper, 2007, 22 Pages
Author: Karsten Lenz
Subject: Film Science
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Düsseldorf
Tags: Analyse, Fest, Thomas, Vinterberg, Kontext, Dogma, Geschichte, Films, interpretation, filmanalyse, 95
Year: 2007
Pages: 22
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 4 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-84149-8
ISBN (Book): 978-3-638-84150-4
File size: 161 KB
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Abstract
Gegenstand der folgenden Filmanalyse ist der Film „Das Fest“ von Thomas Vinterberg. „Das Fest“ stellt die Dekonstruktion der bürgerlich-grossbürgerlichen Verhältnisse und ihrer scheinidyllischen Fassade dar und steht damit im Zentrum der Dogmaideologie. Das Dogmamanifest findet sich, besonders in Hinblick auf ihren höchsten Wert der „Wahrheit“, auf künstlerischer, psychologischer und soziologischer Ebene verwirklicht. Nachfolgend werde ich diese Dimensionen darstellen. Zuerst werde ich hinsichtlich der künstlerischen Dimension die überwiegend auf narrativer Ebene vorhanden Kontraste, die Kameraführung und den inhaltlichen Kontext des Films zum Dogmamanifest beschreiben. Die psychologiche Dimension beinhaltet die Person Christians und die durch seine Entwicklung manifestierte Karthasis, die sich in seinen Beziehung zu den Familienmitgliedern beschreiben läßt. Hierbei werde ich explizit auf das Motiv „Ödipus/Vatermord“ als mythologische Grundkomponente eingehen. Die soziologische Dimension umfasst die Kritik des zeitgenössischen Films als Spiegel der Gesellschaft, die Darstellung der bürgerlichen Gesellschaftsschicht und schliesslich der Umgang einer Gesellschaft mit „Wahrheit“. Die Grundlagen und einen kurzen Handlungsablauf werde ich voranstellen.
Excerpt (computer-generated)
FH-Düssseldorf/Sozial- und Kulturwissenschaften
Seminar: Geschichte und Theorie des deutschen Films
am 13.06.07
Analyse zu "Das Fest" von Thomas Vinterberg im erweiterten Kontext von Dogma 95
Untersuchung der ästhetischen, psychologischen und soziologischen Dimensionen
von
Karsten Lenz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Regisseur: Thomas Vinterberg 3
3. Das Manifest: Dogma 95 3
4. Der Grundablauf :„Das Fest“ 5
5. Die künstlerische Dimension 6
5.1 Die Kameraführung 6
5.2. Die ästhetischen Kontraste 9
5.3 „Das Fest“ im Kontext mit Dogma 95 10
6. Die psychologische Dimension 13
6.1 Der Auslöser: Christian und Linda 13
6.2 Die Karthasis: Christian und Pia 14
6.3 Der Vatermord: Christian und Helge 15
7. Die Soziologische Dimension 17
7.1 Dogma 95 und der Mainstreamfilm 17
7.2 Kritik der bürgerlichen Gesellschaft 18
7.3 Wahrheit 19
8. Zusammenfassung und Fazit 20
Quellenverzeichnis: 22
Literatur: 22
Internet: 22
DVD: 22
1. Einleitung
Gegenstand der folgenden Filmanalyse ist der Film „Das Fest“ von Thomas Vinterberg. „Das Fest“ stellt die Dekonstruktion der bürgerlich-großbürgerlichen Verhältnisse und ihrer scheinidyllischen Fassade dar und steht damit im Zentrum der Dogmaideologie. Das Dogmamanifest findet sich, besonders in Hinblick auf ihren höchsten Wert der „Wahrheit“, auf künstlerischer, psychologischer und soziologischer Ebene verwirklicht. Nachfolgend werde ich diese Dimensionen darstellen. Zuerst werde ich hinsichtlich der künstlerischen Dimension die überwiegend auf narrativer Ebene vorhanden Kontraste, die Kameraführung und den inhaltlichen Kontext des Films zum Dogmamanifest beschreiben. Die psychologische Dimension beinhaltet die Person Christians und die durch seine Entwicklung manifestierte Karthasis, die sich in seinen Beziehungen zu den Familienmitgliedern beschreiben lässt. Hierbei werde ich explizit auf das Motiv „Ödipus/Vatermord“ als mythologische Grundkomponente eingehen.
Die soziologische Dimension umfasst die Kritik des zeitgenössischen Films als Spiegel der Gesellschaft, die Darstellung der bürgerlichen Gesellschaftsschicht und schließlich der Umgang einer Gesellschaft mit „Wahrheit“. Die Grundlagen und einen kurzen Handlungsablauf werde ich voranstellen.
2. Der Regisseur: Thomas Vinterberg
Thomas Vinterberg ist am 19.05.1969 in Kopenhagen geboren. Als bisher jüngster Student begann er 1989 das Studium an der National Film School of Denmark, das er 1993 als Regisseur beendete. Sein Abschlussfilm „Letzte Runde“ wurde 1994 für den Oscar nominiert. (vgl. http://www.kino-zeit.de/filme/artikel/3706_thomas-vinterberg---biographie-und-filmographie.html) 1998 entstand „Das Fest“ als erster Dogma 95 Film und erhielt insgesamt 24 Filmpreise darunter den Jurypreis von Cannes. (vgl. http://german.imdb.com/title/tt0154420/awards )
3. Das Manifest: Dogma 95
Dogma 95 ist ein Manifest, dass sich gegen die übliche Art Filme zu produzieren richtete. Ins Leben gerufen wurde es von Lars von Trier und Thomas Vinterberg, und 1995 zum Anlass des 100. Geburtstages des Films mittels Flugblättern veröffentlicht. „Dogma 95 hatte das erklärte Ziel, „gewissen Tendenzen“ im zeitgenössischen Film entgegenzuwirken.“ (Hallberg, 2001, S. 11) Drei formulierte Grundthesen liegen dem Konzept zugrunde, nämlich „Dogma ist eine Rettungsaktion“, „Dogma ist nicht individuell“ und „Dogma ist keine Illusion“ (Hallberg, 2001, S. 11). Die Thesen richten sich in erster Linie gegen Illusion, Kommerz, Oberflächigkeit, Bürgerlichkeit und Berechenbarkeit des Mainstream-Kinos und sollen den Film als solches wiederbeleben. Das höchste Ziel von Dogma 95 ist es „den Figuren und Szenen die Wahrheit abzuringen“(vgl. Hallberg, 2001, S. 13), die unter der „Kosmetik“ der momentanen Filmproduktionen versteckt bleibt. Echtheit richtet sich hier gegen die technischen Möglichkeiten der Realitätsverfremdung und oberflächlich orientierten, vorhersehbaren Handlungsverläufen, die nur eine entfremdete Illusion der Wirklichkeit schaffen. Die Dramaturgie soll nicht berechenbar und oberflächlich sein, wie dies im Mainstreamkino meistens der Fall ist, sondern durch die Entwicklung der Figuren gerechtfertigt werden (vgl. Hallberg, 2001, S.12). Dogma 95 versteht sich als eine Avantgarde im näheren Wortsinne, nämlich aufgrund eines einheitlichen Konzepts als disziplinierte und uniformierte Vorreiterbewegung gegen die angegriffene Realität des momentanen Mainstream-Kinos.
Es beruft sich dabei auf das Manifest der Nouvelle Vague aus dem Jahre 1960, das ähnliche Ziele vertrat, aber als grundlegend falsch konzipiert und gescheitert angesehen wird. So richtet sich Dogma 95 auch gegen den von der Nouvelle Vague postulierten „Autorenfilm“, der als bürgerlich bezeichnet wird. Dem „Kino der Illusionen“ und seinem „Ersticken der Wahrheit“ (Hallberg, 2001, S. 12) setzt Dogma feste Regeln entgegen. In einem so genannten „Keuschheitsgelübde“ sind 10 Regeln formuliert, die zur Erreichung der formulierten Ziele und Absichten dienen sollen. Ein Grossteil der Regeln dienen der Reduktion der technischen Mittel, d.h. erlaubt ist nur eine Handkamera, Requisiten und Bauten sind verboten. Ebenfalls muss Ton und Bild immer gleichzeitig aufgenommen werden. Künstliches Licht, optische Nachbearbeitung und Filter sind untersagt. Zur dramaturgischen Disziplin gehört das Verbot von vordergründigen Actionszenen und von zeitlichen und örtlichen Verfremdungen. Außerdem werden Genrefilme nicht akzeptiert. Die „Entindividualisierung“ findet sich in dem Grundsatz wieder, dass der Regisseur nicht im Abspann genannt werden darf. Er soll außerdem seine Existenz als Künstler und seinen persönlichen Geschmack aufgeben und sie der Wahrheit unterordnen. Diese soll auf „auf Kosten jeglichen guten Geschmacks und jeglicher Ästhetik“ hervorgebracht werden. Der erste unter den mittlerweile ca. 60 Dogmafilmen war der hier besprochene Film „Das Fest“. Bis zum Jahre 2005 wurde Dogma als Lizenzmodell betrieben, d.h. Filme wurden von offizieller Seite als Dogma 95 Filme zugelassen. Mittlerweile steht es jedem Filmemacher frei, seinen Film mit Dogma 95 zu kennzeichnen (vgl.http://de.wikipedia.org/wiki/Dogma_95)
4. Der Grundablauf :„Das Fest“
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