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Scholary Paper (Seminar), 2007, 23 Pages
Author: Thomas Reissner
Subject: Economics / Business: Investment and Finance
Details
Institution/College: University of Hagen
Tags: Risikomanagement, Sparkassen, Finanzwirtschaft, Unternehmensbewertung
Year: 2007
Pages: 23
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 28 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-85612-6
ISBN (Book): 978-3-638-85465-8
File size: 132 KB
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Abstract
Effizientes Risikomanagement wird durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck bei gleichzeitig sinkenden Margen immer stärker zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Durch die immer weitere Annäherung der Kundenkonditionen an das Marktniveau reduzieren sich die Ertragsspielräume, wodurch zugleich der Druck auf das Eigenkapital als eine der knappsten Ressourcen der Sparkassen zunimmt. Oberste Zielsetzung der Sparkasse muss daher sein, die knappe Ressource Eigenkapital in ihrer Geschäftssteuerung in effizienter und risikogerechter Weise den verschiedenen Geschäftsbereichen zuzuweisen. So kann das wohlüberlegte und bewusste Eingehen von Risiken überproportionale Ertragschancen eröffnen. Zudem zeigt die Portfoliotheorie, dass das Risiko eines wohl diversifizierten Portfolios unter gewissen Voraussetzungen wesentlich geringer ist, als die Summe der Einzelrisiken, bei gleichzeitiger Erhöhung des Ertrages.
Excerpt (computer-generated)
Fernuniversität in Hagen, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Seminar: Finanzwirtschaft und Unternehmensbewertung
Abgabedatum: 19.04.2007
Risikomanagement in Sparkassen
von
Thomas Reißner
Inhaltsverzeichnis
1 Risikomanagement als Wettbewerbsfaktor 1
2 Messung des Risikopotentials 2
2.1 Der Value at Risk als Maßgröße des Risikopotentials 2
2.2 Ermittlung des Risikopotentials 4
2.2.1 Ermittlung von Zinsrisiken 4
2.2.2 Ermittlung von Kreditrisiken 5
2.2.3 Anforderungen an die Aggregation von Risikokategorien 6
3 Beurteilung des Risikopotential 8
3.1 Ermittlung der Risikotragfähigkeitsmasse 8
3.2 Verknüpfung von Risikopotential und Risikodeckungsmassen 9
3.3 Ermittlung der Risiko-/Ertragsverhältnisse 10
4 Risikosteuerung 11
4.1 Maßnahmen der Risikopolitik 11
4.2 Das Konzept der dualen Risikosteuerung 12
4.3 Integrierte Rendite-/Risikosteuerung 13
4.3.1 Risikoadjustiertes Kennzahlensystem 13
4.3.2 Allokation von Risikokapital durch Risikolimitierung 14
5 Zusammenfassung und Ausblick 15
Literaturverzeichnis
1 Risikomanagement als Wettbewerbsfaktor
Effizientes Risikomanagement wird durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck bei gleichzeitig sinkenden Margen immer stärker zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor.1 Durch die immer weitere Annäherung der Kundenkonditionen an das Marktniveau reduzieren sich die Ertragsspielräume, wodurch zugleich der Druck auf das Eigenkapital als eine der knappsten Ressourcen der Sparkassen zunimmt. Oberste Zielsetzung der Sparkasse muss daher sein, die knappe Ressource Eigenkapital in ihrer Geschäftssteuerung in effizienter und risikogerechter Weise den verschiedenen Geschäftsbereichen zuzuweisen. So kann das wohlüberlegte und bewusste Eingehen von Risiken überproportionale Ertragschancen eröffnen. Zudem zeigt die Portfoliotheorie, dass das Risiko eines wohl diversifizierten Portfolios unter gewissen Voraussetzungen wesentlich geringer ist, als die Summe der Einzelrisiken, bei gleichzeitiger Erhöhung des Ertrages.
Im Rahmen dieser Arbeit soll Risiko als Abweichung von einem erwarteten Ergebnis definiert werden. In dieser Definition ist Risiko stets auch mit einer Chance verbunden. Durch die Einbeziehung von Chancen ist dieser Risikobegriff für die Sparkasse von grundlegender Bedeutung, da Risiken und Chancen gegeneinander abgewogen werden können. Bei der Abgrenzung der banktypischen Risikokategorien lassen sich grundsätzlich Liquiditätsrisiken, Marktpreisrisiken, Adressenrisiken, operationelle Risiken und Sonstige Risiken identifizieren, die ihrerseits weiter differenziert werden können.2
Das Risikomanagement dient dazu, die Risiken bewusst und zielorientiert einzugehen und diese Risiken zu kontrollieren, zu steuern und zu limitieren. Der Risikomanagementprozess lässt sich in die vier Teilprozesse Risikoidentifikation, Risikomessung und -beurteilung, Risikosteuerung und Risikokontrolle unterteilen.3 Bei der Risikoidentifikation geht es um die Ermittlung und Systematisierung der für die Sparkasse relevanten Risikokategorien. Im Teilprozess der Risikomessung und - beurteilung werden die Messverfahren festgelegt sowie das Risikopotential, das Risikodeckungspotential und die Risiko-Ertragschancen ermittelt.4 Die Risikosteuerung dient dann der bewussten Begrenzung oder dem bewussten Eingehen von Risiken. Die Risikokontrolle, die ihren Niederschlag im Risiko-Reporting findet, prüft die Wirksamkeit der im vorangegangenen Prozessabschnitt getroffenen Maßnahmen. Sparkassen sind zumeist öffentlich-rechtliche Kreditinstitute in der Rechtsform der Anstalt des öffentlichen Rechts, die unter dem Leitgedanken der Förderung des Sparens im Rahmen der satzungsmäßigen Bestimmungen alle Arten von Bankgeschäften betreiben.5 Sparkassen sind dem Gemeinnützigkeitsprinzip und dem Regionalprinzip verpflichtet. Das Regionalprinzip sieht vor, dass Sparkassen ihre Geschäftsaktivitäten auf das regionale Zuständigkeitsgebiet ihres Trägers beschränken. Dadurch wird der Wettbewerb zwischen den Sparkassen eingeschränkt. Das Gemeinnützigkeitsprinzip besagt, dass das Ziel der Geschäftstätigkeit in erster Linie nicht in der Gewinnerzielung, sondern in der Versorgung der Bevölkerung mit Bankprodukten zu sehen ist. Bis zum 17.7.2005 haftete der Gewährträger im Außenverhältnis unbeschränkt für alle Verbindlichkeiten der Sparkasse (Gewährträgerhaftung); im Innenverhältnis war der Gewährträger verpflichtet, die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit der Sparkasse zu erhalten. Im Hinblick auf die eigenen Mittel unterscheiden sich Sparkassen sehr stark von den übrigen Kreditinstituten. Das Eigenkapital besteht hauptsächlich aus der Sicherheitsrücklage, die aus den Gewinnen der Geschäftstätigkeit gebildet wurde. Die Möglichkeiten zur Ausweitung des Eigenkapitals sind somit meist relativ begrenzt. Daher stellt sich für Sparkassen die Anforderung an ein effizientes Risikomanagement in besonderer Weise.
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Risikomessung und - beurteilung sowie die Steuerung der Risiken. Im Bereich der Risikokategorien beschränken sich die Ausführungen hauptsächlich auf das Zinsänderungsrisiko sowie auf das Kreditrisiko.
2 Messung des Risikopotentials
2.1 Der Value at Risk als Maßgröße des Risikopotentials
Ein Risikomaß, das im Rahmen der Gesamtbanksteuerung verwendet werden soll, muss sich für eine integrierte Risikomessung unterschiedlicher Risikoarten eignen.6 Zur Berücksichtigung unterschiedlicher Risikoarten ist es notwendig, dass das Risikomaß zur Risikosteuerung eines Bankportfolios verwendet werden kann und sich zur portfolio-übergreifenden Risikosteuerung eignet. Ein derartiges Risikomaß muss folgenden Eigenschaften (Kohärenz) entsprechen:
- Subadditivität: Das Risiko eines aus zwei Positionen bestehenden Portfolios muss kleiner oder gleich der Summe der Einzelrisiken sein.
- Positive Homogenität: Das Risiko steigt proportional zu einem positiven Faktor.
- Monotonie: Das Risiko eines Portfolios X ist stets höher als bei einem Portfolio Y wenn der Wert von X in jedem möglichen Zustand kleiner ist als der Wert von Y.
- Translationsinvarianz: Wird zu einem vorhandenen Portfolio für die betrachtete Haltedauer zusätzlich ein Geldbetrag zu einem risikofreien Zins investiert, verringert sich das Risiko um diesen Betrag.
Unter VaR-Ansätzen werden Konzepte zur Messung von Markt- und Kreditrisiken zusammengefasst, die die Risiken in standardisierter Form unter expliziter Berücksichtigung von Diversifikationseffekten bei der Portfolio-Bildung im Zusammenhang mit einer Wahrscheinlichkeitsaussage quantifizieren.7 Dabei kann der VaR als die in Geldeinheiten ausgedrückte erwartete negative Änderung des Marktwertes einer Position oder eines Portefeuilles definiert werden, die aufgrund der Schwankung spezifizierter Marktfaktoren innerhalb eines festgelegten Zeitraums auf Basis eines statistischen Modells für ein spezifisches Konfidenzniveau berechnet wird. Das spezifizierte Konfidenzniveau (1- ) stellt hierbei die Wahrscheinlichkeit dar, mit der ein bestimmter Verlustbetrag nicht überschritten wird.
[...]
1 Vgl. Biermann 2002, S. 104-105.
2 Vgl. Biermann (2002), S. 106-109; Wegner/Sievi (2005), S. 458.
3 Vgl. Mauch (2001), S. 332; Schierenbeck (2003a), S. 14-16.
4 Vgl. Schierenbeck (2001), S. 14-15.
5 Vgl. Adrian/Heidorn (2000), S. 24-27.
6 Vgl. Daldrup/Gehrke/Schumann (2006), S. 238-240.
7 Vgl. Wilkens/Völker (2001), S. 415.
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