Die Unterwerfung und Annexion Sachsens unter Karl dem Großen

Autor: Anonym
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit

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Details

Veranstaltung: Proseminar: Das Frankenreich unter Karl dem Großen
Institution/Hochschule: Universität Duisburg-Essen (Fakultät Geschichte)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 23
Note: 1-
Literaturverzeichnis: ~ 13  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 159 KB
Archivnummer: V787
ISBN (E-Book): 978-3-638-10508-8

Textauszug (computergeneriert)

Proseminar: Das Frankenreich unter Karl dem Großen
SoSe 2001

Die Unterwerfung und Annexion
Sachsens unter Karl dem Großen

2. Sem. LA Sek I/II,
Geschichte, Germanistik

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2
2. Die Quellenlage 3
3. Herkunft und Ansässigkeit der Sachsen 4
4. Standesorganisation der Sachsen 5
5. Die Anfangsphase 6
6. Die Hochphase der Auseinandersetzungen 9
6.1 Verschärfung des Kampfes unter Widukind 11
7. Abschwächung in der Intensität der Auseinandersetzung 15
8. Abschlussbetrachtung - Zusammenfassung der Gründe für den massiven Widerstand der Sachsen 17
9. Literaturverzeichnis 19
Quellen: 19
Forschung: 19
10. Anlage 21
Das Frankenreich Karls des Großen 21

 

1. Einleitung

Die Niederringung der Sachsen, der größten noch außerhalb des fränkischen Reiches ansässigen germanischen Völkerschaft Mitteleuropas, bereitete Karl dem Großen (742-814) die wohl größten und langwierigsten Schwierigkeiten seiner Amtszeit1 (768-814). Die Sachsenpolitik Karls war nicht ein von gerader Linie bestimmter vorgeplanter Ereigniszusammenhang - vielmehr ist sie oft durch spontane Reaktion auf bestimmte Ereignisse in wechselnden Phasen mit verschiedener Intensität und mit Unterbrechungen geprägt gewesen.

Der Krieg gegen die Sachsen war, wie es Einhard, der Hofbiograph Karls des Großen feststellte, ,,der langwierigste, grausamste und für das Frankenvolk anstrengendste Krieg, den es je geführt hat"2. Vieles spricht dafür, daß sich Karl anfangs nicht bewußt war, auf was er sich eingelassen hatte und dass er die Widerstandsfähigkeit seiner Gegner unterschätzte. Dieses Land jenseits von Rhein und Limes war, außerhalb des römischen Imperiums liegend, nie im Blickpunkt der damaligen Fernhandelsinteressen, so daß eine Kaufmannschicht fehlte, der sich nähere Infomationen hätten entlocken lassen3. Es hat nicht an Situationen gefehlt, bei denen Karl sich seines Erfolges nicht mehr sicher sein konnte und der Ausgang wahrlich auf des ,,Messers Schneide stand". Dieser Umstand kann auch eine Erklärung für die Härte Karls sein, die unter den gegebenen Umständen als Panikreaktion verstanden werden kann. Mit eiserner Zunge predigend4, hat er mit Energie und Zielstrebigkeit, zäh und teilweise stark unterjochend, sein Ziel verwirklicht. Die Sachsenkriege sind das einzige Ereignis unter der Herrschaft Karls, von dem wir hören, daß es als Motiv für einen Bildschmuck an repräsentativer Stelle gedient hat, nämlich in der wichtigen karolingischen Winterpfalz zu Ingelheim5. Das Christentum in unserem Lande geht im wesentlichen auf Karls Initiativen und deren Auswirkungen zurück, sein Wirken beeinflußte auch Jahrhunderte nach seinem Tod noch immer die Gesellschaft.

Historisch bemerkenswert ist sicherlich die Tatsache, dass die Sachsen bereits ein Jahrhundert nach der Unterwerfung und der letztendlich gewaltsamen Eingliederung in das Frankenreich mit der Dynastie der Ottonen die deutschen Könige und Kaiser stellten.

[...]


1 Hilsch, Peter: Mittelalter. Grundkurs Geschichte II, hrsg. von Pedro Barceló. 2. überarb. Aufl. Frankfurt am Main 1989, S. 55.

2 Einhardi Vita Karoli Magni, hrsg. v. Oswald Holder-Egger, in: MGH SS rer. Germ.25, Hannover/Leipzig 1911 (ND 1940,1947), c.7: Quo nullum neque prolixius neque atrocius Francorumque populo laboriosius susceptum est.

3 Kahl, Hans-Dietrich: Karl der Große und die Sachsen. Stufen und Motive einer historischen ,,Eskalation", in: Politik, Gesellschaft, Geschichtsschreibung. Gießener Festgabe für Frantisek Graus, hrsg. von H. Ludat und R. Chr. Schwinges, Köln - Wien 1982, S. 49-130, S. 61.

4 Erconrads Translatio s. Liborii, hrsg. von Alfred Cohausz (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte 6), Paderborn 1966, c.5: ferrea lingua.

5 Kahl: Karl der Große und die Sachsen, S. 52.

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