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Der Friedensprozess in Nordirland im Spiegel der irischen, britischen und deutschen Presse

Thesis (M.A.), 2007, 242 Pages
Author: Simone Kotarra
Subject: Speech Science / Linguistics

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2007
Pages: 242
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 96  Entries
Language: German
Archive No.: V79009
ISBN (E-book): 978-3-638-80440-0
ISBN (Book): 978-3-638-80774-6
File size: 3279 KB

Abstract

Die vorliegende Magisterarbeit beschäftigt sich mit der Darstellung des nordirischen Friedensprozesses in der irischen, britischen und deutschen Presse. Allen Texten liegt dasselbe Ereignis zu Grunde: die Auszeichnung der nordirischen Politiker John Hume und David Trimble mit dem Friedensnobelpreis. Dabei werden folgende Bereiche analysiert: thematische Struktur des Textes, Isotopien, rhetorische Figuren und Präsuppositionen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Frage, worin auffällige Gemeinsamkeiten und/oder Unterschiede in der Berichterstattung begründet sind. In diesem Zusammenhang wird sowohl die Nation, der die Pressetexte entstammen, als auch die politische Ausrichtung der jeweiligen Zeitung in der Analyse berücksichtigt.


Excerpt (computer-generated)

Fachbereich III – Informations- und Kommunikationswissenschaften Institut für Angewandte Sprachwissenschaft Fachbereich I – Erziehungs- und Sozialwissenschaften

Institut für Sozialwissenschaften Arbeit zur Erlangung des Hochschulgrads Magistra Artium im Internationalen Informationsmanagement

Der Friedensprozess in Nordirland im Spiegel der irischen, britischen und deutschen Presse

Simone-Konstanze Kotarra

Hildesheim, Mai 2007

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 9

2. Konflikt und Friedensprozess in Nordirland ... 13
2.1 Der nordirische Konflikt ... 13
2.1.1 Historischer Hintergrund des Konflikts ... 13
2.1.2 Faktoren des Konflikts ... 16
2.2 Die Frontseiten ... 18
2.3 Parteien und Gruppierungen ... 18
2.3.1 Die unionistische/loyalistische Seite ... 19
2.3.2 Die nationalistische/republikanische Seite ... 23
2.3.3 Frontübergreifende Parteien ... 25
2.4 Voraussetzungen für den nordirischen Friedensprozess ... 26
2.5 Der nordirische Friedensprozess seit 1988 ... 28

3. Die journalistische Arbeit ... 32
3.1 Das Framing-Konzept ... 32
3.2 Systematik journalistischer Textsorten nach Lüger ... 33
3.3 Die journalistischen Textsorten in der vorliegenden Arbeit ... 34
3.3.1 Die Nachricht ... 34
3.3.2 Der Bericht ... 35
3.3.3 Die Reportage ... 36

4. Das Textkorpus ... 38
4.1 Die Auswahl des Ereignisses ... 38
4.2 Die Auswahl der Textsorten ... 39
4.3 Die Auswahl der Zeitungen ... 39
4.3.1 Vorstellung der ausgewählten Zeitungen ... 40
4.4 Vorgaben für die Analyse des Textkorpus ... 43

5. Konzepte und Methoden ... 45
5.1 Die Analysemethoden im Überblick ... 45
5.2 Der Isotopiebegriff. ... 45
5.3 Exkurs: Denotative und konnotative Bedeutung ... 46
5.4 Thema und thematische Entfaltung nach Thiel/Thome ... 47
5.5 Ermittlung des Textthemas nach Brinker ... 49
5.5.1 Das Wiederaufnahmeprinzip nach Brinker ... 49
5.5.2 Das Ableitbarkeitsprinzip ... 50
5.6 Analyse der thematischen Entfaltung nach Brinker ... 51
5.6.1 Argumentative Themementfaltung nach Brinker ... 51
5.7 Rhetorische Figuren ... 52
5.7.1 Rhetorischen Figuren der vorliegenden Zeitungstexte ... 54
5.7.1.1Substitutionsfiguren (Tropen) ... 54
5.7.1.2 Argumentationsfiguren ... 56
5.8 Der Präsuppositionsbegriff ... 58
5.8.1 Der Präsuppositionsbegriff nach Bußmann ... 58
5.8.2 Der Präsuppositionsbegriff nach Nord ... 58
5.8.3 Exkurs: Begriffsbestimmungen ... 59
5.8.3.1 Kultur ... 59
5.8.3.2 Arbeitsbegriff Kultur für die vorliegende Arbeit ... 60
5.8.3.3 Der Begriff „kulturspezifisch“ ... 60
5.8.3.4 Wissen ... 61
5.8.3.5 Nordirlandspezifisches Wissen ... 61
5.8.4 Ermittlung der Präsuppositionen nach Nord ... 61
5.8.4.1 Kultureller Abstand von AT- und ZT-Empfänger zum Text ... 62
5.8.4.2 Redundanzgrad des Textes ... 63
5.8.4.3 Präsuppositionssignale ... 63
5.8.5 Nutzen von Präsuppositionen für die linguistische Textanalyse ... 64
5.9 Anwendung  ... 64
5.9.1 Thema und thematischen Entfaltung ... 64
5.9.2 Analyse der Isotopieketten  ... 65
5.9.3 Analyse der rhetorischen Figuren ... 66
5.9.4 Exkurs: Euphemismen in den englischsprachigen Artikeln ... 66
5.9.5 Analyse der Präsuppositionen ... 68
5.9.5.1 Identifizierung der Präsuppositionen ... 69
5.9.5.2 Selektion der Präsuppositionen ... 69
5.9.5.3 Systematik zum Vergleich der Präsuppositionen ... 0
5.9.6 Aufbau der Analyse in der vorliegenden Arbeit ... 70

6. Die Analyse ... 71
6.1 Text 1: Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ... 71
6.1.1 Thema und thematische Entfaltung ... 71
6.1.2 Isotopieketten ... 75
6.1.3 Rhetorische Figuren ... 78
6.1.4 Präsuppositionen ... 83
6.2. Text 2: Artikel aus der Süddeutschen Zeitung ... 89
6.2.1 Thema und thematische Entfaltung ... 90
6.2.2 Isotopieketten ... 93
6.2.3 Rhetorische Figuren ... 97
6.2.4 Präsuppositionen ... 103
6.3 Text 3: Artikel aus The [London] Times ... 108
6.3.1 Thema und thematische Entfaltung ... 108
6
.3.2 Isotopieketten ... 109
6.3.3 Rhetorische Figuren ... 113
6.3.4 Präsuppositionen ... 114
6.4 Text 4: Artikel aus The Guardian ... 117
6.4.1 Thema und thematische Entfaltung ... 118
6.4.2 Isotopieketten ... 119
6.4.3 Rhetorische Figuren ... 124
6.4.4 Präsuppositionen ... 128
6.5 Text 5: Artikel aus The Irish Times ... 134
6.5.1 Thema und thematische Entfaltung ... 134
6.5.2 Isotopieketten ... 138
6.5.3 Rhetorische Figuren ... 143
6.5.4 Präsuppositionen ... 147
6.6 Text 6: Artikel aus The Belfast Telegraph ... 52
6.6.1 Thema und thematische Entfaltung ... 153
6.6.2 Isotopieketten ... 155
6.6.3 Rhetorische Figuren ... 157
6.6.4 Präsuppositionen ... 159

7. Die Analyseergebnisse ... 163
7.1 Analyseergebnisse zum Thema und zur thematische Entfaltung. ... 164
7.1.1 Text 1: Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ... 164
7.1.2 Text 2: Artikel aus der Süddeutschen Zeitung ... 64
7.1.3 Text 3: Artikel aus The [London] Times ... 165
7.1.4 Text 4: Artikel aus The Guardian ... 166
7.1.5 Text 5: Artikel aus The Irish Times ... 167
7.1.6 Text 6: Artikel aus The Belfast Telegraph ... 168
7.2 Analyseergebnisse zu den Isotopieketten ... 169
7.2.1 Text 1: Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ... 169
7.2.2 Text 2: Artikel aus der Süddeutschen Zeitung ... 170
7.2.3 Text 3: Artikel aus The [London] Times ... 170
7.2.4 Text 4: Artikel aus The Guardian ... 172
7.2.5 Text 5: Artikel aus The Irish Times ... 173
7.2.6 Text 6: Artikel aus The Belfast Telegraph ... 174
7.3 Analyseergebnisse zu den rhetorischen Figuren ... 175
7.3.1 Text 1: Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ... 175
7.3.2 Text 2: Artikel aus der Süddeutschen Zeitung ... 176
7.3.3 Text 3: Artikel aus The [London] Times ... 177
7.3.4 Text 4: Artikel aus The Guardian ... 177
7.3.5 Text 5: Artikel aus The Irish Times ... 178
7.3.6 Text 6: Artikel aus The Belfast Telegraph ... 179
7.4 Analyseergebnisse zu den Präsuppositionen ... 180
7.4.1 Text 1: Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ... 180
7.4.2 Text 2: Artikel aus der Süddeutschen Zeitung ... 181
7.4.3 Text 3: Artikel aus The [London] Times ... 182
7.4.4 Text 4: Artikel aus The Guardian ... 183
7.4.5 Text 5: Artikel aus The Irish Times ... 185
7.4.6 Text 6: Artikel aus The Belfast Telegraph ... 186

8. Vergleich der Analyseergebnisse ... 187
8.1 Zusammenfassung zum Vergleich der Analyseergebnisse ... 188
8.2 Überblick über den Vergleich der Analyseergebnisse ... 191
8.2.1 Text 1: Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ... 191
8.2.2 Text 2: Artikel aus der Süddeutschen Zeitung ... 193
8.2.3 Text 3: Artikel aus The [London] Times ... 195
8.2.4 Text 4: Artikel aus The Guardian ... 197
8.2.5 Text 5: Artikel aus The Irish Times ... 200
8.2.6 Text 6: Artikel aus The Belfast Telegraph ... 202

9. Fazit ... 204

Literaturverzeichnis ... 207

Anhang 1 – Textkorpus ... 217

Anhang 2 – Chronologie des Friedensprozesses ... 229

Anhang 3 – Mailverkehr ... 240

 

 

1. Einleitung

Durch die zunehmende Globalisierung wird es immer wichtiger, über politische und wirtschaftliche Entwicklungen in anderen Ländern informiert zu sein. Eine ergiebige Informationsquelle hierfür sind nach wie vor die großen nationalen und internationalen Tageszeitungen. Doch ein Blick auf die tägliche Berichterstattung dieser Medien zeigt, dass häufig über dasselbe Ereignis sehr unterschiedlich berichtet wird. Dies erschwert es dem Zeitungsleser, sich ein objektives Bild über das Ereignis zu verschaffen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie und warum diese Unterschiede entstehen.

In der vorliegenden Arbeit wird versucht, diesem Phänomen und möglichen Ursachen anhand eines Beispiels auf den Grund zu gehen. Dabei soll analysiert werden, wie über dasselbe Ereignis in großen Tageszeitungen verschiedener Nationen berichtet wird und welche auffälligen Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich dabei feststellen lassen. Des Weiteren soll untersucht werden, ob sich Zusammenhänge
zwischen der politischen Ausrichtung der jeweiligen Zeitung und der Darstellung des Ereignisses finden lassen. In diesem Zusammenhang scheint es besonders interessant, die Presse aus Nationen oder Regionen heranzuziehen, die in möglichst unterschiedlichem Ausmaß und in unterschiedlicher Art und Weise von demselben Ereignis betroffen sind. Um zusätzlich einen neutralen Vergleichsmaßstab zu erhalten, soll außerdem die Presse eines nicht am Konflikt beteiligten Landes berücksichtigt werden. Als thematischer Rahmen bot sich der nordirische Friedensprozess an. Denn dieser löst in der britischen Provinz seit einigen Jahren tief greifende Veränderungen aus, die auf eine Annäherung beider Frontseiten hindeuten. Des Weiteren sind zwei Nationen vorhanden, die in unterschiedlichem Ausmaß und
in unterschiedlicher Art und Weise von den Vorkommnissen im nordirischen Friedensprozess betroffen sind: Großbritannien und Irland. Darüber hinaus lässt sich die britische Presse wiederum in die englische und nordirische Presse unterteilen. Denn Nordirland kommt als direkt betroffener Region eine Sonderstellung zu, die in der vorliegenden Arbeit Berücksichtigung finden soll. Die deutschen Tageszeitungen sollen als neutraler Vergleichsmaßstab dienen, da dieses Land nicht direkt in den nordirischen Friedensprozess involviert ist.

 Aufgrund der sehr komplexen Zusammenhänge des nordirische Friedensprozesses geht die Autorin der vorliegenden Arbeit davon aus, dass vielen Zeitungslesern außerhalb der betroffenen Nationen Großbritannien und Irland unklar ist, warum sich der Friedensprozess in der britischen Provinz derart langwierig und schwierig gestaltet. Daher soll ein Ereignis die Analysegrundlage bilden, das eine Verbindung mit den Ursprüngen aufweist, die für die jüngsten Entwicklungen verantwortlich sind. Gleichzeitig sollen in den ausgewählten Zeitungstexten die grundsätzlichen Probleme des nordirischen Friedensprozesses angesprochen werden. Ein Ereignis, das diese Voraussetzungen erfüllt und in umfangreichem Maß von der internationalen Presse beachtet wurde, ist die Auszeichnung der nordirischen Politiker John Hume und David Trimble mit dem Friedensnobelpreis. Daher soll die Berichterstattung über dieses Ereignis den thematischen Rahmen für alle Zeitungstexte innerhalb des Korpus der vorliegenden Arbeit bilden.

Das Textkorpus entstammt dabei folgenden Zeitungen: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Süddeutsche Zeitung“, „The [London] Times“, „The Guardian“, „The Irish Times“ und „The Belfast Telegraph“. An dieser Stelle bleibt anzumerken, dass die Analyse nicht als repräsentativ gelten kann. Sie soll jedoch Tendenzen aufzeigen. Des Weiteren soll sie dazu dienen, den Leser dieser Arbeit für Unterschiede in der Berichterstattung sowie für mögliche Zusammenhänge zu sensibilisieren. Die vorliegende Arbeit besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beschäftigt sich mit den für die Analyse relevanten Grundlagen. Im zweiten Teil werden die Analyse und deren Ergebnisse vorgestellt sowie ein Fazit gezogen.

Das zweite Kapitel bietet eine kurze Einführung in den nordirischen Friedensprozess. Um das Verständnis für komplexe Vorgänge und Zusammenhänge zu erleichtern, wird ebenfalls auf den nordirischen Konflikt, die Sichtweisen beider Frontseiten sowie auf einzelne Parteien und Gruppierungen eingegangen. Daran schließt Kapitel 3 zur Erläuterung der journalistischen Arbeit an. In diesem Zusammenhang werden die für die Untersuchung relevanten journalistischen Textsorten behandelt. Das vierte Kapitel befasst sich mit dem Textkorpus. Die Autorin der vorliegenden Arbeit erläutert an dieser Stelle die Gründe für die Auswahl des Ereignisses, der Textsorten und der Zeitungen. Des Weiteren wird die Zusammensetzung des Korpus dargelegt und die Zeitungen, denen die Artikel entstammen, werden kur vorgestellt. Das Kapitel schließt mit den Vorgaben für die Analyse des Textkorpus ab. Dabei wird ein Fragenkatalog aufgestellt, der mit Hilfe der Analyse beantwortet werden soll. Kapitel 5 umfasst die Analysekonzepte und Methoden der vorliegenden Arbeit. Bei der Vorstellung der dazugehörigen Theorien werden an zwei Stellen außerdem Begriffsbestimmungen zu Phänomenen vorgenommen, die innerhalb des jeweiligen Analysebereichs untersucht werden sollen. Im Bereich Isotopien betrifft dies die denotative und konnotative Bedeutung sprachlicher Ausdrücke. In Zusammenhang mit den Präsuppositionen soll das unterstellte Wissen zu Nordirland im Allgemeinen sowie zu den nordirischen Kulturgemeinschaften im Besonderen untersucht werden. Daher schließt eine Definition zu den Begriffen „Kultur“, „kulturspezifisch“, Wissen“ und „nordirlandspezifisches Wissen“ an. Im Abschnitt „Anwendungen“ wird erläutert, wie die Konzepte und Methoden in der Analyse genutzt werden. In Zusammenhang mit dem Analysebereich der rhetorischen Figuren werden die Euphemismen der englischen Presse vorgestellt, denen besondere Beachtung geschenkt werden soll.

In Kapitel 6 erfolgt die Analyse zu den ausgewählten Zeitungstexten. Dabei werden folgende Bereiche untersucht: 1. Thema und thematische Entfaltung 2. Isotopieketten zu Personen, Gruppierungen, Ereignissen und Zusammenhängen 3. Rhetorische Figuren 4. Präsuppositionen

In Kapitel 7 erfolgt die Darstellung der Ergebnisse. Im nächsten Schritt, zu finden in Kapitel 8, werden die Analyseergebnisse vergleichend gegenübergestellt. Dieser Vergleich beschränkt sich auf insgesamt zehn Eigenschaften, die sich im Laufe der Untersuchung herausgestellt haben und die die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Texte beschreiben. Im neunten Kapitel wird das Ergebnis der vorliegenden Arbeit reflektiert. In diesem Zusammenhang erfolgt ein Rückblick auf die vorangegangenen Kapitel und die angestellten Untersuchungen. Daran schließt sich eine Bewertung der wichtigsten Analyseerkenntnisse an. Es bleibt anzumerken, dass in der gesamten Arbeit in der Regel maskuline Formen wie „Leser“ oder „Rezipient“ verwendet werden. Dieses dient ausschließlich dazu, den Lesefluss zu erleichtern.


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