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Untertitel: Ein lösbares Problem?
Examensarbeit, 2007, 80 Seiten
Autor: Ami Mudhar
Fach: Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Details
Tags: Adipöse, Kinder, Sportunterricht
Jahr: 2007
Seiten: 80
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 73 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-80451-6
Dateigröße: 775 KB
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Zusammenfassung / Abstract
„Deutschland ist zu dick“ oder „Generation-XXL“ sind Schlagzeilen, die uns fast täglich in den Medien begegnen. Übergewicht stellt eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit dar und gilt als „Epidemie“ des 21. Jahrhunderts. „Die WHO nennt Übergewicht als eines der 5 wichtigsten Gesundheitsrisiken, die in den industrialisierten Ländern 40% aller Todesfälle verursachen.“ Doch was ist dran an solchen Schreckensnachrichten, die uns aufrütteln und hellhörig werden lassen? Leben heute mehr dicke Menschen als früher unter uns? Und wenn ja, was bedeutet dies und welche Ursachen stecken dahinter? Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Adipositas mit ihren Folgen ein bedeutendes und bisher vielfach unterschätztes Problem darstellt. Die US-Amerikaner gelten weltweit als Spitzenreiter in Sachen Fettleibigkeit. Erschreckend sind nicht nur die Zahlen von übergewichtigen Erwachsenen, zunehmend sind adipöse Kinder und Jugendliche anzutreffen. In Deutschland sind 10-18% der Kinder und Jugendlichen übergewichtig und 5-8% gelten als adipös. Somit ist etwa jedes 4.-5. Kind von Übergewichtigkeit betroffen und sollte sich dieser Trend fortsetzen, werden unsere Schulen irgendwann voll von kleinen „Moppelchen“ sein. Dies zwingt Schule und Sportlehrer zum Handeln, da Übergewicht häufig in Adipositas übergeht und bis in das Erwachsenenalter bestehen bleibt. Doch was kann der Sportunterricht in diesem Zusammenhang leisten? Gibt es Sportarten, die für übergewichtige Kinder besser geeignet sind als andere, und wie lockt man sie aus ihrer Bewegungspassivität heraus? Wie sollten Sportlehrer ihre Sportstunden, aufgrund steigender Anzahl von übergewichtigen Schülern, gestalten? Dies sind Fragen über Fragen, die nicht länger ignoriert werden dürfen. Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit widmet sich dieser Problematik und soll einen möglichen sinnvollen Umgang mit übergewichtigen Kindern im Sportunterricht liefern. In dieser Examensarbeit wird das Phänomen der Adipositas für Erwachsene und Kinder teilweise gleichermaßen thematisiert, wobei im Hinblick auf die Unterrichtsentwürfe natürlich die Kinder im Mittelpunkt stehen. Eine allgemeine Auseinandersetzung erscheint mir als wichtig, da so ein Gesamtüberblick über dieses hochbrisante Problem vermittelt werden kann.
Textauszug (computergeneriert)
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Wissenschaftliche Hausarbeit für das Lehramt an Haupt- und Realschulen
Adipöse Kinder im Sportunterricht
Ein lösbares Problem?
Ami Mudhar
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2 Terminologie und Definition ... 3
3 Epidemiologie ... 5
3.1 Weltweite Prävalenz ... 5
3.2 Prävalenz in der Europäischen Region ... 7
3.3 Prävalenz in den USA ... 9
3.4 Prävalenz in der Bundesrepublik ... 11
4 Diagnostik ... 14
4.1 Broca-Index ... 14
4.2 Waist to Hip Ratio ... 14
4.2 Body-Mass-Index ... 16
4.3 Messung der Hautfaltendicke ... 18
4.4 Bioelektrische Impedanzanalyse ... 18
4.5 Infrarot-Reflexionsmessung ... 19
5 Ätiologie ... 20
5.1 Genetik ... 20
5.2 Bewegungsmangel ... 21
5.3 Ernährungsverhalten ... 24
5.4 Energiebilanz ... 26
5.5 Familie und Umwelt ... 28
6 Folgen ... 31
6.1 Gesundheitliche Folgen ... 32
6.1.1 Haltungsschäden und Arthrose ... 32
6.1.2 Gicht ... 32
6.1.3 Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) ... 33
6.1.4 Arteriosklerose ... 34
6.1.5 Fettstoffwechselstörungen ... 34
6.1.6 Diabetes mellitus ... 35
6.2 Psychische Folgen ... 37
7 Therapien ... 38
7.1 Diäten ... 38
7.1.1 Formula-Diäten ... 39
7.2 Verhaltenstherapie ... 40
7.3 Bewegungstherapie ... 41
7.4 Fettabsaugung (Liposuktion) ... 42
7.5 Medikamentöse Therapie ... 42
7.5.1 Sibutramin ... 43
7.5.2 Ortilist ... 43
7.6 Chirurgische Therapie ... 44
7.6.1 Gastric Banding ... 44
7.6.2 Vertikale Gastroplastik ... 45
7.6.3 Magen-Bypass (Roux-en-Y) ... 46
8 Unterrichtsentwürfe ... 47
8.1 Lehrausgangslage ... 47
8.2 Sachanalyse ... 49
8.2.1 Radfahren ... 50
8.2.2 Tischtennis ... 50
8.2.3 Krafttraining ... 51
8.2.4 Mannschaftssport ... 52
8.2.5 Laufen ... 53
8.2.6 Schwimmen ... 53
8.3 Didaktische Analyse ... 55
8.4 Lernziele ... 58
8.4.1 Primäres Ziel ... 58
8.4.2 Sekundäre Ziele ... 58
8.5 Methodische Analyse ... 59
8.5.1 Erste Sportstunde ... 59
8.5.2 Radfahren ... 60
8.5.3 Tischtennis ... 61
8.5.4 Krafttraining ... 62
8.5.5 Mannschaftssport ... 63
8.5.6 Laufen ... 64
8.5.7 Schwimmen ... 66
9 Resümee ... 67
10 Literaturverzeichnis ... 70
11 Internetrecherche ... 74
12 Abbildungsnachweis ... 76
1 Einleitung
„Deutschland ist zu dick“ oder „Generation-XXL“ sind Schlagzeilen, die uns fast täglich in den Medien begegnen. Übergewicht stellt eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit dar und gilt als „Epidemie“ des 21. Jahrhunderts. „Die WHO1 nennt Übergewicht als eines der 5 wichtigsten Gesundheitsrisiken, die in den industrialisierten Ländern 40% aller Todesfälle verursachen.“2
Doch was ist dran an solchen Schreckensnachrichten, die uns aufrütteln und hellhörig werden lassen? Leben heute mehr dicke Menschen als früher unter uns? Und wenn ja, was bedeutet dies und welche Ursachen stecken dahinter?
Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Adipositas mit ihren Folgen ein bedeutendes und bisher vielfach unterschätztes Problem darstellt. Die US-Amerikaner gelten weltweit als Spitzenreiter in Sachen Fettleibigkeit. Doch weisen auch immer mehr andere Industrieländer ähnliche Tendenzen auf, was reale Handlungskonzepte erfordert, um weiteres Ausmaß und die Verbreitung zu unterbinden.
Laut WHO gelten bereits 50% der Bundesbürger als übergewichtig und 20% sind adipös.3
Erschreckend sind nicht nur die Zahlen von übergewichtigen Erwachsenen, zunehmend sind adipöse Kinder und Jugendliche anzutreffen. In Deutschland sind 10-18% der Kinder und Jugendlichen übergewichtig und 5-8% gelten als adipös. Somit ist etwa jedes 4.-5. Kind von Übergewichtigkeit betroffen und sollte sich dieser Trend fortsetzen, werden unsere Schulen irgendwann voll von kleinen „Moppelchen“ sein. Dies zwingt Schule und Sportlehrer zum Handeln, da Übergewicht häufig in Adipositas übergeht und bis in das Erwachsenenalter bestehen bleibt. Doch was kann der Sportunterricht in diesem Zusammenhang leisten? Gibt es Sportarten, die für übergewichtige Kinder besser geeignet sind als andere, und wie lockt man sie aus ihrer Bewegungspassivität heraus? Wie sollten Sportlehrer ihre Sportstunden, aufgrund steigender Anzahl von übergewichtigen Schülern, gestalten? Dies sind Fragen über Fragen, die nicht länger ignoriert werden dürfen.
Besonders als zukünftiger Sportlehrer sehe ich mich persönlich in der Verantwortung im Hinblick auf die Problematik, mir die erforderlichen Kompetenzen anzueignen, um mich diesbezüglich angemessen verhalten zu können. Somit wäre ich in der Lage, diesem Phänomen ein Stück weit entgegenzusteuern.
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit widmet sich dieser Problematik und soll einen möglichen sinnvollen Umgang mit übergewichtigen Kindern im Sportunterricht liefern.
In dieser Examensarbeit wird das Phänomen der Adipositas für Erwachsene und Kinder teilweise gleichermaßen thematisiert, wobei im Hinblick auf die Unterrichtsentwürfe natürlich die Kinder im Mittelpunkt stehen. Eine allgemeine Auseinandersetzung erscheint mir als wichtig, da so ein Gesamtüberblick über dieses hochbrisante Problem vermittelt werden kann. Zu Beginn widmen wir uns der Definition und Terminologie des Begriffes „Adipositas“ sowie deren enger Verbindung zum Begriff „Übergewicht“.
Das weltweite Ausmaß von Übergewicht und Adipositas unter Erwachsenen und Kindern wird im dritten Kapitel behandelt. Übergewicht und Adipositas sind in vielen Industrieländern weit verbreitet und zeigten trotz jahrelanger Kampagnen und vielfältiger Interventionsmaßnahmen eine weiter ansteigende Tendenz. Dabei richtet sich unser Blick auf die Europäische Region, die USA und die Bundesrepublik Deutschland.
Ab wann jemand als übergewichtig und adipös gilt, ist nicht immer einfach zu ermitteln. Dies soll im vierten Kapitel anhand verschiedener diagnostischer und medizinischer Verfahren vorgestellt werden.
Im Mittelpunkt der Kapitel fünf und sechs liegt die Betrachtung der Ursachen und der gesundheitlichen Folgen von Adipositas. Zunächst werden die veränderten Ernährungs- und Bewegungssituationen sowie die sozioökonomischen Umstände, die eine Adipositas begünstigen können, ausführlich thematisiert. Anschließend gehen wir der Frage nach, was Übergewicht für unseren Körper bedeutet und welche gesundheitlichen Folgen daraus resultieren können. Dabei werden einige schwerwiegende Folgeerscheinungen genannt und beschrieben. Thema des siebten Kapitels sind die therapeutischen Maßnahmen in Bezug auf ihre Relevanz und ihre Ziele. Dabei wird insbesondere auf Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapeutische Maßnahmen sowie auf medikamentöse und chirurgische Verfahren eingegangen.
Nach Betrachtung dieser möglichen Therapien wird im abschließenden Teil dieser Arbeit, der Gedanke des Sports als Präventions- und Interventionsmaßnahme aufgegriffen und anhand unterschiedlicher Unterrichtsentwürfe vorgestellt. Dabei steht einerseits die Integration der übergewichtigen Kinder in den Schulsport und andererseits die Motivation und Freude an der Bewegung im Vordergrund.
Beim Erstellen dieser Arbeit bediente ich mich der Fachliteratur und Internetveröffentlichungen aus den Bereichen Medizin, Sportmedizin, Soziologie, Psychologie und Ernährungs- und Sportwissenschaften. Des Weiteren wurden Lexika und Lehrbücher aus dem Sportbereich verwendet.
2 Terminologie und Definition
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden enorme Fettanreicherungen mit „Dick- und Fettleibigkeit“, „Korpulenz“ und „Fettigkeit“ bezeichnet. Erst nach der Jahrhundertwende etablierte sich der Begriff der „Fettsucht“. Aufgrund dessen rückte deren Behandlungsbedürftigkeit in den Vordergrund.
Der Begriff „Adipositas“ ist aus dem lateinischen Adeps abgeleitet und bedeutet „Fettleibigkeit“. Im 20. Jahrhundert eingeführt, zeichnet er sich im Gegensatz zum Begriff der „Fettsucht“ durch seine Wertneutralität aus.4 Wirth warnt davor, Wörter wie Dickleibigkeit, Fettleibigkeit und Fettsucht zu verwenden, da sie zum einen nicht richtig sind und zum anderen verletzend und diskriminierend wirken können.5
In der Literatur werden die Begriffe Fettsucht, Fettleibigkeit, Übergewicht, Obesitas und Adipositas teilweise synonym verwendet. Jedoch sind die am häufigsten gebrauchten Begriffe Übergewicht und Adipositas. Die Bezeichnung „Obesitas“ ist in der deutschsprachigen Fachliteratur eher selten zu finden. Im angelsächsischen Sprachraum dagegen ist „obesity“ die normalerweise gewählte Bezeichnung für diese Krankheit.
In unserem Alltag heißt „dick“ so viel wie „zu viel Körpermasse“. In der Medizin bedeutet dick, wenn jemand übermäßig viel Fett mit sich herumträgt. Die Wissenschaft wiederum spricht von verschiedenen Stufen des Dickseins:
Dabei gilt eine leichte Überschreitung des normalen Körpergewichts als Übergewicht.
Adipositas dagegen bedeutet einen übermäßigen Anteil der Fettmasse am Körpergewicht mit bedrohlichen Auswirkungen auf die Gesundheit.
[...]
1 WHO = Weltgesundheitsorganisation
2 Vgl. Hipp 2004, entnommen aus Hies, S. 45
3 Vgl. www.euro.who.int/obesity
4 Vgl. Klotter 1990, entnommen aus Jacob 1998, S. 2
5 Vgl. Wirth 2003, S. 12
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