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Solon, Lastenabschüttlung (Seisachtheia) und Politeia

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 31 Pages
Author: Andreas Gohmann
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 31
Grade: sehr gut (1)
Language: German
Archive No.: V7914
ISBN (E-book): 978-3-638-15013-2

File size: 232 KB
Notes :
Die Arbeit untersucht die Bedeutung Solon für das politische System der Polis Athen.149 KB



Excerpt (computer-generated)

Solon, Lastenabschüttlung (Seisachtheia) und Politeia

von Andreas Gohmann



Inhalt

1. Einleitung 2

2. Quellenlage 3

3. Der geistige Standort Solons 5

4. Die historischen Voraussetzungen 9

5. Die Seisachtheia 12

6. Bewertung und Folgen der Seisachtheia 15

7. Die Ordnung der Polis 17

7.1 Politeia 17
7.2 Institutionen 22

8. Schlussbetrachtung 26

Quellen und Literatur 29

 

1. Einleitung

Solon gehört zu den wenigen herausragenden Vertretern des politischen Lebens, die uns aus seiner Zeitepoche namentlich bekannt sind und denen eine vergleichbar positive Wertschätzung zuteil wurde, auch wenn seine Zeitgenossen diese Sicht nicht immer teilten.

Die positive Wertschätzung Solons liegt gewiss auch in seiner Vielseitigkeit begründet: Er war durch seine gesetzgeberische Tätigkeit ein Mann der politischen Praxis und er besaß Wirtschaftserfahrungen aus seiner eigenen Tätigkeit in Handelsgeschäften. Dieses praktische Handeln wurde begleitet von einem Solon als Dichter, Philosoph und Gesellschaftsanalytiker.

Solons Fähigkeit zu theoretischer Reflexion soziopolitischer und ökonomischer Zusammenhänge läßt einen großen Denker erkennen. Seine erhaltenen Gedichte, im elegischen wie im iambischen und trochäischen Versmaß verfasst, sind als historische Quelle bedeutsam und vermitteln das Bild einer Persönlichkeit, die sich dem Leben und seinen Problemen kritisch und ohne Illusionen stellt und doch den Mut nicht verliert. Solon glaubt an die Gesetzmäßigkeiten im Kosmos und an eine gerechte Ordnung, woraus sich seine tiefe Frömmigkeit erklärt, aber er weiß auch von der Unzulänglichkeit menschlicher Existenz. Diese Einsichten bestimmten sein Wirken bei der "Paarung von Gewalt und Recht".

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche politischen Einsichten sich aus dieser "Weltsicht" für Solon ergeben. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Eunomia-Elegie, deren politische und geistesgeschichtliche Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. Sie ist Analyse und Programm zugleich. Mit der Interpretation der Zustände der Welt aus der Welt heraus bringt Solon einen wesentlich neuen Ansatz, so dass sich mit ihm ein Einschnitt in der Theorie der Polis verbindet.

Ausgehend von der theoretischen Sichtweise der Polis und ihrer Bedeutung sollen die konkreten Umsetzungen der solonischen Gedanken betrachtet werden. Theorie und praktisches Wirken im politischen Feld ermöglichen die abschließende Beurteilung der Bedeutung Solons für die polit. Genese der Polis.

2. Quellenlage

Zur Rekonstruktion seines Wirkens sind zunächst die Verse Solons heranzuziehen. Erhalten sind ca. 300 Verse, die etwa 4% des Ganzen ausmachen. Die erhaltenen Verse sind bei vielen antiken Autoren eingestreut, besonders bei Aristoteles und Plutarch, aber auch bei anderen wie Diogenes Laertios, Clemens von Alexandrien, Ioannes Stobaios, Platon, Demosthenes u.a.

Eine reiche Fundgrube für Dichtung und Gesetzgebung ist die Schrift "Staat der Athener", die Aristoteles zugeschrieben wird. Der Verfasser schöpfte aus den Werken mehrerer Autoren, die Solon unterschiedlich beurteilten. Ruschenbusch hält die Schrift für "einen Kompromiss zwischen den Versionen des Kleidemos und Androtion". Auch wenn die Schrift politisch tendenziös ist und der Verfasser die Umstände seiner Zeit gern auf Solon projiziert, ist das Werk dennoch wertvoll, da hier zum ersten Mal die Gedichte Solons systematisch zur Rekonstruktion seiner Tätigkeit herangezogen werden.

[...]


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