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Scholary Paper (Seminar), 1998, 23 Pages
Author: Karoline Kmetetz-Becker
Subject: Art - Graphics / Illustration / Print
Details
Institution/College: University Karlsruhe (TH) (Institut für Kunstgeschichte)
Tags: Frühwerk, George, Grosz, Weiterführendes, Seminar, George, Grosz
Year: 1998
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-85025-4
ISBN (Book): 978-3-638-84941-8
File size: 137 KB
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Abstract
George Grosz wurde am 26. Juli 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin geboren und ist der kritischste Zeichner Deutschlands in der Zeit von Beginn des ersten Weltkrieges bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Die vorliegende Arbeit zeigt kurz die politische Situation während der Vorkriegs- und Kriegsjahre des ersten Weltkrieges und die künstlerische Entwicklung von Georg Grosz anhand seines Frühwerks in dieser Zeit. Vorwiegend wird aus seine Zeichnungen eingegangen, weil sie als Basis aller druckgraphischen Werke und Gemälde dienen. Sie sind die Quelle, aus der er schöpft, und aus der Zeit bis 1918 sind 41 erfaßt. Wenn auch in seinem Frühwerk keine politische Haltung formuliert ist, so zeigt doch seine frühe Beschäftigung mit dem Thema Mord seine Sensibilität für zukünftige Ereignisse. Der Massenmord an der Bevölkerung ist eine Erfahrung, die es vor dem Ersten Weltkrieg in diesen Ausmaßen nicht gegeben hat. Vorrangig wird anhand dieses Sujets sein Frühwerk erläutert, da sein Reifeprozeß an diesen Werken am deutlichsten erkennbar ist. Der Endpunkt der Betrachtung seines Frühwerks ist das Jahr 1918.
Excerpt (computer-generated)
Universität Karlsruhe
Institut für Kunstgeschichte
Weiterführendes Seminar
George Grosz
Referat und Seminararbeit:
Das Frühwerk von George Grosz
1910-1918
Karoline Kmetetz-Becker
SS 1998
Inhalt
Inhalt 2
Einleitung 3
1 Dresden 1909 – 1911 ... 4
2 Berlin 1912 – 1914 ... 6
2.1 Das Mordmotiv 9
3 Die Kriegsjahre 1914 - 1918 ... 10
3.1 Druckgraphik und Zeichnungen 13
3.2 Gemälde 16
Schlussbemerkung 21
Literaturverzeichnis 22
Einleitung
George Grosz wurde am 26. Juli 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin geboren und ist der kritischste Zeichner Deutschlands in der Zeit von Beginn des ersten Weltkrieges bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges.
Die vorliegende Arbeit zeigt kurz die politische Situation während der Vorkriegs- und Kriegsjahre des ersten Weltkrieges und die künstlerische Entwicklung von George Grosz anhand seines Frühwerks in dieser Zeit. Vorwiegend wird auf seine Zeichnungen eingegangen, weil sie als Basis aller druckgraphischen Werke und Gemälde dienen. Sie sind die Quelle, aus der er schöpft, und aus der Zeit bis 1918 sind 41 Skizzenbücher erfasst. Die wichtigen Gemälde aus dem Jahr 1917 "Großstadt" (1916/17), "Explosion" (1917), "Widmung an Oskar Panizza" (1917) und "Deutschland ein Wintermärchen" (1917/19) werden hier nicht behandelt, da diese Werke so umfangreich sind, dass sie den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden. George Grosz hat schon immer einen Hang zu außergewöhnlichen Themen gehabt. Wenn auch in seinem Frühwerk keine politische Haltung formuliert ist, so zeigt doch seine frühe Beschäftigung mit dem Thema Mord seine Sensibilität für zukünftige Ereignisse. Der Massenmord an der Bevölkerung ist eine Erfahrung, die es vor dem Ersten Weltkrieg in diesen Ausmaßen nicht gegeben hat. Vorrangig wir anhand dieses Sujets sein Frühwerk erläutert, da sein Reifeprozess an diesen Werken am deutlichsten erkennbar ist.
Da das Jahr 1918 als Endpunkt seines Frühwerks angesehen werden kann, möchte ich noch kurz den geschichtlichen Hintergrund erwähnen. November 1918 ist ein denkwürdiger Monat in der Deutschen Geschichte. Es war klar, dass der Krieg längst verloren war, und am 3. November widersetzten sich die Matrosen in Kiel und Wilhelmshaven dem Befehl, zum Angriff gegen die englische Flotte auszulaufen. In kürzester Zeit entstand aus der Meuterei eine Massenbewegung, Soldatenräte bildeten sich, denen sich auch Arbeiter anschlossen. Am 7.11. 1918 verlangten die sozialdemokratischen Mitglieder des Kabinetts Max von Baden den Rücktritt des Kaisers, am 9.11.1918 verkündete der Reichskanzler eigenmächtig den Rücktritt des Kaisers, Philipp Scheidemann rief die Deutsche Republik aus und Karl Liebknecht die Sozialistische. Am 10.11.1918 begibt sich der Kaiser ins Exil und verzichtet am 28.11.1918 endgültig auf den Thron. Das Wahlalter der Männer wurde herabgesenkt und Frauen erhielten erstmals das Wahlrecht.
1918 tritt Grosz der Kommunistischen Partei Deutschlands bei. 1919 – 1932 unternimmt er Reisen in die Sowjetunion, Frankreich und Amerika. Aufgrund seiner Veröffentlichungen und Ausstellungen ist er in mehrere Gerichtsprozesse verwickelt. 1933 siedelt er in die USA über. 1938 wird er amerikanischer Staatsbürger. 1959 kehrt er nach Westberlin zurück und stirbt dort am 6. Juli.1
1 Dresden 1909 – 1911
1909 begann Grosz sein Studium an der Königlichen Akademie in Dresden. Deutschland war ein Kaiserreich und der Moralkodex der Wilhelminischen Ära war überall zu spüren. Grosz besuchte die Gipsklasse und musste dort auf großen Papierrahmen die antiken klassischen Hellenenplastiken in Wischkreide lebensgroß abzeichnen. Seine Lehrer waren Johannes Raphael Wehle, der Komposition unterrichtete, Professor Robert Sterl und Richard Müller.2 Über seine dortige Ausbildung schrieb er: „Ich trat morgens frühzeitig an und arbeitete den ganzen Vormittag. (...) Man sah keinen rechten Sinn dahinter; die abgewogene, normale Schönheit, der klassische Proportionsstil, den diese griechischen Figuren verkörperten, wurden nicht erklärt und blieb uns somit verschlossen. (...) Was mich betraf, so wollte ich Maler werden, ..., ein Genremaler wie Grützner.“ Da ihm seine Dresdner Ausbildung keine besonderen Anregungen bot und sein Professor zudem auch zeitgenössische Kunst ablehnte, mußte er durch viel Eigeninitiative seinen Stil finden.3 Er begann in seiner Freizeit mit dem Skizzieren nach der Natur in der Art der altjapanischen Zeichenschule. Er schickte seine Zeichnungen an verschiedene Zeitungen, um rasch mit seiner Begabung Geld zu verdienen.4 Da sich die Zeichnungen besser verkauften, wenn Text dabei war, bildete er sich nebenbei zum Witzdichter heran.5 Seine Themen entsprangen seiner Phantasie.
Schließlich erschien am 4. Februar 1910 die erste Zeichnung „Zwei Männer in Betrachtung eines Paares“ von Georg Groß in >Ulk<, der humoristischen Beilage des >Berliner Tageblatts<.6 Sein Zeichenstil ist noch stark durch die geschwungene ornamtalflächige Linienführung des Jugendstils geprägt. Die Konturen sind durchgängig gezeichnet und weisen eine unterschiedliche Dicke auf. Auch bei den Faltenwürfen ist die Linie nicht abgesetzt, sondern als Rundung angegeben. Die „Linienstilistik“ und wohldurchdachte Komposition kennzeichnen diese Phase.7 Die Veröffentlichungen der Illustratoren Bruno Paul, Preetorius, August Hayduk und Lyonel Feininger kopiert er regelmäßig, um seinen Stil zu verbessern. Er war sich seiner zeichnerischen Unsicherheit bewußt und „zeichnete sich vorher alles genau mit Bleistift vor, um ja keinen Fingerbreit vom rechten Weg des Umrisses abzuweichen. Diese oft radierten Umrisse zog er dann sorgfältig mit der dünnen Feder in Tusche nach.8 Sein bevorzugtes Motiv waren zwei Männer, die andere beobachteten und mit einander kommunizieren.
[....]
1 Sabarsky, Serge, 1985, S. 44-45.
2 Vgl. Grosz, George, 1973, S.VII-VIII.
3 Vgl. George Grosz, Hamburg, 1955, S. 60-68. Diese Autobiographie wird im Folgenden zitiert als <Autobiographie, 1955 >.
4 Vgl., ebd., S. 86 – 88.
5 Vgl. Grosz, George, 1973, S. XI.
6 Dückers, Alexander, 1979, S. 123.
7 Vgl., Hess, Hans, 1982, S. 24.
8 Autobiographie, 1955, S. 87.
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