Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Termpaper, 2002, 17 Pages
Author: Jörg Passlack
Subject: Psychology - Social Psychology
Details
Institution/College: Hamburg University of Ecomomy and Policy (Soziologie)
Tags: Ursachen, Vermittlung, Vorurteilen, Interdisziplinärer, Grundkurs
Year: 2002
Pages: 17
Grade: gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-15016-3
File size: 204 KB
Die Hausarbeit ist Abschlussarbeit des Grundkurses an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. In ihr stelle ich die These auf, dass die Gesellschaft ihre Vorurteile selbst produziert, vermittelt und reproduziert.
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik
Interdisziplinärer Grundkurs (IGK)
WS 2001 / 2002, SoSe 2002
Hausarbeit zum Thema:
Ursachen und Vermittlung von Vorurteilen
eingereicht von:
Jörg Paßlack
1. Semester Sozialökonomischer Studiengang
Hamburg, den 04.07.2002
1. Einleitung 3
2. Ursachen von Vorurteilen 4
2.1. Prozess der sozialen Kategorisierung 4
2.2. Intergruppenangst als Ursache von Vorurteilen 5
2.3. Ansatz der Sozialisationstheorie 6
3. Vermittlung von Vorurteilen 7
3.1. Vorurteilsvermittlung durch den Geschichtsunterricht 7
3.1.1. Die Funktion des Geschichtsunterricht 7
3.1.2. Das vermittelte Türken- und Moslembild 8
3.1.3. Auswirkungen auf deutsche Schulkinder 9
3.2. Vorurteilsvermittlung durch die Medien 10
3.2.1. Die Rolle der Medien 10
3.2.2. Kollektivsymbole als Methodik zur Beeinflussung 11
3.2.3. Die Erzeugung von Intergruppenangst durch Kollektivsymbole 12
4. Schluss 14
5. Literaturverzeichnis: 16
1. Einleitung
Vorurteile benötigen wir, um uns in unserer Umwelt zurecht zu finden. Sie sind eine wichtige Ordnungshilfe in unserem täglichen Leben und erfüllen mehrere Funktionen, die es ermöglichen uns in der Gesellschaft auf den verschiedensten Ebenen zu orientieren.1 Dennoch ist der Vorurteilsbegriff meistens negativ besetzt. Das liegt aber nicht an Vorurteilen selbst, sondern an vorurteilsvollem Handeln und der dadurch entstehenden offenen Diskriminierung. Wenn wir unsere Orientierungseinstellung als Maß zur Beurteilung anderer nehmen und sie entsprechend unseren Stereotypen behandeln, dann handeln wir vorurteilsvoll.2
Wenn im weiteren Verlauf dieser Arbeit von Vorurteilen die Rede ist, schränkt ich diese wie oben beschrieben ein. Der Vorurteilsbegriff den ich verwende, ist ausschließlich auf soziale Urteile beschränkt, die gegen die menschlichen Wertvorstellungen der Rationalität, der Gerechtigkeit und der Mitmenschlichkeit verstoßen. Vorurteile meinen demnach im folgenden stabile und konsistent negative Einstellungen gegenüber einer Gruppe oder einer Person, weil diese zu einer bestimmten Gruppe gezählt wird.3
Ich werde ich mich in erster Linie mit dem Erlernen und der Vermittlung von Vorurteilen befassen. In diesem Zusammenhang werde ich einigen Ansätzen der Sozialpsychologie und der Sozialisation folgen, die sich mit dem Erlernen von Vorurteilen befasste haben. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit möchte ich die Vermittlung von Vorurteilen untersuchen. In diesem Zusammenhang stelle ich die These auf, dass unsere Gesellschaft ihre Vorurteile selbst produziert und vermittelt. So werde ich beweisen, dass allgemeinbildende Schulen im Rahmen des Geschichtsunterrichts einen Beitrag dazu leisten, Schüler mit einer vorurteilsbehafteten Einstellung gegenüber Türken und Moslems auszustatten. Darüber hinaus werde ich am Beispiel einiger Printmedien darstellen, welcher Mittel sich diese bedienen, um ein fremdenfeindliches und vorurteilsvolles Klima gegenüber Flüchtlingen und Aussiedlern in Deutschland entstehen zu lassen. Zum Schluss werde ich versuchen einige Lösungsansätzen darzustellen und eine Stellungnahme zu ihrer Sinnhaltigkeit abgeben.
2. Ursachen von Vorurteilen
2.1. Prozess der sozialen Kategorisierung
Laut psychologischen Studien mit Kindern, entwickelt sich mit etwa 5 Lebensjahren ein ethnisches Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe. Dabei spielen Kontakte zu Menschen aus anderen ethnischen Gruppen vorerst noch keine Rolle.4 Der Prozess der sozialen Kategorisierung bildet sich heraus. Menschen organisieren ihre soziale Umwelt, in dem sie sich und andere in Gruppen einordnen.5 ,,Die einfachste und tiefgreifendste Form der Kategorisierung ist das Urteil darüber, ob andere Menschen so sind wie wir selbst."6 Die Einordnung zu einer ,Wir-oder-Sie-Orientierung′ führt zu einer Voreingenommenheit gegenüber der eigenen Bezugsgruppe, den sog. In-group-bias und zu der Überzeugung, dass die eigene Gruppe besser sei als die andere.7 Dies wurde in einer Reihe von Experimenten nachgewiesen, die u.a. in den Niederlanden durchgeführt wurden. Die Probanden, die an diesem Versuch teilnahmen, wurden willkürlich in jeweils, eine ,grüne′ und eine ,blaue′ Gruppe eingeteilt. Die Farbklassen hatten keine tiefergehende psychologische Bedeutung. Dennoch identifizierten sich die Teilnehmer ausschließlich mit der Gruppe ihrer Farbe. Durchweg bewerteten die Probanden die Eigenschaften der Eigengruppe als positiv und die der Fremdgruppe als negativ. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Einschätzung vorgenommen wurde, ohne dass die Eigenschaften der jeweils anderen Gruppe bekannt waren. Der Bias trat bereits auf, nachdem die Probanten in die jeweiligen Gruppen eingeteilt wurden. Dadurch gelang es die Voreingenommenheit ausschließlich auf die Identifikation mit der Farbe zurückzuführen.8 Wenn diese Kräfte bereits in der künstlich geschaffenen Gruppe zu vernehmen sind, wird schlussfolgerbar, wie ernsthaft ihre Auswirkungen werden, wenn sie unter realen Anforderungen von Alltagsproblemen wirken.9
2.2. Intergruppenangst als Ursache von Vorurteilen
[...]
1 vgl. dazu: Schmalz-Jacobsen, Cornelia; Hansen, Georg (Hrsg.), Kleines Lexikon der ethnischen Minderheiten in Deutschland S. 246 ff.
2 vgl. dazu: Bergmann, Werner, Was sind Vorurteile? Erschienen in: Information zur politischen Bildung Nr. 271/2001 Stereotypen-Vorurteile-Feindbilder, S. 3
3 Ebenda S. 3
4 vgl. dazu: Bergmann, Werner, Was sind Vorurteile? Erschienen in: Information zur politischen Bildung Nr. 271/2001 Stereotypen-Vorurteile-Feindbilder, S.8
5 vgl. dazu: Zimbardo, Phillip, G.; Gerrig, Richard, J, Psychologie S. 436
6 zit. ebenda S. 436
7 ebenda S. 436
8 vgl. dazu: Rabie, J.M., The effects of intergroup competition and cooperation on intra- and intergroup relationships. Erschienen in: J. Grezlak & V. Derlega (Hrsg.), Living with other people: Theory and research on cooperation and helping S. 45
9 vgl. dazu: Zimbardo, Phillip, G.; Gerrig, Richard, J, Psychologie S. 436 f.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Kritischer Rationalismus
Author: Thomas AnschützPedagogy - Science, Theory, Anthropology, 2002 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Definitionen von Vorurteilen
Author: Grit NoackPsychology - General, 2006 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Die Frau - zwischen Berufs- und Hausarbeit
Author: Kathrin MösslerEconomics / Business: Political Economics, 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Erwartungen von Andersartigkeit. Erklärungsansätze aus der Stereotypen- und Vorurteilsforschung
Authors: Heidi Howard, Heidemarie CortésEconomics / Business: Personnel and Organisation, 2003 Download as PDF-file for 12,99 EUR
Konfliktlösungsstrategien in Organisationen: der Konflikt als Chance
Author: Claudia MeyerEconomics / Business: Business Management, Corporate Governance, 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Der diskrete Charme der Diskriminierung - Über die versteckte Diskriminierung von Frauen im Erwerbsleben
Author: Arne HellwigSociology - Gender Studies, 2008 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Konfliktmanagement
Author: Christian SchreitmüllerEconomics / Business: Business Management, Corporate Governance, 2001 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Reduktion von Stereotypen und Vorurteilen
Author: Lisa BreiterPsychology - Social Psychology, 2007 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Konflikte: Definition, Arten, Lösungsansätze
Author: Alexandra KölblEconomics / Business: Personnel and Organisation, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Hartmut von Hentig - Ach, die Werte!
Author: Priska WikusPedagogy - Science, Theory, Anthropology, 2006 Download as PDF-file for 0,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: