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Heroin: Prohibition und Legalisierung

Subtitle: Der gesellschaftliche Umgang mit Heroin im Spannungsverhältnis von Prohibition und Legalisierung

Scholary Paper (Seminar), 2007, 27 Pages
Author: Karsten Lenz
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Drogenarbeit als Praxisfeld der Sozialpädagogik
Institution/College: University of Applied Sciences Düsseldorf
Tags: Heroin, Prohibition, Legalisierung, Drogenarbeit, Praxisfeld, Sozialpädagogik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 27
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V79226
ISBN (E-book): 978-3-638-85992-9
ISBN (Book): 978-3-638-86088-8
File size: 175 KB

Abstract

Diese Arbeit beleuchtet den Umgang mit Heroin und seinen Folgen im Spannungsverhältnis von Prohibition und Legalisierung. Zuerst wird hierbei der momentane prohibitive Umgang mit Heroin in seiner Absicht und in Hinblick auf die Folgen für Abhängige und Konsumenten erläutert. Anschließend wird die Frage nach einem alternativen Umgang mit der Droge in den grundlegenden Aspekten diskutiert. Zuletzt werden konkrete prohibitionsfreiere Konzepte dargestellt und aufgrund der zuvor entwickelten Kriterien bewertet. Wer sich einen Überblick zur Frage des gesellschaftlichen Umgangs mit Heroin und der jeweiligen Folgen verschaffen will, wird in dieser Arbeit die entscheidenden Aspekte zur Hand bekommen.


Excerpt (computer-generated)

FH Düsseldorf, Sozial-und Kulturwissenschaften
Seminar: Drogenarbeit als Praxisfeld der Sozialpädagogik
Datum: 13.06.07

Heroin: Prohibition und Legalisierung -
Der gesellschaftliche Umgang mit Heroin im Spannungsverhältnis von Prohibition und Legalisierung

von

Karsten Lenz

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 4

2. Grundlagen... 4

2.1 Die Substanz Heroin... 4
2.2 Die Wirkungsweise von Heroin... 5
2.3 Das Suchtpotenzial von Heroin... 5
2.4 Substanzspezifische Gesundheitsfolgen des Heroinkonsums... 6
2.5 Heroin im Betäubungsmittelgesetz... 6
2.6 Kurzer Abriss über die Geschichte der Heroinprohibition... 6
2.7 Das Phänomen Abhängigkeit/Sucht... 7

3. Das Prohibitive Konzept... 9

3.1. Begründungen des prohibitiven Konzepts... 9
3.2. Prinzipien des prohibitiven Konzept... 9

3.2.1. Das wirtschaftliche Prinzip... 9
3.2.2. Psychologisches Prinzip der Schwellen- und Signalfunktion... 10

3.3. Folgen des prohibitiven Prinzips... 10

3.3.1. Kriminalität... 10
3.3.2 Desintegration der Heroinkonsumenten... 11
3.3.3. Verunreinigung der Substanz... 12

3.4. Das Abstinenzziel... 12
3.5 Fazit Prohibition... 13

4. Argumentationslinien für eine nicht-prohibitive Politik... 14

4.1. Das Recht auf Selbstbestimmung... 14
4.2. Der ökonomische Aspekt... 15
4.3. Der ethische Aspekt... 15
4.4 Der Zusammenhang von Repression und Konsumentenzahl... 16

4.4.1. Vergleich der Drogenprävalenzen in den USA, Deutschland und Niederlanden... 16
4.4.2. Vergleich der Cannabisprävalenzen in verschiedenen europäischen Staaten... 16
4.4.3 Zusammenfassung... 17

4.5 Prävention... 17
4.6 Integrierter Konsum als Vorrausetzung für eine konstruktive Drogenkultur... 18

5. Konzepte eines repressionsfreieren Umgang mit Heroin... 19

5.1. Methadonprogramme... 19
5.2. Heroinprogramme... 19

5.2.1 Bewertung:... 21

5.3. Legalisierung von Heroin... 21

5.3.1 Bewertung... 22

Persönliche Stellungnahme und Fazit... 23

Quellenverzeichnis... 26


 

 

1. Einleitung

Erklärtes Ziel der momentanen Drogenpolitik ist der Schutz der Bürger vor den Auswirkungen der illegalen Drogen, unter die auch Heroin fällt. Ein Mittel zum Schutz der Bevölkerung ist die Prohibition, also das Verbot des Handels mit Heroin und die damit verbundenen repressiven Maßnahmen.
Ich werde in meiner folgenden Hausarbeit zuerst auf die Auswirkungen der momentanen, repressiven Politik auf die Heroinabhängigen eingehen. Anschließend werde ich aufgrund der Ergebnisse weitere grundlegende Argumente und Fragen für eine Veränderung der momentanen Situation erläutern und dabei auch auf die Interessen der restlichen Bevölkerung eingehen.
In einem dritten Schritt werde ich alternative Konzepte erläutern und nach den vorher erarbeiteten Kriterien bewerten. In einer abschließenden Stellungnahme werden die Ergebnisse zusammenfassend dargestellt und in einen realistischen Kontext gestellt.

2. Grundlagen

2.1 Die Substanz Heroin

Heroin (oder auch Diamorphin) gilt als eine der am stärksten wirksamsten Drogen. Heroin ist der Substanzgruppe der Opiate zuzuordnen und ist ein Derivat (also eine chemisch leicht abgewandelte Form) des Morphins. Morphin wird aus Rohopium gewonnen. Als solches hat Heroin eine ähnliche aber leicht stärkere Wirkung als Opium und Morphin, wird aber was Wirkungsweise und Suchtpotenzial angeht weitgehend synonym verwendet. Erstmals hergestellt wurde Heroin (Diamorphin) im Jahre 1874.1 Der Begriff Heroin geht auf das Chemieunternehmen Bayer zurück, das Diamorphin unter diesem Namen 1898 auf den Markt brachte. Es war als Husten- und Schmerzmittel und auch als Mittel gegen Morphinsucht gedacht, und als solches frei verkäuflich.2 Konsumiert wird Heroin heutzutage überlicherweise geschnupft, geraucht oder direkt in die Blutbahn injiziert.

2.2 Die Wirkungsweise von Heroin

Neurochemisch betrachtet sorgt Heroin für eine erhöhte Dopaminausschüttung des Gehirns. Dopamin ist gekoppelt an das Belohnungssystem, und ist somit zuständig für angenehme Gefühle und das Lustempfinden.3 Es stellt also ein Lust- oder Belohnungssituation ohne äußeren Anlass bzw. Grund her (abgesehen von der Droge). Heroin wirkt u.a. beruhigend, spannungslösend, euphorisierend und außerdem schmerzlösend. Belastende Situationen werden nicht mehr als solche wahrgenommen, der Konsument empfindet ein Glücks- und Zufriedenheitsgefühl und negative Empfindungen werden ausgeblendet.

2.3 Das Suchtpotenzial von Heroin

Heroin wird ein sehr hohes Suchtpotenzial zugeschrieben, d.h. der Gebrauch kann sehr schnell zu dem Phänomen „Sucht“ führen. Zu beobachten ist hier sowohl eine psychische als auch eine körperliche Abhängigkeit. Körperliche Abhängigkeit definiert sich durch körperliche Symptome beim Absetzen der Substanz, die den Betroffenen dazu nötigen, die Substanz wieder zu sich zu nehmen. Die körperliche Abhängigkeit ist allerdings in meinen Augen zu vernachlässigen, da sie nach einigen Tagen überwunden ist. Schwerwiegender ist die psychische Abhängigkeit. Sie zeigt sich dementsprechend durch die psychischen Folgeerscheinungen bei Nicht-Einnahme der Substanz bzw. am starken Wiederholungsdruck die Droge zu konsumieren. Am Beispiel Nikotin und der Schwierigkeit, das Rauchen aufzugeben, wird die Stärke einer psychischen Abhängigkeit deutlich. Die Suchpotenz ist aber differenziert zu betrachten, denn die wiederholte Nutzung von Heroin muss nicht zwangsläufig zu einer (endgültigen) Abhängigkeit führen. Dies zeigt Untersuchung über die Heroinabhängigkeit von Vietnamveteranen: Während des Krieges haben ca. 50% aller Soldaten Heroin zu sich genommen, insgesamt waren bei ihrer Rückkehr 20% körperlich abhängig. Über ihre Rückkehr hinaus konsumierten aber nur 1% aller Soldaten Heroin weiterhin.4 Eine amerikanische Studie stellte bei allen illegalen Drogen eine durchschnittliche Suchtdauer von nur 8 Jahren fest.5 Die amerikanische Soziologin Harding fand bei 40 % der Heroinuser einen regulierten Heroinkonsum vor.6 Die These, dass Heroin zwangsläufig und dauerhaft zu einer Sucht führt, ist also nicht haltbar.

2.4 Substanzspezifische Gesundheitsfolgen des Heroinkonsums

Die reine Substanz „Heroin“ ist mit nur verhältnismäßig geringen negativen Gesundheitsfolgen verbunden. Die „reine Substanz“ Heroin ist hier zu trennen von dem üblicherweise mit Streckmitteln verunreinigtem Straßenheroin.
Ihre chronischen Toxititätsfolgen sowohl psychisch als auch physisch werden mit chronischer Verstopfung und Impotenz beschrieben. Damit ist sie die unter den illegalen Drogen die harmloseste, bei denen z.B. Amphetamine Psychosen auslösen können, zu erhöhter Aggression oder sozialen Anpassungsschwierigkeiten führen.7 Dies erscheint überraschend angesichts der häufig berichteten und allgemein verbreiteten Ansicht über die psychischen Folgen einer Heroinsucht, wie Gewissenlosigkeit, asozialer Gesinnung, Egoismus und Fixierung auf die Drogenbeschaffung usw.8 Eine Studie von Kaplan veranschaulicht die Erkenntnis der relativen geringen Schädlichkeit der Substanz Heroin. So zeigte ein 84- jähriger, seit über 60 Jahren morphinkonsumierender Physiker keine mentalen oder körperlichen Schädigungen. Gleiches galt in einer Studie über gesellschaftlich integrierte Morphinkonsumenten aus der gesellschaftlichen Mittelklasse.9 Eine besondere Gefahr stellt hingegen die Überdosierung von Heroin dar. Bereits 5 mg unterscheiden eine verträgliche von einer toxischen, lebensgefährlichen Dosis.10

2.5 Heroin im Betäubungsmittelgesetz

[...]


1 vgl. http://www.dhs.de/substanzen_heroin.html

2 http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/heroinhist.html

3 vgl. http://www.dhs.de/substanzen_heroin.html

4 vgl. http://www.zeit.de/2006/21/M-Sucht_xml

5 vgl. Kaufmann, 2003, S.105

6 vgl. http://www.junge-linke.de/drogen_und_drogenpolitik/stoffkundebroschre_opium_und_o.html

7 vgl. Böker, 1991, S.185

8 vgl. z.B. Kielholz/Ladewig zit. in Schmidt/Semisch, 1990, S.44

9 vgl. Kaplan, 1985, S. 128: zit.in Schmidt-Semisch, 1999, S.43

10 vgl. http://www.dhs.de/substanzen_heroin.html


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