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Frauenbilder bei Tacitus

Scholary Paper (Seminar), 2002, 21 Pages
Author: Marc Castillon
Subject: History - Early and Ancient History

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 21
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V7927
ISBN (E-book): 978-3-638-15026-2
ISBN (Book): 978-3-638-74631-1
File size: 198 KB
Notes :
In dieser Hausarbeit werden im soziohistorischen Ansatz die Frauenbilder des Tacitus untersucht. Der Autor kommt dabei zu einem Ergebnis eines ambivalenten Gesamtfrauenbild bei Tacitus.157 KB


Abstract

Cornelius Tacitus, der von zirka 55 bis 120 n. Chr. lebte, wird vielerorts als einer der größten Geschichtsschreiber im antiken Rom beschrieben. In diesem Büchlein werden die Frauenbilder bei Tacitus erfasst, erläutert und bewertet. Der gewählte Buchtitel lässt vor dem Hintergrund, dass Tacitus sein eigenes Urteil meist sorgfältig hinter der Darlegung der Widersprüchlichkeiten seiner Zeit zurückhielt, offen, wie die Frauenbilder anteilig zu werten sind, eher aufgrund der von Historikern im weiteren Rahmen als objektiv eingeschätzten Geschichtsschreibung des Tacitus oder aber eher in Bezug auf das private Frauenbild des Tacitus, sprich auch aufgrund seiner suggestiv erkennbaren subjektiven Meinung. Die unter Historikern vertretene These, dass Frauen das Bild der römischen Geschichte, anders als männliche Hauptpersonen, nicht aufgrund von Posten und Machtpositionen imponieren, sondern einzig allein als Frauen, erscheint hier weiterhelfend. Tacitus Bild von Frauen muss hier jedoch én detail beleuchtet werden. Deshalb wird im Folgenden ein konkreter Fall nach dem anderen untersucht, denn zumindest ist doch fraglich, ob oben genannte These tatsächlich auch auf alle Frauen zutrifft. Es bestehen hier doch Zweifel, ob der bei Tacitus dargestellte Mensch, respektive die Frau, sich dem Spannungsfeld von Mächten und Gruppen entziehen konnte und sich damit rein durch seine Persönlichkeit gewürdigt sieht. Diese Grundgedanken werden in diesem Büchlein zu klären sein. Neben historischen Zügen werden auch frauensoziologische Ansätze diese Untersuchung tragen. Ziel dieser gesellschaftshistorischen Darstellung ist es, die Frau als Individuum innerhalb einer Gruppe darzustellen. Eine repräsentative Untersuchung des Frauenbildes kann methodisch jedoch nur weitgehend im Rahmen des damaligen Verständnisses von familia und domus erfolgen, da Frauen zum ganz überwiegenden Teil nur dort präsent waren. Außerdem war das spezielle Frauenbild des Tacitus durch seine Gesichtskreisfixierung vor allem auf die oberen Gesellschaftsschichten und auf das Kaiserhaus des 1. Jh. n. Chr. eingeengt. Die Frauenbilder des Tacitus werden hier dennoch breit gefächert dargestellt, werden diese doch anhand dreier unterschiedlicher Untersuchungsfelder analysiert und bewertet: 1.) Das taciteische Frauenbild der Frauen im domus unter sich. 2.) Das Bild der Frau-Mann-Beziehungen, am Beispiel der Livia. 3.) Das Germanenfrauenbild des Tacitus außerhalb der römischen Gesellschaft.


Excerpt (computer-generated)

Frauenbilder bei Tacitus

von Marc Castillon


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1

I. Forschungsstand zu den Frauenbildern bei Tacitus 1

II. Tacitus Bild römischer Frauen 3

1. Interaktionäre Beziehungen zwischen Frauen innerhalb der domus 3

a) Positive unberechnete Beziehungen 4
b) Positive berechnete Beziehungen 5
c) Negative berechnete Beziehungen 6
d) Zwischenergebnis 7

2. Interaktionäre Beziehungen zwischen Frau und Mann innerhalb der domus 8

a) Liviabild bei Tacitus 8
b) Historische Würdigung des Liviabildes bei Tacitus 9
c) Zwischenergebnis 10

III. Frauenbild der Germaninnen bei Tacitus 11

1. Sittsamkeit der Germaninnen 11
2. Frauenverehrung 12
3. Zwischenergebnis 13

Fazit 14

Literaturverzeichnis

Einleitung

Cornelius Tacitus, der von zirka 55 bis 120 n. Chr. lebte, wird vielerorts als der größte, zumindest jedoch als einer der größten Geschichtsschreiber im antiken Rom beurteilt. Mit dieser Hausarbeit habe ich mir zur Aufgabe gestellt, die "Frauenbilder bei Tacitus" zu erfassen, zu erläutern und zu bewerten.
Der formulierte Arbeitstitel lässt vor dem Hintergrund, dass Tacitus "sein eigenes Urteil meist sorgfältig zurück[hielt] hinter der Darlegung der Widersprüchlichkeiten seiner Zeit" offen, wie anteilig die Frauenbilder zu werten sind, eher aufgrund der von Historikern im weiteren Rahmen als objektiv eingeschätzten Geschichtsschreibung des Tacitus oder aber eher in Bezug auf das private Frauenbild des Tacitus, sprich auch aufgrund seiner suggestiv erkennbaren subjektiven Meinung. Wichtig erscheint hier, zumindest keine Ambivalenz aufkommen zu lassen.
Erleichternd könnte mir entgegen kommen, dass wie Syme und Späth aufzeigen, die Frauen das Bild der römischen Geschichte, anders als männliche Hauptpersonen, nicht aufgrund von Posten und Machtpositionen imponieren, sondern einzig allein als Frauen. Ob diese These jedoch tatsächlich hier im ganz konkreten Falle und auf alle Frauen zutrifft, wird im Rahmen dieser Arbeit zu klären sein. Zweifel, ob sich Frauen dem entziehen konnten, bestehen jedenfalls, da auch von Albrecht den Menschen bei Tacitus nicht so sehr an seiner Persönlichkeit gemessen, sondern diesen "im Spannungsfeld von Mächten und Gruppen" sieht.
Die Aufarbeitung dieses Themas wird somit neben den historischen auch frauensoziologische Züge tragen und wird deshalb vom Verfasser als Beitrag zur gesellschaftshistorischen Untersuchung angesehen. Ziel ist es jedoch nicht nach rein namentlich-biographischen und frauengeschichtlichen Aspekten vorzugehen, sondern eher die Frau als Individuum innerhalb einer Gruppe darzustellen.
Anzumerken bleibt allgemein, dass eine repräsentative Untersuchung des Frauenbildes an sich weitgehend nur im Rahmen des damaligen Verständnisses von familia und domus erfolgen kann, da Frauen zum ganz überwiegenden Teil nur dort präsent waren , und dass das spezielle Frauenbild des Tacitus eingeengt ist durch seine Fixierung des Gesichtskreises vor allem auf die oberen Gesellschaftsschichten und auf das Kaiserhaus des 1. Jh. n. Chr., wie der Verfasser übereinstimmend mit Deissmann feststellen musste.
Die Frauenbilder des Tacitus werden anhand dreier unterschiedlicher Untersuchungsfelder analysiert und bewertet: Erstens - das taciteische Frauenbild der Frauen im domus unter sich. Zweitens - das Bild der Frau-Mann-Beziehungen, am Beispiel der Livia. Drittens - das Germanenfrauenbild des Tacitus außerhalb der römischen Gesellschaft. Alle drei Untersuchungsfelder ergeben eine ausführliche Skizze, die jedoch nicht den Anspruch einer umfassenden Darstellung hat und lassen so allgemeingültige Wertungen und Erkenntnisse zu, die im Fazit präsentiert werden.

I. Forschungsstand zu den Frauenbildern bei Tacitus

Das zentrale Quellenwerk auf das sich diese Arbeit und zum weiten Teil auch die Sekundärliteratur stützt, sind die "Annalen" des Tacitus, die etwas 110 bis 120 n. Chr. entstanden. Sie behandeln die Zeit vom Regierungsantritt des Tiberius 14 n. Chr. bis zum Tode Neros im Jahre 68 n. Chr. und erlauben es, trotz nur noch teilweiser vollständig erhaltener Bücher, Ergebnisse zu oben formulierter Aufgabenstellung zu präsentieren. Weitere genutzte taciteische Werke sind: "Germania" und "Die Historien" .

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