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Francisco de Goya - Die Zeichnung als Ausdrucks- und Gefühlsträger

Scholary Paper (Seminar), 2004, 22 Pages
Author: Magister Artium Johanna Hartmann
Subject: Art - Graphics / Illustration / Print

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V79274
ISBN (E-book): 978-3-638-85031-5

File size: 326 KB

Abstract

Im Zusammenhang mit Goya hat mich in Bezug auf seine Zeichnungen interessiert, inwieweit man die Zeichnung als Träger von Gefühlen und Emotionen verwenden kann. Goya hat der Zeichnung ihre moralische Aufgabe gewiesen, für ihn war sie zum Instrument des Aufdeckens, Sichtbarmachens und der schonungslosen Wahrhaftigkeit geworden. Diese Aufgabe hat die Zeichnung seither nicht mehr verloren. Welche Bedeutung hat die Zeichnung? Besteht ihr Reichtum und ihre Vielfalt aus der Intimität und der Persönlichkeit des Künstlers?


Excerpt (computer-generated)

Universität Wien
Institut für Kunstgeschichte
Universitätscampus 
Oberseminartitel: „Die Kunst der Zeichnung“

Francisco de Goya - Die Zeichnung als Ausdrucks- und Gefühlsträger

von

Johanna Sophia Hartmann

Kunstgeschichte
WiSe 2004/ 2005

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung : Die Zeichnung als Ausdrucks- und Gefühlsträger  3

2. Feder- und Pinselzeichnung bei Goya  3

3. Kurzer biographischer Überblick  4
3.1. Die Zeichnung bei Goya  4

4. Das Beispiel zur Federzeichnung:  5
4.1.Technische Daten  5
4.2. Inhaltliche Beschreibung  6
4.3. Die zeichnerische Umsetzung  7
4.3.1. Formale Beschreibung  7
4.3.2. Goyas Zeichenstil  8
4.3.4. Wirkung des Bildes  10
4.4. Die Radierung  10

5. Die Caprichos  11

6. Das Beispiel zur Pinselzeichnung  12
6.1. Technische Daten  12
6.2. Inhaltliche Beschreibung  12
6.3. Die zeichnerische Umsetzung  13
6.3.1. Formale Beschreibung  13
6.3.2 Goyas Zeichenstil  14
6.3.4. Wirkung des Bildes  15
6.4. Die Radierung  15

7. Das Beispiel zur Verbindung von Feder- und Pinselzeichnung  16
7.1. Technische Daten  16
7.2. Inhaltliche Beschreibung  17
7.3. Die zeichnerische Umsetzung  17
7.3.1.Formale Beschreibung  17
7.3.2. Goyas Zeichenstil  17
7.4. Wirkung des Bildes  19
7.5. Die Radierung  

8. Schlussbemerkung 19

Ausstellungskataloge  21
Monographien  21

 

 

1. Einleitung

Die Zeichnung als Ausdrucks- und Gefühlsträger Der Titel der Kunstzeitung von Lindner und Schmidt vom Oktober 2004 lautet: „Comeback der Zeichnung –Ein Ausstellungsreigen überzieht die Republik“. Im Gegensatz dazu gibt es z.B. an der Ludwigs- Maximilians-Universität München so gut wie keine Lehrveranstaltungen über die Zeichnung. Das wirft die Frage auf ob für einige die Zeichnung immer noch „nur“ eine Vorzeichnung ist? Was rechtfertigt also diese Schlagzeile? Vielleicht wird allmählich wieder klar, was Joseph Meder schon vor ca. 90 Jahren in seinem Buch über die Handzeichnung postuliert hat: Die Bedeutung der Zeichnung, ihr Reichtum und ihre Vielfalt. Meder bezeichnet die Skizzen und Handzeichnungen weiter als die lebendigen Zeugen der innersten Natur des Künstlers, „…voll Intimität und Persönlichkeit, von der momentanen Schaffenslust geboren…“ und nur für den Künstler bestimmt. So „enthüllen sie seine Seele voll und ganz…“.1 Im Zusammenhang mit Goya hat mich in Bezug auf seine Zeichnungen interessiert, inwieweit man die Zeichnung als Träger von Gefühlen und Emotionen verwenden kann. Goya hat der Zeichnung „…ihre moralische Aufgabe gewiesen, für ihn war sie zum Instrument des Aufdeckens, Sichtbarmachens und der schonungslosen Wahrhaftigkeit geworden.“ Diese Aufgabe hat die Zeichnung seither nicht mehr verloren.2

2. Feder- und Pinselzeichnung bei Goya 

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten Zeichnung zu erklären. Man kann die Entwicklung der Zeichnung skizzieren, indem man z.B. Rembrandt und Kandinsky vergleicht. Oder man erklärt die Zeichnung anhand eines Künstlers. Ich habe mich für Goya entschieden, weil er mich beeindruckt und ein sehr breites Spektrum zeichnerischen Könnens bietet und seine Zeichnungen sowohl die Karikatur und die Illustration als auch das Bildnis und die autonome Zeichnung einschließen. Die Funktionen seiner Zeichnungen reichen von der Skizze über den Entwurf bis hin zur unmittelbaren Vorzeichnung und zur Studie. Die zwei Beispiele, mit denen ich mich beschäftigen will, stammen aus Goyas Reihe der Caprichos und ein weiteres ist ein Einzelblatt und dokumentiert Goyas Weg zum freien Graphiker3.

3. Kurzer biographischer Überblick

Am 30.März 1746 wird Francisco Josè de Goya y Lucientes in Fuendetodos (Saragossa) geboren. Von 1758-61 erlernt er bei Jose´ Luzan das Kunsthandwerk. In den Jahren 1763-66 folgen erfolglose Bewerbungen an der Akademie. Daraufhin geht Goya von 1770-71 nach Rom. 1778 veröffentlicht er erste Radierungen nach Velàzquez. 1786 wird er Maler des Königs. 1796 folgen erste Skizzen für „Die Caprichos“. 1799 veröffentlicht er die Caprichos. 1803, aus Furcht vor der Inquisition übergibt er die Druckplatten der Caprichos dem König. Am 15/16. April 1828 stirbt er in Bordeaux.

3.1. Die Zeichnung bei Goya 

Goyas generelle zeichnerische Anfänge sind nicht außergewöhnlich, sondern traditionell. Er lernte bei seinem Lehrer Luzan in Saragossa das übliche Kopieren von Stichen nach z. B. Velàzquez. Die Zeichnung als eigenständiges Element entdeckte er zwischen dem Einzelblatt des „Heiligen Franziskus de Paula“ und dem „Garottierten“, der uns später ausführlich beschäftigen wird. Bevor sich Goya den Caprichos zuwendete, erprobte er „…die Zeichnung als selbstständiges Medium“ in seinem Madrider Skizzenbuch. 5 Die Zeichnung ist für Goya ein Mittel gegen Normen und gegen „akademische“ Schönheit anzugehen, „…kritisch in die Wirklichkeit einzugreifen und zugleich seine Erfahrungen über das Bekannte und Sichtbare hinaus zu erweitern.“6 Erst im fortgeschrittenen Alter beschäftigte sich Goya mit der Zeichnung.

[....]


1 Meder, Joseph, Die Handzeichnung, Ihre Technik und Entwicklung, 2.Auflage, Wien 1923, S. 16

2 Koschatzky, Walter, Die Kunst der Zeichnung, Technik, Geschichte, Meisterwerke, 10. Auflage, München 2003, S.266

3 Ausst. Kat., Hamburger Kunsthalle, Goya, Das Zeitalter der Revolutionen 1789-1830, Hofmann, Werner (Hg) München 1980, S. 255

4 Ausst. Kat., Künstlerhaus Wien, Goya Caprichos- Desastres- Tauromaquia-Disparates, Madrid 1989, S.12-26

5 Held, Jutta, Francisco de Goya mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Hamburg 1980, S.60

6 Ausst. Kat., Hamburger Kunsthalle, Goya, München 1980, S. 255


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