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Hausarbeit, 2003, 14 Seiten
Autor: Magister Artium Johanna Hartmann
Fach: Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Details
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (Kunstgeschichte )
Tags: Sakralbau, München, Anna, Lehel, Propädeutikum
Jahr: 2003
Seiten: 14
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-85032-2
Dateigröße: 70 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Klosterkirche St. Anna im Lehel gilt als erste Rokokokirche in München, wahrscheinlich in ganz Altbayern. Am 19. März 1725 genehmigte Kurfürst Max Emanuel den Bau der Kirche. Genau zwei Jahre später erfolgte die Grundsteinlegung durch die Kurfürstin Maria Amalia. Die Funktion von St. Anna war die einer Dankvotivkirche, aufgrund der Geburt des Thronfolgers Kurprinz Max Joseph. Die Fertigstellung des Rohbaus erfolgte in nur drei Jahren. Ursprünglich wurde die Kirche von Johann Michael Fischer in den Jahren von 1727 bis 1733 erbaut. Er beschreitet bei der Raumauffassung dieser Kirche ganz neue Wege. Was die Grundrissdisposition betrifft, findet bei Fischer eine Abkehr von den italienischen „Regeln“ statt.
Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit im Hauptfach Kunstgeschichte
Institut für Kunstgeschichte der LMU München
Sommersemester 2003
Sakralbau: München, St. Anna im Lehel
(Innenraum)
Begriffs- und Formenlehre der Architektur
von
Johanna Hartmann
Inhaltsangabe
I. Die Geschichte der Klosterkirche St. Anna im Lehel S. 2-3
II. Die Wandlung der Raumauffassung bei St. Anna im Lehel S. 3-4
III. Die Außenfassade von St. Anna im Lehel S: 4-5
IV. Der Grundriss von St. Anna im Lehel S. 5-7
V. Die Innenraumbeschreibung von St. Anna im Lehel S. 7-10
VI. Die Verbindung von Raum und Verzierung S. 10-11
6.1. Die Altäre S. 11-12
6.1.1. Der Hochaltar S. 11
6.1.2. Die Seitenaltäre S. 11-12
VII. Schlussbemerkung S. 12
I. Die Geschichte der Klosterkirche St. Anna im Lehel
Die Klosterkirche St. Anna im Lehel gilt als erste Rokokokirche in München, wahrscheinlich in ganz Altbayern. St. Anna im Lehel hat ihre Baugeschichte betreffend, sehr viele Wandlungen durchlebt. Am 19. März 1725 genehmigte Kurfürst Max Emanuel den Bau der Kirche. Genau zwei Jahre später erfolgte die Grundsteinlegung durch die Kurfürstin Maria Amalia. Die Funktion von St. Anna war die einer Dankvotivkirche, wegen der Geburt des Thronfolgers Kurprinz Max Joseph. Die Fertigstellung des Rohbaus erfolgte in nur drei Jahren. Ursprünglich wurde die Kirche von Johann Michael Fischer in den Jahren von 1727 bis 1733 erbaut.1 Fischer hat sich wohl beim Errichten der Kirche an der Wandpfeilerkirche St. Michael in München orientiert. Fischer gelang durch seine Arbeit eine „…Pionierleistung…“2, indem er den sogenannten „…“bayerischen“ Zentralbau…“3 entwickelte. Auf diese Weise nahm die gestalterische Freiheit der Architekten enorm zu. Für die Innenausstattung waren Kosmas Damian Asam, als Maler, Egid Quirin Asam, für Stuckarbeiten und Altaraufbauten und Johann Baptist Straub, für den Tabernakelbau und die Kanzel verantwortlich. Die Dekorationsarbeiten wurden erst weitere sieben Jahre später vollendet, sodass die Kirche am 19. September 1737 geweiht wurde. 1852 erfolgt der erste Eingriff in den Urzustand der Kirche, indem die Kirche eine neue Vorhalle und eine neuromanische Fassade mit zwei Türmen erhielt. 1943 und 1944 wurde die Kirche durch Luftangriffe im zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Bereits im Jahre 1945 wurde die Bausubstanz gesichert. Die Wiederherstellung der Rokokofassade wurde 1965 vollzogen. Die ursprünglich vorhandenen Türme wurden bis auf die Höhe des Dachstuhles abgetragen. Im Zeitraum von 1967 bis 1979 wurde die barocke Innenausstattung schrittweise rekonstruiert. Was die Instandsetzung der Kirche betrifft, so ist sie ein gelungenes Beispiel für „…Schöpferische Denkmalpflege…“4, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass so gute Vorlagen, das heißt Originalbaupläne und Entwurfszeichnungen von Fischer, vorhanden waren.5
II. Die Wandlung der Raumauffassung bei St. Anna im Lehel
Johann Michael Fischer, beschreitet bei der Raumauffassung dieser Kirche ganz neue Wege. Was die Grundrissdisposition betrifft, findet bei Fischer eine Abkehr von den italienischen „Regeln“ statt. Dies bedeutet, dass Fischer auf Wandsäulen verzichtet, kein durchgehendes Gebälk errichtet, sowie keine Halbkugelkuppel, ebene Begrenzungen und rechte Winkel benutzt.6 Zudem neu ist „…eine geschmeidige Innenverbindung…“7 von Längs- und Zentralbau. Von der geometrischen Form des Grundrisses: in diesem Fall einem Rechteck, kann man nicht auf das Kircheninnere schließen, das Oval im Inneren lässt im Umkehrschluss keinen Schluss auf ein Rechteck zu. Auch dies ist eine Neuerung des Rokoko. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der Begriff der „…Zweischaligkeit…“8, d. h. „…Innen- und Außenraum stimmen nicht überein…“9. Es kann nur vermutet werden, was genau sich im Inneren befindet, es kann von außen jedoch nicht eindeutig auf die Form des Innenraumes geschlossen werden. Dieser Sachverhalt ist exemplarisch an den Wandpfeilern zu sehen, die nicht mehr als solche ausgebildet sind, sondern nur das statisch absolut Notwendige stützen. Die Pilaster treffen sich nirgends im rechten Winkel, daraus resultiert, dass keine kubischen Formen entstehen. Es wird ein optischer Zusammenhalt durch das zarte Architravband erreicht, das den gesamten Raum umschließt. Das Gebälk und das verkröpfte Kranzgesims befinden sich über der Pilasterzone, die Flachkuppel über dem Mittelraum und die Nischen sind mit gemuldeten Quertonnen überwölbt. Zudem fallen die Einstöckigkeit der Kirche und der fehlende Umgang auf und nur vor der Orgel befindet sich ein Balkon.
[....]
1 Schnell, Kunstführer nr. 42, Klosterkirche St. Anna im Lehel München, 6. Auflage, Regensburg, 2002, S. 2-4
2 Bernhard Schütz, Die kirchliche Barockarchitektur in Bayern und Oberschwaben 1580-1780, München 2000, S. 72
3 Bernhard Schütz, Die kirchliche Barockarchitektur in Bayern und Oberschwaben 1580-1780, München 2000, S. 72
4 Joseph H. Biller / Hans-Peter Rasp, München Kunst & Kultur, München 1999, S. 262
5 Joseph H. Biller / Hans-Peter Rasp, München Kunst & Kultur, München 1999, S. 260-262
6 Joseph H. Biller / Hans-Peter Rasp, München Kunst & Kultur, München 1999, S. 262
7 Norbert Lieb, München, Die Geschichte seiner Kunst, München 1977, S. 193
8 Hrsg. Rolf Toman, Die Kunst des Barock, Architektur- Skulptur-Malerei, Köln 1997, S. 233
9 Hrsg. Rolf Toman, Die Kunst des Barock, Architektur- Skulptur-Malerei, Köln 1997, S. 233
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