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Hausarbeit, 2003, 23 Seiten
Autor: Magister Artium Johanna Hartmann
Fach: Kunst - Malerei
Details
Tags: Interieurs, Seelenräume, Vermeer, Delft
Jahr: 2003
Seiten: 23
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-85033-9
Dateigröße: 195 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Zu erörtern ist im Kontext des Seminars „der virtuelle Raum“, ob es sich bei Vermeers Werken tatsächlich um virtuelle Räume handelt.Des Weiteren stellt sich die Frage nach den „Seelenräumen“ und deren Möglichkeit vorhanden zu sein. Diese Betrachtung ist weitaus diffiziler, da man Seelenräume eigentlich weder visuell noch räumlich erfassen kann. Bei Vermeer ist es möglich die versteckten Seelenräume zu erschließen. Es ist verständlich, dass es uns heute schwerfällt eine Landkarte mit Reichtum in Verbindung zu bringen, doch ein trauriges Mädchen mit einem Liebesbrief, ruft wohl auch heute noch dieselben Assoziationen wie zu Vermeers Zeit hervor.
Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit
im Hauptfach Kunstgeschichte
Institut für Kunstgeschichte der LMU München
Sommersemester 2003
Interieurs als „Seelenräume“ - Jan Vermeer van Delft
Proseminar: der „virtuelle“ Raum
von
Johanna Hartmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Biographische Daten Vermeers 3
3. Der Begriff des Interieurs 4
4. Die Genre- Darstellungen in der niederländischen Malerei 5
5. Vermeers perspektivische Konstruktion 6
6. Beispiele für Interieur- Darstellungen bei Vermeer 7
6.1. „Die Malkunst“ (siehe Abbildung 2) 7
6.1.1. Daten 7
6.1.2. Die Bildbeschreibung 7
6.1.3. Die Farbliche Gestaltung 8
6.1.4. Die Malweise und die Beleuchtungssituation 9
6.2. Die Raumauffassung bei Vermeers Werk „ Die Malkunst“ 10
6.2.1 Die Perspektivische Konstruktion des Raumes 10
6.2.2 Die Bildebenen des Raumes 10
6.2.3. Die Bildachsen des Raumes 11
6.2.4. „Die Malkunst“ als „virtueller Raum“ 11
6.3. Interpretatorische Ansätze 12
6.4. Die „Dienstmagd mit Milchkrug“(siehe Abbildung 4) 14
6.4.1.Daten 14
6.4.2. Die Bildbeschreibung 14
6.4.3. Die farbliche Gestaltung 14
6.4.4. Die Malweise und die Beleuchtungssituation ( siehe Abbildung 5) 15
6.5. Die Raumauffassung bei Vermeers Werk „Dienstmagd mit Milchkrug“ 16
6.5.1.Die Perspektivische Konstruktion des Raumes 16
6.5.2.Die Bildebenen des Raumes 16
6.5.3. Die Bildachsen des Raumes 17
6.5.4. Die „Dienstmagd mit Milchkrug“ als „virtueller Raum“ 17
6.6. Die Interpretation zur“ Dienstmagd mit Milchkrug“ 17
7. Schlussbemerkung 18
1. Einleitung
Zu erörtern ist im Kontext des Seminars "der virtuelle Raum", ob es sich bei Vermeers Werken tatsächlich um virtuelle Räume handelt. Geht man von der im Seminar festgelegten Definition von virtuell aus, d.h. "der Möglichkeit nach vorhanden", so sind die gemalten Räume virtuell, weil die Möglichkeit bestünde sich in ihnen zu bewegen, wenn sie nicht zweidimensional dargestellt wären. Sie sind zwar nicht wirklich real, aber dennoch an die Realität angelehnt, d.h. zwar nicht als solche greifbar, aber auch nur in gewisser Weise fiktiv.
Des Weiteren stellt sich die Frage nach den "Seelenräumen" und deren Möglichkeit vorhanden zu sein. Diese Betrachtung ist weitaus diffiziler, da man Seelenräume eigentlich weder visuell noch räumlich erfassen kann. Denn bei einem Raum, auch wenn er virtuell ist, weiß man, dass er existieren könnte, da er realitätsnah dargestellt wird. Jedoch eine Seele bzw. einen Seelenraum kann man nicht mit der Realität in einen direkten Bezug bringen, da Beweise einer realen Existenz fehlen. So einfach ist es bei Vermeer hingegen nicht, denn nur wenn man seine Bildsprache richtig deutet, ist es möglich die versteckten Seelenräume zu erschließen. Es ist verständlich, dass es uns heute schwer fällt eine Landkarte mit Reichtum in Verbindung zu bringen, doch ein trauriges Mädchen mit einem Liebesbrief, ruft wohl auch heute noch dieselben Assoziationen wie zu Vermeers Zeit hervor. (siehe Abbildung 1)
2. Biographische Daten Vermeers
Im Jahre 1632 wurde Jan Vermeer van Delft in Delft als Sohn von Reynier Jansz und Digna Balthasar geboren. Wo und wie Vermeer seine Lehrjahre verbracht hat ist nicht bekannt, man weiß nur dass er sich 1653 in das Meisterbuch der Lukasgilde eingeschrieben hat und in demselben Jahr Catharina Bolnes heiratete.
1661 wurde er Vorsteher der Lukasgilde und ein zweites Mal 1669. Vermeer kam nie zu viel Geld und im Jahre 1675 starb Jan Vermeer, verarmt am 15. Dezember. Von seinem Gesamtwerk sind heute nur noch 33 Bilder erhalten.1
3. Der Begriff des Interieurs
Der Begriff: Interieur stammt etymologisch aus dem Französischen und bedeutet: Inneres.2 Aus dem Kontext der bildenden Künste betrachtet, sind Interieurs Innenräume die als Assoziationsräume betrachtet werden und durch den Betrachter sinngemäß ergänzt werden müssen „…da vom Standort des Künstlers nur eine Teilwiedergabe des darzustellenden Interieurs möglich ist…“3 Dabei muss man sich fragen aus welchem Grund eine bestimmte Räumlichkeit wie dargestellt worden ist. Die Anfänge des Interieurs sind etwa im 13. und 14. Jahrhundert bei Giottos Wandmalereien in Assisi und Padua anzusetzen. Die Vorläufer bilden pompeijanische Wandbilder. Erst im 15. Jahrhundert wird der Innenraum im gesamten Bild dargestellt und die Perspektive wird von den Künstlern beherrscht. Die thematische Darstellung wird von Genre belebt.4 Als Genre- Darstellungen bezeichnet man Bilder und Szenen aus dem alltäglichen Leben seit etwa dem 14. und 15. Jahrhundert.
Zu einer eigenen Bildgattung wird die Genremalerei erst durch die holländischen Künstler des 16. und 17. Jahrhunderts. Auf diese Weise wird das Interieur zu einem Ort der Intimität, indem das seelische Innenleben, der im Raum befindlichen Personen durch die räumliche Gestaltungsweise und Accessoires thematisiert wird, wie etwa durch Stühle, Bilder, Tapeten, Kacheln, Musikinstrumente, Gardinen, offene Fenster sowie Pantoffeln oder Landkarten. Doch nicht nur Gegenstände, sondern auch Licht, z.B. eine dramatische Ausleuchtung und die farbliche Gestaltung sowie akzentuierte Kontraste konstruieren die Wirkung eines Genrebildes.5
[....]
1 Asemissen, Ulrich, Jan Vermeer. Die Malkunst, Kassel 1986. S.71,72
2 Hrsg. Prof. Dr. H. Olbrich, Lexikon der Kunst, Bd. III, Leipzig 1991, S.444
3 Hrsg. Prof. Dr. H. Olbrich, Leipzig 1991, S.445
4 ebenda
5 Hrsg. Schulze, Sabine, Innenleben. Die Kunst des Interieur, Vermeer bis Kabakov, Ostfildern 1998, S. 7,9
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