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Das höhere Schulwesen Berlins 1500 bis 1800

Scholary Paper (Seminar), 2001, 20 Pages
Author: Marc Castillon
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 20
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V7929
ISBN (E-book): 978-3-638-15028-6
ISBN (Book): 978-3-638-74632-8
File size: 191 KB
Notes :
Das Hauptanliegen der Arbeit besteht darin das höhere Schulwesen Berlins zu untersuchen und dabei auch Rückschlüsse auf den Geistes- und Kulturlandschaft Berlins ziehen zu können. Hat sich das Schulwesen Berlins im 1500 von mittelalterlichen Bildungsstrukturen gelöst. Diese Frage u.a. wird anhand der Untersuchung einzelner höherer Schulen, Bildungs- und Schulstrukturen und Schulpädagogen beantwortet.149 KB


Abstract

Konnte Berlin um 1500 eine Pflegestätte eines innerlich freien Geist- und Kunstlebens sein, das von mittelalterlichen Bindungen gelöst war, wenn schon Luther sich ablehnend über die Bezirke östlich seines Wittenberg geäußert hat? Diese Frage soll in diesem Büchlein anhand des höheren Schulwesens in Berlin beantwortet werden. Dabei soll auch der Blick für die Entwicklung der Stadt Berlin, die durch ihren Residenzstadtstatus immerhin eine übergeordnete Bedeutung innehatte, nicht verloren werden. Einerseits wird die Lage Berlins um 1500 bezüglich der Stadt und des Schulwesens thematisiert, andererseits die Gründungsakte der höheren Schulen, sowie die dahinter stehenden Absichten. Vor diesem Hintergrund soll aufgezeigt werden, wie sich das geistige Leben im Schulwesen entwickeln konnte. In einem zweiten Bereich werden pädagogische Lehrinhalte erklärt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Strukturen des Unterrichtes an den höheren Schulen Berlins, vornehmlich im als Bildungsjahrhundert bezeichneten 18. Jahrhundert, dargestellt. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Person Friedrich Gedike zuteil.


Excerpt (computer-generated)

Das höhere Schulwesen Berlins 1500 bis 1800

von Marc Castillon


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Berlin um 1500

1. Die Berliner Stadt um 1500
2. Das Berliner Schulwesen um 1500

II. Gründungsakte und -intentionen von Berliner Gymnasien nach 1500

1. Das Gymnasium zum Grauen Kloster
2. Das Joachimsthalsche Gymnasium
3. Das Friedrichs-Werdersche Gymnasium
4. Das Französische Gymnasium

III. Entwicklung des höheren Schulwesens Berlins

1. Schulstruktur
2. Schulunterricht und Lehrinhalt
3. Friedrich Gedike als Schulpädagoge und Bildungspolitiker

Fazit

Literaturverzeichnis

 

Einleitung

Schon Hoppe fragte sich, ob Berlin um 1500 eine "Pflegestätte eines innerlich freien Geist- und Kunstlebens, das von mittelalterlichen Bindungen gelöst war", sein konnte, auch wenn schon Luther sich "ablehnend [...] über die Bezirke östlich seines Wittenberg" geäußert hat . Diese Frage gilt es, im Folgenden anhand des höheren Schulwesen in Berlin zu beantworten und darzustellen, dabei jedoch nicht den Blick für die Entwicklung der Stadt Berlin , die durch ihren Residenzstadtstatus immerhin eine übergeordnete Bedeutung inne hatte, zu verlieren.
Aufgrund des geringen ausschöpfbaren Rahmens der Hausarbeit, der bei weitem für dieses Thema, wie von mir festgestellt wurde, nicht ausreicht, beschränke ich mich dabei auf zweierlei. Zum einen befasse ich mich mit der "Ausgangslage" in Berlin um 1500 bezüglich der Stadt und des Schulwesens und gehe weiterhin auf die Gründungsakte der höheren Schulen, sowie die dahinterstehenden Absichten ein, um aufzeigen zu können, von wo aus sich das geistige Leben im Schulwesen entwickeln konnte.
Im zweiten Abschnitt wage ich den Spagat von einer einzelschulorientierten Darstellung hin zum zusammenhängenden schulischen Erklärungskomplex über pädagogische Lehrinhalte, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Strukturen des Unterrichtes an den höheren Schulen Berlins, vornehmlich im als Bildungsjahrhundert bezeichneten 18. Jahrhundert. Dabei soll besondere Aufmerksamkeit auch der - aus Verfassersicht ganz bedeutenden - Person des Friedrich Gedike gewidmet werden.
Unzweifelhaft kann aus dem Fundus der gesichteten Fachliteratur zum Bildungswesen in Brandenburg-Preußen, zum geistigen und wissenschaftlichen Leben in Berlin, zu den geschichtlichen Aufzeichnungen der einzelnen höheren Schulen, sowie aus den Biographien bedeutender Pädagogen und Bildungsreformer viel mehr gezogen werden, als hier dargestellt werden kann.
So kann beispielsweise nicht auf sehr interessante Aspekte der Finanzierung der höheren Berliner Schulen oder beispielsweise auf das Problem einer möglicherweise bestehenden Rivalität unter den Gymnasien eingegangen werden, da es ansonsten nur auf einen Anriss der Themen hinauslaufen würde.

I. Berlin um 1500

Um sinnvoller Weise Entwicklungstendenzen aufzeigen zu können, muss nach der Ausgangslage gefragt werden. Diese wird vom Verfasser in eine stadtgeschichtliche und eine schulgeschichtliche unterteilt.

1. Die Berliner Stadt um 1500

Schon seit etwa 1470 war Cölln Residenz der hohenzollernschen Landesherren und Sitz der obersten Behörden des Kurfürstentums, da die Schlossburg zwischen Cölln und Berlin ständiger Aufenthaltsort wurde. Auch durch das 1513 beginnende Abhalten der allgemeinen Landesstände in Berlin, erfährt die junge Residenz- und Behördenstadt eine Bereicherung . Als Folge der Ballung der Macht in Berlin, erlangte der kurfürstliche Hof eine beherrschende Stellung gegenüber Rat und Stadtverwaltung, so beschnitt man beispielsweise die städtischen Freiheiten, trennte beide Städte, Cölln und Berlin, und verfügte 1514 den Abriss des gemeinsamen Rathauses .

[...]


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