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Subtitle: Entwicklung und Umsetzung anhand einer Unterrichtseinheit über das Thema "Chancen und Risiken der Gentechnologie" in der Sekundarstufe II
Termpaper, 2007, 52 Pages
Author: Dr. Jürgen Nagel-Volkmann
Subject: Biology - Genetics / Gene Technology
Details
Year: 2007
Pages: 52
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-84691-2
ISBN (Book): 978-3-638-84944-9
File size: 991 KB
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Abstract
Die Hausarbeit beschreibt die Entwicklung, Durchführung und Evaluation eines Unterrichtskonzeptes, welches Schüler/-innen eines Biologie-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12 das Einnehmen begründeter Pro- oder Kontra-Positionen hinsichtlich der Frage ermöglichen sollte, ob einzelne Gentechnologien vor dem Hintergrund ihrer möglicherweise existierenden Chancen und ihrer möglicherweise existierenden Risiken aus ihrer Sicht erstrebenswert sind oder nicht. Das Unterrichtskonzept sollte die Schüler/-innen in ihrem eigenständigen konstruktiven Lernprozess unterstützen und das weitgehend unbeeinflusste Einnehmen thematischer Positionen ermöglichen. Zentraler Bestandteil der Entwicklung des Unterrichtskonzeptes war die Erweiterung der Methode „WebQuest“ um Aktivitäten des selbstgesteuerten Lernens und um kooperative Sozialformen zum neuen didaktischen Konzept „kooperativer WebQuest“. WebQuests sind computergestützte Lernumgebungen, die Lernenden die Lösung umgrenzter Problemstellungen mittels Internetrecherche ermöglichen. In der durchgeführten Unterrichtseinheit wurden Aufgaben zu den folgenden vier Themenkomplexen gelöst: a) Gentherapie beim Menschen, b) Mögliche Risiken bei der Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen, c) Beispiel Bt-Mais: Herstellung, Nutzung, Kritik, d) Beispiel gentechnisch veränderte Kartoffeln: Herstellung, Nutzung und Kritik. Eine Besonderheit der durchgeführten Unterrichtseinheit besteht darin, dass sie für Kurse ohne molekularbiologische Vorkenntnisse konzipiert wurde und damit als motivierender Einstieg in eine molekulargenetische Unterrichtsreihe sowie für den fächerverbindenden Unterricht, z.B. mit einem Philosophie- oder Religionskurs, geeignet ist.
Excerpt (computer-generated)
Das Unterrichtskonzept "Kooperativer WebQuest"
Entwicklung und Umsetzung anhand einer Unterrichtseinheit über das Thema
„Chancen und Risiken der Gentechnologie“ in der Sekundarstufe II
Eine revidierte Hausarbeit, ursprünglich eingereicht am Studienseminar Paderborn
Dr. Jürgen Nagel-Volkmann
September 2007
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ...3
1.1. Gegenstand und Erkenntnisinteresse dieser Arbeit ...3
1.2. Die Unterrichtsmethode „WebQuest“ ...4
2. Ziele der Arbeit ...6
3. Entwicklung des Unterrichtskonzeptes zum Thema „Chancen und Risiken der Gentechnologie“ für die Sekundarstufe II ...6
3.1. Lehr- und Lernvoraussetzungen ...7
3.2. Sachanalyse und didaktische Analyse ...8
3.3. Lernziele für die gesamte Unterrichtseinheit ...9
3.4. Planung des Verlaufs der Unterrichtseinheit ...10
4. Dokumentation des Verlaufs der Unterrichtseinheit ...13
4.1. Chronologischer Verlauf ...13
Tag 1 - Erstellung von Mindmaps über den Begriff Gentechnologie“ ...13
Tag 2 - Erarbeitung des DNS-Aufbaus, (Einführung in) die Nutzung des WebQuests ...15
Tage 3 und 4 - Durchführung des WebQuests ...16
Tag 5 - PowerPoint-Präsentationen ...16
Tag 6 - Durchführung der Pro und Kontra-Debatte, „Evaluation“ ...17
4.2. Darstellung einzelner Komponenten der Unterrichtseinheit ...17
4.2.1. Die Mindmaps ...17
4.2.2. Das WebQuest ...18
4.2.3. Die PowerPoint-Präsentationen ...21
4.2.4. Die Pro und Kontra-Debatte ...22
5. „Evaluation“ der Unterrichtseinheit ...25
6. Auswertung und Entwicklungsmöglichkeiten des Unterrichtskonzeptes ...29
7. Die Lehrerfunktionen „Unterrichten“, „Organisieren“ und „Innovieren“ in Hinblick auf die Entwicklung und Durchführung des Unterrichtskonzeptes ..33
8. Zusammenfassung ...34
9. Verzeichnis verwendeter Literatur und weiterer Quellen ...36
9.1. Verwendete Literatur ...36
9.2. Zitierte Internetseiten ...37
10. Danksagung ...37
11. Anhang ...37
11.1. Verzeichnis der Materialien im Anhang ...37
11.2. Materialien ...A
11.2.1. Mindmaps der Schüler/-innen über die Bedeutung des Begriffs „Gentechnologie“ ...A
11.2.2. Startbild des WebQuests ...C
11.2.3. Im WebQuest verwendete Links (Hyperlinks!) ...D
11.2.4. Arbeitsblatt „Richtig oder Falsch?“ ...F
11.2.5. Protokoll der Pro und Kontra-Debatte ...G
11.2.6. „Evaluation“ der Unterrichtseinheit ...J
1. Einleitung
1.1. Gegenstand und Erkenntnisinteresse dieser Arbeit
In den Richtlinien für den Biologieunterricht in der Sekundarstufe II (Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II, Gymnasium/Gesamtschule, in Nordrhein-Westfalen: Biologie) ist hervorgehoben, dass der Auftrag des Unterrichts und der Erziehung in der gymnasialen Oberstufe sowohl in der wissenschaftspropädeutischen Ausbildung als auch in der „Hilfe zur persönlichen Entfaltung in sozialer Verantwortlichkeit“ bestehe (Seite XI). Die Schülerinnen und Schüler - im Folgenden „Schüler/-innen“ genannt - sollten „in der aktiven Mitwirkung am Leben in einem demokratisch verfassten Gemeinwesen unterstützt werden“ (Seite XIV). Im Lehrplan derselben Schrift heißt es: „Die Erkenntnisfortschritte in den Biowissenschaften und der Medizin [...] erfordern [...] eine Diskussion der [...] Maßstäbe des Umgangs und des Bewertens dieser neuen Technologien. Eine derartige Auseinandersetzung mit ethischen Fragen ist daher im Biologieunterricht unabdingbar (Seite 6).“ Im Biologieunterricht in der Sekundarstufe II sollen also neue Technologien der Biowissenschaften sowohl fachlich thematisiert als auch kritisch hinterfragt werden. Dieser Anspruch spiegelt sich im Lehrplan für die Jahrgangsstufe 12 der gymnasialen Oberstufe wieder, in welchem im Bereich „Angewandte Genetik“ die „Darstellung kontroverser Positionen zur Gentechnologie“ als obligatorisch angegeben wird.
Diese „Darstellung kontroverser Positionen zur Gentechnologie“ bildete den Ausgangspunkt des in dieser Arbeit vorgestellten Unterrichtskonzeptes. In Rahmen meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit habe ich gentechnisch veränderte Pflanzen hergestellt und mich mit Aspekten der sog. Technikfolgenabschätzung beschäftigt. Immer wieder habe ich es dabei erlebt, wie Meinungen „für oder gegen Gentechnologie“ geäußert wurden, ohne dass diese auf bestimmte „Gen-Technologien“ bezogen worden wären und damit differenziert hätten begründen werden können. Deshalb ist es mir ein Anliegen, den Schüler/-innen eine begründete Pro- oder Kontra-Positionierung hinsichtlich der Frage zu ermöglichen, ob einzelne Gentechnologien vor dem Hintergrund ihrer möglicherweise existierenden Chancen und ihrer möglicherweise existierenden Risiken aus ihrer Sicht erstrebenswert sind oder nicht.
Derartige Fragen sind seit langem Gegenstand öffentlicher Debatten und nach wie vor aktuell und knüpfen damit an die Lebenswirklichkeit der Schüler/-innen an.
Die bloße Darstellung kontroverser Positionen, wie sie im Lehrplan gefordert ist, würde für eine Positionsfindung allerdings nicht genügen. Diese erfordert die eigenständige Beschäftigung mit der Thematik auf der Basis fundierter Fachkenntnisse. Die Vermittlung des erforderlichen Fachwissens durch den Lehrer könnte die Schüler/-innen vor die Frage stellen, inwieweit die Informationen einseitig ausgewählt sein und damit beeinflussend wirken könnten – insbesondere, wenn der Lehrer - wie in meinem Fall - vorher selbst gentechnisch gearbeitet hat.
Die Auswahl der Informationen durch die Schüler/-innen selbst könnte allerdings ebenfalls zu Einseitigkeit führen - sei es als Folge der Komplexität des Themas oder weil bewusst oder unbewusst eine bestehende Position bestätigt werden soll. Dies war die Herausforderung für das in dieser Arbeit vorgestellte Unterrichtskonzept: Die Gratwanderung zwischen eigenständiger Erarbeitung der Fachinhalte und der Pro- oder Kontra-Positionierung der Schüler/-innen einerseits, und erforderlicher Hilfestellung durch den Lehrer andererseits. Die Schüler/-innen sollten eigenständig und konstruktiv lernen können, ohne mit einer unüberschaubaren Fülle an Informationen „allein gelassen“ zu sein und ohne in ihrer Positionsfindung beeinflusst zu werden. Diese Gratwanderung sollte mittels eines Unterrichtskonzeptes ermöglicht werden, das u.a. auf der Unterrichtsmethode „WebQuest“ (1.2) basiert. [...]
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