Termpaper, 2002, 24 Pages
Author: Marc Castillon
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Geschichtswissenschaften)
Tags: Hanse, Beziehungen, Handel, Prenzlau, Mark Brandenburg, Uckermark, hansisch-städtischen Mitgliedschaft, Mitglied, Städtegemeinschaft, Walther Stein, Hansemitglieder, Hansetagen, Eckard Müller-Mertens, Johannes Schildhauer, Emil Schwartz, Philippe Dollinger, Konrad Fritze, Walter Stark, Stadt, Herzog Barnim I. von Pommern, Liselotte Enders, Verkehrs- und Handelswege, Landwege, Wasserwege, Ucker, märkische Städte, Mitgliedschaft, 14. Jahrhundert, hansische Stadt
Year: 2002
Pages: 24
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-15029-3
ISBN (Book): 978-3-638-64015-2
File size: 193 KB
Untersucht werden die Beziehungen die die Stadt Prenzlau zur Hanse gehabt hat, neben den aktuellen Forschungsstand, der Handelsvoraussetzungen Prenzlau steht vor dem Hintergrund der Hansebeziehungen Prenzlau auch die Frage, inwieweit die Stadt Prenzlau eingebunden war in das Netz der Hanse, ob eine Mitgliedschaft bestand.163 KB
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Abstract
Die Beziehungen der Stadt Prenzlau und der Hanse ist ein weiter mit offenen Fragen und Meinungsdifferenzen behafteter Bereich der brandenburgischen Geschichte. Hier wird beleuchtet, ob und inwieweit Beziehungen zwischen der Stadt Prenzlau und der Hanse bestanden. Es gilt festzustellen, in welcher Form und in welchem Umfang eine Bande zwischen den Parteien bestand, möglicherweise ob es im Rahmen einer Hansemitgliedschaft sogar einen aktiven politischen und handelswirtschaftlichen Austausch gab. Dabei erscheint es angemessen diese Fragestellung vom eher engen zum weiten Problemkreis schlüssig zu lösen. Daher soll nach einem Überblick über den aktuellen Forschungsstand, der Gesichtskreis auf Prenzlau als Stadt fallen, hinsichtlich geographischer, politischer, aber vor allem auch wirtschaftlicher Aspekte. Vor diesem Horizont ist dann auf den weiten Problemkreis, auf die Beziehungen Prenzlaus zur Hanse einzugehen. Im zweiten Schwerpunkt soll der Begriff Hanse definiert und die Formen einer hansisch-städtischen Mitgliedschaft differenziert werden, um dann mit Hilfe der aufzuzeigenden hansischen Beziehungen Prenzlaus und unter Einbezug einschlägiger Quellen, die gewonnenen Erkenntnisse unter die oben formulierte Fragestellung zu subsumieren.
Excerpt (computer-generated)
Prenzlau und die Hanse
von Marc Castillon
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Forschungsstand zur Hansezugehörigkeit der Stadt Prenzlau
II. Die Stadt Prenzlau
1. Kurze Entstehungsgeschichte der Stadt Prenzlau
2. Verkehrs- und Handelswege der Stadt Prenzlau
a) Landwege
b) Wasserwege
3. Grundlagen des mittelalterlichen Wirtschaftslebens der Stadt Prenzlau
III. Die Beziehungen der Stadt Prenzlau zur Hanse
1. Kurzdefinition des Begriffes Hanse
2. Abstufung hansisch-städtischer Mitgliedschaft
a) Hansestadt
b) Hansische Stadt
c) Hansisch zugewandte Stadt
3. Prenzlaus Handelsbeziehungen zur Hanse
4. Subsumierung hansisch-städtischer Mitgliedschaft auf den Fall Prenzlau
Fazit
Literaturverzeichnis
Einleitung
Mit dieser Hausarbeit habe ich mir zur Aufgabe gestellt, einen meiner Ansicht nach, weiter mit offenen Fragen und Meinungsdifferenzen behafteten Bereich der brandenburgischen Geschichte, näher zu beleuchten. Zu klären ist im Rahmen dieser Arbeit, ob und inwieweit Beziehungen zwischen der Stadt Prenzlau und der Hanse bestanden. Es gilt festzustellen, in welcher Form und in welchem Umfang eine Bande zwischen den Parteien bestand, möglicherweise ob es im Rahmen einer Hansemitgliedschaft sogar einen aktiven politischen und handelswirtschaftlichen Austausch gab.
Dabei erscheint es angemessen diese Fragestellung vom eher engen zum weiten Problemkreis schlüssig zu lösen. Daher soll nach einem Überblick über den aktuellen Forschungsstand, der Gesichtskreis auf Prenzlau als Stadt fallen, hinsichtlich geographischer, politischer, aber vor allem auch wirtschaftlicher Aspekte. Vor diesem Horizont ist dann auf den weiten Problemkreis, auf die Beziehungen Prenzlaus zur Hanse einzugehen. Im zweiten Schwerpunkt soll der Begriff Hanse definiert und die Formen einer hansisch-städtischen Mitgliedschaft differenziert werden, um dann mit Hilfe der aufzuzeigenden hansischen Beziehungen Prenzlaus und unter Einbezug einschlägiger Quellen, die gewonnenen Erkenntnisse unter die oben formulierte Fragestellung zu subsumieren.
Neben den einschlägigen Quellen, steht vor allem die Arbeit mit Aufsätzen von Stadt- und Regionalhistorikern, sowie bekannten Hansehistorikern im Vordergrund. Festzustellen ist jedoch, dass nicht nur zur dieser Fragestellung recht wenige fundierte Aufsätze existieren, sondern auch das Problem oftmals nur beiläufig erwähnt wird. Darüber hinaus ist zu sagen, dass auch weder die von mir studierten Monographien über Prenzlau, noch Standardwerke zur Hanse diese Frage explizit und ausführlich aufgreifen. Daher ist aus meiner Sicht die Literaturlage als eher unbefriedigend anzusehen. Allerdings lässt es die Literatur- und Quellenlage zumindest zu, insbesondere vor dem Hintergrund unterschiedlicher Auffassungen einzelner Hansehistoriker, einen kritisch hinterfragenden Historienblick zu formulieren.
I. Forschungsstand zur Hansezugehörigkeit der Stadt Prenzlau
Das zentrale und bisher einzige Dokument der Hanse nach 1356, in dem Prenzlau genannt wird, ist das Dokument vom 10. August 1368, in dem es heißt: "12. Iternlittere mittentur civitatibus infrascriptis [...] consules Stralessundenses istis civitatibus: Berlin, Pozewalk, Prentzlow [...]" . Der Rezess soll an dieser Stelle nur genannt sein. Auf ihn, sowie auf weitere wichtige Dokumente der Hanse wird im weiteren Rahmen dieser Arbeit einzugehen sein.
Hauptaugenmerk soll an dieser Stelle auf die Literatur zur Fragestellung, ob Prenzlau Mitglied der hansischen Städtegemeinschaft gewesen war, gelegt werden. Nach Sichtung der spärlichen Überlieferungen und der darauf zu weiten Teilen argumentatorisch aufgebauten Literatur stellt sich unter den Ansichten der Hanseforscher ein widersprüchliches Bild dar:
Walther Stein bestritt, dass Prenzlau zur Hanse gehört habe. Das Schreiben vom 10. August 1368, welches zur Zeit und aus Anlass des Krieges mit Waldemar von Dänemark, an zahlreiche Städte, eben auch an Prenzlau, gerichtet war und worin diese gebeten wurden, "ihre Fürsten und Herren samt dem benachbarten Adel von der Unterstützung Waldemars abzuhalten, sie vielmehr zu veranlassen, ihre Gunst den kriegsführenden Städten zuzuwenden", reicht seines Erachtens "nicht zum Beweis für die hansische Eigenschaft [...] der [...] Städte" . Gleiches Argument legen Schwartz in seiner Stadtgeschichte und auch Methling zu Grunde, um die Frage nach der Mitgliedschaft Prenzlaus in der Hanse nicht positiv zu bewerten.
Auch Waldemar Wiesner bezeichnet eine Hansemitgliedschaft Prenzlaus als "höchst unwahrscheinlich", da Prenzlau weder eine Einladung zu Hansetagen erhielt, in keiner Auflistung der Hansemitglieder zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert erfasst wurde, noch je einen Antrag auf Mitgliedschaft in die Hanse gestellt hatte.
Ernst Daenell stellte heraus, dass die märkischen Hansestädte sich selten zur Beratung hansischer Fragen versammelt hätten. Mit diesen hätten "mittelbar durch territorialpolitische Aufgaben, Prenzlau, Pasewalk, Angermünde, Perleberg u.a. in Beziehungen zur Hanse" gestanden. Im Umkehrschluss zählt damit Daenell Prenzlau weder zu den märkischen Hansestädten, noch zu den eigentlichen Mitgliedern der Hanse.
[...]
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