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Zivilgesellschaft in der Tschechoslowakei

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 21 Pages
Author: Tatjana Butorac
Subject: Politics - International Politics - Region: Eastern Europe

Details

Event: Zivilgesellschaft als Voraussetzung von Demokratisierung
Institution/College: University of Augsburg (Lehrstuhl für Politische Wissenschaft)
Tags: Zivilgesellschaft, Tschechoslowakei
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 21
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V7935
ISBN (E-book): 978-3-638-15033-0
ISBN (Book): 978-3-638-78705-5
File size: 198 KB

Abstract

Inhaltsverzeichnis: I. Einleitung S.01 II. Vorgeschichte S.02 III. Die Krisenphase S.05 IV. Die Phase des Wandels S.07 V. Die Phase der Institutionalisierung und Konsolidierung S.10 VI. Fazit S.14 VII. Literaturverzeichnis S.17 I. Einleitung Der Begriff der ,,Zivilgesellschaft" bzw. der "civil society" tritt in aktuellen politischen und sozialwissenschaftlichen Debatten immer häufiger auf. Deshalb warnen in diesem Zusammenhang Wolfgang Merkel und Hans- Jochim Lauth: ,,Immer dann, wenn Begriffe der politischen Philosophie in den wohlfeilen Gebrauch der Alltagssprache übergehen, ist Vorsicht geboten. (...) Der umworbene Begriff droht seine inhaltliche Substanz zu verlieren und in analytischer Beliebigkeit zu versinken". Ein wesentliche Grund für den enormen Aufschwung des Konzepts der ,,Zivilgesellschaft" liegt in den gesellschaftlichen Umbruchphasen in den Ländern Osteuropas. Beim Fall der ,,realsozialistischen" Systeme waren zivilgesellschaftliche Aktivitäten von großer Bedeutung. Die polnischen, ungarischen und tschechoslowakischen Oppositionsbewegungen orientierten sich stark an diesem Konzept. Die "civil society" wurde dort als eine im Gegensatz zum Staate stehende Bürgergesellschaft antizipiert, die sich einen politischen und öffentlichen Raum, unabhängig vom Staat erkämpfte. Ziel dieser Arbeit ist es die Zivilgesellschaft in der ehemaligen Tschechoslowakei zu untersuchen und zu beschreiben. Aus diesem Grund ist es notwendig sich zunächst mit der Geschichte seiner Völker zu beschäftigen, um dadurch die darauffolgenden Ereignisse in der Phase der Krise, des Wandels und der Konsolidierung sowie Institutionalisierung der Demokratie besser verstehen zu können. Im abschließenden Teil sollen relevante Kernaussagen der Analyse zusammengefasst werden. ...


Excerpt (computer-generated)

Zivilgesellschaft in der Tschechoslowakei

von Tatjana Butorac


Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung S.01

II. Vorgeschichte S.02

III. Die Krisenphase S.05

IV. Die Phase des Wandels S.07

V. Die Phase der Institutionalisierung
und Konsolidierung S.10

VI. Fazit S.14

VII. Literaturverzeichnis S.17



I. Einleitung

Der Begriff der ,,Zivilgesellschaft" bzw. der "civil society" tritt in aktuellen politischen und sozialwissenschaftlichen Debatten immer häufiger auf. Deshalb warnen in diesem Zusammenhang Wolfgang Merkel und Hans- Jochim Lauth: ,,Immer dann, wenn Begriffe der politischen Philosophie in den wohlfeilen Gebrauch der Alltagssprache übergehen, ist Vorsicht geboten. (...) Der umworbene Begriff droht seine inhaltliche Substanz zu verlieren und in analytischer Beliebigkeit zu versinken".
Ein wesentliche Grund für den enormen Aufschwung des Konzepts der ,,Zivilgesellschaft" liegt in den gesellschaftlichen Umbruchphasen in den Ländern Osteuropas. Beim Fall der ,,realsozialistischen" Systeme waren zivilgesellschaftliche Aktivitäten von großer Bedeutung. Die polnischen, ungarischen und tschechoslowakischen Oppositionsbewegungen orientierten sich stark an diesem Konzept. Die "civil society" wurde dort als eine im Gegensatz zum Staate stehende Bürgergesellschaft antizipiert, die sich einen politischen und öffentlichen Raum, unabhängig vom Staat erkämpfte.
Ziel dieser Arbeit ist es die Zivilgesellschaft in der ehemaligen Tschechoslowakei zu untersuchen und zu beschreiben. Aus diesem Grund ist es notwendig sich zunächst mit der Geschichte seiner Völker zu beschäftigen, um dadurch die darauffolgenden Ereignisse in der Phase der Krise, des Wandels und der Konsolidierung sowie Institutionalisierung der Demokratie besser verstehen zu können. Im abschließenden Teil sollen relevante Kernaussagen der Analyse zusammengefasst werden.

II. Vorgeschichte

Um zu einem besseren Verständnis der Zivilgesellschaft in der ehemaligen Tschechoslowakei zu gelangen, ist es unumgänglich sich mit ihrer Geschichte näher zu befassen. Denn gerade der Blick in die Vergangenheit erklärt die Eigenheiten und den Verlauf der zivilgesellschaftlichen Entwicklung in diesem Land.
Bei der geschichtlichen Betrachtung der tschechoslowakischen Beziehungen im allgemeinen ist zunächst folgendes festzuhalten:
Beide westslawischen Völker entwickelten zwar jahrhundertlang in voneinander getrennten Staatsgebilden, dennoch war zwischen ihnen immer ein intensiverer Zusammenhalt als zu anderen Nachbarvölkern vorhanden. Zurückzuführen ist dieser Umstand insbesondere auf die gegenseitige Abhängigkeit. Die im deutschen Siedlungsgebiet ansässige tschechische Bevölkerung, die Angst vor einem germanischen Übergewicht hatte, sah in den Slowaken die einzige Verbindung zur slawischen Welt. Das slowakische Volk wiederum empfand den tschechischen Bruder als wichtigen Partner gegen die ungarische Assimilationspolitik. Ein weiterer, durchaus grundlegender Faktor, der eine qualitative und intensive Beziehung ermöglichte, waren/ sind die stark miteinander verwandten Sprachen. Dies und die ähnliche Herkunft hatten eine sich in weiten Teilen entsprechende Mentalität, Tradition, etc. zur Folge, so dass sich beide Völker als eine brüderliche Gemeinschaft sahen.
Mit der Auflösung Österreich- Ungarns entstand die 1. Tschechoslowakische Republik im Jahre 1918, in der die beiden Völker mit unterschiedlichem Entwicklungsstand eintraten. Die tschechische Gesellschaft hatte aufgrund von parlamentarischen Erfahrungen während der K.u.K- Monarchie Zeit sich demokratisch zu entwickeln und konnte so eine Reihe von demokratische denkender Politiker und Schriftsteller vorzeigen. Die Slowaken, die stark unter der ungarischen Unterdrückungspolitik litten, konnten keine politisch- demokratischen Traditionen aufweisen.

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