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„Do you like Denglisch?“: customer relationship manager, out door snacking, e-mail-Anglizismen und Amerikanismen in der deutschen Sprache

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 28 Pages
Author: Anna Katharina Eißel
Subject: German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics

Details

Event: Seminar II: Neuere Arbeiten auf dem Gebiet der Linguistik mit Schwerpunkt Pragmalinguistik
Institution/College: University of Hamburg (Institut für Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaft)
Tags: Denglisch, Amerikanismen, Sprache, Seminar, Neuere, Arbeiten, Gebiet, Linguistik, Schwerpunkt, Pragmalinguistik
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 28
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V79418
ISBN (E-book): 978-3-638-86794-8
ISBN (Book): 978-3-638-86800-6
File size: 199 KB

Abstract

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Einfluss der Amerikanismen auf das Gegenwartsdeutsch. Inklusive eines geschichtlichen Abrisses der fremdsprachlichen Einflüsse auf das Deutsche bis in die Römerzeit, einem Exkurs über die Kategorien Erb-, Lehn- und Fremdwort / Lehnbildung, einer kritischen Darstellung der tätigen Sprachvereine und einem Vergleich zur französischen Sprachpolitik. Wie viele Anglizismen im gegenwärtigen Deutsch gebräuchlich sind, ist schwer zu ermitteln, ständig kommen neue hinzu (und manche ältere – beispielsweise veraltetes Modewortgut – oder flüchtige fallen weg). Entsprechende Lexika können aus diesen Gründen zwar nie die korrekte Anzahl der im wirklich Sprachgebrauch benutzten Wörter auflisten, dennoch möchte ich hier ein Zahlenbeispiel anführen. Das „Anglizismen-Wörterbuch“ listet ca. 3.500 Anglizismen auf (unter Verwendung von rund 100.000 Belegen aus deutschen Zeitungen, Zeitschriften und deutscher Literatur). Diese Zahl mutet noch verhältnismäßig klein an, angesichts der wahrnehmbaren Allgegenwärtigkeit an Wörtern englischen Ursprungs in unserem allgemeinen Sprachgebrauch. In verschiedenen Bereichen der Sprachpraxis scheinen sie allerdings häufiger verwendet zu werden: z. B. in der Jugendsprache, in der Sprache der Werbung, in den Bezeichnungen neuer Technologien, in Berufsbezeichnungen, v. a. der Medienbranche. Was überhaupt ist „Denglisch“ im Unterschied zum „Anglizismus“? Im „Wörterbuch überflüssiger Anglizismen“ findet man folgende Definition: „Der Begriff „Denglisch“ umschreibt Wörter, die deutsche Erfindungen (Handy, Wellness etc.) oder ein Gemisch beider Sprachen (abtörnen, versnobt etc.) sind.“ Der Terminus „Anglizismus“ umfasst ein breiteres Feld an Wörtern, so beschreibt ihn ein herkömmliches Lexikon knapp als „Englische Ausdrucksweise in einer anderen Sprache.“


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg, Institut für Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaft
Seminar II: Neuere Arbeiten auf dem Gebiet der Linguistik mit Schwerpunkt Pragmalinguistik
Wintersemester 2003 / 2004, eingereicht am: 15.01.2004

„Do you like Denglisch?“: customer relationship manager, out door snacking, e-mail –
Anglizismen und Amerikanismen in der deutschen Sprache

von

Katharina Eißel

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 3

2. Hauptteil... 5

2.1. Geschichte der fremdsprachlichen Einflüsse auf das Deutsche... 5
2.2. Exkurs: Die Kategorien Erb-, Lehn- und Fremdwort / Lehnbildung... 7
2.3. Der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache... 10
2.4. Sprachvereine... 18
2.5. Anglizismen und Amerikanismen in Frankreich / Französische Sprachpolitik... 20

3. Schlussbetrachtung: Für und Wider... 24

Literaturverzeichnis... 27



 

1. Einleitung

Wie viele Anglizismen im gegenwärtigen Deutsch gebräuchlich sind, ist schwer zu ermitteln, ständig kommen neue hinzu (und manche ältere – beispielsweise veraltetes Modewortgut – oder flüchtige fallen weg). Entsprechende Lexika können aus diesen Gründen zwar nie die korrekte Anzahl der im wirklich Sprachgebrauch benutzten Wörter auflisten, dennoch möchte ich hier ein Zahlenbeispiel anführen.
Das „Anglizismen-Wörterbuch“1 listet ca. 3.500 Anglizismen auf (unter Verwendung von rund 100.000 Belegen aus deutschen Zeitungen, Zeitschriften und deutscher Literatur). Diese Zahl mutet noch verhältnismäßig klein an, angesichts der wahrnehmbaren Allgegenwärtigkeit an Wörtern englischen Ursprungs in unserem allgemeinen Sprachgebrauch. In verschiedenen Bereichen der Sprachpraxis scheinen sie allerdings häufiger verwendet zu werden: z. B. in der Jugendsprache, in der Sprache der Werbung, in den Bezeichnungen neuer Technologien, in Berufsbezeichnungen, v. a. der Medienbranche.
Was überhaupt ist „Denglisch“ im Unterschied zum „Anglizismus“? Im „Wörterbuch überflüssiger Anglizismen“2 findet man folgende Definition: „Der Begriff „Denglisch“ umschreibt Wörter, die deutsche Erfindungen (Handy, Wellness etc.) oder ein Gemisch beider Sprachen (abtörnen, versnobt etc.) sind.“ Der Terminus „Anglizismus“ umfasst ein breiteres Feld an Wörtern, so beschreibt ihn ein herkömmliches Lexikon3 knapp als „Englische Ausdrucksweise in einer anderen Sprache.“ Und auch das Fremdwörterbuch der Duden-Reihe4 findet oder braucht kaum mehr Wörter: „Übertragung einer für das britische Englisch charakteristischen Erscheinung auf eine nicht englische Sprache.“

Das „Anglizismen-Wörterbuch“5 hingegen definiert den Begriff Anglizismus nicht als Entlehnung aus dem von vorneherein „Englischen“, sondern klassifiziert ihn als allgemeine Überkategorie der Britizismen, Amerikanismen und Kanadismen. Im Folgenden werde ich zunächst einen allgemeinen, nicht auf das Englische, bzw. Amerikanische allein bezogenen, historischen Abriss der sprachlichen Fremdeinflüsse auf das Deutsche geben, verschiedene geschichtliche Perioden fremder Spracheinwirkungen aufzeigen, um das Thema der Hausarbeit quasi einzubetten. Darauf folgt ein definitorischer Exkurs über die Terminologien Erb-, Lehn- und Fremdwort, sowie die Kategorie der Lehnbildung bzw. Lehnprägung, um im dritten Kapitel, vor Allem anhand von wissenschaftlichen Texten, das eigentliche Thema wieder aufzugreifen, weiter einzukreisen und genauer zu untersuchen. Daran anschließend möchte ich die zur Überfremdung der Sprache gegenläufige, wenn auch weitaus weniger mächtige Tendenz des Sprachpurismus, wie er jahrhundertlang von vielen Sprachgesellschaften gefordert und praktiziert wurde, beleuchten. Das fünfte Kapitel will einen Ausblick auf die sprachlichen Verhältnisse in einem anderen Land geben, in dem es kurz die französische Sprachpolitik darstellt. In meiner Schlussbetrachtung beschäftige ich mich kritisch mit dem Für und Wider fremder Worte im allgemeinen Sprachgebrauch.

2. Hauptteil

2.1. Geschichte der fremdsprachlichen Einflüsse auf das Deutsche

Die scheinbare Überschwemmung der deutschen Sprache durch fremde Wörter ist kein Syndrom neuerer Zeit – im Laufe seiner Geschichte wurde das Deutsche einhergehend mit der kulturgeschichtlichen Entwicklung des deutschen Sprachraums immer wieder durch Fremdwörter beeinflusst und erweitert (ob unterwandert, entstellt oder bereichert steht zur Diskussion und scheint zudem von Wort zu Wort verschieden). Die folgende Übersicht zeugt von den Wellen einstig einströmender Fremdwörter und damit zugleich von den früheren bis heutigen interkulturellen Beziehungen zwischen dem deutschen und fremden Sprachräumen. Die verschiedenen Entlehnungsperioden in den germanischen, bzw. deutschen Wortschatz spiegeln, um es mit Antje Stedje6 zu sagen „Kriege und historisches Geschehen, Ideologien, Moderichtungen, Kulturwandel, wissenschaftliche und technische Entwicklung“.

Die wichtigsten Entlehnungsperioden:

Die Römerzeit (50 v. Chr. – 500 n. Chr.) bewirkte zahlreiche Übernahmen aus dem Lateinischen („die erste lateinische Welle“), v.a. in den Bereichen des Straßen- Garten- und Hausbaus, des Haushaltes und der Küche, des Kaufmännischen und Verwaltungsbereichs. Mit den materiellen Neuerungen aus der benachbarten Hochkultur übernahmen die Germanen auch die Bezeichnungen.7. In der Zeit der Christianisierung (ca. 500-800 n. Chr. ) wurden wiederum viele Begriffe aus dem Lateinischen entlehnt („die zweite lateinische Welle“). Die Kirche und die Klosterkultur brachten viele neue Bezeichnungen mit sich8. In der höfischen Zeit (1150-1250) nahm das Französische einen großen Einfluss auf den deutschen Wortschatz. Auch hier spiegeln sich gesellschaftlich Veränderungen, ein neuer Lebensstil des deutschen Adels, im Wortschatz wieder, hier mit Übernahme der französischprovenzalischen Lebensform9.

[...]


1 Carstensen, Broder / Busse, Ulrich: Anglizismen-Wörterbuch. Der Einfluß des Englischen auf den deutschen Wortschatz nach 1945. Bd. 1 1993, Bd. 2 1994, Bd. 3 1996. Berlin / New York, 1993 f.

2 Pogarell, Reiner / Schröder, Markus: Wörterbuch überflüssiger Anglizismen. 4., völlig neu überarbeitete und erweiterte Auflage. Paderborn, 2001. S. 17.

3 Knaurs Lexikon von A bis Z. München, 1999.

4 Duden Band 5. 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Mannheim / Wien / Zürich, 1997.

5 Carstensen, Broder / Busse, Ulrich: Anglizismen-Wörterbuch. Der Einfluß des Englischen auf den deutschen Wortschatz nach 1945. Bd. 1 1993, Bd. 2 1994, Bd. 3 1996. Berlin / New York, 1993 f.

6 Stedje, Antje: Deutsche Sprache gestern und heute. Einführung in Sprachgeschichte und Sprachkunde. 5., unveränderte Auflage. München, 2001. S.25.

7 Ebd.: S. 55 f.

8 Ebd.: S. 71.

9 Ebd.: S. 94.


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