Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Theoretische Überlegungen zum inklusiven Unterricht in der Sekundarstufe I einsc... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Theoretische Überlegungen zum inklusiven Unterricht in der Sekundarstufe I einschließlich des Versuchs einer Ethik

Research Paper, 2007, 175 Pages
Author: Dr. phil. Carsten Rensinghoff
Subject: Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Details

Category: Research Paper
Year: 2007
Pages: 175
Bibliography: ~ 114  Entries
Language: German
Archive No.: V79591
ISBN (E-book): 978-3-638-84692-9
ISBN (Book): 978-3-638-84556-4
File size: 1215 KB

Abstract

Der selbst durch eine schwere Schädel-Hirnverletzung mit 12 Jahren schwer behinderte Autor dieser Arbeit und selbst bis zum siebten Schuljahr (Gymnasium) allgemein Beschulte und dann bis zum Abitur Sonderbeschulte legt hiermit den Versuch einer Ethik für einen inklusiven Unterricht vor. Ziel ist es immer und jederzeit behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler gemeinsam leben und lernen zu lassen. Auf diese Weise wird einer schulischen Isolation in Verwahranstalten entgegengewirkt. Unerlässlich ist die Lektüre für alle sich mit der Inklusion befassenden Menschen.


Excerpt (computer-generated)

Theoretische Überlegungen zum inklusiven Unterricht in der 
Sekundarstufe I einschließlich des Versuchs einer Ethik

von

Dr. phil. Carsten Rensinghoff

2007

0. Inhalt

1. Einleitung ... 6

2. Begriffsklärungen  ... 8
2.1 Inklusion vs. Integration ...  9
2.2 Begriffswirrwarr - Integration, Inclusion, Inklusion, Diversity Studies  ... 16
2.3 Die entwicklungslogische Didaktik  ... 24
2.4 Behinderung ...  28
2.4.1 Behinderung aus salutogenetischer Perspektive betrachtet  ... 36
2.4.2 Behinderungsbedingte Traumaverarbeitung in Spiralphasen  ... 40
2.4.3 Selbsthilfe  ... 45
2.5 Empowerment  ... 48

3. Das Problem der Inklusion  ... 52
3.1 Entwicklungsneuropsychologische Aspekte ...  60
3.1.1 Struktur des Gehirns  ... 61
3.1.2 Postnatale Gehirnentwicklung ...  68
3.2 Die kindliche Denkentwicklung  ... 74

4. Inklusionsethik  ... 81
4.1 Eine Begriffsbestimmung des Ethischen  ... 81
4.2 Begründung einer Ethik  ... 82
4.3 Versuch einer Inklusionsethik  ... 83
4.4 Methodisches Vorgehen im inklusiven Unterricht  ... 121
4.5 Was passiert mit den Schwerst- und Schwerstmehrfachbehinderungserfahrenen?  ... 123

5. Erster Exkurs: Der Tag, an dem auch mein rechter Arm sich selbstständig macht  ... 125
5.1 Abschließender Exkurs und Klärung der Motivlage ...  128

6. Literatur: ...  141

7. Anhang ...  155

 

 

 

1. Einleitung

Eigene Behinderungserfahrungen des Autors, gerade und hauptsächlich im sonderschulischen Bereich - und hier dann von der Klasse 8 bis zum Abitur am System der Schule für Körperbehinderte -, haben eine Beschäftigung mit Inklusion in der hier vorliegenden Arbeit notwendig gemacht. Beim Verfasser handelt es sich um eine erst im Lebensalter von 12 Jahren behindert hervorgebrachte Persönlichkeit. Für die Behinderungsproduktion entscheidend war ein schweres Schädel-Hirntrauma nach Straßenverkehrsunfall im Februar 1982. Bis zu diesem Ereignis erfolgte die Beschulung im allgemeinen Schulsystem einer nordrhein-westfälischen Großstadt. Nach der regelrecht und ohne Wiederholung verlaufenen Grundschulzeit erfolgte der Wechsel auf das Gymnasium. Der Besuch dieser Schulform endete dann mit dem Unfall zu Beginn des zweiten Halbjahres der siebten Jahrgangsstufe. Entscheidend für das schwere Schädel-Hirntrauma, welches sich einen Tag vor einer geplanten Mathematikarbeit - und das Halbjahreszeugnis (Anhang I) wies im Unterrichtsfach Mathematik die Leistungsnote mangelhaft auf - ereignete waren die traumatischen Erfahrungen, die in RENSINGHOFF (2006) näher dargestellt sind. Es erfolgte, aufgrund des Polytraumas, eine stationäre Behandlung zunächst vier Wochen in der neurochirurgischen Intensivabteilung und anschließend für weitere acht Wochen in der unfallchirurgischen Abteilung. Hieran schloss sich direkt die stationäre Weiterbehandlung in einem neurologischen Rehabilitationskrankenhaus für Kinder und Jugendliche an. Während der Rehabilitationsbehandlung erfolgte eine Unterrichtung in den Fächern Deutsch, Erdkunde, Mathematik (s. hierzu die Schulberichte im Anhang II) und Englisch (hierfür wurde kein Schulbericht angefertigt) in der Schule für Kranke. Nach der Entlassung aus der Rehabilitationsklinik musste dann ein Schulwechsel in die Schule für Körperbehinderte vollzogen werden. Dieser wurde durch die Schulberichte auch nahe gelegt. Der Schulbesuch dieses Systems erfolgte vom zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe acht an bis zum Erhalt der Allgemeinen Hochschulreife. Dieser Sonderschulbesuch hatte gravierende weitere Narben und Traumatisierungen verursacht, die sich bis in die Berufseinstiegsphase manifestierte (vgl. RENSINGHOFF 2004).

Es wird nun dazu eingeladen die theoretischen Ausführungen zur Inklusion behinderungserfahrener Schülerinnen und Schüler, die sich abschließend in einer Inklusionsethik verdichten, zu ergründen.

2. Begriffsklärungen

Zur Normalität geworden ist es, um mit Ulrike BÜTTNER (2005, 9) zu sprechen, "Menschen aus dem Blickwinkel egozentrischer Interessen zu betrachten und sie gezielt oder unbewusst abzuwerten." Eine derartige Haltung konzentriert sich dann - und der Autor weiß aus der eigenen Betroffenheit, eben als Mensch mit Behinderung, wovon er spricht - auf die Schülerinnen und Schüler, in besonderen, von der Fachwelt als für ihre vermeintlich - was dann aus dieser Perspektive betrachtet durchaus in Frage gestellt werden muss - speziellen Bedürfnisse errichteten Sonderinstitutionen. Die Folge ist eine Exklusion, später werden wir sehen dass es einen derartigen Terminus technicus nicht gibt, die dem Rassismus1 auffallend ähnelt, denn "Rassismus zielt immer darauf, einen Menschen zu erniedrigen. Das Spektrum bewegt sich zwischen einem ‚kleinen′, scheinbar folgenlosen seelischen Schmerz, den man einem Menschen durch eine rassistische Bemerkung zufügt, und tödliche Gewalttaten, bei der die Auswirkung für alle sichtbar wird. Rassismus (genauso wie auch der institutionelle Ausschluss in Sonderinstitutionen für besondere Schülerinnen und Schüler - CR) versucht, Gewalt zu rechtfertigen, um Menschen scheinbar legitimiert schädigen und verletzen zu können" (dies., 12). Bei der Verwendung des Rassismus-Begriffs handelt es sich um eine ideologisch motivierte und politisch begründete Form des Ausschlusses. Dieser Zustand wird erreicht, weil das Opfer, der Mensch mit einer ihm administrativ zugeschriebenen Behinderung, einer speziellen Gruppe angehört. Andererseits gehören die Rassismus bzw. Ausschluss praktizierenden Täterinnen und Täter einer spezifischen, nämlich in diesem Sinne Rassismus legitimierenden Gruppe an. "Der differenzielle Rassismus der Identitätspolitik, der Gruppenbildungsprozesse und der vielfältigen Exklusionen, der an die Logik des Unterscheidens bei der Bildung des Ich und des Wir anschließen kann, verändert sich im Prozess der Politisierung von Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen" (BIELEFELD 2005, 11).

Für autoritär-nationalistische und rassistische Einstellungen sind insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene anfällig, welche sich mit den herrschenden Werten identifizieren, als da wären Geld, Karriere und Erfolg. Mit diesen Werten sollen andere, eben die schwächeren, Menschen funktionalisiert werden.

2.1 Inklusion vs. Integration

"Menschen, die wir behindert nennen, schließen sich seit 1968 in immer mehr Städten zu Krüppel- und Behinderteninitiativen, Eltern behinderter Kinder zu älteren Initiativen zusammen und kämpften gegen die gerade erst in qualitativer und quantitativer Hinsicht ausgeweiteten sonderpädagogischen Einrichtungen. Nicht pädagogische Sonderbehandlung in speziellen Einrichtungen sondern Integration in allen regulären Lern-, Wohn- und Lebenszusammenhänge war ihre zentrale Forderung" 

(ROHRMANN 2004, 19).

[....]


1 „Mit der Wahl des Wortes wird, trotz der zu Recht kritisierten Normalität des alltäglichen Rassismus, auf einen historischen Kern verwiesen, der schließlich doch mit dem Bösesten verbunden war, das wir uns vorstellen können“ (BIELEFELD 2005, 10).


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Zweite Moderne oder Postmoderne?

Author: Dipl. Werner Nehls
Art - Architecture / History of Construction, 2008 Download as PDF-file for 19,99 EUR

Vertrauen in den Abschlussprüfer

Author: Jan Mauelshagen
Economics / Business: Revision, Auditing, 2007 Download as PDF-file for 59,90 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/79591/theoretische-ueberlegungen-zum-inklusiven-unterricht-in-der-sekundarstufe
please wait Please wait